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Wirtschaftspsychologie

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2020-4/2021-1

Inhaltsverzeichnis


Editorial
Organisationen und Märkte im Wandel – wirtschaftspsychologische Perspektiven in Zeiten der Transformation
Th. Bäumer, St. Huber, P. Müller & K. Railjan


Agilität

Entwicklung eines Fragebogens zur mehrdimensionalen Messung der Agilität von Organisationen. - Eine empirische Analyse auf der Grundlage des TRAFO-Modells™
A. Jung & M. Mühlfelder

„True Leader“ in der agilen Welt – kompetenzbasierte Entwicklung von Scrum Mastern
A. Wallemann & U. Bronner

Verstehen, was Teams erfolgreich und zufrieden macht. - Entwicklung und Validierung eines Modells zur erfolgreichen Zusammenarbeit in Teams in dynamischen Umwelten
M. Bleiker, A. Wallemann & P. Müller


Personal und Organisation

Künstliche Intelligenz in Auswahlprozessen: Möglichkeiten des Einsatzes und Akzeptanz seitens der Bewerber*innen
K. Lochner & T. O. Anders

Stetiger Wandel oder anhaltende Bedeutung – Wie beeinflusst die Laufbahnplanung die Kündigungsabsicht?
J. Ehrlich

Gekommen, um zu bleiben – Identifikation von Bindungsfaktoren bei Auszubildenden
L. Drescher & T. Warszta

Sinn am Arbeitsplatz: Eine Interventionsstudie und Organisation zum Sinnerleben im Berufskontext
A. Berger, M. Goldschmitt, C. Lindner & C. Schmeink

Krank zur Arbeit – und das ist auch gut so?! Positive Effekte von Präsentismus
F. Röser & D. Lohaus

Erfolgskritische soziale Kompetenzen im Topsharing und deren Berücksichtigung in der Führungskräft eauswahl und -entwicklung
L. Luong & K. Sachse


Nachhaltiger Konsum

Beobachtetes ökologisches Konsumverhalten im Zusammenhang mit Wissen zum Thema Plastik
D. Dynowski & M. Beckenkamp

Warum eigentlich nicht? Gründe für und gegen die Beteiligung am Gebrauchtwarenmarkt
G. Felser


Forum

Vertrauenswürdigkeit von Beschäftigten der Finanzindustrie. - Eine Diskussion zwischen Verhaltensökonomen und Wirtschaftspsychologen

Nachruf auf Prof. Dr. Günter Wiswede
 


Entwicklung eines Fragebogens zur mehrdimensionalen Messung der Agilität von Organisationen - Eine empirische Analyse auf der Grundlage des TRAFO-Modells™
Anke Jung & Manfred Mühlfelder

Zusammenfassung
Auf der Grundlage des TRAFO-Modells (HR Pioneers, 2018) wurde ein Online-Fragebogen zur mehrdimensionalen Messung von organisationaler Agilität aus Mitarbeitersicht entwickelt und evaluiert. Das Ziel dabei war es zum einen, die Konstruktvalidität des TRAFO-Modells selbst empirisch zu überprüfen, und zum anderen, mögliche Zusammenhänge der Agilität mit der Arbeitszufriedenheit und der Arbeitsmotivation der Befragten zu untersuchen. In den Ergebnissen zeigte sich, dass das die sechs Dimensionen des Trafo-Modells jeweils zwei Faktoren höherer Ordnung zugeordnet werden können. Es zeigten sich auch signifikant positive Korrelationen zwischen den einzelnen Skalen zur Beschreibung der Ausprägung organisationaler Agilität und der Arbeitszufriedenheit, weniger deutlich aber mit der Arbeitsmotivation der Befragten.

Schlüsselwörter: Agilität, TRAFO-Modell, agile Transformation, Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation


Development of a questionnaire for multi-dimensional measuring of the agility of organizations - An empirical analysis based on the TRAFO model™

Abstract
Based on the TRAFO model (HR Pioneers, 2018) we developed an online questionnaire for the multi-dimensional measurement of organizational agility from the employees’ perspective. The first objective of this study was to examine the content validity of the TRAFO model itself. The second objective was to analyze potential linear correlations between organizational agility and job satisfaction and job motivation of the employees. The results indicate that the originally six dimensions of the TRAFO model can be represented by two higher order factors. The data also show significant positive correlations between the scales for describing organizational agility with job satisfaction, to a lesser extent with work motivation however.

Keywords: agility, TRAFO model, agile transformation, work satisfaction, work motivation


Anke Jung
SRH Fernhochschule – The Mobile University
Limburgweg 4
D-73770 Denkendorf


Prof. Dr. Manfred Mühlfelder
SRH Fernhochschule – The Mobile University
Kirchstraße 26
D-88499 Riedlingen

 


„True Leader“ in der agilen Welt – kompetenzbasierte Entwicklung von Scrum Mastern
Alexandra Wallemann & Uta Bronner

Zusammenfassung
Im agilen Framework Scrum stellen Scrum Master eine Schlüsselposition dar. In der wissenschaftlichen Forschung gibt es jedoch kaum Erkenntnisse, welche Kompetenzen sie zur erfolgreichen Ausübung ihrer Tätigkeit benötigen und wie im agilen Umfeld ein Qualifizierungskonzept für sie gestaltet werden soll. Ziel dieser Studie ist deshalb, auf Grundlage wissenschaftlich definierter Kernkompetenzen ein Rahmenkonzept für die Qualifizierung der Scrum Master zu erstellen. Die Studie umfasst insgesamt sechs Phasen, in denen mithilfe eines Mixed-Method-Ansatzes über eine Literaturanalyse, Experteninterviews (n = 10; n = 7), Fokusgruppen (n = 32), die Beobachtung von Scrum Mastern (n = 2) und einer Umfrage von agilen Teams (n = 18) in iterativen Schleifen 16 zentrale Kompetenzen ermittelt werden und ein Konzept für die Qualifizierung von Scrum Mastern erstellt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass deren Tätigkeit vor allem soziale, personale und methodische Kompetenzen erfordert. Der Fokus einer Qualifizierung sollte auf deren individuellen Weiterentwicklung liegen. Statt eines „One size fits all“-Trainingsansatzes wird ein portfoliobasierter Ansatz mit regelmäßigen Feedbackschlaufen empfohlen.

Schlüsselwörter: Scrum Master, Personalentwicklung, Scrum, Agilität, Kompetenzen


“True Leader” in the agile world – competence-based development of Scrum Masters

Abstract
Scrum Master is a key position in the agile framework Scrum. However, there is hardly any research going on about which competencies Scrum Masters need to perform successfully and how a qualification concept could be designed for them in an agile world. Therefore, the goal of this study is to create an approach for the qualification of Scrum Masters based on scientifically defined core competencies. The study comprises six phases: A mixed-methods approach including literature research, expert interviews, focus groups, observation of Scrum Masters and a survey of agile teams was used to iteratively identify 16 core competences and develop a qualification concept. The results show that a successful implementation of the Scrum Master position requires above all social, personal and methodical competencies. The qualification should therefore focus on individual development instead of a “one size fits all” training approach. A portfolio-based approach with regular feedback loops is recommended.

Keywords: Scrum Master, personnel development, scrum, agility, competencies


Alexandra Wallemann, M.Sc.
Hochschule für Technik Stuttgart

Prof. Dr. Uta Bronner
Abteilung Wirtschaftspsychologie
Hochschule für Technik Stuttgart
Schellingstraße 24
D-70174 Stuttgart


 


Verstehen, was Teams erfolgreich und zufrieden macht. - Entwicklung und Validierung eines Modells zur erfolgreichen Zusammenarbeit in Teams in dynamischen Umwelten
Marco Bleiker, Alexandra Wallemann & Patrick Müller

Zusammenfassung
Um auf die zunehmende Komplexität, die hohe Dynamik sowie auf den Bedarf nach Innovation flexibel reagieren zu können, setzen viele Unternehmen auf Organisationsstrukturen, in denen Teams im Mittelpunkt stehen. Doch was genau macht Teams im heutigen Arbeitsumfeld, das immer häufiger agil gestaltet ist, zufrieden, engagiert und erfolgreich? Basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche nach der Prisma-Methode, qualitativen Interviews und einer Befragung zahlreicher Teams innerhalb der Haufe Group, wurde ein Modell mit 12 Schlüsselfaktoren entwickelt, die für eine nachhaltig erfolgreiche Zusammenarbeit in Teams in dynamischen Umfeldern relevant sind. Für dieses sogenannte Teampact-Modell wurden anschießend passende Items zur Erfassung generiert und diese im Rahmen einer initialen Validierung der Faktorenstruktur, sowie der Itemcharakteristiken anhand einer Stichprobe von 604 Personen getestet. Dabei zeigte sich, dass sich die Faktorenstruktur in einer konfirmatorischen Faktorenanalyse replizieren ließ. Anschließende Regressionsanalysen zeigen, dass anhand der 12 Faktoren sowohl die selbsteingeschätzte Teamleistung, die Teamzufriedenheit als auch das Team Commitment substantiell vorhergesagt werden können. Das Modell stellt damit einen initial validierten Schritt zu einem besseren Verständnis der erfolgreichen Zusammenarbeit von Teams in dynamischen Umwelten dar.

Schlüsselwörter: Teamzusammenarbeit, Teamerfolg, Teamleistung, (agile) Teams, Selbstorganisation, Teamzufriedenheit, Teamentwicklung, Team Commitment


Understanding which factors drive team success and satisfaction. - Development and validation of a model for successful teamwork in dynamic environments

Abstract
In order to be able to react flexibly to increasing complexity, to high dynamic environments as well as the need for innovation, many companies rely on organizational structures that are team centric. But what exactly makes teams satisfied, committed and successful in today‘s increasingly agile working environment? Based on a comprehensive literature research using the Prisma method, qualitative interviews and a survey of numerous teams within the Haufe Group, a model was developed with 12 key factors that are relevant for creating sustainable and successful teamwork in dynamic environments. For this so-called Teampact Model, appropriate items were generated and tested in an initial validation of the factor structure and item characteristics with a sample of 604 persons. The factor structure could be replicated in a confirmatory factor analysis. Subsequent regression analyses show that the self-assessed team performance, team satisfaction and team commitment can be substantially predicted based on the 12 dimensions. Thus, the model represents an initially validated step towards a better understanding of successful collaboration of teams in dynamic environments.

Keywords: teamwork, team success, team performance, (agile) teams, self-organization, team satisfaction, team development, team commitment


Marco Bleiker, M.A.
Universität St. Gallen und Haufe-umantis AG

Alexandra Wallemann, M.Sc.
Haufe-umantis AG

Prof. Dr. Patrick Müller
Hochschule für Technik Stuttgart
Schellingstraße 24
D-70174 Stuttgart


 


Künstliche Intelligenz in Auswahlprozessen: Möglichkeiten des Einsatzes und Akzeptanz seitens der Bewerber*innen
Katharina Lochner & Tjark Olde Anders

Zusammenfassung
Künstliche Intelligenz (KI) in der Personalauswahl verspricht bei sachgemäßem Einsatz valide und effiziente Auswahlentscheidungen und weckt daher großes Interesse bei Unternehmen. Gleichzeitig existiert die Befürchtung, dass der Einsatz der Technologie die soziale Akzeptanz und die wahrgenommene Fairness der Auswahlprozesse seitens der Kandidat*innen negativ beeinflusst. Erste Studien hierzu gibt es bereits, jedoch fehlt bisher ein Rahmenkonzept, welches eine standardisierte Erfassung der Kandidatenwahrnehmung im Auswahlkontext erlaubt. Der Artikel gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von KI in Auswahlprozessen und stellt ein integriertes Modell zur Erfassung von Akzeptanz und wahrgenommener Fairness seitens der Bewerber*innen in solchen Prozessen vor.

Schlüsselwörter: Personalauswahl, Eignungsdiagnostik, Künstliche Intelligenz, KI, Candidate Experience, Akzeptanz, Fairness, Bewerberreaktionen


Artificial intelligence in selection processes: possible applications and candidate acceptance

Abstract
Using artificial intelligence (AI) in personnel selection promises valid and efficient selection decisions if used properly, and therefore arouses great interest among organizations. At the same time, employers worry that using the technology will negatively influence candidates’ social acceptance and perceived fairness of the selection process. There are some initial studies on this topic, but so far there is no framework that allows a standardized measurement of candidate experience in the selection context. The article gives a brief overview of current possibilities and limitations of the use of AI in selection processes and presents an integrated model for recording acceptance and perceived fairness on the part of applicants in such processes.

Keywords: personnel selection, assessment, artificial intelligence, AI, candidate experience, acceptance, fairness, applicant reactions


Dr. Katharina Lochner
Martin-Schmeißer-Weg 10
D-44227 Dortmund


Tjark Olde Anders

 


Stetiger Wandel oder anhaltende Bedeutung – Wie beeinflusst die Laufbahnplanung die Kündigungsabsicht?
Janna Ehrlich

Zusammenfassung
Die Frage, welche Bedeutung die Karriereplanung für Mitarbeitende und Unternehmen haben kann, wird bereits seit fast 30 Jahren diskutiert. Dabei wird meist von einer Entwicklung von der traditionellen und linearen über die entgrenzte und flexible Karriere hin zum Konzept der Employability, die die Erhöhung der Arbeitsmarktfähigkeit von Mitarbeitenden beschreibt, ausgegangen. Laufbahnplanung als Teil des Karrieremanagements spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die Bedeutung des Einflusses der Laufbahnplanung tatsächlich einem Wandel unterliegt oder ob diese über mehrere Jahre hinweg stabil bleibt. Die vorliegende Studie untersucht anhand eines aufgestellten Strukturgleichungsmodells den Einfluss der Laufbahnplanung auf die Kündigungsabsicht und bezieht die Arbeitszufriedenheit dabei als Mediator mit ein. Um zu prüfen, ob im Laufe der Zeit ein Wandel dieser Beziehung stattgefunden hat, wurden Datensätze aus den Jahren 2012, 2014, 2016 und 2018 des Schweizer Human-Relations-Barometer miteinander verglichen. Nach der allgemeinen Prüfung des aufgestellten Modells wurden die Daten auf Generalisierbarkeit sowie zeitliche Stabilität getestet.

Schlüsselwörter: Laufbahnplanung, Kündigungsabsicht, Arbeitszufriedenheit, Strukturgleichungsmodelle


Constant change or constant significance – How does career planning influence the turnover intention?

Abstract
The importance of career planning for employees and companies has been discussed for almost 30 years. Most of the time, a shift from the traditional and linear, via the unlimited and flexible career to the concept of employability is assumed. Career planning as part of career management plays a decisive role in this context. The question arises as to whether the influence of career planning is actually subject to change or it remains stable over several years. The present study uses a structural equation model to show the influence of career planning on the turnover intention and includes job satisfaction as a mediator. To test whether this relationship has changed over time, data sets from the years 2012, 2014, 2016 and 2018 of the Swiss Human Relations Barometer were compared. After a general examination of the model, the data was tested for generalizability and temporal stability.

Keywords: career planning, turnover intentions, job satisfaction, structural-equation-modelling


Janna Ehrlich
Technische Universität Hamburg
Am Schwarzenberg-Campus 1
D-21073 Hamburg


 


Gekommen, um zu bleiben – Identifikation von Bindungsfaktoren bei Auszubildenden
Lisa Drescher & Tim Warszta

Zusammenfassung
In den letzten Jahren (2017, 2018) zeigte sich in Deutschland eine steigende Zahl von Ausbildungsabbrüchen (BMBF, 2020). Obgleich die pandemiebedingte Wirtschaftskrise zu einer temporären – aus Sicht der Unternehmen – Entspannung des Arbeitsmarktes führen könnte, bleibt die strukturelle demographische Herausforderung bestehen, gute Nachwuchskräfte zu gewinnen und zu binden. Dabei gilt es insbesondere den Bedürfnissen der Generation Z gerecht zu werden. Daher wurden in dieser Untersuchung auf Basis einer branchenübergreifenden Stichprobe mit N = 457 Auszubildenden Variablen ermittelt, die Varianz im affektiven Commitment, also der emotionalen Bindung an das Unternehmen, aufklären. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die soziale Unterstützung, die Arbeitsbedingungen, die Arbeitsaufgaben, die Bezahlung sowie die subjektive Zukunftsfähigkeit des Ausbildungsberufs als Prädiktoren die meiste Varianz im affektiven Commitment aufklären. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden Implikationen für die Beschäftigung der Generation Z abgeleitet.

Schlüsselwörter: Ausbildungsabbruch, affektives Commitment, Auszubildende, Generation Z


Came to stay – Identification of the trainee’s attachment factors

Abstract
In recent years (2017, 2018), there has been an increasing number of apprenticeship dropouts, even reported in the news (BMBF, 2020). Although the looming economic crisis could lead to a temporary – from the companies‘ point of view – relaxation of the labor market, the structural demographic challenge remains to attract and retain good junior staff. It is particularly important to meet the needs of Generation Z. Therefore, in this study, based on a cross-sector sample of N = 457 trainees, variables were determined which explain variance in affective commitment, i.e. the emotional bond with the company. The results of the study show that social support, working conditions, work tasks, payment and the subjective future viability of the training occupation as predictors explain most of the variance in affective commitment. Based on these findings, implications for the employment of Generation Z are derived.

Keywords: retention, apprenticeship, affective commitment, trainees, Generation Z


Lisa Drescher, M.Sc.
Westküsteninstitut für Personalmanagement
Fachhochschule Westküste Heide



Prof. Dr. Tim Warszta
Westküsteninstitut für Personalmanagement
Fachhochschule Westküste Heide


 


Sinn am Arbeitsplatz: Eine Interventionsstudie zum Sinnerleben im Berufskontext
Arabella Berger, Mascha Goldschmitt, Celine Lindner & Claudia Schmeink

Zusammenfassung
Sinnerleben bei der Arbeit hat einen entscheidenden Einfluss auf Engagement, Zufriedenheit und Gesundheit von Berufstätigen (Schnell, 2020). Seine Förderung bildet somit einen Mehrwert für Beschäftigte und Unternehmen. Gegenstand der vorliegenden Studie ist die Frage, inwiefern eine Trainings-Intervention zur Steigerung des individuellen beruflichen Sinnerlebens führen kann. An der Studie nahmen 52 Berufstätige im Alter von 20 bis 64 Jahren aus verschiedenen Berufsfeldern teil. Es wurden zwei Trainings à 2.5 Stunden im Abstand von zwei Wochen durchgeführt. Die Wirkung wurde anhand eines quasi-experimentellen Wartekontrollgruppendesigns mit Messwiederholung (Prä, Post, Follow Up) überprüft. Durch die Teilnahme an dem Training konnte eine signifikante Steigerung des beruflichen Sinnerlebens über einen Zeitraum von sechs Wochen bewirkt werden. In weiterer Forschung kann die Intervention durch begleitendes Coaching ergänzt sowie hinsichtlich organisationsspezifischer Kontexte angepasst werden.

Schlüsselwörter: Sinn, berufliche Sinnerfüllung, sinnvolle Arbeit, Training, Positive Psychologie, Work-Life-Balance


Meaning at work – An intervention study to train vocational meaning

Abstract
The experienced meaning has a crucial influence on the commitment, satisfaction and health of professionals (Schnell, 2020). Its promotion is an added value for employees and employers. The subject of this study is to investigate the possibility of increasing the vocational meaning experienced by professionals through a training intervention. The study involved 52 professionals aged 20 to 64 from different occupational fields. Two training sessions of 2.5 hours each were conducted at intervals of two weeks. The effects were tested in a quasi-experimental waiting control group design with repeated measures (pre, post, follow up). By participating in the training a significant increase of vocational meaning was achieved over a time span of six weeks. In further research the intervention can be extended by including coaching. The effect of company-specific training can be investigated beyond the framework of individuals.

Keywords: meaning, vocational meaning, meaningful work, training, positive psychology, work-life balance


Arabella Berger
B.Sc. Psychologie
Universität Heidelberg

Celine Lindner
B.Sc. Psychologie
Technische Universität Darmstadt
Hobrechtstraße 20
D-64285 Darmstadt


Mascha Goldschmitt
B.Sc. Psychologie
Technische Universität Darmstadt


Prof. Dr. Claudia Schmeink
Hochschule Fresenius Wiesbaden


 


Krank zur Arbeit – und das ist auch gut so?! Positive Effekte von Präsentismus
Florian Röser & Daniela Lohaus

Zusammenfassung
Präsentismus – zur Arbeit zu gehen, obwohl es der Gesundheitszustand rechtfertigen würde, sich krankzumelden – ist ein weltweit verbreitetes Phänomen. Im Gegensatz zum bisherigen Fokus auf negative Effekte untersucht diese Studie die Bandbreite potenziell positiver Folgen. Nach der literaturbasierten Erstellung eines Kategoriensystems wurde im Rahmen einer Online-Befragung unter Studierenden (N = 1 291) eine offene Frage nach positiven Effekten von Präsentismus gestellt. In Übereinstimmung mit dem Inhaltsmodell für Präsentismus (Lohaus & Habermann, 2018, 2019, 2020) wurden positive Effekte für drei Hauptkategorien benannt (Organisation: 38%, Arbeit: 31%, Individuum: 26%) sowie für alle zugehörigen Subkategorien. Diese Studie zeigt die vielfältigen positiven Aspekte von Präsentismus auf, die in der Forschung und betrieblichen Praxis stärker beachtet werden sollten.

Schlüsselwörter: Präsentismus, Gesundheit, Produktivität, positive Effekte, Health Belief Model


Working while ill – and that is fine?! Positive effects of presenteeism

Abstract
Presenteeism – going to work even though the individual’s state of health would justify calling in sick – is a worldwide phenomenon. While previous research has mainly focused on negative effects, this study examines the range of potentially positive consequences. After the literature-based development of a category system, an online survey with students (N = 1,291) posed an open question about positive effects of presenteeism. Consistent with the content model of presenteeism (Lohaus & Habermann, 2018, 2019, 2020), positive effects were reported for three main categories (organization: 38%, work: 31%, individual: 26%) and all associated subcategories. This study illustrates the variety of positive effects of presenteeism that should receive more attention in research and business.

Keywords: presenteeism, health, productivity, positive effects, health belief model


Dr. Florian Röser
Hochschule Darmstadt – University of Applied Sciences
FB GW – Studienbereich Wirtschaftspsychologie
Haardtring 100
D-64295 Darmstadt


Prof. Dr. Daniela Lohaus
Hochschule Darmstadt – University of Applied Sciences
FB GW – Studienbereich Wirtschaftspsychologie
Haardtring 100
D-64295 Darmstadt


 


Erfolgskritische soziale Kompetenzen im Topsharing und deren Berücksichtigung in der Führungskräfteauswahl und -entwicklung
Lyly Luong & Katharina Sachse

Zusammenfassung
Ziel dieser qualitativen Studie ist die Untersuchung erfolgskritischer sozialer Kompetenzen im Topsharing und wie diese in der Management-Diagnostik von Unternehmen, insbesondere in der Führungskräfteauswahl und -entwicklung, berücksichtigt werden. Es wurden acht halbstrukturierte Einzelinterviews mit Stelleninhaber*innen und Fachexpert*innen geführt. Über eine inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse (Kuckartz, 2018) konnten insgesamt 16 relevante Kompetenzen identifiziert werden, die größtenteils in Verbindung mit den Dimensionen sozialer Kompetenzen nach Kanning (2009a) stehen. Unternehmen erhalten damit einen Überblick über erforderliche soziale Kompetenzen im Topsharing in Form eines Anforderungsprofils sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung eines strukturierten Auswahlprozesses.

Schlüsselwörter: Topsharing, Führung, Co-Leitung, soziale Kompetenzen, Management-Diagnostik, Führungskräfteauswahl, Führungskräfteentwicklung


Social competencies critical to successful topsharing and their consideration in management selection and development

Abstract
This qualitative study is to determine social competencies critical to successful topsharing and the extent to which social competencies are considered in the management diagnostics of companies, especially with regard to management selection and training. Eight semi-structured interviews were conducted with topsharing position holders as well as experts in the field. Via a qualitative structured content analysis (Kuckartz, 2018), a total of 16 relevant competencies were identified, the majority of which are related to the dimensions of social competencies according to Kanning (2009a). Through this study, companies are provided with an overview of the social skills required for successful topsharing in the form of a job profile as well as best-practice examples for management diagnostics, including specific recommendations for the design of a structured management selection process.

Keywords: topsharing, co-leadership, leadership, social competencies, management diagnostics, management selection, management development


Lyly Luong, M.Sc.
FOM Hochschule für Oekonomie und Management
Hochschulzentrum Berlin
Bismarckstraße 107
D-10625 Berlin


Prof. Dr. Katharina Sachse
FOM Hochschule für Oekonomie und Management
Hochschulzentrum Berlin

 


Beobachtetes ökologisches Konsumverhalten im Zusammenhang mit Wissen zum Thema Plastik
Dennis Dynowski & Martin Beckenkamp

Zusammenfassung
Das Thema Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit gewonnen und ist zu einem globalen Anliegen geworden. Dazu zählt die Umweltverschmutzung durch Plastik, welche bereits untragbare Maße angenommen hat. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen dem Wissen zum Thema Plastik und dem ökologischen Verhalten. Insgesamt 102 Probanden nahmen an dieser Studie teil, in der das Wissen zu Plastik und das allgemeine ökologische Verhalten (General Ecological Behavior Scale – GEB) mit einem Fragebogen erfasst wurden. Zusätzlich wurde ein fiktiver Online-Supermarkt verwendet, um das beobachtete ökologische Verhalten in Form von Plastikvermeidung beim Lebensmitteleinkauf mit höherer externer Validität zu erheben. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sowohl Wissen über Plastik als auch die GEB-Werte signifikant mit dem Einkaufsverhalten zur Vermeidung verpackter Produkte zusammenhängen. Umso höher das Wissen oder der GEB-Wert, desto geringer ist der Anteil an gekauften verpackten Produkten (außer Konserven/Aluminium). Dies zeigt, wie wichtig Wissen für die Vermeidung und Minimierung von Plastikmüll beim Einkauf von Lebensmitteln ist.

Schlüsselwörter: Nachhaltigkeit, Plastik, Plastikwissen, beobachtetes Konsumverhalten, ökologisches Verhalten


Observed ecological consum-behavior in correlation with knowledge about plastic

Abstract
The issue of sustainability gained increasing attention in recent years and developed into a global concern. This includes environmental pollution from plastic, which has already attained unacceptable levels. The aim of this study was to examine the correlation between knowledge about plastic and the ecological behavior. A total of 102 subjects took part in this study, in which knowledge about plastics and general ecological behavior (General Ecological Behavior Scale – GEB) were recorded with a questionnaire. In addition, a fictitious online supermarket was used to survey the observed ecological behavior in the form of plastic avoidance when shopping for food with higher external validity. The results indicate that both knowledge about plastics and the GEB values are significantly related to purchasing behavior to avoid packaged products. The higher the knowledge or the GEB-value, the lower the proportion of purchased products in any type of packaging (except for tin/aluminium). This proves the importance of knowledge in regards of avoiding and minimizing plastic waste while grocery shopping.

Keywords: sustainability, plastic, plastic knowledge, observed consumer behavior, ecological behavior


Dennis Dynowski
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Köln
Medien- und Wirtschaftspsychologie
Höninger Weg 139
D-50969 Köln


Prof. Dr. Martin Beckenkamp
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Köln
Medien- und Wirtschaftspsychologie
Höninger Weg 139
D-50969 Köln


 


Warum eigentlich nicht? Gründe für und gegen die Beteiligung am Gebrauchtwarenmarkt
Georg Felser

Zusammenfassung
Auch wenn der Gebrauchtwarenmarkt insbesondere im Onlinehandel boomt, gibt es doch etliche Konsumentinnen und Konsumenten, die praktisch nie etwas gebraucht verkaufen oder kaufen. So fragt man sich, ob hier ein großes Potential für Umwelt und Nachhaltigkeit letztlich nur von einer Minderheit genutzt wird. Der Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, was Konsumentinnen und Konsumenten dazu motiviert oder davon abhält, sich am Gebrauchtwarenmarkt zu beteiligen. Vorgestellt werden Ergebnisse einer Online- Befragung (N = 206). Die Daten zeigen unter anderem, dass neben erwartbaren Motiven (z. B. Spaß am Stöbern, Kontakt mit Gleichgesinnten) auch allgemeinere Werthaltungen wie etwa nachhaltige, konsumkritische und antimaterialistische Einstellungen mit der Zustimmung zu Gebrauchtwaren einhergehen. Was Personen vom Kauf von Gebrauchtwaren abhält, sind vor allem Qualitätsbedenken und der Gedanke an die Vorbesitzer, insbesondere an den Körperkontakt und Berührung durch diese. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass für das Engagement auf dem Gebrauchtwarenmarkt hedonische Gründe wie Spaß und unbeschwerter Konsum wichtiger sind als Konsumkritik und Nachhaltigkeit.

Schlüsselwörter: Konsumentenverhalten, Nachhaltigkeit, Gebrauchtwaren


Why not? Reasons in favour and against participation in the market for used goods

Abstract
The second-hand market booms, especially as far as the online channels are concerned. Still there are quite a few consumers who never buy or sell used goods. So the question arises whether an enormous potential for environment and sustainability is used only by a minority. The paper deals with the question, what motivates consumers to participate in the second-hand market and what keeps them from doing so. Results from an online survey are presented (N = 206). The data suggest that apart from expectable reasons (e.g. fun of browsing, social contact) general subjective values like antimaterialism, anti-consumerism or sustainability predict approval of second-hand goods. What keeps people from buying used goods are mainly concerns about poor quality but also the thought, that used goods have been touched by and have been in close body-contact to their previous owner. Taken as a whole the results indicate that hedonic aspects like fun and consumption without concern is more important for activities in the market for used goods than anti-consumerism or sustainability.

Keywords: consumer behaviour, sustainability, second-hand market


Prof. Dr. Georg Felser
Hochschule Harz
Wirtschaftspsychologie
Friedrichstraße 57–59
D-38855 Wernigerode


 



Wirtschaftspsychologie
21./22. Jahrgang · Heft 4/1 · 2020/2021

Pabst, 2021
ISSN 1615-7729
Preis: 25,00 €

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