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Eros und Krieg, Erotomanie und Bellizismus: Das Eigene und das Fremde?

Erotoman - in pathologischem Ausmaß - begehrte der österreichisch-ungarische Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf die verheiratete Gina von Reininghaus. "Erfolg im Krieg suchte er, um die Angebetete für sich zu gewinnen." Er trat jahrelang vehement für einen Angriffskrieg gegen Serbien ein. 1914, nach dem Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger, war die ersehnte Gelegenheit gekommen.

 

Der Psychiater Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber zeichnet die Ereignisse nach und entwirft eine Pathographie des k.u.k. Feldmarschalls.

"Nach heutigen Kriterien muss bei Hötzendorf eine Zyklothymie diagnostiziert werden. Im Vordergund steht aber der alles beherrschende Narzissmus: Das grandiose Gefühl der eigenen Wichtigkeit führt zur Egozentrik und zu einem anhaltenden Wunsch nach Bewunderung sowohl in der Öffentlichkeit als auch - ganz besonders - im privatesten Bereich. Ein Zeichen besonderer Malignität ist, dass Hötzendorf den Krieg nicht nur braucht, um seine Grandiosität zu beweisen, sondern - vor allem - um sein erotomanes Begehren zu befriedigen. Seine vollkommen fehlende Empathie für das Leid und die Not der ihm unterstellten acht Millionen Soldaten sprechen für eine maligne Ausprägung des Narzissmus."

Der Psychiater kommt zum Schluss, "dass Conrads Verdrängung der Realität zu Fehleinschätzung und zu gravierenden strategischen Irrtümern führte. Die psychische Verfassung, ja seine schwerwiegende Psychopathologie, beeinflusste den Kriegseintritt Österrreich-Ungarns und prägte den Verlauf des verheerenden Völkermordes."

Die Studie erschien in dem psychiatrisch-psychologischen Essay-Band "Das Eigene und das Fremde" - mit deutlichem Bezug zum aktuellen Weltgeschehen.

 

Daniel Sollberger, Erik Boehlke, Ulrich Kobbe (Hrsg.) Das Eigene und das Fremde.

Pabst, 308 Seiten, Paperback ISBN 978-3-95853-358-5, eBook ISBN 978-3-95853-359-2

 

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