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2018-2

WiPsy 2018-2

Inhaltsverzeichnis

 

Editorial
Fabian Christandl

 

Der Zusammenhang zwischen authentischer Führung und Organizational Citizenship Behavior – Eine empirische Analyse zum Einfluss von Core Job Characteristics, Selbstwirksamkeit und Commitment
Jana Silfang

 

Organisationale Gerechtigkeit und Entlohnung aus Perspektive der Mitarbeitenden
Andrea Müller

 

Testen ohne Barrieren – AGGund DINgerechte Eignungsprüfung von Bewerberinnen und Bewerbern mit Behinderung
Gerhard Gros

 

Sind Arbeitgeberwettbewerbslabels nur für Berufserfahrene interessant? – Berufserfahrung als Moderator des Einflusses von Arbeitgeberwettbewerbslabels auf die Arbeitgeberattraktivität
Patrick Müller, Paulina Blessing & Karsten Schulte-Deußen

 

Tausche alt gegen neu: Was motiviert Konsumenten, funktionierende Produkte gegen neue zu ersetzen, und welche Rolle spielt dabei der Gebrauchtwarenmarkt?
Georg Felser

 

Interkulturelle Kompetenz und Migration. Eine empirische Untersuchung zu Einfl ussfaktoren des interkulturellen Erfolgs
Petia Genkova

 

Varia

 

The eff ect of risk attitude, trust and social norms on the investment choice between shares, bank deposits, and residential real estate in New Zealand and Germany
Simon Kemp, Zhe Chen, Detlef Fetchenhauer & Tim Steiniger

 

WorkLifeBalance, berufl iches Bewältigungsverhalten und seelische Gesundheit bei berufstätigen Frauen aus Südkorea und Deutschland: eine kulturvergleichende Pilotstudie
Wolfgang Schulz, Min Ah Shin & Gerhard Schmid-Ott

 

Entwicklung und Validierung einer Skala zur Erfassung von Motiven für Präsentismus am Arbeitsplatz (SEMPA)
Ann Cathrin Bach & Katja Mierke

 


Der Zusammenhang zwischen authentischer Führung und Organizational Citizenship Behavior – Eine empirische Analyse zum Einfluss von Core Job Characteristics, Selbstwirksamkeit und Commitment
Jana Silfang

 

Zusammenfassung
Freiwilliges Arbeitsengagement (engl. Organizational Citizenship Behavior) hat einen positiven Einfluss auf organisationale Effektivität. Kann es durch authentische Führung gefördert werden? Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung sprechen dafür. Darüber hinaus wurde der Einfluss von Core Job Characteristics, Selbstwirksamkeit und Commitment gegenüber der Führungskraft auf diesen Zusammenhang untersucht. Die Hypothesenentwicklung erfolgte auf Basis der Substitutes for Leadership, Social Cognitive und Social Exchange Theory. 152 TeilnehmerInnen beantworteten einen 67 Items umfassenden Paper-Pencil Fragebogen. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung legen eine teilweise Mediation des Zusammenhangs zwischen authentischer Führung und Organizational Citizenship Behavior durch Selbstwirksamkeit des Mitarbeiters sowie durch das Aufgabenmerkmal Autonomie als Bestandteil der Core Job Characteristics nahe.

 

Schlüsselworter: Organizational Citizenship Behavior, Core Job Characteristics, Selbstwirksamkeit, Commitment, authentische Führung

 

 

The relation between authentic leadership and organizational citizenship behavior – An empiric analysis concerning the influence of core job characteristics, self-efficacy and commitment

 

Abstract
Organizational citizenship behavior has a positive impact on organizational efficiency. Can it be encouraged by authentic leadership? The results of the present analysis speak in favor of this assumption. Furthermore, the influence of core job characteristics, self-efficacy and commitment towards the leader were examined in this regard. The hypotheses were developed on the basis of the substitutes for leadership, social cognitive and social exchange theory. 152 participants completed a paper-pencil questionnaire consisting of 67 items. The results of the present analysis suggest a partial mediation of the relation between authentic leadership and organizational citizenship behavior through the employee’s self-efficacy as well as autonomy as part of the core job characteristics.

 

Keywords: organizational citizenship behavior, core job characteristics, self-efficacy, commitment, authentic leadership

 

 

Jana Silfang
FOM – Hochschule für Oekonomie
und Management, Wirtschaftspsychologie
Herkulesstraße 32
D-45127 Essen
jana@silfang.com

 

 


Organisationale Gerechtigkeit und Entlohnung aus Perspektive der Mitarbeitenden
Andrea Müller

 

Zusammenfassung
Die Fragestellung nach einer angemessenen und gerechten Entlohnung ist von aktueller Brisanz. Für Unternehmen spielt die Gestaltung von Vergütungssystemen eine wichtige Rolle, etwa für die Motivierung oder Demotivierung der Mitarbeitenden. Allerdings wurden Lohneinstufungsverfahren bisher fast ausschließlich durch Praxis und Beratung entwickelt. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde diese Thematik aufgegriffen und mit Hilfe der Theorien zur organisationalen Gerechtigkeit untersucht. Zunächst wurde mittels bestehender Literatur und Forschung die Etablierung des Forschungszweigs sowie der aktuelle Stand zu organisationaler Gerechtigkeit und Entlohnung erarbeitet. Danach wurde untersucht, welche Kriterien Mitarbeitende nutzen, um die Gerechtigkeit von Lohneinstufungsverfahren zu beurteilen, und wie diese Kriterien in den gängigen Einstufungsverfahren abgebildet sind.

 

Schlüsselwörter: Organisationale Gerechtigkeit, Entlohnung, Basislohn

 

 

Organizational justice and compensation from the employees’ perspective

 

Abstract
The question of a fair and equitable remuneration is of current relevance. For companies, the design of remuneration systems plays an important role, such as motivating or demotivating employees. However, wage classification procedures have so far been developed almost exclusively through practice and consultation. As part of a research project, this topic was taken up and examined based on the theories of organizational justice. First, the establishment of the branch of research as well as the current status of organizational justice and remuneration were developed by means of existing literature and research. It then examined what criteria employees use to judge the fairness of compensation systems and how these criteria are depicted in the current systems and procedures.

 

Keywords: organizational justice, compensation management, compensation systems, fairness perception

 

 

Prof. Dr. Andrea Müller
Zürcher Hochschule für Angewandte
Wissenschaften
School of Management and Law
Zentrum für Human Capital Management
Stadthausstrasse 14
CH-8401 Winterthur
andera.mueller@zhaw.ch

 

 


Testen ohne Barrieren – AGG- und DIN-gerechte Eignungsprüfung von Bewerberinnen und Bewerbern mit Behinderung
Gerhard Gros

 

Zusammenfassung
Die Neufassung der DIN 33430 verlangt eine besondere Berücksichtigung der Belange behinderter Kandidatinnen und Kandidaten. Die Norm greift damit die Forderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) auf, die allerdings bisher nur selten mit den üblichen Instrumenten der Eignungsdiagnostik bedient werden. Besonders mit Rücksicht auf die Bedarfslage öffentlicher Verwaltungen ist ein Diagnosekonzept erforderlich, das auch bei Bewerberinnen und Bewerbern mit Behinderung Eignungsurteile erlaubt, die sowohl den fachlichen Standards der Bestenauslese als auch dem Gleichbehandlungsgebot und den Forderungen der DIN 33430 entsprechen. Einen in der Personalpraxis bewährten und zugleich theoretisch wie auch empirisch untermauerten Ansatz beschreibt der folgende Beitrag.

 

Schlüsselwörter: AGG, Barriere, Behinderung, DIN 33430, Eignungstest, Gleichbehandlung, Leistungstest

 

 

Barrier-free testing: AGG- and DIN-compliant aptitude testing of applicants with disabilities

 

Abstract
The new version of DIN 33430 requires special consideration of the needs of disabled candidates. The standard thus takes up the requirements of the General Equal Treatment Act (AGG), which have hitherto rarely been served by the usual diagnostic tools for aptitude. Particularly with regard to the requirements of public administrations, a diagnostic approach is required which also allows aptitude assessments for candidates with disabilities that not only meet professional standards on the basis of merit, but also comply with the non-discrimination precept and the requirements of DIN 33430. The following contribution describes a theoretically and empirically underpinned approach that has proved reliable in personnel practice.

 

Keywords: AGG, barrier, disability, DIN 33430, aptitude testing, equal treatment

 

 

Gerhard Gros
Diplom-Psychologe
KI.TEST GmbH
Domstraße 55-73
D-50668 Köln
nc-grosge2@netcologne.de

 

 


Sind Arbeitgeberwettbewerbslabels nur für Berufserfahrene interessant? – Berufserfahrung als Moderator des Einflusses von Arbeitgeberwettbewerbslabels auf die Arbeitgeberattraktivität
Patrick Müller, Paulina Blessing & Karsten Schulte-Deußen

 

Zusammenfassung
Arbeitgeberwettbewerbslabels werden von vielen Unternehmen unter anderem als Möglichkeit zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität im Personalmarketing genutzt. Frühere Studien zeigten jedoch, dass Arbeitgeberwettbewerbslabels bei Berufseinsteigern keine signifikanten Auswirkungen auf die organisationale Attraktivität hatten. In der vorliegenden Studie wurden neben Berufseinsteigern auch Berufserfahrene im Hinblick auf den Einfluss von Arbeitgeberwettbewerbslabels auf die Arbeitgeberattraktivität untersucht.Bei den Berufseinsteigern fand sich erneut, dass Arbeitgeberwettbewerbslabels wenig Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität hatten. Bei den Berufserfahrenen zeigte sich, dass das Arbeitgeberwettbewerbslabel für sich allein nur bei unbekannten Unternehmen die Arbeitgeberattraktivität steigerte. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass besonders unbekanntere Unternehmen bei der Rekrutierung Berufserfahrener vom Einsatz von Arbeitgeberwettbewerbslabels profitieren können.

 

Schlüsselwörter: Arbeitgeberattraktivität, Arbeitgebermarke, Employer Branding, Arbeitgeberwettbewerbslabels, Personalmarketing, Mitarbeiterbefragung, Berufserfahrung

 

 

Are employer competition labels only of interest to experienced professionals? – Work experience as a moderator of the impact of employer competition labels on organizational attractiveness

 

Abstract
Many companies use employer competition labels in their personnel marketing as a means to increase their organizational attractiveness. However, previous studies have shown that graduates do not use this information in their judgement of organizational attractiveness. In the current study, a possible impact of employer competition labels on organizational attractiveness was investigated with students as well as experienced employees. For students, again, employer competition labels did not influence organizational attractiveness. In contrast, experienced employees use the information in their judgement when the organization is not well-known. The findings demonstrate that especially less well-known companies can profit from employer competition labels when recruiting experienced employees.

 

Keywords: organizational attractiveness, employer branding, employer competition labels, employer branding certifications, personnel marketing, best employer surveys, professional experience

 

 

Paulina Blessing
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

 

Dr. Karsten Schulte-Deußen
Great Place to Work Deutschland

 

Prof. Dr. Patrick Müller
Hochschule für Technik Stuttgart
Schellingstraße 24
70174 Stuttgart
patrick.mueller@hft-stuttgart.de

 

 


Tausche alt gegen neu: Was motiviert Konsumenten, funktionierende Produkte gegen neue zu ersetzen, und welche Rolle spielt dabei der Gebrauchtwarenmarkt?
Georg Felser

 

Zusammenfassung
Die Entscheidung, ein funktionierendes altes Produkt gegen ein neues einzutauschen, kann erleichtert werden, je nachdem, was mit dem alten geschieht. Die vorliegende Studie untersucht die Bedingungen, unter denen Konsumenten geneigt sind, das Alte durch das Neue zu ersetzen, indem sie verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Folgen für das alte Gut vergleicht. Da Konsumenten es generell begrüßen, wenn es für ihre alten Produkte umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen gibt, sollte eigentlich der Verkauf auf dem Gebrauchtwarenmarkt besonders beliebt sein: Bei dieser Option ist es besonders wahrscheinlich, dass das alte Produkt weiterhin genutzt wird, und überdies bringt sie noch einen ökonomischen Vorteil. Überraschenderweise stützen die Daten der vorliegenden Studie diese Erwartung nicht: Allem Anschein nach verschenken oder spenden Konsumente ihre alten Güter lieber, als dass sie weiterverkaufen – und sie bevorzugen es auch, Geld durch ein Sonderangebot zu sparen, als es beim Verkaufen einzunehmen.
 

 

Schlüsselwörter: Konsumentenverhalten, Nachhaltigkeit, Gebrauchtwaren

 

 

 

Trading in the old for the new: What motivates consumers to replace well-functioning old products for new ones, and what role does the second-hand market play in this decision?

 

Abstract
Replacing well-functioning old goods with better new ones is a very common pattern in consumer behaviour. The decision to get something new can even be fostered, depending on what happens to the old good. The present study examines the conditions under which people are inclined to replace an old good with a new one by comparing the effect of different offers with different implications for the old product. Since consumers appreciate eco-friendly, sustainable solutions for their old goods selling them on the secondhand market should be one of the most popular options for consumers who consider replacing the old with the new: It bears the greatest probability that the old good will be used further by someone who really wants it, and besides, it brings an economic benefit. Surprisingly, the data of the present study do not support this notion. Consumers seem to prefer giving the old product away as a gift or a donation over selling it on the second-hand market. And people seem to prefer making money by a price cut than by their own success as a seller.
 

 

Keywords: consumer behaviour, sustainability, second-hand market

 

 

Prof. Dr. Georg Felser
Hochschule Harz
Wirtschaftspsychologie
Friedrichstraße 57-59
D-38855 Wernigerode
gfelser@hs-harz.de

 

 


Interkulturelle Kompetenz und Migration. Eine empirische Untersuchung zu Einflussfaktoren des interkulturellen Erfolgs
Petia Genkova

 

Zusammenfassung
Interkulturelle Kontakte gehören mittlerweile zum alltäglichen Leben dazu. Durch die unterschiedlichen kulturellen Denk- und Verhaltensmuster der beteiligten Individuen entstehen jedoch viele Missverständnisse, Konflikte und Stress. Dies gilt ebenfalls für Auslandsaufenthalte. Als Lösungen werden in der Praxis Trainings und Kompetenzsteigerung gefordert. Doch ob Interkulturelle Kompetenzen diese Probleme lösen können, bedarf einer verstärkten Forschung. Diese Studie beschäftigt sich mit der Frage, welche Wechselwirkungen zwischen einer kurzfristigen Migration und der Interkulturellen Kompetenz und der Persönlichkeits- und Kontextvariablen bestehen. Die Ergebnisse zeigen, dass Interkultureller Kontakt tatsächlich Probleme mit sich bringt und Kompetenzmerkmale wie Interkulturelle Kompetenz und Persönlichkeitsmerkmale wie Offenheit einen Einfluss auf die erfolgreiche Migration ausüben. Letztendlich sind die soziokulturelle und psychologische Anpassung Voraussetzungen für den interkulturellen Erfolg. Bei der Förderung der soziokulturellen Anpassung kommt es allerdings nicht auf die Quantität der Kontakte zu Angehörigen der Gastkultur an, sondern auf deren Qualität. Des Weiteren nehmen Vorstellungen und landeskundliches Wissen über die Gastkultur keinen Einfluss auf die soziokulturelle Anpassung.

 

Schlüsselwörter: Interkulturelle Kompetenz, Migration, Kultur, Stress

 

 

Intercultural competence and migration. An empirical study into the influencing factors of intercultural success

 

Abstract
Intercultural contacts belong to everyday life. A number of misunderstandings, conflicts, and stress result from the different cultural patterns of thinking and behaving of the involved persons. This is also true for temporary stays abroad. As a solution, trainings and promotion of competencies are called for. However, further research is needed to find out whether intercultural competencies can solve these problems. This study focusses on which interactions exist between a short-term migration and intercultural competence and the personality and context variables. The study results show that intercultural contacts in fact lead to problems and that competencies such as intercultural competence and personality traits have an impact on migration success. Finally, socio-cultural and psychological adaptations are prerequisites for intercultural success. It is the quality of the contacts, not the quantity of contacts to the host culture which is essential for promotion of socio-cultural adaptation. Furthermore, beliefs and regional knowledge about the host culture do not have an impact on socio-cultural adaptation.

 

Keywords: intercultural competence, migration, culture, stress

 

 

Prof. Dr. Petia Genkova
Hochschule Osnabrück
Caprivistraße 30A
D-49076 Osnabrück
p.genkova@hs-osnabrueck.de

 

 


The effect of risk attitude, trust and social norms on the investment choice between shares, bank deposits, and residential real estate in New Zealand and Germany*
Simon Kemp, Zhe Chen, Detlef Fetchenhauer & Tim Steiniger

 

Abstract
We considered the investment choices of samples of New Zealanders and Germans into shares, bank term deposits, and residential real estate, and investigated how these choices varied with Investment Risk Attitude, economic trust and the behaviour of close others. Within both samples, share investment increased with Investment Risk Attitude, economic trust and share investment by close others. Real estate investment was related to similar investment by close others and showed some tendency to increase with decreasing trust in Germany, but generally was less strongly related to the variables studied here. Moreover, the choice of shares as an investment was similarly influenced in both New Zealand and Germany, but the choice to invest in real estate was affected differently.

 

Keywords: investment, risk attitude, shares, trust, social norms

 

 

Einfluss von Risikoeinstellung, Vertrauen und sozialen Normen auf Investitionsentscheidungen zwischen Geldanlagen, Bankeinlagen und Wohnimmobilien in Neuseeland und Deutschland

 

Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie wurden Geldanlagen von Deutschen und Neuseeländern in Aktien, Bankeinlagen und Wohnimmobilien untersucht und es wurde analysiert, inwiefern diese Investitionsentscheidungen mit Risikoeinstellungen bei der Geldanlage, ökonomischem Vertrauen und dem Verhalten von nahestehenden Bezugspersonen zusammenhängen. In beiden Stichproben ergaben sich positive Korrelationen zwischen Aktienbesitz einerseits und Risikoeinstellungen bei der Geldanlage, ökonomischem Vertrauen und dem Aktienbesitz nahestehender Bezugspersonen. In Deutschland korrelierte der Besitz von Wohnimmobilien mit dem Wohnungsbesitz nahestehender Bezugspersonen sowie in gewissen Maße negativ mit dem ökonomischen Vertrauen. Insgesamt waren die Zusammenhänge der untersuchten Variablen mit dem Besitz von Wohneigentum jedoch geringer als mit dem Besitz von Aktien. Darüber hinaus zeigte sich, dass Aktienbesitz in beiden Ländern mit den gleichen Variablen zusammenhing, der Besitz von Wohnimmobilien jedoch in beiden Ländern durch unterschiedliche Variablen beeinflusst wurde.

 

Schlüsselwörter: Geldanlage, Risikoeinstellung, Aktien, Vertrauen, soziale Normen

 

 

Dr. Zhe Chen
zhe.chen@canterbury.ac.nz

 

Prof. Detlef Fetchenhauer
detlef.fetchenhauer@uni-koeln.de

 

Tim Steiniger
tim.steiniger@gmx.de

 

Prof. Simon Kemp
Psychology Department
University of Canterbury
Private Bag 4800
Christchurch NZ-8041
simon.kemp@canterbury.ac.nz

 

 


Work-Life-Balance, berufliches Bewältigungsverhalten und seelische Gesundheit bei berufstätigen Frauen aus Südkorea und Deutschland: eine kulturvergleichende Pilotstudie
Wolfgang Schulz, Min Ah Shin & Gerhard Schmid-Ott

 

Zusammenfassung
Hintergrund: Berufliche und familiäre Risiko- und Schutzfaktoren sind für die Entstehung psychischer Belastungen und Störungen von erheblicher Bedeutung. Kulturelle Besonderheiten sind dabei zu beachten. Verglichen werden berufliche und familiäre Risiko- und Schutzfaktoren sowie Zusammenhänge mit psychischen Belastungen bei berufstätigen Frauen aus Südkorea und Deutschland. Methodik: Anhand von Fragebögen wurden die Rollenqualitäten in den Bereichen Beruf, Partnerschaft, Elternschaft und Haushalt (FRQ), das Arbeitsbezogene Verhaltens- und  Erlebensmuster (AVEM) sowie die Symptombelastung (BSI) von 99 berufstätigen Frauen aus Südkorea und 98 berufstätigen Frauen aus Deutschland erhoben. Ergebnisse: Südkoreanische und deutsche Frauen unterscheiden sich nicht hinsichtlich ihrer Zufriedenheit und ihrer Belastung in verschiedenen Lebensbereichen, allerdings zeigen Südkoreanerinnen weniger adäquate Bewältigungsstrategien im Beruf und sind insgesamt stärker psychisch belastet. Die größte diskriminatorische Bedeutung für die psychische Belastung kommt der Nationalität zu. Zufriedenheit mit dem Beruf fördert die psychische Gesundheit, während Belastungen durch Elternschaft und Resignationstendenzen bei Misserfolgen zu verstärkter Symptombelastung führen. Diskussion: Die Ergebnisse sprechen für die Bedeutung kulturspezifischer Faktoren beim Einfluss beruflicher und familiärer Risiko- und Schutzfaktoren für die Entwicklung psychischer Belastungen. In künftigen Studien muss untersucht werden, um welche kulturellen Faktoren es sich im Einzelnen handelt.
 

 

Schlüsselwörter: Berufstätige Frauen, berufliche Bewältigungsverhalten, familiäre und berufliche Rollenqualitäten, psychische Belastung, Kulturvergleich, Südkorea

 

 

Work-life balance, occupational coping behavior and mental health of professional women in South Korea and Germany: a cross-cultural pilot study
 

 

Abstract
Background: Occupational and family risk and protection factors are of great importance for the development of psychological stress and disorders. Cultural characteristics must be considered. We compare occupational and family risk and protection factors as well as connections to psychological stress in women in South Korea and Germany. Methods: Based on questionnaires, the roles were assessed in the fields of work, partnership, parenthood and household (FRQ), the work-related experience and behaviour pattern (AVEM) and symptom severity (BSI) of 99 professional women in South Korea and 98 professional women from Germany. Results: South Korean and German women do not differ in terms of their satisfaction and their burden in different areas of life, but South Korean have less adequate stress management strategies in their careers and are generally more psychologically burdened. The greatest discriminatory significance for the psychological stress is nationality. Satisfaction with the occupation improves the mental health, while burdens from parenthood and resignation tendencies in case of failure lead to increased psychological symptoms. Conclusion: The results speak for the importance of cultural-specific factors in the influence of occupational und family risk and protection factors for the development of psychological stress. In future studies, it will be necessary to investigate the cultural factors in detail.

 

Keywords: employed women, occupational coping behavior, family and professional roles, mental stress, intercultural comparison, South Korea

 

 

Prof. Dr. Wolfgang Schulz
Institut für Psychologie
Technische Universität Braunschweig
Humboldtstraße 33
D-38106 Braunschweig
wolfgang.schulz@tu-bs.de

 

 


Entwicklung und Validierung einer Skala zur Erfassung von Motiven für Präsentismus am Arbeitsplatz (SEMPA)
Ann Cathrin Bach & Katja Mierke

 

Zusammenfassung
Zahlreiche Studien belegen die Relevanz von Präsentismus für die Gesundheit der Arbeitnehmer und die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen, fokussieren jedoch überwiegend auf Prävalenz  und Korrelate des Phänomens, trotz Krankheit zur Arbeit zu gehen. Ziel der Studie ist daher die Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung von Motiven für Präsentismusverhalten für den deutschsprachigen Raum zwecks gezielterer Gestaltung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen. Das auf Basis von Experteninterviews, einer Pilotstudie (N = 54) und einer Hauptstudie (N = 331) entwickelte Instrument besteht aus 21 Items und weist eine klar interpretierbare fünffaktorielle Struktur sowie gute psychometrische Eigenschaften auf. Das Motiv Intrinsisches Pflichtgefühl gegenüber den Arbeitsaufgaben sagt die Ausprägung von Präsentismusverhalten in einer multiplen linearen Regressionsanalyse am besten vorher, gefolgt von Pflichtgefühl gegenüber den Kollegen und Wahrung des sozialen Ansehens. Furcht vor negativen  Konsequenzen und Ablenkung sind als weitere Prädiktoren nur marginal signifikant. Die fünf Motivfaktoren korrelieren inhaltlich sinnvoll differenziell mit wahrgenommener organisationaler Gerechtigkeit, was für ihre Konstruktvalidität und praktische Nutzbarkeit spricht.

 

Schlüsselwörter: Präsentismus, Motive, Diagnostik, organisationale Gerechtigkeit

 

 

Development and validation of an instrument assessing motives for presenteeism at the workplace

 

Abstract
Numerous studies demonstrate the impact of presenteeism on employees’ health as well as on companies’ profitability, but largely focus on prevalence and correlates of going to work despite of sickness. The aim of the present study was thus to develop and validate a questionnaire to assess motives for presenteeism in German speaking regions in order to allow for appropriate prevention and intervention programs. The instrument as developed based on expert interviews, a pilot study (N = 5 4), a nd t he m ain s tudy (N = 331), consists of 21 items showing a well-interpretable five-factorial structure as well as good psychometric properties. In a multiple linear regression analysis, the motive intrinsic commitment towards tasks and duties predicts presenteeism behavior best, followed by intrinsic commitment towards colleagues, and preserving reputation. Fear of negative consequences and distraction form only marginally significant further predictors. The five motive factors show meaningfully differentiating correlations with perceived organizational justice, lending support to their respective construct validity and applied usability.

 

Keywords: presenteeism, motives, diagnostics, organizational justice

 

 

Ann Cathrin Bach, M.A.
(Business Psychology)
Hochschule Fresenius
Fachbereich Wirtschaft und Medien
Im Media Park 4c
D-50670 Köln
anncathrin.bach@gmail.com

 

Prof. Dr. Katja Mierke
Diplom-Psychologin
Hochschule Fresenius
Fachbereich Wirtschaft und Medien
Im Media Park 4c
D-50670 Köln
mierke@hs-fresenius.de

 

 


Wirtschaftspsychologie
20. Jahrgang · Heft 2 · 2018
Pabst, 2018
ISSN-Nr. 1615-7729
Preis: 12,50 €

 

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