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Wirtschaftspsychologie

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2024-3-4

Inhaltsverzeichnis

 

Editorial: Die Zukunft der Arbeit gestalten: Menschenzentrierte 
Ansätze im Zeitalter von Digitalisierung und KI
Daniel Thiemann

 

Digitale Lernwerkstatt als Konzept zur Förderung der digitalen Medienkompetenzen älterer Menschen. 
Eine qualitative und quantitative Evaluationsstudie
Erko Martins, Petra Wolfert, Gabriele Taube, Valerie I. Elss & Michelle Marggraff

 

Von Vielfalt profitieren: Die Rolle von Diversity Beliefs für den Wissensaustausch in altersdiversen Teams
Tamara Ronski, Franziska Jungmann & Daniel Thiemann

 

Wirkung von Hintergrundbildern in Videokonferenzen: Warum es nicht egal ist, was im Hintergrund zu sehen ist
Stefanie Winter, Jana Mischler, Chantal Bitsch, Clarissa Fiedler, Jana-Jill Jambor, Julia Schmitt & Julio Lasut

 

Values in Action – Inventory of Strength (VIA-IS) in VR: Optimierung der User Experience in einer interaktiven VR-Anwendung für Psychodiagnostik
Bianca Ksienzyk-Kreuziger, Louis Teber, Marlene von Lipinski,Heribert Nacken & Ingo Zobel

 

Einfluss von Usability auf das Arbeitsengagement und die emotionale Erschöpfung von Mitarbeitenden. Eine experimentelle Längsschnittuntersuchung
Tim-Can Werning

 

Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich im Mittelstand einsetzen: Wie ein humanzentrierter Gestaltungsansatz zu einer erfolgreichen Einführung von KI-basierter Entscheidungsassistenz verhilft
Sarah Hatfield, Lara Watermann, Antonia Markus, Katharina Buschmeyer, Sven Münker & Johanna Werz

 

Alter(n)sgerechte Arbeit – Demografieberatung für Beschäftigte und  Betriebe
Alexandra Weilhartner, Irmgard Mausz & Daniel Thiemann

 

Nachrichten von der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs)
27. GWPs Jahrestagung in Köln
Christian Dries, Aaron Pickhardt & Carolin Zach

 


Wirtschaftspsychologie, 2024.26:178-182
DOI: doi.org/10.2440/004-0035

Die Zukunft der Arbeit gestalten: Menschenzentrierte Ansätze im Zeitalter von Digitalisierung und KI

Daniel Thiemann
International School of Management

Zusammenfassung
Das „New Normal“ der Arbeitswelt ist ein weitreichendes Phänomen, welches primär die Transformation hin zu flexibleren, technologiegestützten Arbeitsmodellen umfasst, die durch Digitalisierung, hybride Arbeitsformen und demografische Veränderungen geprägt ist. Dies stellt Unternehmen vor umfassende Herausforderungen. Um Chancen zu nutzen und negative Folgeerscheinungen zu vermeiden, werden nachfolgend wirtschaftspsychologische Ansätze für eine menschenzentrierte Gestaltung dieses Wandels vorgestellt. Die Themen umfassen u. a. die Förderung digitaler Kompetenzen älterer Menschen, Diversity Beliefs in altersdiversen Teams und die Effekte von Hintergrundbildern in Videokonferenzen. Weiterhin wird die Optimierung von Virtual Reality in der Psychodiagnostik und der Einfluss von Usability auf Mitarbeiterengagement und Wohlbefinden betrachtet. Zudem werden Unternehmensprojekte vorgestellt, welche die Einführung KI-basierter Systeme im Mittelstand und die Beratung zu alter(n)sgerechter Arbeit thematisieren. 

Schlüsselwörter: New Normal, Digitalisierung, KI, New Work, Digitale Transformation, Arbeitswelt 4.0, Demografischer Wandel

 

Shaping the future of work: Human-centric approaches in the age of digitalization and AI

Abstract
The “new normal” in the world of work is a far-reaching phenomenon that primarily encompasses the transformation towards more flexible, technology-supported working models characterized by digitalization, hybrid forms of work and demographic changes. This poses extensive challenges for companies. In order to take advantage of opportunities and avoid negative consequences, business psychology approaches for a human-centered design of this change are presented below. Topics include the promotion of digital skills among older people, diversity beliefs in age-diverse teams and the effects of background images in video conferences. The optimization of virtual reality in psychodiagnostics and the influence of usability on employee engagement and well-being will also be examined. In addition, company projects are presented that focus on the introduction of AI-based systems in SMEs and advice on age-appropriate work. 

Keywords: new normal, digitalization, AI, new work, digital transformation, world of work 4.0, demographic change

 

Korrespondierender Autor
Prof. Dr. Daniel Thiemann 
Departmentleiter Wirtschaftspsychologie 
International School of Management
Im MediaPark 5c, 50670 Köln
daniel.thiemann@ism.de


 

 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:183-199
DOI: doi.org/10.2440/004-0036

Digitale Lernwerkstatt als Konzept zur Förderung der digitalen Medienkompetenzen älterer Menschen. Eine qualitative und quantitative Evaluationsstudie

Erko Martins, Petra Wolfert, Gabriele Taube, Valerie I. Elss & Michelle Marggraff
Fachhochschule des Mittelstands (FHM) 

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag stellt die im BMBF-geförderten Forschungsprojekt „DigiKomS“ konzipierte digitale Lernwerkstatt (DLW) vor, mit der bei Menschen ab 70 Jahren die digitalen Kompetenzen und die Absicht zur (verstärkten) Nutzung digitaler Medien gefördert werden sollten. Durch die digitale Bildung von Seniorinnen und Senioren soll ein Beitrag zur Erweiterung ihrer sozialen Teilhabe, Abwendung von Vereinsamung, aber auch zur Stärkung ihrer Möglichkeiten der Teilhabe am wirtschaftlichen und kulturellen Leben geleistet werden. Die DLW wurde auf der Basis des etablierten pädagogischen Konzepts der Lernwerkstatt entwickelt und zunächst formativ mit 55 teilnehmenden Seniorinnen und Senioren in einem Prä-Post-Design quantitativ evaluiert. Auf der Basis dieser Ergebnisse wurden Anpassungen zur Optimierung an der DLW vorgenommen, die dann in der veränderten Version mit 77 Seniorinnen und Senioren summativ, und zwar ebenfalls im Prä-Post-Design quantitativ evaluiert wurde. Die Wirksamkeit der DLW konnte u.a. anhand signifikanter Verbesserungen bei Einstellungen, Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und Ängsten im Umgang mit digitalen Medien belegt werden. Zudem zeigten sich in ex-post durchgeführten qualitativen Interviews mit 20 DLW-Teilnehmenden und 10 Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern weitere positive Wirkungen auf die erlebte soziale Teilhabe, aber auch einige negative Seiten der DLW sowie Ansätze zur weiteren Optimierung. Stärken und Schwächen dieses Konzepts der DLW in der praktischen Anwendung sowie Implikationen zur gezielten Weiterentwicklung werden im Beitrag herausgestellt.

Schlüsselwörter: digitale Kompetenzen, Seniorinnen und Senioren, Lernwerkstatt, Theorie des geplanten Verhaltens

 

Digital Learning Workshop as a Concept for Promoting Digital Media Competencies in Older Adults: A Qualitative and Quantitative Evaluation Study

Abstract
In our article we present the Digital Learning Workshop (DLW) developed within the BMBF-funded research project “DigiKomS”, aimed at enhancing digital competencies and the intention to (increasingly) use digital media among individuals aged 70 and above. Through the digital education of seniors, the project seeks to contribute to expanding their social participation, preventing loneliness, and strengthening their opportunities for involvement in economic and cultural life. The DLW was developed based on the established pedagogical concept of the learning workshop and was quantitatively evaluated formatively with 55 participating seniors in a pre-post study design. Based on these results, modifications were made to optimize the DLW, which was then summatively evaluated in its revised version with another 77 participating seniors, also in a pre-post study design. The effectiveness of the DLW was demonstrated through significant improvements in attitudes, competencies, self-efficacy, and anxiety related to the use of digital media. Additionally, qualitative ex-post interviews conducted with 20 DLW participants and 10 learning facilitators revealed further positive effects on perceived social inclusion, as well as some negative aspects of the DLW and suggestions for further optimization. The article discusses the strengths and weaknesses of this DLW concept in practical application, as well as implications for targeted further development.

Keywords: digital competencies, seniors, learning workshop, theory of planned behavior

 

Korrespondierender Autor
Prof. Dr. Erko Martins
Wirtschafts- und Sozialpsychologie
Fachhochschule des Mittelstands (FHM) 
Campus Rostock
Kröpeliner Str. 85, 18055 Rostock
erko.martins@fh-mittelstand.de


 

 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:200-213
DOI: doi.org/10.2440/004-0037

Von Vielfalt profitieren: Die Rolle von Diversity Beliefs für den Wissensaustausch in altersdiversen Teams

Tamara Ronskia, Franziska Jungmannb, Daniel Thiemannb
a Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
b International School of Management 

Zusammenfassung
Die demografische Entwicklung in Deutschland führt zu zunehmender Altersdiversität in Organisationen und Teams. Studien zeigen jedoch widersprüchliche Ergebnisse zu den Auswirkungen von Altersdiversität auf Wissensaustausch und Teamleistung. Diese Arbeit untersucht die Diversity Beliefs von Teammitgliedern als möglichen Moderator zwischen Altersvielfalt und Wissensaustausch. Eine Befragung von 313 Mitarbeiter*innen ergab, dass positive Diversity Beliefs selbstständig den Wissensaustausch fördern. Ein Interventionsdesign zur Verbesserung dieser Beliefs wurde mit 41 Führungskräften getestet. Nach dem Training zeigten die Teilnehmenden eine positivere Einstellung zu Altersdiversität. Diversity Beliefs stellen folglich einen wesentlichen Faktor für den Wissensaustausch in altersdiversen Teams dar. Diese Arbeit trägt zur Forschung über Diversity Beliefs bei und bietet Organisationen ein Instrument dafür, wie sie bei Führungskräften gefördert werden können.

Schlüsselwörter: Altersdiversität, Demografischer Wandel, Teamarbeit

 

Benefiting from diversity: The role of diversity beliefs on knowledge sharing in age-diverse teams

Abstract
Demographic developments in Germany are leading to increasing age diversity in organizations and teams. However, studies show contradictory results on the effects of age diversity on knowledge sharing and team performance. This paper examines team members’ diversity beliefs as a possible moderator between age diversity and knowledge sharing. A survey of 313 employees revealed that positive diversity beliefs independently promote knowledge sharing. An intervention design to improve these beliefs was tested with 41 managers. After the training, the participants showed a more positive attitude towards age diversity. Diversity beliefs are therefore a key factor for knowledge sharing in age-diverse teams. This work contributes to research on diversity beliefs and provides organizations with a tool on how to promote them among managers.

Keywords: Age Diversity, Demographic Change, Teamwork

 

Korrespondierende Autorin
Tamara Ronski
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Treskowallee 8, 10318 Berlin
tamara@ronski.eu 

 


 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:214-230
DOI: doi.org/10.2440/004-0038

Wirkung von Hintergrundbildern in Videokonferenzen: Warum es nicht egal ist, was im Hintergrund zu sehen ist

Stefanie Winter, Jana Mischler, Chantal Bitsch, Clarissa Fiedler, Jana-Jill Jambor, Julia Schmitt & Julio Lasut
Hochschule Darmstadt

Zusammenfassung
Videokonferenzen sind als Teil des „New Normal“ aus unserem beruflichen Alltag kaum mehr wegzudenken. Bei eingeschalteter Kamera erhält man dabei neben dem Blick auf die Person automatisch auch einen Einblick in den „Raum“, in dem eine Person sich (real oder virtuell) befindet. Psychologisch stellt sich nun die Frage, wie sich unterschiedliche Hintergrundbilder in Videokonferenzen auswirken - sowohl auf die Fremdwahrnehmung als auch (sofern das eigene Videobild sichtbar ist) auf die Selbstwahrnehmung. Auf Basis des Stereotype Content Model (Fiske, 2018) und erster Befunde zur Wirkung von Hintergrundbildern (z.B. Hwang et al., 2021) sind Effekte des Hintergrundbildes auf die „Big Two“ der Personenwahrnehmung (Wärme und Kompetenz) anzunehmen. Ergänzend können bei der Selbstwahrnehmung auch Effekte auf das affektive subjektive Wohlbefinden (operationalisiert durch die SPANE nach Diener et al., 2009) angenommen werden. In zwei Online-Experimenten zur Fremdwahrnehmung (within-subject Design, N = 87) und zur Selbstwahrnehmung im Videokonferenzsetting (within-and-between-subject Design, N = 37) wurden diese Effekte in Bezug auf die farbliche Gestaltung eines ansonsten konstant gehaltenen virtuellen Hintergrundes (ein monochromes rotes, blaues, dunkelgrünes oder weißes Bild in einem ansonsten weiß gehaltenen Raum) untersucht. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Effekt der farblichen Hintergrundgestaltung sowohl auf die Fremdwahrnehmung als auch auf die Selbstwahrnehmung und das affektive subjektive Wohlbefinden. 

Schlüsselwörter: Personenwahrnehmung, Videokonferenz, Hintergrundbild, Wärme, Kompetenz, subjektives Wohlbefinden

 

The effect of background images in video conferences: Why it does matter what’s in the background

Abstract
As part of the “new normal”, video conferencing has become an integral part of our everyday working lives. When the camera is switched on, you automatically get an insight into the “room” in which a person is located (real or virtual) in addition to the view of the person. Psychologically, the question now arises as to how different background images affect video conferences - both on the perception of others and (if your own video image is visible) on self-perception. Based on the Stereotype Content Model (Fiske, 2018) and initial findings on the effect of background images (e.g. Hwang et al., 2021), effects of the background image on the “Big Two” of personal perception (warmth and competence) can be assumed. In addition, effects on affective subjective well-being (operationalized by the SPANE according to Diener et al., 2009) can also be assumed in self-perception. In two online experiments on external perception (within-subject design, N = 87) and self-perception (within-and-between-subject design, N = 37), these effects were examined in relation to the color design of an otherwise constant virtual background (a monochrome red, blue, dark green or white image in an otherwise white room). The results show a significant effect of the color background design on the perception of others as well as on the self-perception and the affective subjective well-being.

Keywords: Person perception, video conference, background image, warmth, competence, subjective well-being

 

Korrespondierende Autorin
Prof. Dr. Stefanie Winter
Hochschule Darmstadt, Wirtschaftspsychologie 
Haardtring 100, 64295 Darmstadt
stefanie.winter@h-da.de

 


 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:231-245
DOI: doi.org/10.2440/004-0039

Values in Action – Inventory of Strength 
(VIA-IS) in VR: Optimierung der User Experience in einer interaktiven VR-Anwendung für Psychodiagnostik 

Bianca Ksienzyk-Kreuzigera, Louis Tebera, Marlene von Lipinskia, Heribert Nackenb, Ingo Zobela
a Hochschule Fresenius, University of Applied Sciences Berlin
b RWTH Aachen University

Zusammenfassung
Die Berufswahl am Ende der Schulzeit stellt eine komplexe Herausforderung für junge Menschen dar, besonders angesichts der großen Zahl verfügbarer Optionen. Berufswahlkompetenz erfordert Selbstreflexion, die oft durch quantitative psychodiagnostische Methoden unterstützt wird. Diese traditionellen Methoden kämpfen jedoch häufig mit Problemen wie nachlassendem Engagement und sinkender Motivation der Teilnehmenden, insbesondere bei längeren Inventaren. Vor diesem Hintergrund untersucht dieser Beitrag, ob moderne Technologien wie Virtual Reality (VR) effektive Lösungsansätze bieten können. Präsentiert wird ein in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen entwickelter und überarbeiteter Prototyp zur Diagnose von Stärken. In zwei Studien (N=34 bzw. N=30) wurde dessen User Experience untersucht. Im Vergleich zur ersten Studie zeigen die Ergebnisse verbesserte Treffsicherheit und Durchführbarkeit, allerdings trat Übelkeit in der Nachfolgestudie auf. Der Artikel schließt mit einer Diskussion der Implikationen von VR in der Psychodiagnostik.

Schlüsselwörter: Persönlichkeitsdiagnostik, Gamification, VR, Prototyp, User Experience, VIA-IS

 

Values in Action – Inventory of Strength in VR: 
Enhancing User Experience in an Interactive VR Application for Psychological Assessment

Abstract
Career construction represents a complex decision-making process for young individuals at the end of their school time, particularly due to the abundance of options available. Career choice competence requires self-reflection, often facilitated by quantitative psychodiagnostic methods. However, these traditional methods frequently encounter issues such as declining engagement and diminished motivation among participants, particularly with longer inventories. This paper examines whether modern technologies, such as Virtual Reality (VR), can provide effective solutions to overcome these challenges. We present a prototype for individual strength diagnostics, developed and revised in collaboration with RWTH Aachen. Its user experience was examined in two studies (N=34; N=30). Compared to the initial study, results demonstrate improved accuracy and feasibility; however, nausea occurred in the follow-up study. Finally, implications for psychological assessment in virtual reality are discussed. 

Keywords: personality assessment, gamification, VR, prototype, user experience, VIA-IS 

 

Korrespondierende Autorin
Prof. Dr. Bianca Ksienzyk-Kreuziger
Hochschule Fresenius
Fachbereich Wirtschaft und Medien
Jägerstr. 32, 10117 Berlin
bianca.ksienzyk-kreuziger@hs-fresenius.de

 


 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:246-254
DOI: doi.org/10.2440/004-0040

Einfluss von Usability auf das Arbeitsengagement und die emotionale Erschöpfung von Mitarbeitenden. Eine experimentelle Längsschnittuntersuchung

Tim-Can Werning
Hochschule Offenburg

Zusammenfassung
Arbeitsbedingungen beeinflussen das Wohlbefinden von Beschäftigten fundamental. Während Belastungsfaktoren wie Überstunden gut erforscht sind, ist die Wirkung von schlecht gestalteter Software selten systematisch untersucht. Die vorliegende Studie betrachtet daher die Wirkung von Usability auf das Arbeitsengagement und die emotionale Erschöpfung bei Beschäftigten. Dabei wird angenommen, dass höhere Usability von betrieblicher Software zu einem gesteigerten Arbeitsengagement und reduzierter emotionaler Erschöpfung führt. Zur Untersuchung wurde eine experimentelle Längsschnittuntersuchung mit Kontrollgruppen-Design verwendet. Zu zwei Messzeitpunkten wurden Usability, emotionale Erschöpfung und Arbeitsengagement bei 327 Mitarbeitenden an diversen Standorten einer Unternehmensgruppe erhoben. Zwischen den Messungen wurden bei der Interventionsgruppe Usability-Verbesserungen am System vorgenommen und eine Schulung durchgeführt. Die Interventionsgruppe berichtete nach der Intervention über signifikant höheres Arbeitsengagement und reduzierte emotionale Erschöpfung. Bei der Kontrollgruppe zeigten sich diese Effekte nicht. Damit unterstützen die Befunde der vorliegenden Untersuchung die Hypothese, dass Usability Aspekte des Wohlbefindens beeinflusst. Des Weiteren leitet sich aus den Ergebnissen ab, dass im Bereich der Arbeitspsychologie vermehrt die Gebrauchstauglichkeit interaktiver Systeme in Betracht gezogen werden muss. 

Schlüsselwörter: Usability, Arbeitsengagement, emotionale Erschöpfung, Job Demands-Resources Modell, Mitarbeiterwohlbefinden

 

The Impact of Usability on Employees’ Work Engagement and Emotional Exhaustion: An Experimental Longitudinal Study

Abstract
Working conditions fundamentally affect employees’ well-being. While stress factors such as overtime are well-researched, the impact of poorly designed software is rarely systematically examined. This study, therefore, examines the effect of usability on work engagement and emotional exhaustion among employees. It hypothesizes that higher usability of workplace software leads to increased work engagement and reduced emotional exhaustion. An experimental longitudinal study with a control group design was used for the investigation. At two measurement points, usability, emotional exhaustion, and work engagement were assessed among 327 employees at various locations within a corporate group. Between the measurements, the intervention group received usability improvements to the system and training. The intervention group reported significantly higher work engagement and reduced emotional exhaustion after the intervention. These effects were not observed in the control group. The findings of this study support the hypothesis that usability influences aspects of well-being. Additionally, the results suggest that in the field of occupational psychology, the usability of interactive systems must be increasingly considered.

Keywords: usability, work engagement, emotional exhaustion, job demands-resources model, employee well-being

 

Korrespondierender Autor
Tim-Can Werning
Fakultät Wirtschaft, Hochschule Offenburg, 
Klosterstr. 14, 77723 Gengenbach
E-Mail: tim-can.werning@hs-offenburg.de

 


 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:255-262
DOI: doi.org/10.2440/004-0041

Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich im Mittelstand einsetzen: Wie ein humanzentrierter Gestaltungsansatz zu einer erfolgreichen Einführung von KI-basierter Entscheidungsassistenz verhilft 

Sarah Hatfielda, Lara Watermanna, Antonia Markusb, Katharina Buschmeyera, Sven Münkerb, Johanna Werzb 
a Technische Hochschule Augsburg
b WZL Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen University

Zusammenfassung
In der digitalisierten Arbeitswelt stehen Arbeitnehmende vor komplexen Entscheidungssituationen, die durch große Datenmengen erschwert werden. Intelligente Entscheidungsunterstützungssysteme (IDSS) bieten hier eine wertvolle Hilfe, indem sie Daten analysieren und Handlungsempfehlungen geben. Jedoch zeigen sich in der Praxis oft Herausforderungen bei der Einführung und Akzeptanz dieser Systeme. Dieser Artikel diskutiert die Bedeutung eines menschzentrierten Gestaltungsansatzes bei der Entwicklung und Implementierung von IDSS. Durch die aktive Einbindung der Nutzer in den Entwicklungsprozess können Systeme entstehen, die nicht nur technisch leistungsfähig, sondern auch benutzerfreundlich und akzeptiert sind. Ein Praxisbeispiel veranschaulicht die Umsetzung dieses Ansatzes in einem mittelständischen Unternehmen. Abschließend werden Empfehlungen für eine erfolgreiche Einführung und Evaluation von IDSS in Unternehmen gegeben.

Schlüsselwörter: Künstliche Intelligenz (KI), humanzentriertes Design, Entscheidungsassistenz, Nutzerakzeptanz, Mensch-KI-Zusammenarbeit

 

Successfully Implementing Artificial Intelligence (AI) in small and medium-sized enterprises: How a human-centered design approach facilitates the successful introduction of AI-based Decision Support Systems

Abstract
In the digitized work environment, employees face complex decision-making situations that are complicated by large amounts of data. Intelligent decision support systems (IDDS) offer valuable assistance by analyzing data and providing recommendations for action. However, in practice, challenges often arise during the introduction and acceptance of these systems. This article discusses the importance of a human-centered design approach in the development and implementation of IDSS. By actively involving users in the development process, systems can be created that are not only technically efficient but also user-friendly and widely accepted. A case study illustrates the application of this approach in a medium-sized company. Finally, recommendations are provided for the successful introduction and evaluation of IDSS in companies. 

Keywords: Human-Centered Design, Artificial Intelligence (AI), Decision Support Systems, Human-AI Collaboration, User Acceptance

 

Korrespondierende Autorin
Prof. Dr. Sarah Hatfield
Technische Hochschule Augsburg
An der Hochschule 1, 86161 Augsburg
sarah.hatfield@tha.de

 


 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:263-279
DOI: doi.org/10.2440/004-0042

Alter(n)sgerechte Arbeit – Demografieberatung für Beschäftigte und Betriebe 

Alexandra Weilhartnera, Irmgard Mausz, Daniel Thiemannb
a ÖSB Consulting GmbH
b International School of Management

Zusammenfassung
Der demografische Wandel führt zu einer alternden und abnehmenden Erwerbsbevölkerung und stellt Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Um dem daraus resultierenden Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, gewinnt eine alterns- als auch altersgerechte Arbeitsgestaltung zunehmend an Bedeutung. Im vorliegenden Artikel wird die Demografieberatung für Beschäftigte + Betriebe vorgestellt, ein EU-subventioniertes Leuchtturmprojekt, das seit 2017 alter(n)sgerechte Arbeit flächendeckend in Österreich fördert. Darin wurden bis 2022 insgesamt 1.814 Unternehmen kostenfrei in bis zu fünf Handlungsfeldern abhängig vom identifizierten Reifegrad beraten und in der Umsetzung begleitet. Im Beitrag werden die im Projekt entwickelten Instrumente sowie Erkenntnisse aus deren Implementierung in den beteiligten Unternehmen vorgestellt und reflektiert.

Schlüsselwörter: Demografischer Wandel, Alterns- und Altersgerechte Arbeit

 

Age-appropriate work – demographic consulting for employees and companies

Abstract
Demographic change is leading to an ageing and declining workforce and poses major challenges for the economy and society. In order to counteract the resulting labor shortage, an age- and aging-appropriate work design is becoming increasingly important. This article presents demographic consulting for employees + companies, an EU-financed flagship project that has been promoting age-appropriate work throughout Austria since 2017. A total of 1,814 companies were consulted and supported free of charge until 2022 in the implementation of up to five fields of action, depending on their level of maturity identified. This article presents and reflects on the tools developed in the project and the results of their implementation in the participating companies.

Keywords: Demographic Change, Ageing and Age-Appropriate Work

Korrespondierende Autorin
Mag.a Alexandra Weilhartner, MA MA
Geschäftsführerin ÖSB Consulting GmbH
Obere Donaustr. 33, 1020 Wien
alexandra.weilhartner@oesb.at


 

 

Wirtschaftspsychologie, 2024.26:280-281


Nachrichten von der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs)

27. GWPs Jahrestagung in Köln

Christian Dries, Aaron Pickhardt & Carolin Zach

 


Wirtschaftspsychologie
26. Jahrgang · Heft 3-4 · 2024

Pabst, 2024
ISSN 1615-7729

Wirtschaftspsychologie kann über Genios (www.genios.de) im Volltext recherchiert werden.

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