Für Hildegard Brand gibt therapeutisch den Ausschlag:
- ein realistisches Bewusstsein für die eigenen Möglichkeiten fördern
- selbstbehauptende, aber kooperative Formen der eigenen Darstellung und Auseinandersetzung entwickeln
- aktive Formen der Auseinandersetzung mit Anforderungen finden
- den Eltern dabei helfen, ihr Kind, seine Möglichkeiten und Grenzen realistisch zu sehen
"Für die bei uns behandelten Kinder und Jugendlichen war nach teilweise jahrelang vorausgegangenen Einzeltherapien die Therapiegruppe eine Erfahrung, die Veränderungen leichter machte. Eine Unterbrechung eingefahrener Einstellungen und Reaktionsweisen wurde möglich - den Kindern und Jugendlichen ebenso wie den Eltern.
Schweigen wurde neu definiert; nicht sprechen war wichtig, sondern mitteilen, und das gelingt auch zunächst ohne Worte. Die kleinen und großen Schweiger geraten zunehmend in eine Rolle mit eigener Verantwortlichkeit. Die Eltern können Verantwortung abgeben und haben die Möglichkeit, ihr Kind ´von außen´ zu betrachten. Neu ist auch für viele Schweiger, dass sie - abgesehen von der Möglichkeit, sich ohne Worte mitzuteilen - keine Sonderkonditionen in der Gruppe haben."
Als Vorteile der Gruppentherapie stellt sich heraus:
- Die Peer-Gruppe mit ähnlicher Symptomatik erzeugt ein ´Wir-Gefühl´
- keine Sonderstellung im Umfeld
- Angstminderung
- Peers dienen als Modelle, so dass spontane Verhaltensänderungen möglich werden
- Soziales und kommunikatives Lernen ist in ungezwungenen Situationen möglich
- Übernahme neuer Rollen kann zunächst geprobt werden
- Rückmeldungen der Peers ermöglicht ein verändertes Selbstbild
Mutismus
schweigende Kinder und Jugendliche im Gespräch. Erfahrungen mit Gruppen
Brand, H.