Ehrlichkeit überzeugt: Herr N. in der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung zu der Frage, warum er zum Einkaufen gefahren sei, obwohl er noch vom Vorabend 1,86 Promille im Blut hatte. "Ja, unser Dackel fährt leidenschaftlich gern Auto. Er hat richtig gedrängelt ..."
Retter am Steuer: Herr D. genehmigt sich mit Kumpels einiges, da gongt das Handy, und D´s Süße begehrt ebenso schrill wie dringendst männliche Hilfe. Ohne Zögern rast D. mit Kavaliersstart los - schnurstracks den Schergen der Obrigkeit entgegen.
Pflicht ist Pflicht: Ein Postbote fällt mit 2.2 Promille von seinem Dienstrad. Offensichtlich wusste seine Kundschaft, dass er gerne mal "´n Lütten zur Brust nahm". So häuften sich die Anlässe, dem braven Beamten den einen oder anderen einzuschenken. Er selbst deklariert die Alkoholaufnahme als Pflege des Kundenkontakts, d.h. als Pflichtbewusstsein eines Postbediensteten.
Anpassung mit Freud´scher Fehlleistung: Ein Geschwindigkeitsüberschreiter, erfolgreicher Unternehmer, unterbreitet der Bußgeldstelle eine triftige Erklärung. "Der Vorfall ist mir unbewusst. So wie ich mich erinnern kann, habe ich mir den Verkehr angepasst."
Angelika Schildmeier knüpft an eine alte und intensiv reflektierte Tradition an, Geschichten in der Psychotherapie und Erziehung gezielt einzusetzen. Die Autorin zitiert Nossrat Peseschkian: "Mir wurde deutlich, dass Geschichten sehr viel mit Medikamenten zu tun haben. Zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Form angewandt, kann eine Geschichte zum Angelpunkt des therapeutischen Bemühens werden und die Einstellungs- und Verhaltensänderungen einleiten. Falsch dosiert aber, mit einem unechten, moralisierenden Zungenschlag kann ihre Anwendung jedoch gefährlich werden."
Vase und Bier – Geschichten erzählen in der psycho-edukativen Arbeit mit Erwachsenen am Beispiel der Verkehrspsychologie
Schildmeier, A.















