Wolfgang Mack verweist auf den steinzeitlichen Krieg aller gegen alle, in dem zehn bis zwanzig Prozent der Menschen gewaltsam umkamen. Die Kampfsituation löste zunehmende, wachsende Gruppenbildungen aus, Staatenbildungen, Entwicklungen von Waffen, das Einverständnis in das ordnende Gewaltmonopol des Staates usw. Für das 20. Jahrhundert schätzt Mack - trotz zweier Weltkriege - die Zahl der Gewaltopfer auf "nur" zwei bis drei Prozent der Bevölkerung.
Mack zitiert I. Morris: "Der Krieg ist zwar die denkbar schlimmste Methode zur Schaffung größerer, friedfertigerer Gesellschaften, aber anderseits so ziemlich die einzige, auf die der Mensch gekommen ist. Die durch den Krieg geschaffenen größeren Gesellschaften sorgten für Wirtschaftswachstum und steigende Lebensstandards."
Niels Johannsen und Kollegen beschreiben in ihrem Kapitel "Waffengeschichte": "Die Dynamik waffentechnischer Höherentwicklung erweist sich als Index und Motor kulturell-kognitiver Evolution. Einerseits spiegelt sich in ihr die organisatorisch-technische Kapazität von Kulturen wider, anderseits indiziert sie die Fähigkeiten zur mentalen Modellierung komplexer Gegnerentitäten. Als Relais eines binnen- und interkulturellen Selektionsdrucks formt die Waffentechnik Praxen, Normen, Motive und Selbstbilder des Menschen maßgeblich mit und drückt so ein integrales Prinzip der Entwicklungsgeschichte aus ..."















