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Politikerinnen können gewinnen, wenn sie dominant emotional auftreten

Politische Psychologie: Wie sollen Politikerinnen auftreten? Feminin, sensibel, herzlich? Oder dominant, selbstbewusst, fast männlich? Dr. Anna-Maria Renner (Universität Koblenz-Landau) stellte in einem Experiment fest: Politikerinnen können am ehsten von einem "maskulinen" Kommunikationsstil profitieren und werden in ihrer Führungskompetenz besser bewertet.  Die Politikwissenschaftlerin berichtet über ihre Studie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Politische Psychologie".

Bisher wurde angenommen, Politikerinnen sollten möglichst keine Gefühle zeigen: Emotionen der sozialen Wärme würden als Führungsschwäche gedeutet, und dominante Emotionen wie Ärger und Stolz würden nicht dem Stereotyp einer Frau entsprechen; das heißt: Mit dem Zeigen von Emotionen könne eine Politikerin beim Publikum nur verlieren. Die Studie von Anna-Maria Renner mit fast 1500 Probanden widerlegt diese Annahme und macht deutlich: Zeigt sich die Politikerin dominant emotional, u.U. auch wütend, wird sie bei der Mehrheit als stark und kompetent wahrgenommen.

In einer vergleichbaren Studie hatte Dr. Dagmar Riehle Probanden Portraitfotos gezeigt und gefragt, welcher abgebildeten Person sie am ehsten eine berufliche Karriere zutrauen. Das Ergebnis war eindeutig: Männer und Frauen mit maskulinen Zügen galten als beruflich erfolgreich; Männer und Frauen mit eher femininen Zügen wirkten häufig sympathischer, aber bei der Karriere chancenlos ...


Anna-Maria Renner: Sollten Politikerinnen vermeiden, emotional aufzutreten?
In: Politische Psychologie 1/2019, S. 112-132
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Dagmar Riehle: Personalbeurteilung vor dem Hintergrund sozialer Kategorisierungsprozesse
Pabst 1995, 203 Seiten. ISBN 978-3-931660-35-2
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