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Krisen erleben: Seelsorge kann Sprachhilfen für Emotionen geben

"Gefühle sind Lebensenergien. Wenn sie unterdrückt werden, sind wir von unserer Energie abgeschnitten. Wenn wir mit unseren Gefühlen in Kontakt sind, ist das nicht immer angenehm, aber dann sind wir lebendig in der Beziehung zu uns selbst und zu anderen. So ermutigt Seelsorge zur Wahrnehmung und zum Ausdruck von Gefühlen", schreibt Klinik-Pastor Werner Posner (Bochum) in einem von ihm herausgegebenen interdisziplinären Handbuch.

"Manche Menschen erleben dabei die Psalmen der Bibel als Sprachhilfe - z.B. für die Angst: ´Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; die Flut will mich ersäufen.´

Manche trauen sich nicht, Wut oder Rachewünsche auszusprechen, obwohl diese in ihnen gären. Da kann es befreiend sein, in einem Psalm zu lesen: ´Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen ... Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie.´

Das depressive Erleben ist oft nur schwer in Worte zu fassen. Da mag sich mancher in den Worten aufgehoben wissen: ´Ich gehe krumm und sehr gebückt, den ganzen Tag gehe ich traurig einher ... Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen, ich schreie vor Unruhe meines Herzens...´

Seelsorge ermutigt auch dazu, mit Gott zu hadern und das Leiden an Gott selbst auszusprechen: ´Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?´

Wo all dies ausgedrückt werden kann, wächst neue Zuversicht: ´Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln ...´"

Werner Posner hält "es für eine besondere ´Kunst´, mit einem Gottesdienst, einer Andacht, z.B. im Esszimmer einer Krankenstation, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen sich geborgen fühlen und Zuversicht gewinnen ..."




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