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Schizophrenie: Behandlung in der multiprofessionellen Tagesklinik nur bedingt erfolgreich

In der psychiatrischen Tagesklinik der Medizinischen Hochschule Hannover wurden Schizophrene von einem multiprofessionellen Team behandelt. Nur bei etwa der Hälfte der Patienten mit langen schizophrenen Psychosen waren die Therapieergebnisse günstig; nach kürzeren Psychosen waren die Erfolge noch geringer, berichten Dr. Oliver Rosenthal und Kollegen in ihrem aktuellen Sachbuch "Schizophrenie - Frühintervention und Langzeitbegleitung". Die Erfahrungen in Hannover widersprechen anderen publizierten Studien zum Thema.

Anhand der Analyse der Entlassungsbriefe in Hannover "deutet sich an, dass es bestimmte Untergruppen schizophrener Patienten waren, die vom tagesklinischen Behandlungsangebot nicht profitieren konnten bzw. mit diesem nicht zurecht kamen: Kranke, die entweder ein ängstlich-depressives affektives Zustandsbild, produktiv psychotische Symptome oder Schwierigkeiten in der sozialen Kontaktaufnahme hatten. Die tendenziell kürzere Behandlungsdauer" und vielseitige Behandlungs- wie Beschäftigungsformen haben diese Patienten offensichtlich überfordert. 

"So mag insbesondere der gruppentherapeutische Schwerpunkt bei einer heterogenen Gruppe gerade für Patienten, die noch unter einer produktiven Symptomatik leiden oder im Rahmen eines ängstlich-depressiven Zustandsbilds (zusätzlich) verunsichert sind, eine Überstimulation darstellen", urteilen Rosenthal und Kollegen.

"Gerade auch bei schizophrenen Patienten mit noch produktiver Symptomatik ist häufig eine Ambivalenz gegenüber der tagesklinischen Behandlung aufgrund eingeschränkter Krankheitseinsicht zu konstatieren, die sich z.B. in einem unzuverlässigen Erscheinen in der Tagesklinik oder in der Ablehnung der Medikation bzw. in schlechter Compliance äußert."




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