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Wirtschaftspsychologie: Neurolinguistisches Programmieren ist lukrativ, aber wirkungslos

Wirtschaftspsychologie: "Tunen Sie Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Außenwirkung." "Werden Sie ein Meister der Manipulation!" Ausbildungsofferten dieser Art finden massenweisen Zulauf . "Neurolinguistisches Programmieren" heißt das Zauberwort, NLP abgekürz. Mehrere tausend "Programmierer" generieren inzwischen in der Wirtschaft als Coaches oder Personalberater ein reichliches Einkommen. "Bei nüchterner Betrachtung ist eine NLP-Ausbildung jedoch kaum mehr wert als ein Jodel-Diplom", urteilt Uwe Peter Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück.

In seiner aktuellen Monografie "Wenn Manager auf Bäume klettern ..." analysiert der Wissenschaftler kritisch "Mythen der Personalentwicklung und Weiterbildung". In diesem Segment sieht Kanning zu annähernd 90 Prozent Praktiken, die keiner Überprüfung in der wissenschaftlichen Wirtschaftspsychologie standhalten.
 
Das Neurolinguistische Programmieren erweckt auf den ersten Blick den Eindruck einer wissenschaftlichen Fundierung. Doch Kanning kommt nach einer detaillierten Analyse zu dem Schluss: "Vor rund 40 Jahren gestartet als legitimer Versuch, die Gemeinsamkeiten erfolgreicher Psychotherapieschulen zu finden, ist NLP heute vor allem eine Ideologie. Glaube und Behauptungen treten an die Stelle empirischer Belege. Selbst wenn grundlegende Konzepte des Theoriegebäudes inzwischen als widerlegt gelten können, werden die Inhalte stoisch weitergepredigt.
 
Gleichzeitig gibt man sich wie kaum eine andere mythische Methode der Personalentwicklung den Anschein der Wissenschaftlichkeit und täuscht damit in grober Weise Kunden sowie künftige Jünger der NLP-Lehre. Schon die Silbe ´Neuro´ im Produktnamen ist nicht mehr als ein billiger Marketingtrick. Eine auch nur im Ansatz ernstzunehmende Auseinandersetzung mit neurologischen Prozesen oder gar aktuellen Forschungsergebnissen findet nicht statt. Ebenso gut könnte ein Anbieter von Tellerminen seine Erzeugnisse als Haushaltsprodukte vermarkten - schließlich geht es ja auch irgendwie um Teller..."
 
So problematisch jedes manipulative Potenzial wäre: Im NLP ist es nicht zu erkennen. Kanning diagnostiziert das Verfaren schlicht als wirkungslos.




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