Jeder Mensch ist anders. Sind vielleicht Menschen in manchen Ländern oder Kulturen im Durchschnitt vorsichtiger als in anderen? Und kann man diese Unterschiede erklären? Diese Fragen haben Prof. Marc Oliver Rieger und seine Kollegen in einer Studie untersucht, die gerade in der renommierten Fachzeitschrift "Management Science" erschienen ist. Sie führten in 53 Ländern weltweit Befragungen durch und maßen den Grad der Risikoeinstellungen.
Interessant war dabei, dass das grundlegende Muster überall dasselbe war: Ging es bei den Entscheidungsfragen um mögliche Gewinne, bevorzugten die Teilnehmer meist eine sichere Option. Ging es hingegen um mögliche Verluste, bevorzugten sie meist eine riskantere Variante. Auch wenn dieses Muster weltweit gilt, gibt es doch in der Stärke der Risikopräferenzen große Unterschiede. Im Wesentlichen wird diese von zwei Faktoren beeinflusst: Zum einen sind Menschen in reicheren Ländern tendenziell weniger bereit, Risiken einzugehen, wenn es um mögliche Gewinne ging. Zum anderen spielen aber auch kulturelle Unterschiede (die mit Kennzahlen aus der Soziologie bestimmt wurden) eine große Rolle.
Und wie steht es nun mit den Deutschen und dem Risiko? Im internationalen Vergleich gehörte Deutschland eher zu den vorsichtigeren Ländern. Insbesondere waren sowohl alle anderen deutschsprachigen Länder als auch sämtliche skandinavischen Länder "mutiger", wenn es um Risiko bei möglichen Gewinnen ging. Die deutsche Angst ist also nicht nur sprichwörtlich, sondern zumindest bei Gewinnerwartungen real.
Zur Studie: http://pubsonline.informs.org/doi/pdf/10.1287/mnsc.2013.1869















