"Generationengerechte Erziehung zeigt sich besonders deutlich im gelebten Vorbild der Erwachsenen. Kinder und Jugendliche beobachten genau, wie mit Medien umgegangen wird: ob Nachrichten geprüft oder vorschnell weitergeleitet werden, ob Konflikte respektvoll ausgetragen werden oder in öffentlicher Empörung eskalieren, ob Erreichbarkeit selbstverständlich wird oder bewusst begrenzt bleibt. Auf diese Weise entstehen implizite Maßstäbe für Aufmerksamkeit, Kommunikation und Verantwortung. Medienerziehung bedeutet deshalb auch, dass Erwachsene ihr eigenes Verhalten reflektieren und sichtbar machen, wie verantwortlicher Umgang mit digitalen Räumen aussehen kann.
Gleichzeitig eröffnet die Zusammenarbeit zwischen den Generationen neue Lernmöglichkeiten. Jugendliche bringen oft eine große Selbstverständlichkeit im Umgang mit digitalen Anwendungen mit. Sie wissen, wie Plattformen praktisch funktionieren, wie Trends entstehen oder wie Kommunikation in ihren sozialen Räumen organisiert ist. Erwachsene hingegen verfügen über Erfahrung langfristiger Orientierung, in der Bewertung von Risiken und in der Einordnung gesellschaftlicher Zusammenhänge. Werden diese unterschiedlichen Kompetenzen zusammengeführt, entsteht ein gemeinsamer Lernprozess ..."
Der Reader "Generationengerechtigkeit" wurde von Prof. Dr. Helmwart Hierdeis im Auftrag der Interdisziplinären Studiengesellschaft (ISG) herausgegeben und umfasst Beiträge zu psychologischen, ökonomischen, ökologischen, soziologischen, historischen Aspekten des Themas - mit aktuell hoher Brisanz.

















