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Schizophrenie: fehlerhafte Medikation und Polypharmazie häufig

Fast die Hälfte der Schizophreniepatienten in einem psychiatrischen Pflegeheim erhalten "klassische" Neuroleptika: eine Medikation mit geringen Kosten und erheblichen Nebenwirkungen. Der Trend zu neueren, weniger belastenden Neuroleptika ist allerdings zu beobachten, teilt Dr. Wolfgang Becker mit.

"Der verstärkte Einsatz von Neuroleptika der zweiten Generation hat allerdings nicht zu einer Abnahme der Verordnung von Anticholinergika geführt." Mehr als ein Drittel der schizophrenen Heimbewohner werden anticholinerg behandelt. "Auch an der durchschnittlich verordneten Tagesdosis von Biperiden hat sich trotz des Einsatzes von neueren Neuroleptika nichts verändert. Die durchschnittliche Tagesdosis mit Werten über 4,0 mg/Tag liegt weiterhin konstant hoch.

Dabei ist zu beachten, dass diese Ergebnisse einen Trend widerspiegeln, der nicht nur bei chronisch schizophrenen und schizoaffektiv erkrankten Heimbewohnern wiederzufinden ist... Es gibt deutliche Hinweise, dass sich schwere psychotische Krankheitsbilder immer häufiger mit Substanzmissbrauch und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen vergesellschaften."

Becker beobachtet zunehmend eine "deutliche Tendenz zur Polypharmazie. Dabei sind im Einzelnen keine speziellen Kombinationsgewohnheiten zu beobachten. Vielmehr bleibt der Eindruck zurück: Alles ist möglich.

Empfohlene Dosierungen und Leitlinien in der Langzeittherapie schizophrener und schizoaffektiver Erkrankungen sind oft eindeutig und theoretisch gut nachvollziehbar. In der Praxis wird hiervon relativ häufig abgewichen."




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