"Das Ziel der meisten Menschen dürfte ein gutes, gelingendes Leben sein. Den Weg dorthin in Materialismus und entgrenztem Konsum zu suchen, war insbesondere seit den 50er Jahren ein vorherrschendes Ideal und das gängige Narrativ - mit langfristigen ökologischen Nebenwirkungen und einem Verlust an Zukunft. Nachhaltiges Leben schließt solche kurfristigen, die Umwelt übernutzenden Scheinlösungen aus. Ein Merkmal der Vision einer Postwachstumsgesellschaft ist es, den Fokus vom rein Materiellen weg hin zu sozialen Beziehungen, Gesundheit, Lernen und innerem Wachstum zu richten. Gestützt wird das durch den Befund, dass Gemeinschaft - nicht Geld - die größte Glücksquelle ist.
Lebenszufriedenheit ist ein überdauernder Affekt, der etwa durch soziale Einbettung oder durch Erreichen der eigenen Ziele hervorgerufen werden kann, psychologische Befunde stützen das: Studien finden, dass sich eine starke Orientierung an materialistischen Werten - von Unsicherheitsgefühlen oder Rollenmodellen gefördert - in toxischer Weise gegen die Person wenden kann. Denn die subjektive Zufriedenheit nimmt dann ab, wenn für das Wohlbefinden zentrale soziale und gemeinschaftliche Erfahrungen schwinden. Eine starke materialistische Orientierung geht einher mit höherem Konsum, mehr Schulden, einer geringeren Qualität sozialer Beziehungen, einer schlechteren Gesundheit und vermehrt umweltschädlichem Verhalten...
Entsprechend legen erfolgreiche psychologische Interventionen den Fokus auf die Stärkung intrinsischer und transzendenter Ziele sowie auf die Steigerung des Gefühls innerer Stärke und Sicherheit. Zudem verringern sie den Einfluss materialistischer Signale aus der sozialen Umgebung. All das senkt den Einfluss sozialer Vergleichsprozesse auf der Dimension des Habens und stärkt innere Quellen der Zufriedenheit. Persönliche Ressourcen geben Menschen Spielraum bei der Bewältigung neuartiger oder kritischer Situationen ..."













