"Die aktuelle Diskussion läuft in der Praxis auf eine Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen und ihre Überwachung hinaus. Im fachlichen Diskurs zeigt sich dies in der mehr oder weniger einseitigen Fokussierung auf die Identifizierung von Risikofaktoren und ihre Ermittlung. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, wenn gleichzeitig deutlich gemacht würde, dass auf diesem Weg nur Aussagen auf der Ebene von Fremddeutungen möglich sind."
Demgegenüber fordern die Autoren, "die Selbstdeutungen der Familienmitglieder zu eruieren, die Betroffenen soweit als möglich einzubeziehen und nach Möglichkeit keine obrigkeitsstaatlichen Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu treffen. Nur in jeweils konkret zu begründenden Ausnahmefällen - wenn durch die Betroffenenbeteiligung das Kindeswohl gefährdet würde - können die Angehörigen von der Mitwirkung ausgeschlossen werden."
Erfassung von Kindeswohlgefährdung in Theorie und Praxis
Körner, Wilhelm; Deegener, Günther (Hrsg.)















