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Wer das Spiel nicht ernst nimmt, ist ein Spielverderber

Philosophen preisen den Rausch; nach Meinung von Friedrich Nietzsche "befreit Rausch von neurotischem Denken, bewirkt eine wohltuende Selbstvergessenheit und affektive Katharsis, führt zur Kraftsteigerung und erhöht die Selbstwirksamkeit." Nach Einschätzung von Platon durchbricht Rausch die "Automatisierung von Wahrnehmung" und vitalisiert das Lebensgefühl.

Der Philosoph und Psychotherapeut Prof. Dr. Martin Poltrum (Wien) hat kluge Anregungen großer Philosophen in seinem neuen Taschenbuch  "Lebensphilosophische Miniaturen" zusammengestellt.

 

Da kann der aktuelle Emanuel Kant nicht fehlen, der dem modernen Menschen das Abenteuer eigenen Denkens verordnete - entgegen "Populisten, selbsternannten Experten, Influencern etc. Die Faulheit und Feigheit, sich keine eigenen Urteile zu bilden, sollte überwunden werden, wenn man nicht zeitlebens unmündig bleiben wollte..."

 

Viele Texte sind scheinbar spielerisch angeordnet - und letztlich ernst. Etwa die Reflexion des Philosophen Hans-Georg Gadamer: "Das Spielen hat einen eigenen Wesensbezug zum Ernsten. Der Spielende weiß selber, dass das Spiel nur ein Spiel ist und in einer Welt steht, die durch den Ernst der Zwecke bestimmt wird. Nur dann erfüllt Spielen seinen Zweck, wenn der Spielende im Spiel aufgeht. Nur der Ernst beim Spiel lässt das Spiel ganz Spiel sein. Wer das Spiel nicht ernst nimmt, ist ein Spielverderber." 

 

Martin Poltrum: Lebensphilosophische Miniaturen.

Pabst, 120 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-95853-998-3, eBook ISBN 978-3-95853-999-0    
 

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