Amokläufer "rächen sich im Vergeltungsschlag für erlebte Missachtung, Ablehnung und ihr Erleben, ein ´Nichts´ zu sein: Jahrelang hat sich ein Erleben von Stillstand, Überflüssigsein verfestigt, so dass durch eingelagerte narzisstische Kränkung, erlebte Verständnislosigkeit und Kaltherzigkeit der Mitmenschen ein Berechtigungserleben für Rache entfacht worden ist." Betroffene haben sich zurückgezogen in eine online-Welt voller Größenphantasien und Gewalttaten. "Die Amokläufer von Littleton, Erfurt, Emsdetten und Winnenden begingen letztlich eine Tat von Beziehungsgewalt in einer für sie beziehungslosen Welt: Erst durch die Tat stellten sie die Beziehung final her.
Amokläufer schließen immer die Selbstvernichtung in ihre Tat mit ein; niemals würden sie es ertragen, hierfür im Nachhinein einen Preis der Demütigung und Kränkung durch die Schmach der Inhaftierung und Verurteilung zu bezahlen..."
In der Bearbeitung und Prävention von Schulmobbing sind LehrerInnen spannungsreichen, oft unklaren Anforderungen ausgesetzt: "Begegnet ihnen ein verzweifelter, zurückgewiesener, letztlich resigniert-wütender Perfektionist, der mit Akribie das tödliche Finale plant? Oder doch der hochbegabte, supersensible Psychopath, der sich hinter einer perfekten Maske der Harmlosigkeit über die anderen Menschen konsequent hinwegsetzt? Wie auch immer: Radikales Einbinden, wirklich authentischer Dialog - dies sind die aktiven sozialen Verhaltensweisen eines emanzipierten Bedrohungsmanagements. Bestrafung radikalisiert - einbeziehen entwaffnet."
Michael Heilemann: Amokgefahr - Respekttraining in der Schularena.
Pabst, ISBN 978-3-89967-591-7













