"In der Psychoanalyse geht es bei der Traumarbeit vorrangig darum, den Traum zu deuten, um dadurch aus dem manifesten Trauminhalt auf den angenommenen latenten Trauminhalt zu schließen, der für die weitere psychoanalytische Arbeit von Bedeutung ist," formuliert Pietrowsky.
"In der Kognitiven Verhaltenstherapie geht es bei der Arbeit mit Träumen primär darum, einen Bezug zwischen den Träumen und den pathologisierenden Faktoren des Wachlebens herzustellen, um dann auf diese therapeutisch einwirken zu können. Die Interpretation des Traumes ist stärker mit der Lebenssituation der PatientInnen verwoben, wird weniger symbolisch verstanden und idealerweise für konkrete Problemlösungen der Lebenssituation genutzt. Es geht bei der verhaltenstherapeutischen Interpretation eines Traumes weniger um die Klärungsperspektive (Wer bin ich? Warum träume ich diesen Traum?) als um die Problemaktualisierung (was hat dieser Traum mit meinem gegenwärtigen Leben zu tun?) - und um die Problembewältigung."
Mehrere Autoren bieten konkrete Anregungen zur Praxis der Traumarbeit in der Einzel- und Gruppentherapie - immer mit den Fragestellungen: Wie ist das Grundmuster des Traums? Gibt es ein analoges Muster in meinem Wachleben? Welches Bedürfnis zeigt der Traum? Gibt es etwas Konkretes, das ich in meinem Wachleben tun sollte?
In der Kognitiven Verhaltenstherapie wurden zwar vereinzelte Ansätze zur Traumarbeit entwickelt; doch im klinischen Alltag herrscht eher Zurückhaltung. Pietrowsky sieht darin ein ungenutztes, wertvolles Potential.













