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Wie das Pferd Psychotherapie bereichert

Pferdegestützte Therapie kann die Wirkung einer klassischen Psychotherapie wesentlich verstärken, berichten Daniela Ehrenberg und Ann-Katrin Job in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift ´Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation´ (2/2026).

 

"In der Verhaltenstherapie wird die Pferdegestützte Behandlung genutzt, um durch unmittelbares Feedback des Pferdes neue Verhaltensweisen zu erlernen und zu festigen. Pferde reagieren sensibel auf menschliches Verhalten und bieten dadurch direkte Rückmeldungen, die es ermöglichen, dysfunktionale Verhaltensmuster zu identifizieren und alternative Strategien zu entwickeln. Die erlebte Selbstwirksamkeit in der Interaktion mit dem Pferd kann das Selbstvertrauen stärken und zur Verhaltensänderung motivieren," werten die Therapeutinnen. "Die Interaktion mit Pferden ermöglicht es PatientInnen, neue Erfahrungen zu sammeln, die in traditionellen therapeutischen Settings schwerer zugänglich sind."

Im Einzelnen ordnen die Autorinnen definierten therapeutischen Absichten einzelne Aktivitäten zu:

- Beobachtung des Pferdes aus der Distanz: Aufmerksamkeitslenkung, Achtsamkeit

- Annäherung/Streicheln des Pferdes: Affektregulation, Angstexposition, Körperkontakt erleben

- Striegeln, Putzen: Verhaltensaktivierung, Selbstfürsorge, sensorische Integration

- Führen des Pferdes am Strick: Problemlösetraining, Selbstwirksamkeit, Beziehungsdynamik

- Führen durch einen Parcours: Exposition, Handlungsplanung, Überwinden von Unsicherheit

- Longieren des Pferdes: Achtsamkeit, nonverbale Kommunikation, Regulation

- Reiten: Vertrauen, Kontrolle abgeben, getragen werden

- Versorgung kleinerer Verletzungen/Pflegeverantwortung: Reaktionsverhinderung (z.B. bei Zwangserkrankung), Empathie, Überwindung von Ekel

- Reflexion, mit dem Tier im Hintergrund: Beziehungstransfer, symbolisches Verarbeiten

- Beobachtung anderer Menschen im Kontakt mit dem Tier: soziale Referenz, Realitätsprüfung, Modelllernen

"Die Beziehung zum Tier wirkt oft als Übertragungsfläche mit der Folge, dass sowohl positive als auch ambivalente Beziehungsmuster aktiviert werden können. TherapeutInnen müssen daher in der Lage sein, Prozesse von Übertragung und Gegenübertragung nicht nur im dyadischen Kontakt, sondern auch im erweiterten System wahrzunehmen und therapeutisch zu nutzen."

 

 Beate Muschalla (Hrsg.): Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation 2026-2 (134)
Perspektivenerweiterung Psychosomatik II

 

Pabst :Print: 0933-842X,,  PDF:   0933-842X

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