"Die Teilnahme an dem Behandlungsprogramm soll die Reflexion über den eigenen Substanzkonsum auffangen und weiter anregen, um im weiteren Verlauf die Veränderungsmotivation zu stärken. Als grundlegender Unterschied zu extramuralen Angeboten etabliert sich die Beschäftigung mit dem Erkennen der Kausalität zwischen Straffälligkeit und Substanzkonsum. Es sollen Strategien entwickelt werden, um nicht mehr in dasselbe Verhalten wie vor der Inhaftierung zu fallen." Das Abgrenzungsvermögen wird in der Haft erprobt; besprochen werden v.a. alternative Handlungsstrategien zum Konsum und Skills im Haftkontext.
"Hierbei scheint das eigene Verständnis für das Suchtmittelverhalten vor der Inhaftierung eine erhebliche Rolle zu spielen. Spricht man von Abhängigkeit oder liegt ein Substanzmissbrauch vor? Oft adaptieren Inhaftierte die Feststellungen, die in ihren Vollzugsplänen festgehalten worden sind. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass sich die Justizvollzugsanstalten beim Erstellen der Vollzugspläne nur in wenigen Fällen auf forensisch-psychiatrische Begutachtungen beziehen können." Entsprechend setzen sich oft relevante Fehleinschätzungen im Vollzugspersonal und ähnlich bei Häftlingen durch; eine fachgerechte Diagnostik ist daher zu Beginn der Therapie indiziert.
Jil Reinardt: Einfach au:sbrechen.
Ein Gruppenbehandlungskonzept für Inhaftierte mit Substanzgebrauchsstörungen.
Pabst Publishers, 150 Seiten, Paperback ISBN 978-3-95853-937-2, eBook ISBN 978-3-95853-938-9













