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Verhaltenstherapie durch imaginative Verfahren verstärken: "Dann sprengt sie das Horrorhaus in die Luft ..."

In der Verhaltenstherapie werden imaginative Behandlungsverfahren oft unterschätzt und selten genutzt. Eine Themenausgabe von "Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin" belegt demgegenüber die hohe Wirksamkeit der Verfahren: Einerseits werden Behandlungsfortschritte möglich - und anderseits erleben Therapeuten die Stärkung ihrer eigenen kreativen Ressourcen. Wie bei jeder nachhaltig wirksamen Psychotherapie müssen auch hier Patienten intensiv arbeiten;  sie internalisieren  viele der imaginativen Vorgehensweisen und setzen sie nach der Behandlungsphase bei Bedarf in Eigenregie immer wieder ein - u.U.  bei neuen Erfordernissen in modifizierter Adaption. Die kreative Vielfalt und Nachhaltigkeit machen die Verfahren besonders reizvoll.

Die Technik des imaginativen Überschreibens nimmt im Themenheft einen besonderen Raum ein: Rolf und Silvia Köster geben einen Überblick über die IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy), die insbesondere das Traumageschehen fokussiert und nach der konfrontativen Wiedergabe des Hot Spots eine alternative Geschichte der Täterneutralisierung in den Mittelpunkt stellt. Danach folgt die liebevolle Zuwendung hin zu dem geretteten Kind.

Reinhard Pietrowsky gibt detaillierte Einblicke in die Vorgehensweise des Imaginary Rehearsals, eines ebenfalls überschreibenden imaginativen Verfahrens, das besonders erfolgreich zur Veränderung bei Albträumen eingesetzt werden kann. Gina Kästele beschreibt die Möglichkeit, ausgewählte Bausteine der Katathym-Imaginativen Psychotherapie in der verhaltenstherapeutischen Praxis einzusetzen, um Konflikte zu bearbeiten und Ressourcen zu stärken.

Christine Zens und Laura Seebauer beschreiben die Funktion und Wirkung imaginativer Techniken in der Schematherapie. Clemens Krause schildert imaginative Interventionen in der Verhaltenstherapie von Phobien. Helen Niemeyer, Franziska Füser und Christine Knaevelsrud stellen verschiedene Techniken  des Überschreibens bzw. der Modifikation traumatischer Erfahrungen dar.

Monika Vogelgesang beschreibt in einem Fallbericht ausführlich eine imaginative Behandlung einer Patientin mit Borderline-Persönlichkeitsstörung - und eröffnet damit eine Perspektive für die universelle Anwendbarkeit imaginativer Verfahren in der Verhaltenstherapie. Die multimorbide Patientin war in ihrer Kindheit missbraucht worden. Inzwischen kann sie "sich imaginativ immer mehr liebevoll ihrem inneren Kind und seinen Leidensgenossinnen zuwenden. In einer fantasievollen Rettungsimagination nähert sie sich in einem Fesselballon dem Gebäude, in dem die Kinderprostitution stattgefunden hat, und rettet die dort befindlichen Kinder, indem sie sie zu sich in den Korb nimmt. Sie spendet Trost und bringt die Kleinen zu liebevollen Pflegeeltern. Dann sprengt sie das Horrorhaus in die Luft ..."


Monika Vogelgesang, Reinhard Pietrowsky (Hrsg.): Imaginative Methoden in der Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 1/2019
Pabst Science Publishers
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