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Wirtschaftspsychologie: Ehrlichkeit fördert das Bruttosozialprodukt

Die finanzielle Ehrlichkeit in der Wirtschaftskultur führt zu Produktivität und Wohlstand. Daher prosperieren z.B. Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden. Am unteren Ende der Ehrlichkeitsskala rangieren in Europa Portugal und Spanien mit defizitären ökonomischen Folgen. Zu diesen Ergebnissen kommen Prof. Dr. Detlef Fetchenhauer und Kollegen (Universität Köln) in mehreren Studien. Deutschland sehen die Wissenschaftler in einem bereits problematischen Mittelfeld.

In einem Klima von Ehrlichkeit und Vertrauen sind z.B. die sogenannten "Transaktionskosten" geringer: Der Aufwand für "wasserdichte" Verträge und der Kontrollbedarf bleiben niedrig, teure Rechtsstreitigkeiten entfallen. Jedes Engagement wird generell komplikationsärmer.
 
"Investitionen in Forschung und Entwicklung fallen leichter, wenn kein Plagiarismus oder Ideendiebstahl befürchtet werden muss. Der Anreiz zur Investition in die eigene Ausbildung ist in einer Gesellschaft mit einem hohen Maß an Ehrlichkeit ausgeprägter."
 
In einer Atmosphäre des Vertrauens "kann die Auswahl von Mitarbeitern stärker anhand ihrer formalen Qualifikation getroffen werden. Mitglieder einer solchen Gesellschaft haben somit einen Anreiz zur Investition in ihre Ausbildung, da dies bei der Bewerberwahl berücksichtigt wird. Ist das Maß der Ehrlichkeit in einer Gesellschaft jedoch gering, spielt die Verwandtschaft oder persönliche Bekanntschaft eines Bewerbers eine gewichtige Rolle, da so die Vertrauenswürdigkeit sichergestellt wird.
 
Finanzielle Ehrlichkeit stimuliert demnach Investitionen und Innovationen ..."
 
Vier Korrelate messen Fetchenhauer für eine hohe Ausprägung von Ehrlichkeit:

  • keine oder geringe autoritäre Strukturen und Erziehung
  • längere Erfahrung in Demokratie
  • hoher Anteil von Frauen in öffentlichen Ämtern
  • überwiegend protestantische Tradition der Kultur



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