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Studieren und dozieren mit weniger Stress und mehr Erfolg

Psychische und somatische Belastungen nehmen für Studierende und Dozierende zu - oft bei sinkender Leistung. Arbeitspsychologen und Lernpsychologen haben ein Wissen erarbeitet, dessen Umsetzung in den Hochschulen weitgehend ignoriert wird. Die zielführende Anwendung des Wissens würde jedoch die Belastungen reduzieren und das Leistungsniveau steigern. Professor Dr. Manfred Mühlfelder fasst in einer aktuellen Monografie die erforderlichen Informationen und Handlungsempfehlungen konkret zusammen: "Studieren macht krank oder Freude."

Beispiel: Für viele Hochschulakteure ist die ungleichmäßige Arbeitsverteilung über das Jahr hinweg der meistgehasste Stressfaktor. Nach dem japanischen Heijunka-Prinzip empfiehlt Mühlfelder eine konsequente Balance, also eine Vermeidung von Leerlauf und Überforderung. Die Anwendung des Prinzips setzt voraus, dass

  • eine klare Trennung zwischen wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Tätigkeiten in Lehre, Forschung und Verwaltung erfolgt,
  • nicht wertschöpfende Tätigkeiten maximal reduziert werden und
  • die wertschöpfenden Tätigkeiten über das Jahr gleichmäßig verteilt sind

Zunächst bedeutet Heijunka allerdings zusätzliche Anforderungen: Differenziertere Bewertung und Planung, mehr Koordinations- und Kommunikationsaufwand; andererseits werden frustrierende Über- und Unterforderung weitgehend vermieden; der Stresslevel sinkt, die Wertschöpfung steigt.
 
Problemorientiertes Lernen ist für Mühlfelder ein Königsweg auf hohem Motivationsniveau. Ausführlich beschreibt er Tutorien zum problemorientierten Lernen. Die wesentlichen sieben Aufgaben sind: Begriffsklärungen, Problemdefinition, Problemanalyse, Ordnung und Vertiefung des Problems, Formulierung effektiver und konkreter Lernziele, Suche nach ergänzenden Informationen durch eigene Recherchen, Synthese der Informationen bei der Problemlösung. "Wesentlich dabei ist, dass die Studierenden selbst anhand der Problemfälle Lernziele und offene Fragen formulieren und diese anhand selbst recherchierter Literatur zu beantworten versuchen. Die Rolle des Tutors ist es, an den richtigen Stellen des Lernprozesses durch geeignete Fragen und Feedbackmethoden zu intervenieren."
 
Vom Tutor erwartet Mühlfelder:

  • selbst als Modell dienen
  • Toleranz, Offenheit, Wertschätzung
  • offen mit Kritik und Fehlbarkeit umgehen
  • angstfreie Atmosphäre kreieren
  • angemessenes Verhältnis von Nähe und Distanz zu Studierenden
  • Humor
  • Beachtung von Pausen und Biorhythmus
  • aktivierende, auflockernde Übungen
  • eigenes Rollenverständnis transparent vermitteln
  • Befindlichkeit von Studierenden bei Evaluationen mit einbeziehen



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