Westhoff belegt, dass unstrukturierte Interviews den flexibel strukturierten Gesprächsformen klar unterlegen sind: In unstrukturierten Interviews spricht der Interviewer häufig zuviel und erhält dadurch zu wenige Informationen; und emotionale Urteilskomponenten spielen eine größere Rolle, können also das Urteil stärker verfälschen.
International sind drei strukturierte Gesprächstypen gängig:
- das situative Interview
- das verhaltensbeschreibende Interview
- das multimodale Interview
Westhoff und Kollegen halten sich nicht an die Einschränkungen dieser Techniken, sondern "nutzen alle Ansätze, die sich empirisch als nützlich erwiesen haben. Das Ergebnis ist eine vielseitig anwendbare Technologie, die bei allen psychologisch-diagnostischen Fragestellungen nutzbar ist.
Die Besonderheit dieses entscheidungsorientierten Gesprächs (EOG) liegt in der Möglichkeit zur systematischen Erhebung und Auswertung qualitativer Informationen (Tiefeninterview). Dazu soll der Interviewte sein konkretes Verhalten und Erleben so beschreiben, dass der Interviewer es sich vorstellen kann, als ob er es in einem Film sähe ..."
Das Buch der Arbeitsgruppe Westhoff konkretisiert die meisten Beispiele zwar mit Blick auf Bewerber-Auswahl und mündliche Prüfungen. Doch auch Psychotherapeuten und Forensiker profitieren von dem vorgestellten Interview-"Werkzeugkasten". Die Coautorin Prof. Dr. Marie-Luise Kluck erzielt mit ihren forensischen Gutachten eine überdurchschnittlich hohe Vorhersagegüte.
Das Entscheidungsorientierte Gespräch (EOG) als Eignungsinterview
Westhoff, Karl (Hrsg.)














