"Psychoanalytisches Arbeiten hat, nicht nur im Suchtkontext, mit dem Umgang zu tun, den wir für diese Modi finden. Ohne toxikologische Aspekte substanzgebundener Abhängigkeitserkrankungen negieren zu wollen, sind es diese tieferliegenden Modi, die die Suchtdynamik aufrecht erhalten." Daher setzen Psychoanalyse und psychoanalytische Therapie bei den Seinsmodi an.
"In der psychoanalytischen Literatur stößt man immer wieder auf den Gedanken, dass Süchte wenig mit mit Triebhaftigkeit und Lustorientierung zu tun haben, sondern als ein Versuch der Bewältigung eines Ich-Defekts zu verstehen sind. Demzufolge geht es darum, die Lücke im Ich zu schließen. Die Droge werde demnach ´als Ausgleich für einen Defekt in der psychischen Struktur´ herangezogen."
Nikolaus Lehner sieht deutliche Parallelen zwischen Sucht und Zwangserkrankungen: "Bei der Sucht wie beim Zwang finden wir unerträgliche Gefühle, ein verbietendes Über-Ich, realweltliche Konfliktvermeidung, Aggressions- und Unlustvermeidung und entlastende Ritualhandlungen. Darüber hinaus ist sowohl das Sucht- wie das Zwangsverhalten impulsiv und liegt an einer schwer fassbaren Grenze zwischen ich-syntomem und ich-dystonem Handeln."
Maximilian Römer (Hrsg.): Psychoanalyse und Sucht
RAUSCH Wiener Zeitschrift für Suchttherapie 3/4 2025













