Ricarda Scheiner und Claudia Bausewein fokussieren in ihrem Beitrag "Palliativpsychologie" Interventionen am Lebensende und empfehlen TherapeutInnen "eine nicht-wertende, kultursensible, ganzheitliche, integrative innere Ausrichtung, um in jeder Begegnung den größtmöglichen Raum für Individualität und Diversität zu schaffen. Im Verhalten wird eine solche Haltung daran sichtbar, dass PsychologInnen PatientInnen und ihren An- und Zugehörigen fragend, nichtwissend mit interessierter Neugier begegnen; Betroffene als ExpertInnen für ihre Wünsche, Bedürfnisse, Nöte und Bewältigungsstrategien anerkennen; ergebnisoffen Räume öffnen, in denen alles sein darf, jedoch nichts sein muss.
Damit sich Menschen in dieser besonderen Lebenslage öffnen und anvertrauen können, muss für sie spürbar werden, dass es diesen sicheren Raum gibt, in dem Angst, Wut, Scham, Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, Ohnmacht, Demoralisation, Verbitterung, Neid, Ärger, Hoffnungslosigkeit, aber auch Hoffnung, Freude, Humor und Trost Platz haben - und den man ergebnisoffen betreten und wieder verlassen darf.
Und manchmal benötigen PsychologInnen auch therapeutische Demut: das Anerkennen dessen, dass sich manches Leiden - zumindest aus professioneller Perspektive - nicht lindern lässt. Die Einsicht, dass Menschen sich jederzeit dafür entscheiden dürfen, keine Hilfe anzunehmen. Dann ist es möglicherweise dieser letzte Akt der Entscheidungsfähigkeit, der dem Menschen ein Gefühl von Autonomie zurückgibt und Kontrollerleben ermöglicht..."














