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Arbeit mit Träumen in der Psychotherapie: ein häufig ungenutztes Potential

Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 2024-3 Themenheft: Arbeit mit Träumen in der Psychotherapie

Träume sind oft heilsam, für die Psychotherapie bieten sie große Potentiale. Mit einer eingehenden Besprechung der Träume kann sich auch die therapeutische Beziehung wesentlich intensivieren, beobachtete Professor Dr. Reinhard Pietrowsky. Zur "Arbeit mit Träumen in der Psychotherapie" gab er ein Special der Fachzeitschrift ´Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin´ heraus; vorgestellt werden die unterschiedlichen, aber kompatiblen Konzepte und Praxen der Psychoanalyse, der Kognitiven Verhaltenstherapie, der Gestalttherapie u.a.

"In der Psychoanalyse geht es bei der Traumarbeit vorrangig darum, den Traum zu deuten, um dadurch aus dem manifesten Trauminhalt auf den angenommenen latenten Trauminhalt zu schließen, der für die weitere psychoanalytische Arbeit von Bedeutung ist," formuliert Pietrowsky. 

"In der Kognitiven Verhaltenstherapie geht es bei der Arbeit mit Träumen primär darum, einen Bezug zwischen den Träumen und den pathologisierenden Faktoren des Wachlebens herzustellen, um dann auf diese therapeutisch einwirken zu können. Die Interpretation des Traumes ist stärker mit der Lebenssituation der PatientInnen verwoben, wird weniger symbolisch verstanden und idealerweise für konkrete Problemlösungen der Lebenssituation genutzt. Es geht bei der verhaltenstherapeutischen Interpretation eines Traumes weniger um die Klärungsperspektive (Wer bin ich? Warum träume ich diesen Traum?) als um die Problemaktualisierung (was hat dieser Traum mit meinem gegenwärtigen Leben zu tun?) - und um die Problembewältigung."

Mehrere Autoren bieten konkrete Anregungen zur Praxis der Traumarbeit in der Einzel- und Gruppentherapie - immer mit den Fragestellungen: Wie ist das Grundmuster des Traums? Gibt es ein analoges Muster in meinem Wachleben? Welches Bedürfnis zeigt der Traum? Gibt es etwas Konkretes, das ich in meinem Wachleben tun sollte? 

In der Kognitiven Verhaltenstherapie wurden zwar vereinzelte Ansätze zur Traumarbeit entwickelt; doch im klinischen Alltag herrscht eher Zurückhaltung. Pietrowsky sieht darin ein ungenutztes, wertvolles Potential.

Reinhard Pietrowsky (Hrsg.)
Arbeit mit Träumen in der Psychotherapie.
Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 3/2024  




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