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Krebs: Patienten machen sich oft Sorgen um ihre Familien

Krebs: Wie bewältigen Patienten mit Leukämie ihre Krankheit und ihre Behandlung? Was hilft Betroffenen, trotz Krebs ihre Lebenskraft aufrecht zu erhalten? Die Bewältigungsstrategien von Frauen sind tendenziell etwas emotionaler, unterscheiden sich jedoch wenig von den Emotionen der Männer, beobachteten Dres. Viktoria Heine und Jörg Frommer (Magdeburg) in einer Studie.

"Die Familie ist für den Patienten während der gesamten Therapie nicht nur wichtige Stütze, sie stellt zugleich auch einen Bezugspunkt zur Außenwelt dar, also einen Teil der Normalität. Doch nicht nur die Familie sorgt und kümmert sich liebevoll um den Erkrankten. Auch der Patient selbst ist um das Wohl seiner Familie besorgt. So stellt sich der Patient die Fragen, wie die Familie ohne ihn ihren Alltag gestaltet und wie die Familienmitglieder unter der Abwesenheit des Krebs-Kranken leiden. Besonders, wenn die Existenz der Familie auf der Gesundheit des Patienten gründet..."
 
Vor allem Frauen achten bei Krebs besonders intensiv auf die Ernährung. "Nahrungsmittel stellen eine Möglichkeit für Patienten dar, sich einen eigenen Handlungsspielraum zu definieren. Als Erkrankte sind sie dem Handeln der Ärzte quasi hilflos ausgeliefert und müssen auf deren Kompetenz vertrauen. Der Genuss der jeweiligen Lebensmittel bietet den Patienten nicht nur das Gefühl, sich selber etwas Gutes zu tun, sondern auch ihren eigenen Beitrag zur Genesung leisten zu können. Damit haben sie neben den Ärzten einen Einfluss auf den Genesungsprozess."
 
Bei Leukämie ist v.a. die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Therapiezyklus als kritische Phase zu sehen. "Aufgrund der starken Nebenwirkungen, dem Gefühl der Hilflosigkeit und der fehlenden Kraft zum Kämpfen erzählen einige Betroffene von ihrem Todeswunsch zu dieser Zeit." Frauen möchten am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen, Männer berichten häufiger über konkrete Suizidphantasien.

Literatur zum Thema:
Qualitative Forschungsansätze und Ergebnisse in der psychosomatischen Frauenheilkunde
Neises, M.; Weidner, K. (Hrsg.)




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