Bricht die Patientin/der Patient die Therapie ab, werden SupervisorInnen oft verdeutlichen, "dass es manchmal besser sein kann, eben nicht weiter zu machen, wenn eine chronische Konflikthaftigkeit der Beziehung droht, dem Patienten eher zu schaden als zu nützen. In der Verhaltenstherapie geht es oft darum, dass Patienten sich mit dem stärker aktivierenden und fordernden Angebot nicht anfreunden können und chronisch unzufrieden sind..."
"Bei sogenannten heißen Therapieabbrüchen wird der Supervisor den Supervisanden unterstützen, die Dynamik des Abbruchs zu analysieren. In der Regel handelt es sich bei den Abbrechern um Patienten mit akzentuierten Persönlichkeiten, oft auch mit narzisstischen, antisozialen Borderline-ähnlichen Störungen oder mit massiven Vermeidungstendenzen. Im Sinn einer nachträglichen Fehleranalyse kann der Supervisor den Supervisanden mit einem Hinweis entlasten: 20% bis 30% der psychotherapeutischen Behandlungen werden vorzeitig abgebrochen.
Werden PatientInnen nach einer erfolgreichen Therapie rückfällig, können SupervisorIn und TherapeutIn zu dem Ergebnis kommen, dass zur Stabilisierung eine weitere Behandlung in einer Art Erhaltungsdosis - etwa im vier-Wochen-Rhythmus - indiziert ist. Betroffen sind v.a. PatientInnen, "die wenig soziale Unterstützung haben und die therapeutische Beziehung auch als Halt gebende Institution benötigen".
Damit kann die Supervision "gerade jüngeren KollegInnen vermitteln, dass es eben nicht nur in der Medizin, sondern auch in der Psychotherapie unheilbare Verläufe gibt, die wir versuchen können zu lindern, aber letztlich doch gezwungen sind, hilflos zur Kenntnis zu nehmen ..."
Gerhard Zarbock: Praxisbuch Supervision
Konzepte und Materialien für eine Aufgaben-
und Kompetenzorientierte Supervision (AKOS) von Verhaltenstherapie.
Pabst 504 S, Hardcover mit CD-ROM
ISBN 978-3-95853-170-3. eBook ISBN 978-3-95853-171-0













