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Kognitiver Leistungstest soll Unternehmen die Auswahl geeigneter Azubis erleichtern

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Wissensmedien haben zusammen mit Unternehmensberatern der INFO GmbH - Institut für Organisationen ein neues Testverfahren entwickelt, welches das physikalisch-technische Verständnis (PTV) bei Jugendlichen erfasst. Der neue Leistungstest soll Unternehmen bei der Auswahl von Auszubildenden in technisch-gewerblichen Berufsbildern unterstützen und deren berufliche Eignung feststellen.

Durch die fortschreitende Computerisierung und Technisierung haben sich gewerblich-technische Berufe in den letzten Jahren stark verändert. Der Übergang vom KFZ-Mechaniker zum Mechatroniker ist nur ein Beispiel. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach Arbeitskräften mit einem Qualifikationsprofil in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) weiter zu. Somit gewinnen Einstellungsverfahren an Bedeutung, die spezifische Fähigkeiten der Auszubildenden in diesen Bereichen erheben. Bisherige Verfahren im Bereich des technisch-physikalischen Verständnisses sind meist schon über 20 Jahre alt und konzentrieren sich inhaltlich vor allem auf die Messung von mechanisch-technischem Verständnis. Neue Anforderungen an die Ausbildungsberufe von morgen werden dabei nicht berücksichtigt. Jetzt hat ein Projektteam unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Korbinian Möller vom Leibniz-Institut für Wissensmedien in Zusammenarbeit mit Unternehmensberatern um Dipl.-Psych. Wolfgang Kring von der INFO GmbH - Institut für Organisationen ein neues Testverfahren entwickelt. Dessen Inhalte wurden basierend auf einer Analyse der Anforderungen in den wichtigsten gewerblich-technischen Berufen den aktuellen Veränderungen dieser Berufsbilder angepasst. Als deutschlandweit einzigartige Erweiterung zu bisherigen Verfahren enthält das Testverfahren PTV Aufgaben zu den Bereichen physikalisches, technisches, chemisches und elektrisches Verständnis.

Im Rahmen der Entwicklung und Normierung des Verfahrens wurden Daten von circa 450 Schülerinnen und Schülern der 9. bis 11. Klasse an verschiedenen Realschulen und Gymnasien in Baden-Württemberg erhoben. Wie in bisherigen Untersuchungen zum physikalisch-technischen Verständnis lagen auch im vorliegenden Verfahren die Durchschnittsleistungen der Jungen über denen der Mädchen. Und dies bei gleichem allgemeinen kognitiven Leistungsniveau. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein mittlerer Zusammenhang zwischen den Schulnoten in naturwissenschaftlichen Fächern und dem erreichten Testwert besteht. Je besser die Note in diesen Bereichen, desto besser war der erreichte Testwert. Dagegen stehen die Noten in sprachlichen Fächern in keinem Zusammenhang mit dem Testergebnis. Diese Hinweise auf sowohl konvergente als auch divergente Validität deuten darauf hin, dass das physikalisch-technische Verständnis ein eigenständiges und abgrenzbar messbares Konstrukt darstellt, das über Schulnoten und Intelligenztest hinaus eine besser an den späteren Ausbildungsinhalten orientierte Auswahl von Auszubildenden erlaubt.

Literatur zum Thema:
Handlungskompetenz für Auszubildende
Stäudel, Thea




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