Inhaltsverzeichnis
Diversität und Interkulturalität als wirtschaftspsychologische Erfolgsfaktoren
Anke Weber, Claudia Ang-Stein & Tobit Zaun
Der tägliche Spagat: Wie Anforderungen und Ressourcen die Gesundheit von pädagogischen Fachkräften beeinflussen
Susanne Geister, Inka Krüger, Andre Beinrucker & Rahel Dreyer
Anforderungen an mobile Endgeräte in einer diversen Berufswelt
Germaine Haase, Frederike Pischke & Ulrike Pietrzyk
Game-Related-Self-Assessments – Die Wirksamkeit von Recruiting-Games am Beispiel der Applikation „Einstiegs-Check“ von EDEKA
Lars J. Jansen
Anonymisierte Bewerbungsverfahren – kein Thema in klein- und mittelständischen Unternehmen?
Paskalia Mpairaktari & Monika Eigenstetter
Emotionale Intelligenz, verbale Sprachbarrieren und Vertrauen im Team: Ein quantitatives Modell zu direkten und vermittelten Effekten
Karolin Sophie Schneider
Wirtschaftspsychologie, 2025.27:374-375
DOI: doi.org/10.2440/004-0074
Diversität und Interkulturalität als wirtschaftspsychologische Erfolgsfaktoren
Anke Weber, Claudia Ang-Stein & Tobit Zaun
Wirtschaftspsychologie, 2025.27:376-395
DOI: doi.org/10.2440/004-0075
Der tägliche Spagat: Wie Anforderungen und Ressourcen die Gesundheit von pädagogischen Fachkräften beeinflussen
Susanne Geister1, Inka Krüger1, Andre Beinrucker2 & Rahel Dreyer3
1 Hochschule Harz, Wernigerode
2 Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin)
3 Alice Salomon Hochschule Berlin
Zusammenfassung
Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen zeigen überdurchschnittlich viele Arbeitsunfähigkeitstage. Dies weist auf eine hohe gesundheitliche Beanspruchung hin. Angelehnt an das Job Demands-Resources Modell wird überprüft, welche Arbeitsanforderungen und Arbeitsressourcen die Gesundheit pädagogischer Fachkräfte beeinflussen. Die erhobenen Daten umfassen Fragebögen, physiologische Maße (Haarcortisol) und physikalische Maße (Schallpegel und CO2-Gehalt). Die Ergebnisse zeigen, dass die Gesundheit der pädagogischen Fachkräfte belastet ist. Quantitative Belastungen stehen in einem negativen, Information und Mitsprache, betriebliche Leistungen und ein offenes Gruppenorganisationskonzept stehen in einem positiven Zusammenhang zur Gesundheit. Die Schallpegel sind in allen Kitas deutlich erhöht. Die Ergebnisse weisen einen dringenden Handlungsbedarf auf, hierbei ist ein angemessener Personalschlüssel besonders wichtig, aber auch Weiterbildungen, Schallschutzmaßnahmen und eine offene und partizipative Kommunikation.
Schlagworte: Gesundheit, Arbeitsfähigkeit, Wohlbefinden, Quantitative Belastungen, Information und Mitsprache, Lärm, pädagogische Fachkräfte
The daily balancing act: How demands and resources affect the health of early childhood teachers
Abstract
Early childhood teachers in day care centres are subject to very high job strain, with an above-average number of days of inability to work in this occupational field. Based on the Job Demands-Resources Model, this article examines which work demands and work resources influence the health of early childhood teachers. The data collected includes questionnaires, physiological measures (hair cortisol) and physical measures (sound level and CO2 content of the air at the workplace). The results show that the health of early childhood teachers is under strain. Quantitative stress in particular has a negative impact. Work resources such as participation and information as well as company benefits and an open group organization concept can have a positive effect on health. The noise levels are too high in all day care centres. The results indicate an urgent need for action, with an appropriate staffing ratio being particularly important, as well as supervision and training, soundproofing measures and open and participatory communication.
Keywords: Health, ability to work, wellbeing, quantitative stress, information and participation, noise, early childhood teachers
Prof. Dr. Rahel Dreyer
Alice Salomon Hochschule Berlin
dreyer@ash-berlin.eu
Wirtschaftspsychologie, 2025.27:396-409
DOI: doi.org/10.2440/004-0076
Anforderungen an mobile Endgeräte in einer diversen Berufswelt
Germaine Haase, Frederike Pischke & Ulrike Pietrzyk
TUD Dresden Fakultät Psychologie
Zusammenfassung
Mobile Endgeräte erfordern eine systematische Evaluation ihrer Barrierefreiheit, um Gefährdungen sowie Benachteiligungen der Beschäftigten zu identifizieren. Im DGUV-geförderten Projekt „GBU-SmarD“ wurden Gestaltungsanforderungen an eine sichere, gesunde und menschzentrierte Nutzung mobiler Endgeräte durch ein Scoping Review und Fokusgruppen ermittelt. Eine daraus entwickelte Handlungshilfe unterstützt Unternehmen u. a. dabei, Anforderungen an eine barrierefreie Arbeitsgestaltung einzubeziehen. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse zur Barrierefreiheit aus der Handlungshilfe zusammen. Dazu zählen sowohl Gestaltungsanforderungen an die Hard- und Software, wie die Bereitstellung multimodaler Ein- und Ausgabeformate als auch Gestaltungsanforderungen an organisatorische Maßnahmen, wie die Stärkung einer unterstützenden Kommunikations- und Partizipationskultur.
Schlagworte: mobile Endgeräte, Barrierefreiheit, Diversität, Anforderungen, Gefährdungen, Arbeitsbedingungen
Work Design Requirements for Smart Mobile Devices in a Diverse Workforce
Abstract
Smart mobile devices require a systematic evaluation of their accessibility to identify risks and potential disadvantages for employees. The “GBU-SmarD” project, funded by the DGUV, identified requirements for a safe, healthy, and accessible smart mobile device use by conducting a scoping review and focus groups. The developed guideline supports companies in selecting smart mobile devices as well as in assessing working conditions. This paper summarizes the findings on accessibility derived from the guideline. It emphasizes design requirements for hardware and software, such as multimodal input and output formats as well as requirements for organizational measures, including a supportive communication and participation culture.
Keywords: smart mobile devices, accessibility, diversity, requirements, risks, working conditions
Germaine Haase
TUD Dresden Fakultät Psychologie
Arbeitsgruppe Wissen-Denken-Handeln
01062 Dresden
agwdh@tu-dresden.de
Wirtschaftspsychologie, 2025.27:410-424
DOI: doi.org/10.2440/004-0077
Game-Related-Self-Assessments – Die Wirksamkeit von Recruiting-Games am Beispiel der Applikation „Einstiegs-Check“ von EDEKA
Lars J. Jansen
HFH · Hamburger Fern-Hochschule
Zusammenfassung
Recruiting-Games sind Game-Related-Self-Assessments, die eine realistische Tätigkeitsvorschau geben sollen, damit sich im Sinne einer Verbesserung der Grundquote v.a. passende Personen bewerben. Um deren Wirksamkeit zu prüfen, bedarf es umfassender Feldforschung mit echten Job-Interessierten, realen Organisationen und im Rahmen der Personalgewinnung tatsächlich eingesetzten Applikationen. Ein Beitrag dazu ist die hier vorgestellte deskriptive Analyse von Daten, die darauf hindeutet, dass Recruiting-Games bei der Berufswahl helfen, akzeptiert werden sowie das Arbeitgeberimage positiv beeinflussen und dies unabhängig von Alter, Geschlecht sowie Videospielerfahrung und -nutzung. Implikationen für die weitere Forschung werden aufgezeigt und dabei wird insbesondere diskutiert, inwieweit empirisch geprüft werden kann, ob Recruiting Games die Grundquote zu steigern vermögen.
Schlagworte: Recrutainment, Gamification, Serious-Games, Game-Related-Assessment
Game-Related Self-Assessments – The Effectiveness of Recruiting Games Using the Example of the "Einstiegs-Check" Application by EDEKA
Abstract
Recruiting games are game-related self-assessments designed to provide a realistic job preview, with the aim of attracting primarily suitable candidates and thereby increasing the base rate of appropriate applicants. To evaluate their effectiveness, extensive field research is needed, involving actual job seekers, real organizations, and applications genuinely used in recruitment processes. This paper contributes to that effort by presenting a descriptive analysis of data suggesting that recruiting games can assist in career decision-making, are generally accepted, and have a positive impact on employer image—regardless of age, gender, or prior video game experience and usage. Implications for further research are outlined, with a particular focus on how it can be empirically tested whether recruiting games are capable of increasing the base rate.
Keywords: Recrutainment, Gamification, Serious-Games, Game-Related-Assessment
Prof. Dr. rer. nat. Lars J. Jansen
- Diplompsychologe -
Studiengangsleitung Wirtschaftspsychologie (B.Sc./M.Sc.)
HFH · Hamburger Fern-Hochschule
Alter Teichweg 19
22081 Hamburg
lars.jansen@hamburger-fh.de
Wirtschaftspsychologie, 2025.27:425-434
DOI: doi.org/10.2440/004-0078
Anonymisierte Bewerbungsverfahren – kein Thema in klein- und mittelständischen Unternehmen?
Paskalia Mpairaktari & Monika Eigenstetter
A.U.G.E. Institut, Hochschule Niederrhein
Zusammenfassung
Anonymisierte Bewerbungsverfahren haben sich in der Praxis als ein Diversity-Instrument erwiesen, das vor allem bei Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund bessere Zugangsmöglichkeiten im Bewerbungsverfahren garantieren und implizite Vorurteile minimieren soll. Trotzdem sind anonymisierte Bewerbungsverfahren in Deutschland im Vergleich zu angelsächsischen und anderen europäischen Ländern nicht verbreitet, insbesondere nicht in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ursachen, die von Personalverantwortlichen in einer qualitativen Befragung angegeben werden, sind vielfältig. Unter anderem wird deutlich, dass Männern Frauen immer noch aktiv vorgezogen werden. Die Einführung von anonymisierten Bewerbungsverfahren ist auch zukünftig wenig wahrscheinlich, da sie eine diversitätssensible Unternehmens- und Führungskultur voraussetzen.
Schlagworte: Anonymisierte Bewerbungsverfahren, Stereotype, Arbeitsplatzdiskriminierung, Geschlechterbias
Blind hiring: not an issue for SMEs?
Abstract
Anonymous job applications have proven to be a diversity tool in practice, particularly providing better access opportunities in the application process for women and individuals with a migration background, while also minimizing implicit bias. Nevertheless, anonymised applications are not as widely adopted in Germany compared to Anglo-Saxon and other European countries. The reasons given by HR managers in a qualitative survey are manifold. Among other things, it is clear that men are still actively favoured over women. The introduction of anonymised application procedures is also unlikely in the future, as they require a diversity-sensitive corporate culture.
Keywords: application procedures, blind hiring, workplace discrimination, stereotypes, gender bias
Paskalia Mpairaktari
A.U.G.E. Institut
Hochschule Niederrhein
University of Applied Sciences
Webschulstr. 31
41065 Mönchengladbach
paskalia.mpairaktari@hs-niederrhein.de
Wirtschaftspsychologie, 2025.27:435-446
DOI: doi.org/10.2440/004-0079
Emotionale Intelligenz, verbale Sprachbarrieren und Vertrauen im Team: Ein quantitatives Modell zu direkten und vermittelten Effekten
Karolin Sophie Schneider
Hochschule Hamm-Lippstadt
Zusammenfassung
Sprachliche Diversität im Berufsalltag erschwert den Vertrauensaufbau in Teams. Diese Arbeit untersucht, wie emotionale Intelligenz und verbale Sprachbarrieren Vertrauen und Vertrauenswürdigkeitseinschätzungen in Teammitglieder beeinflussen. Es wird angenommen, dass Sprachbarrieren Vertrauen negativ und emotionale Intelligenz Vertrauen positiv beeinflusst - vermittelt über Vertrauenswürdigkeitseinschätzungen. Zudem wird eine moderierende Wirkung emotionaler Intelligenz vermutet. Eine quantitative Befragung (n = 105) testet diese Zusammenhänge. Fünf von sechs Hypothesen werden gestützt, die vermutete moderierende Wirkung bleibt aus. Die Ergebnisse zeigen erste quantitative Hinweise auf die Relevanz sprachlicher Barrieren für Vertrauen. Praktische Implikationen umfassen den Aufbau eines psychologisch sicheren Sprachklimas im Team. Künftige Forschung sollte verbesserte Messinstrumente einsetzen und die Zusammenhänge experimentell untersuchen.
Schlagworte: Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit, Teams, Emotionale Intelligenz, Sprachbarrieren
Emotional Intelligence, Language Barriers and Trust in Teams: Direct, Mediated and Moderated Effects
Abstract
Linguistic diversity in the workplace complicates trust-building within teams. This study examines how emotional intelligence and verbal language barriers influence perceptions of trustworthiness and trust in team members. It is assumed that language barriers negatively affect trust, while emotional intelligence has a positive influence on trust, mediated by trustworthiness perceptions. A moderating effect of emotional intelligence is also hypothesized. A quantitative survey (n = 105) tests these relationships. Five out of six hypotheses are supported, while the assumed moderating effect is not confirmed. The results provide initial quantitative evidence for the relevance of language barriers in the context of trust. Practical implications include fostering a psychologically safe language climate within teams. Future research should employ improved measurement instruments and investigate relationships experimentally.
Keywords: Trust, Trustworthiness, Teams, Emotional Intelligence, Language Barriers
Karolin Sophie Schneider
Sirius Campus GmbH
Im Klapperhof 33c
50670 Köln
Wirtschaftspsychologie
27. Jahrgang · Heft 4 · 2025
Pabst, 2026
ISSN 1615-7729
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