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Psychologie, aber nicht das Bruttosozialprodukt kann zur Lebenszufriedenheit beitragen

Politik hat u.a. die Aufgabe, das Wohlbefinden der Bürger zu steigern. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts nutzt der Lebenszufriedenheit nicht. In der ehemaligen DDR steigt, in den alten Bundesländern sinkt sie; das heißt: Die Niveaus an Lebenszufriedenheit in Ost und West gleichen sich an, berichtet Professor Dr. Erich H. Witte, Sozialpsychologe an der Universität Hamburg.

Für die Lebenszufriedenheit geben den Ausschlag:

91% körperliches Wohlbefinden, Gesundheit
73% finanzielle Sicherheit
73% gute Freunde
71% glückliche Ehe, Partnerschaft
68% freie Meinungsäußerung
58% schönes Haus, schöne Wohnung
57% erfülltes Familienleben
51% in der Natur sein, draußen sein
51% Freiheit, selbstbestimmtes Leben

Witte diskutiert in einer Studie, wie das Steuerungsziel der Politik für das Wohlbefinden der Bevölkerung definiert werden könnte: Er schlägt eine Formel vor, die aus dem Produkt von durchschnittlicher Zufriedenheit und durchschnittlicher Lebenserwartung besteht. Da beide Komponenten wiederum multifaktoriell sind, fordert er seine sozialpsychologische Zunft heraus, Details und Lösungsmöglichkeiten empirisch zu untersuchen.

"Gerade bei der Verfolgung des Ziels, den Menschen zu Zufriedenheit und langer Lebenserwartung zu verhelfen, hätte die Psychologie interessante Theorien und Methoden zu bieten, um in der Gesellschaft auf psychologischem Niveau Veränderungen auszulösen." Witte fordert, Sozialpsychologen sollten "die komplexe Lebenswelt wieder thematisieren, um theoretische Grundlagen für die Aufgaben beim Socio-Improvement zu erarbeiten ..."

Literatur:
Sozialpsychologie, Psychotherapie und Gesundheit
Witte, Erich H.; Petersen, Sibylle (Hrsg.)




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