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Kunsttherapie: Flüchtlingskinder "bauen" für sich ein Haus als sicheren Ort

Hausmotive, Mädchen, 8 und 9 Jahre. Pappe bemalt mit Gouachefarbe und Stoff (Photo: Silke Werner)

Traumatisierte Kinder in zwei Flüchtlingsunterkünften in Freiburg (Br.) erhalten regelmäßig Kunsttherapie. Die Mitarbeiterinnen des DRK-Projekts berichten und analysieren ihre Aufgaben ausführlich in der Fachzeitschrift "Musik,- Tanz & Kunsttherapie". Exemplarische Falldarstellungen von Gestaltungs- und psychodynamischen Prozessen geben Hinweise auf unbewusste Formen der Verarbeitung belastender Lebenserfahrungen.

Ziel des kunsttherapeutischen Angebots ist es, Kinder zu ermutigen, ihre Möglichkeiten zu erweitern und auszuschöpfen, zu experimentieren und Neues im Alltag auszuprobieren. Um die Selbstwirksamkeit zu steigern, werden die Kreativität der Kinder, der kreative Prozess, das kreative Produkt und das kreative Umfeld gefördert. Beziehungsaufbau ist gleichzeitig elementar.

Das Motiv "Haus" steht für viele Kinder im Vordergrund: Teilweise jahrelang unter freiem Himmel unterwegs, in einer Zeltstadt untergebracht oder in einem Container eingepfercht, träumen alle von einem Haus. Zunächst wird es nur gemalt - und dann muss es gebastelt werden, mit Karton, Kleber und reichlich Farbe. Schließlich entsteht ein Haus, in das das Kind hineinkriechen und einen Raum ganz für sich allein beanspruchen kann. Die Gestaltung solcher selbst inszenierter Orte wird zu einer Art mentalem Schutzraum im ungeschützten Container-Alltag.

"Für Kinder mit Fluchterfahrungen, weiterhin unter eingeschränkten Wohn- und Lebensverhältnissen, ist ein selbstwirksames Handeln wichtig und kann mit einer ästhetisch- gestalterischen Transformation einen Selbstfindungs- und Empowerment-Prozess unterstützen", formulieren die Therapeutinnen. Sie beobachten in ihrer Arbeit eine Förderung der Kreativität, der Sprachentwicklung und der sozialen Kompetenz; und nicht zuletzt lassen sich einige Konflikte entschärfen ...

Atossa Beheschi Gohar et. al.: "Keep Together" - Ein Projekt mit Flüchtlingen. In: Musik,- Tanz & Kunsttherapie 2/2022, S. 163 ff




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