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Wirtschaftspsychologie

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2019-1-2

Inhaltsverzeichnis

Editorial
FabianChristandl

Mobilitätsbezogene Arbeitsbedingungen und interessierte Selbstgefährdung: Bedeutung für die psychische Gesundheit
Sylvia Kraus & Kerstin Rieder

Durch Meditation bei der Arbeit weniger gestresst? Wirkungen von Meditation und Einsatzmöglichkeiten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement
Katharina Lochner

Abschalten – Psychische Belastungen durch bewusste Smartphone-Auszeiten abbauen
Cassandra Tyana Zinn & Ute Rademacher

Wie kann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingen? Eine Analyse des Einflusses familiärer und beruflicher Unterstützung auf die Lebenszufriedenheit von Karriere-Eltern
Jan Klenk, Patrick Müller & Uta Bronner

Diversity-Potenziale? – Eine explorative Studie über Einstellungen zu Diversity und interkulturellen Stress im Unternehmen
Petia Genkova

Wann sind multikulturelle Teams erfolgreich? – Erkenntnisse aus Theorie und Praxis
Anke Weber, Jessica Stemann & Lisa Nowak

Individueller, interdisziplinärer, digitaler – Die strategische Neuausrichtung des Personalmarketings aus Sicht des Human Resource Managements Patrick Müller, Uta Bronner, Daniela Lohaus,
Anna Baumann & Alexandra Wallemann

Testgüte bei verschiedenen Antwortformaten
Gerhard Gros & Christian Dries

Wahl ohne Qual – Wie Farben unsere Entscheidungen färben
Thomas Bäumer, Sarah Leinberger, Kathrin Beck, Franziska Kolb & Anja Pfeifer


Varia

Einfluss von Zufriedenheitsgrößen auf das Commitment von Berufseinsteigenden mit Vertragsgebundenheit
Tilmann Raff, Jörg Wombacher & Jonas Konrad
 


Mobilitätsbezogene Arbeitsbedingungen und interessierte Selbstgefährdung: Bedeutung für die psychische Gesundheit
Sylvia Kraus & Kerstin Rieder

Zusammenfassung
Berufsbedingte Mobilität geht mit besonderen Arbeitsbedingungen einher, die zu Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit führen können. Es wurde untersucht, ob Arbeitsbedingungen sowie interessierte Selbstgefährdung im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit bei mobiler Arbeit stehen. Hierzu wurden n = 407 mobil Beschäftigte in vier Unternehmen (darunter auch KMU) schriftlich befragt. Die Ergebnisse der multiplen hierarchischen Regression zeigen, dass Burnout (R2 = .36) insgesamt besser erklärt werden kann als psychische Befindensbeeinträchtigungen (R2 = .26). Quantitative Belastungen sowie das Ausdehnen der Arbeitszeit und Präsentismus sind signifikante Prädiktoren für psychische Befindensbeeinträchtigungen. Demgegenüber wird Burnout durch qualitative und quantitative Belastungen, geringen mobilitätsbezogenen Handlungsspielraum, die Dauer der Einsätze sowie Präsentismus signifikant erklärt.

Schlüsselwörter: mobile Arbeit, Dienstreisen, psychische Gesundheit, interessierte Selbstgefährdung, Burnout, Coping, Stress


Conditions of mobile work and self-endangering work behavior: Relevance for mental health

Abstract
Mobile work is associated with certain specific working conditions that can lead to mental health problems. The relationship between working conditions, self-endangering work behavior and mental health was examined. Cross-sectional data relating to n = 407 mobile workers in four organizations (including SMEs) were analyzed. The results of the multiple hierarchical regression analysis confirm that the included predictors explain burnout (R2 = .36) more accurately than short-term impairments of mental health (R2 = .26). Quantitative stressors, extended working hours, and presenteeism (working when sick) are significant predictors of short-term impairments of mental health. In contrast, burnout is explained by qualitative and quantitative stressors, low mobility-related latitude, the duration of business trips, and presenteeism.

Keywords: mobile work, business trips, mental health, self-endangering work behavior, burnout, coping, stress


Sylvia Kraus
Hochschule Aalen – Technik und Wirtschaft
Fakultät Wirtschaftswissenschaften 
Studienbereich Gesundheitsmanagement
Beethovenstraße 1
73430 Aalen


Prof. Dr. Kerstin Rieder
Hochschule Aalen – Technik und Wirtschaft
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Studienbereich Gesundheitsmanagement
Beethovenstraße 1
73430 Aalen

 


Durch Meditation bei der Arbeit weniger gestresst? Wirkungen von Meditation und Einsatzmöglichkeiten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement
Katharina Lochner

Zusammenfassung

Im Zuge der Digitalisierung und Globalisierung der Arbeitswelt rücken Methoden zur Stressprävention zunehmend in den Fokus des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Der vorliegende Artikel fasst Studien zur Wirkung verschiedener Meditationsarten zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Meditation positive Wirkungen hat auf emotionales Erleben und Beziehungsqualität (insbesondere bei der sog. Loving-Kindness-Meditation); auf Körpergewahrsein, Aufmerksamkeit und Gedankeninhalte (insbesondere bei der sog. Atemmeditation); und auf Metakognition und Achtsamkeit (insbesondere bei der sog. Einsichtsmeditation). Dies spricht für eine prinzipielle Eignung der Methode zur Stressprävention im BGM. Die Methode wird ins Instrumentarium des BGM eingeordnet und es werden konkrete Handlungsempfehlungen für ihren Einsatz im BGM gegeben.

Schlüsselwörter: Meditation, Achtsamkeit, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Betriebliche Gesundheitsförderung, subjektives Wohlbefinden, Stress


Does meditating make you feel less stressed at work? The impact of meditation and possible applications in workplace health management

Abstract
Digitalization and globalization put methods for preventing stress into the focus of workplace health management (WHM). This paper summarises the effects of different types of meditation and comes to the conclusion that meditation has positive effects on emotional experience and quality of relationships (particularly so-called loving-kindness meditation); on bodily awareness, attention, and thought contents (particularly so-called breathing meditation); and on meta-cognition and mindfulness (particularly so-called insight meditation). This implies that the method is, in principle, suitable for stress management in the context of WHM. The method is subsumed into the instruments of WHM. Recommendations for action are given.

Keywords: meditation, mindfulness, workplace health management, workplace health promotion, subjective well-being, stress


Prof. Dr. Katharina Lochner
University of Applied Sciences Europe
Reiterweg 26b
58636 Iserlohn


 


Abschalten – Psychische Belastungen durch bewusste Smartphone-Auszeiten abbauen
Cassandra Tyana Zinn & Ute Rademacher

Zusammenfassung

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien und insbesondere das Smartphone bringen einerseits Konnektivität und erhöhte Produktivität mit sich, andererseits kann die Nutzung nachteilige Effekte auf die physische und psychische Gesundheit haben und wird zunehmend im Zusammenhang mit Suchtverhalten diskutiert. Im Rahmen einer zehntägigen Tagebuchstudie (N = 19 Studierende, N = 209 Datenpunkte) wurde erstmals der Zusammenhang zwischen bewusster Smartphone-Abstinenz und psychischer Erholung erhoben. Es wurde angenommen, dass durch Smartphone-Abstinenz das Verlangen nach der Nutzung mehr und mehr abnimmt und die individuelle Fähigkeit zur Selbstkontrolle diesen Effekt moderiert. Darüber hinaus wurde angenommen, dass infolge der Smartphone-Abstinenz die tägliche Erholung zunimmt und die Erschöpfung wiederum abnimmt. Die Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalyse zeigen, dass bewusste Smartphone-Auszeiten durchaus dazu beitragen, Verlangen nach der Nutzung zu reduzieren und im Gegenzug Erholungsprozesse unterstützen. Es ließ sich entgegen der Hypothese kein Moderatoreffekt der Selbstkontrollfähigkeit nachweisen. Die Erkenntnisse verdeutlichen die Wichtigkeit von Smartphone-Auszeiten in Bezug auf das individuelle Wohlergehen und Gesundheit.

Schlüsselwörter: Smartphone-Sucht, Smartphone-Abhängigkeit, Selbstkontrolle, Erholung, problematische Smartphone-Nutzung


Switching off – Is intentional smartphone abstinence a strategy for recovery?

Abstract
Modern information and communication technology and the smartphone in particular involve connectivity and higher productivity on the one hand, on the other hand it can lead to detrimental effects on the physical and psychological health. The present ten-day diary study (N = 19 student smartphone users, N = 209 data points) examines the relationship between smartphone abstinence and daily recovery. It has been assumed that smartphone abstinence is negatively related to craving with the individual self-control capability moderating this relation. Smartphone abstinence is expected to foster daily recovery experiences and to undermine daily exhaustion usually generated by smartphone use. The statistical regression analyses demonstrate that smartphone abstinence reduces daily craving for smartphone use, diminishes exhaustion and supports recovery. In contrast to the hypothesis, the capability of self-regulation did not have a moderating effect. The findings emphasize the importance of smartphone-off-periods concerning the individual well-being and health.

Keywords: smartphone dependence, self-control, smartphone addiction, recovery, problematic smartphone use


Cassandra Tyana Zinn
International School of Management
Brooktorkai 22
20457 Hamburg


Prof. Dr. Ute Rademacher
International School of Management
Brooktorkai 22
20457 Hamburg

 


Wie kann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingen? Eine Analyse des Einflusses familiärer und beruflicher Unterstützung auf die Lebenszufriedenheit von Karriere-Eltern
Jan Klenk, Patrick Müller & Uta Bronner

Zusammenfassung

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewinnt in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Die vorliegende Studie beschäftigt sich daher mit der Frage, welche Einflüsse eine gelungene Vereinbarkeit beider Lebensbereiche begünstigen. Hierfür wurde eine Online-Befragung unter 142 Personen, die sowohl ihre Rolle als Eltern als auch ihre Karriere aktiv und mit hohem Engagement leben und gestalten wollen, durchgeführt. Die vorliegenden Analysen bestätigen, dass die Lebenszufriedenheit der Karriere-Eltern sowohl von der beruflichen als auch der familienbezogenen Vereinbarkeit beeinflusst wird. Weiterhin verdeutlichen die Ergebnisse einer Moderatoranalyse, dass Karriere-Eltern bei einer mittleren oder hohen Unterstützung seitens der Unternehmen kaum auf die Hilfe der Familie bzw. des Partners/ der Partnerin angewiesen sind. Für Eltern, die dagegen nur wenig Unterstützung von ihrem Arbeitgeber erfahren, kann ein kompensatorischer Effekt durch die familiäre Unterstützung nachgewiesen werden. Die Studie unterstreicht somit die zentrale Rolle, die Arbeitgeber für den Erfolg dieses Lebensentwurfes spielen.

Schlüsselwörter: Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Karriere-Eltern, Lebenszufriedenheit, berufliche Unterstützung, familiäre Unterstützung


How can work-family reconciliation work out? An analysis of the influence of work- and family-related support factors on the life satisfaction of career parents

Abstract
The reconciliation between work and family life is gaining more and more importance in modern society. The present study examines the factors supporting the compatibility of work and family. For this purpose, an online questionnaire was conducted with 142 persons, who actively engage in their careers as well as in their role as parents. The present results confirm, that life satisfaction is influenced by a variety of work- as well as family-related variables. In addition, the results of the moderation analysis reveal that career parents who enjoy the benefit of a medium or high level of employer support require little support from their immediate family and partner. In contrast, for parents who receive little employer support a compensational effect of the level of family support was found. The results emphasize the importance of employers to achieve a successful fit between work and family life.

Keywords: work-family fit, career parents, life-satisfaction, work-related support, family-related support


Jan Klenk
Hochschule für Technik Stuttgart
Knollstraße 9
70191 Stuttgart


Prof. Dr. Patrick Müller
Hochschule für Technik Stuttgart
Schellingstraße 24
70174 Stuttgart


Prof. Dr. Uta Bronner
Hochschule für Technik Stuttgart
Schellingstraße 24
70174 Stuttgart

 


Diversity-Potenziale? – Eine explorative Studie über Einstellungen zu Diversity und interkulturellen Stress im Unternehmen
Petia Genkova

Zusammenfassung

Durch die wachsende Heterogenität müssen sich Organisationen vermehrt mit diversen Teams auseinandersetzen und ihr Human Ressource Management den gegenwärtigen Herausforderungen der Arbeitswelt anpassen. Das zentrale Ziel der Untersuchung besteht in der Auseinandersetzung mit Problemfeldern der Personalauswahl und -entwicklung, welche demografische Veränderungen in Bezug auf Migration mit sich bringen. In diesem Zusammenhang stellen Führungskräfte und Personalverantwortliche die Multiplikatoren für den Umgang mit Diversity dar. Andererseits sind die Einstellungen von Mitarbeitern mit und ohne Migrationshintergrund ebenso wichtig, um ein erfolgreiches Diversity-Management zu gestalten. Explorativ sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden: Welche Kompetenzen sind notwendig, um das Potenzial der Personen mit Migrationshintergrund richtig zu erkennen? Müssen die Multiplikatoren diversity-sensibler werden? Welche Kompetenzen müssen im Rahmen der Personalarbeit entwickelt werden, um Personen mit Migrationshintergrund den Einstieg mit möglichst wenig Stress zu ermöglichen und diese zu fördern? Sind dauerhafte Veränderungen in den Organisationsstrukturen erforderlich?
Bei der Studie handelt es sich um eine qualitative, explorative Untersuchung zur Hypothesengenerierung. Es wurden 69 Interviews mit Führungskräften, Personalverantwortlichen und Diversity-Beauftragten sowie mit Mitarbeitern mit und ohne Migrationshintergrund aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen durchgeführt. Weiterhin wurden die intervallskalierten Selbsteinschätzungsskalen quantitativ verglichen. Die Ergebnisse zeigen ein Spannungsfeld zwischen impliziten und expliziten Einstellungen sowie zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung der Relevanz von Einstellungen, Kompetenzen, Maßnahmen und deren Umsetzung in Bezug auf Diversity. Die Mitarbeiter bewerten die Relevanz hierbei deutlich höher als die Führungskräfte, die eigentlichen Multiplikatoren. Weiterhin lässt sich eine unterschiedliche Wahrnehmung in Bezug auf die Belastung von Personen mit Migrationshintergrund, die in Folge von Migrationsstress und/oder diskriminierenden Erfahrungen entstehen, feststellen. Die Ergebnisse weisen auf den Bedarf einer Kompetenzförderung hin, insbesondere in Bezug auf die interkulturelle Kompetenz. Dies gilt viel stärker für Führungskräfte als für Mitarbeiter. Abschließend wurde eine kritische Betrachtung der Ergebnisse vorgenommen mit Bezug auf weitere quantitative Untersuchungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter: Migration, multikulturelle Teams, Diversity, Personalauswahl und -entwicklung, Führung


Diversity potentials? – An explorative study about diversity beliefs and intercultural stress in organisations

Abstract
Due to the development to a more heterogenic population, organisations have to adjust to diverse teams and to adapt their Human Resource Management to the new challenges of the working environment. The central aim of the present work is to highlight problem areas of employee selection and development, which are caused by the demographic development. On the one hand, executives and personal agents are the multipliers of diversity, but on the other hand diversity-attitudes of employees with and without migration background are also important to develop a successful diversity management. The following explorative questions should be answered: Which measures of competence promotion are necessary to identify the potentials of persons with migration background and how can these potentials be supported? Do the multipliers have to become more diversity-sensitive to enable the entrance and the promotion of persons with migration background and to make organisations more permeable? Which competences are necessary for the multipliers to encourage sensibility for diversity? An explorative qualitative survey was conducted for the generation of hypotheses. Subsequently, 69 interviews with executives, recruiters and diversity agents of major DAX organisations were carried out. Furthermore, employees with and without migration background were questioned. The results show interesting discrepancies between the implicit and explicit attitudes as well as self-perception and outside-perception regarding the relevance of diversity attitudes, competences and the implementation of diversity. Interestingly, employees value the relevance much higher than executives. However, employers should be the multipliers and promote diversity at a higher level.
Moreover, there are different perceptions of the burdens for persons with migration background, which arise as a result of migration stress and/or discriminating experiences.
Summarizing, the results indicate the need for competence development, especially relating to intercultural competence. This seems to be most important for executives. Finally, the author takes a critical view on the results. Thereby correlations were considered, which imply the need for further research, especially regarding implicit attitudes, which were examined in this qualitative survey.

Keywords: migration, multicultural teams, diversity, employee selection and development, leadership


Prof. Dr. phil. habil. Petia Genkova
Hochschule Osnabrück
Caprivistraße 30a
49076 Osnabrück

 


Wann sind multikulturelle Teams erfolgreich? – Erkenntnisse aus Theorie und Praxis
Anke Weber, Jessica Stemann & Lisa Nowak

Zusammenfassung

Immer häufiger arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und mit diversen Muttersprachen und Religionen in Teams zusammen. Insbesondere kleine und mittlere Organisationen stehen vor der Herausforderung, diese multikulturelle Teamarbeit zielführend zu unterstützen. Der vorliegende Artikel systematisiert wissenschaftliche Erkenntnisse zu Erfolgsfaktoren von multikultureller Teamarbeit auf drei Ebenen und identifiziert niederschwellige Best-practice-Umsetzungsbeispiele für kleine und mittlere Organisationen aus der Praxis. Auf Organisationsebene sind vor allem Organisationskultur, Führung, Wissensmanagement und interkulturelle Trainings zielführend. Auf Teamebene haben Aufgabenstruktur und Teamzusammensetzung sowie Teamidentifikation einen Einfluss auf erfolgreiche multikulturelle Teamarbeit. Auf individueller Ebene sind Sprache, Persönlichkeitsmerkmale und interkulturelle Kompetenz sowie interkulturelle Erfahrungen Erfolgsfaktoren.

Schlüsselwörter: multikulturelle Teamarbeit, Erfolgsfaktoren, kleine und mittlere Organisationen, Organisations-, Team- und Individualebene, best practices


When are multicultural teams successful? - Evidence from theory and practice

Abstract
More and more people from different cultural backgrounds and with different mother tongues and religions work together in teams. In particular, small and medium-sized organisations face the challenge of supporting this multicultural teamwork in a targeted manner. This article systematizes scientific findings on success factors of multicultural teamwork on three levels and identifies examples of best practice and easy to implement measures for small and medium-sized organisations. At the organisational level, organisational culture, leadership, knowledge management and intercultural training are the most effective. At team level, task structure and team composition as well as team identification have an influence on successful multicultural teamwork. On an individual level, language, personality traits and intercultural competence, as well as intercultural experience are success factors.

Keywords: multicultural team work, success factors, small and medium-sized organizations, organizational, team and individual level, best practice


Prof. Dr. Anke Weber
Hochschule Hamm-Lippstadt
Marker Allee 76-78
59063 Hamm


Prof. Dr. Jessica Stemann
Hochschule Hamm-Lippstadt

Lisa Nowak
Hochschule Hamm-Lippstadt

 


Individueller, interdisziplinärer, digitaler – Die strategische Neuausrichtung des Personalmarketings aus Sicht des Human Resource Managements
Patrick Müller, Uta Bronner, Daniela Lohaus, Anna Baumann & Alexandra Wallemann

Zusammenfassung

Auf Basis der Einschätzungen von HR-Expert*innen, die im Personalmarketing tätig sind, wird in der vorliegenden Studie dargestellt, wie sich das Personalmarketing bis zum Jahr 2030 entwickeln könnte und welche strategischen Ableitungen sich aus diesen prognostizierten Entwicklungen ziehen lassen. In einer dreistufigen Delphi-Studie wurden die Erwartungen von 63 Expert*innen im Personalmarketing erfasst. Nach deren Einschätzung wird die Aufgabe des Personalmarketings strategisch bedeutsamer und äußerst anspruchsvoll. Engpass-Zielgruppen müssen mit maßgeschneiderten Angeboten angesprochen werden. Die Pflege einer attraktiven Unternehmenskultur und die Schaffung einer stimmigen Arbeitgebermarke werden wichtiger. Die Nutzung von automatisierten Software-Tools wird noch relevanter, wobei sie nach Einschätzung der Befragten den persönlichen Kontakt im Rekrutierungsprozess nicht vollständig ersetzen werden. Die Studie zeigt wesentliche Herausforderungen für das Personalmarketing im Jahr 2030 auf und macht deutlich, welche strategischen Neuorientierungsprozesse für deren Bewältigung notwendig sind.

Schlüsselwörter: Personalmarketing, Human Resource Management, Delphi-Studie, Personalauswahl, War for Talents, Arbeitgeberattraktivität, Employer Branding


More individual, interdisciplinary, digital – The strategic reorientation of recruitment from the perspective of human resource management

Abstract
Based on the assessments of a large number of HR experts who work in recruitment, this study shows how personnel marketing could develop to the year 2030 and which strategic conclusions can be drawn from these predicted developments. In a three-stage Delphi study, the expectations of 63 experts in personnel marketing were collected. According to these experts, the task of personnel marketing becomes strategically more important and extremely demanding. Addressing bottleneck target groups with tailor-made offers, maintaining an attractive corporate culture, and creating a coherent employer brand are increasing in importance. Additionally, the use of highly automated software tools becomes even more relevant, although experts believe that they will not completely replace personal contact in the recruitment process. The current study highlights key challenges for personnel marketing in 2030 and points out which strategic reorientation processes would be necessary to cope with them.

Keywords: recruitment, human resource management, Delphi study, personnel selection, war for talents, employer attractiveness, employer branding


Prof. Dr. Patrick Müller
Hochschule für Technik Stuttgart
Fakultät B/Studiengang Wirtschaftspsychologie
Schellingstraße 24
D-70174 Stuttgart


Prof. Dr. Uta Bronner
Hochschule für Technik Stuttgart


Prof. Dr. Daniela Lohaus
Hochschule Darmstadt


Anna Baumann
Hochschule für Technik Stuttgart


Alexandra Wallemann
Hochschule für Technik Stuttgart

 


Testgüte bei verschiedenen Antwortformaten
Gerhard Gros & Christian Dries

Zusammenfassung

In einem anregenden Artikel im Jahr 2014 stellte Klaus D. Kubinger die rechtliche Sicherheit von Prüfungsaufgaben im Multiple-Choice-Antwortformat infrage. Anlass für die kritische Betrachtung hatten verschiedene Gerichtsurteile gegeben, die neben der Malusverrechnung besonders in dem bei Wahlformaten unvermeidlichen Raterisiko eine Rechtsfehlerhaftigkeit der darauf beruhenden Beurteilungen gesehen haben.
Für die personalpsychologische Praxis wäre es nun interessant zu wissen, ob sich rechtlich belastbare von rechtlich weniger belastbaren Antwortformaten auch in ihrem eignungsdiagnostischen Wert unterscheiden, d. h. ob ein Test mit geringerem Rechtsrisiko auch die bessere Testgüte aufweist und umgekehrt.
Die im Beitrag vorgestellte Untersuchung des umfangreichen Datenmaterials mit verschiedenen Antwortformaten aus der Testpraxis der Autoren zeigt, dass tatsächlich Antwortformate mit geringem Raterisiko die besseren Reliabilitäten und Validitäten aufzuweisen scheinen. Einbezogen in diese Untersuchung sind auch die freien Antwortformate, die in Kubingers Überlegungen mehr am Rande betrachtet wurden, in der personalpsychologischen Testpraxis aber wegen ihrer Anforderungsnähe und Rechtssicherheit von hoher Bedeutung sind.

Schlüsselwörter: Antwortformat, Multiple Choice, freies Antwortformat, Testdesign, semantische Skala, Testgüte, Testkonstruktion


Test quality of different answer formats

Abstract
In an stimulating article in 2014, Klaus D. Kubinger questioned the legal certainty of the multiple-choice-format of exam questions. The critical examination was prompted by various court rulings which, in addition to the penalty calculation, saw in the unavoidable risk of guessing in choice formats a legal error in the assessments based on them.
For personnel psychology practice, it would now be interesting to know whether legally robust answer formats differ from less legally robust answer formats in their value as suitability diagnostics, i.e. whether a test with a lower legal risk also has a better test quality and vice versa.
The study of the extensive data material presented in the article with different answer formats from the authors’ test experience shows that answer formats with a low risk of guessing actually appear to have greater reliability and validity. Also included in this study are the free/open answer formats, which are treated more rudimentary in Kubinger‘s considerations, but are highly significant in personnel psychological test practice because of their proximity to requirements and legal certainty.

Keywords: answer format, multiple-choice-format, free answer format, test design, semantic scale, test quality, test construction


Gerhard Gros
Diplom-Psychologe
Ki.TEST GmbH
Domstraße 55-73
50668 Köln


Prof. Dr. Christian Dries
Dozent an der Hochschule Fresenius
Fachgebiet Wirtschaftspsychologie
Im MediaPark 4c
50670 Köln

 


Wahl ohne Qual – Wie Farben unsere Entscheidungen färben
Thomas Bäumer, Sarah Leinberger, Kathrin Beck, Franziska Kolb & Anja Pfeifer

Zusammenfassung

Konsumierende müssen beim Einkaufen im Supermarkt eine Vielzahl von Kaufentscheidungen treffen, viele davon in kurzer Zeit und meist mit einem geringen Involvement. In solchen Situationen können (z. B. Farb-) Reize in der Umgebung Entscheidungen leicht beeinflussen (Labrecque, Patrick & Milne, 2013). Farbpriming stellt dabei eine unauffällige Möglichkeit dar, Konsumierende zum Kauf zu bewegen, ohne dass Reaktanz entsteht. So kann beispielsweise (unbewusstes) Priming von Farbreizen die Auswahl von entsprechend verpackten Schokoladen beeinflussen, was in einer ersten Studie mit N = 118 Konsumierenden demonstriert wurde. In zwei weiteren Studien wurde versucht, den dahinterliegenden Wirkmechanismus zu identifizieren. Der Logik von perceptual fluency folgend (Reber, Schwarz & Winkielman, 2004) wurde zunächst an einer Stichprobe von N = 150 Teilnehmenden in einer Online-Studie untersucht, ob sich die Einstellung zu Objekten in vorab geprimter Farbe kurzfristig beeinflussen lässt. Dies war nicht der Fall. Einem Informationsverarbeitungsansatz folgend wurde in einer weiteren Studie untersucht, ob die geprimte Farbe die visuelle Aufmerksamkeit kurzfristig beeinflusst. In einer Eye-Tracking-Studie mit N = 30 Teilnehmenden konnte gezeigt werden, dass das Priming von bestimmten Farben kurzfristig die Aufmerksamkeit und Verarbeitung von Reizen in derselben Farbe erhöht. Farbpriming stellt somit eine neue, unauffällige Möglichkeit dar, um Produkte kurzfristig im Regal am Point of Sale herausstechen zu lassen.

Schlüsselwörter: Priming, Farbpsychologie, Farbpriming, Konsumentscheidungen


Choice without agony – How colors affect our choices

Abstract
Consumers have to make a multitude of purchasing decisions when shopping in the supermarket, many of them in a short time and usually with a low level of involvement. In such situations (e.g. color-)stimuli in the environment can easily influence decisions (Labrecque et al., 2013). Color priming is an unobtrusive way of persuading consumers to buy without creating reactance. For example, (unconscious) priming of color stimuli can influence the selection of appropriately packaged chocolates, which was demonstrated in a first study with N = 118 consumers. Two further studies attempted to identify the underlying mechanisms for this effect. Following the logic of perceptual fluency (Reber et al., 2004), a sample of N = 150 participants was first examined in an online study to determine whether the attitude towards objects in pre-primed color can be influenced in the short term. This was not the case. Following an information processing approach, a further study investigated whether primed color had a short-term effect on visual attention. In an eye-tracking study with N = 30 participants, it was shown that priming certain colors in the short term increases the attention and processing of stimuli in the same color. Color priming thus represents a new, unobtrusive way of making products stand out on the shelf at the point of sale at short notice.

Keywords: priming, color psychology, color priming, consumer decisions


Prof. Dr. Thomas Bäumer
Hochschule für Technik Stuttgart
Schellingstraße 24
70174 Stuttgart


Sarah Leinberger, B.A.
Hochschule für Technik Stuttgart

Kathrin Beck, B.A.
Hochschule für Technik Stuttgart

Franziska Kolb, B.A.
Hochschule für Technik Stuttgart

Anja Pfeifer, B.A.
Hochschule für Technik Stuttgart

 


Einfluss von Zufriedenheitsgrößen auf das Commitment von Berufseinsteigenden mit Vertragsgebundenheit
Tilmann Raff, Jörg Wombacher & Jonas Konrad

Zusammenfassung

Arbeitgeber versuchen Berufseinsteigende durch Maßnahmen der Zufriedenheitssteigerung an die Organisation zu binden. Im Rahmen von umfangreichen Aus- oder Weiterbildungsprogrammen verpflichten sich Arbeitnehmer oft vertraglich, die Organisation innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht zu verlassen. In diesem Zeitraum hat die Organisation die Möglichkeit, aus vertraglich gebundenen Mitarbeitenden auch der Organisation gegenüber emotional verbundene Mitarbeitende zu machen. Im Rahmen einer Befragung von 268 Berufseinsteigenden mit Vertragsgebundenheit zeigt sich, dass das affektive Commitment stärker als das normative Commitment auf die Wechselabsicht der untersuchten Mitarbeitendengruppe wirkt. Von den untersuchten Zufriedenheitsgrößen erweisen sich im Rahmen einer Strukturgleichungsanalyse insbesondere die Zufriedenheit mit dem Arbeitsinhalt, mit der Kultur sowie mit den Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten als wichtige Einflussgrößen des affektiven Commitments. Die Implikationen für das Bindungsmanagement von Berufseinsteigenden mit Vertragsgebundenheit werden diskutiert.

Schlüsselwörter: Commitment, Arbeitszufriedenheit, Wechselabsicht, Berufseinsteigende, Bindungsmanagement


The relationship between job satisfaction facets and organizational commitment among young professionals with fixed-term training contracts

Abstract
Employers seek to enhance the commitment of young professionals by increasing their satisfaction with different aspects of their work. If young professionals are contractually bound to the employing organization for a fixed time period through training and development programs, employers can use this time to turn these legally bound individuals into committed employees who seek to stay within the organization after completion of their program. Based on a survey of N = 268 young professionals with fixed-term training contracts, the present study shows that affective commitment is more strongly associated with intention to stay than normative commitment. Structural equation modelling was used to examine the relationship between various job satisfaction facets and affective, calculative, and normative commitment. Satisfaction with job content, organizational culture, and learning and development perspectives turn out to be the most important predictors of affective commitment. Implications for managing the commitment of young professionals are discussed.

Keywords: commitment, job satisfaction, intention to stay, young professionals


Prof. Dr. Tilmann Raff
Duale Hochschule Baden-Württemberg
International Business Management
Marie-Curie-Straße 4
79539 Lörrach


Dr. Jörg Wombacher
Hochschule für Wirtschaft
Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)
Peter-Merian-Strasse 86
CH-4002 Basel


Jonas Konrad
Hochschule für Wirtschaft
Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten

 



Wirtschaftspsychologie
21. Jahrgang · Heft 1/2 · 2019

Pabst, 2019
ISSN-Nr. 1615-7729
Preis: 25,- €

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