NEWSBÜCHERJOURNALESHOP



 

Sie befinden sich hier: NEWS » Aktuelle News Psychologie » News lesen

« zurück

Süchtige Glücksspieler können rationales Entscheiden lernen

Pathologische Glücksspieler sind auf ihren Kick im Spiel fixiert: Es aktiviert jedesmal ihr Belohnungssystem. Sind sie also zwangsläufig außerstande, sich gegen das Spiel zu entscheiden? Dr. Bernd Sobottka kommt in einer neurobiologisch-psychologischen Studie zu einem erfreulichen Ergebnis: Spielsüchtige können durchaus - wenn auch unter Schwierigkeiten -kompetentes Entscheidungsverhalten lernen.

 

"Die Befunde belegen, dass pathologische Glücksspieler grundsätzlich und auch unter spezifischen glücksspielassoziierten Experimentalbedingungen die Fähigkeit besitzen, die Konsequenzen ihres Verhaltens in Entscheidungsprozessen adäquat zu berücksichtigen." Eine Impulskontrolle ist ebenso möglich wie eine Verhaltenshemmung. Vor diesem Hintergrund verspricht eine Therapie durchaus Erfolg: am ehsten dann, wenn Betroffene Verhaltensweisen trainieren, die ihrem Belohnungssystem zugute kommen und damit das Glücksspiel quasi ersetzen.

 

Kein anderes Wirtschaftssegment wächst in Deutschland so stark wie der Glücksspielmarkt. Er setzte allein im legalen Bereich 2002 mehr als 27Milliarden Euro um und stieg 2017 auf über 46Milliarden Euro. Etwa zwei Drittel dieser Beträge liefen durch Geldspielautomaten. Zum noch stärker wachsenden illegalen Glücksspielmarkt - z.B. via online - liegen keine verlässlichen Daten vor. Zur Zahl von süchtigen und problematischen Spielern kamen mehrere Befragungen zu Ergebnissen, die um ein Prozent der Bevölkerung liegen.

 

Literatur

 

Bernd Sobottka: Entscheidungsverhalten bei pathologischen Glücksspielern.
Pabst, 165 Seiten, Paperback ISBN 978-3-89967-367-8

zum Buch im Shop

 

Bernd Sobottka, Holger Feindel (Hrsg.) RAUSCH, Wiener Zeitschrift für Suchttherapie,
1-2016. Themenschwerpunkt: Pathologisches Glücksspiel und pathologischer PC-/Internet-Gebrauch

zur Zeitschrift im Shop




alttext