Eine niedrige Assoziation für psychosoziale Gesundheit wird beschrieben als
- zu groß
- zu geschlossen, eingeengt, eingesperrt
- zu unruhig, unordentlich, armselig
- zu einheitlich, kahl, glatt, langweilig
Gebäude mit der höchsten Assoziation für psychosoziale Gesundheit werden beschrieben als:
- interessant, spannend, wie kleine, einzelne Häuser
- entspannt, freundlich
- besonders
- luftig, offen, Sicht nach allen Seiten
- herrlich für Kinder, frei und beschützt zugleich
Monotone Bauten - im vergangenen Jahrhundert Standard - signalisieren einen niedrigen sozialen Status der Bewohner. "Entsprechend hoch ist die Verantwortung im bezahlbaren, geförderten Wohnungsbau, das Stigma der Bewohnenden nicht zu verstärken, sondern aufzulösen." Dies kann durch eine Architektur gelingen, "die den Bewohnenden Gestaltungsfreiheiten und Individualisierung auch in zuvor beschränkten Bestandsbauten ermöglicht."
Gemma Koppen hat u.a. ein Beispiel gezeichnet: Eine Reihe alter kastenförmiger Häuser benötigt eine energetische Dachsanierung; gleichzeitig soll zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. Auf die Gebäude setzt die Architektin keinen zusätzlichen neuen Kasten, sondern individuelle Einfamilienhäuser mit Spitzdächern. Der Kontrast zwischen den alten monotonen Reihenbauten und aparten neuen Häusern beeindruckt und wertet das Sozialprestige der Bewohner auf.
Vier Bedürfnisse stehen für die Autorinnen im Vordergrund.
- Beziehungen: Privatheit vor Interaktion
- Entwicklung: Stimulation und Regeneration
- Zugehörigkeit: Individualität und Konvention
- Komfort: Effizienz statt Überfluss
Gemma Koppen, Tanja C. Vollmer: Architektur und psychosoziale Gesundheit im bezahlbaren Wohnungsbau.
Bedürfnisse, Analysen, Konzepte. Der Mensch als Maßstab.
Pabst, 220 Seiten, Farbe, Großformat, Hardcover ISBN978-3-95853-880-1, eBook ISBN 978-3-95853-881-8
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