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Weltwirtschaftskrise: Die Gelassenheit ist bei Wohlhabenden am stärksten

Währungsfonds-Chefin Christina Lagarde sieht das Risiko einer Weltwirtschaftskrise nach dem Muster der 30er Jahre heraufziehen. Währenddessen steigt in Deutschland der Konsumklima-Index auf den Wert 5,6 ("Kaufrausch"), und das Volk unterhält sich empört-amüsiert mit allerlei Klatsch über seinen Präsidenten samt Gattin. Wie das? Dr. Lars Gerhold, Psychologe an der Freien Universität Berlin, hat es in einer empirischen Studie analysiert: Die makrosoziale, komplexe Unsicherheit "verblasst" im Bewusstsein der Menschen weit hinter einer relativ sicheren Situation in Familie, im weiteren Umfeld und im Einkommen.

"Das Kennzeichen makrosozialer Phänomene als nicht direkt kontrollierbar spiegelt sich in den Bewältigungsstrategieen wieder. Man denkt über die Unsicherheit nach und informiert sich darüber mit dem Ziel, auf emotionaler Ebene eine Ausgeglichenheit zu erzeugen." Dabei wird meist eine Neubewertung angestrebt, die dazu tendiert, "dass kein negativer Einfluss auf das eigene Leben spürbar wird." So bewältigt der Mensch nicht das Problem, "sondern verändert seine Einstellung und Einschätzung."

"Beim Vergleich der aktiven und passiven Bewältigung von makrosozialer Unsicherheit zeigt sich, dass Menschen mit höherem Bildungsniveau gelassener, d.h. weniger aktiv mit makrosozialer Unsicherheit umgehen. Menschen mit mittlerer Reife sowie Berufsausbildung und Menschen in einfachen beruflichen Stellungen geben an, vergleichsweise aktiver zu bewältigen als Menschen mit Abitur und Akademiker. Ein Grund hierfür ist, dass besser ausgebildete Menschen auch eine grundsätzlich geringere Verunsicherung empfinden, welche wiederum eines geringeren Bewältigungsaufkommens bedarf."




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