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Wirtschaftspsychologie

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2016-2

Editorial
Entgrenzung der Arbeit: Psychologische Perspektiven
Th. Rigotti, Ch. Dormann & V. C. Haun

Die Rolle von Cyberslacking im Kontext von Life-Domain-Konflikten und Telearbeit
F. Gattringer & B. Batinic
Zusammenfassung | Abstract

Mobile IKT-Nutzung im Arbeits- und Privatleben - Stressfaktor oder förderlich für die Life Balance?
K. Reinke, G. Bieling & R. Stock-Homburg
Zusammenfassung | Abstract

Ständige Erreichbarkeit: Flexibilisierungsanforderung oder Flexibilisierungsmöglichkeit?
M. Hassler & R. Rau
Zusammenfassung | Abstract

Anforderungen an selbstorganisierte Arbeit und das Verhältnis von Arbeit und Privatleben. Zur Rolle von passiver und aktiver IuK-Technologie-Nutzung in der Freizeit
Th. Höge, E. Palm & C. Strecker
Zusammenfassung | Abstract

Zusammenspiel von organisationalen Normen, individuellen Präferenzen und arbeitsbezogenem Entgrenzungsverhalten mit Konflikten zwischen Arbeits- und Privatleben
E. Palm, J. Glaser, B. Heiden, B. Herbig, S. Kolb, D. Nowak & C. Herr
Zusammenfassung | Abstract

Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit: Ursachen, Umgangsstrategien und Bewertung am Beispiel von IT-Beschäftigten
W. Menz, N. Pauls & B. Pangert
Zusammenfassung | Abstract


Varia

Freiwilligenarbeit und Erwerbsarbeit am Beispiel der Feuerwehr: Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede
E. Kals, I. T. Strubel, L. Vaganian, S. T. Güntert & Th. Wehner
Zusammenfassung | Abstract

 


Die Rolle von Cyberslacking im Kontext von Life-Domain-Konflikten und Telearbeit
Fabiola Gattringer & Bernad Batinic

Eine flexibilisierte und digitalisierte Arbeitswelt fördert nicht nur die Möglichkeit von Telearbeit (das Arbeiten von zu Hause oder unterwegs aus), sondern auch das Auftreten von nicht-arbeitsbezogener Computernutzung während der Arbeitszeit, auch bekannt als Cyberslacking. Der Begriff Cyberslacking ist in Forschung und Praxis eher negativ konnotiert und als abweichendes Verhalten stigmatisiert. Es gibt allerdings einige Hinweise auf mögliche positive Aspekte von Cyberslacking, speziell für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die vorliegende Studie geht daher der Frage nach, welche Rolle Cyberslacking nun im Kontext von Life-Domain-Konflikten und Telearbeit, in Bezug auf das Wohlbefinden, spielt. Die Ergebnisse der Querschnittsstudie zeigen einerseits, dass Cyberslacking die negative Beziehung zwischen Life-Domain-Konflikten und Wohlbefinden abschwächt, und anderseits telearbeitende Personen sich im Cyberslackingverhalten von nicht-telearbeitenden Personen unterscheiden. Cyberslacking kann nicht pauschal als negativ beurteilt werden, sondern sollte sowohl in der Praxis als auch in zukünftigen Forschungsvorhaben differenzierter betrachtet werden - insbesondere im Hinblick auf positive Aspekte.

Schlüsselwörter: Cyberslacking, Life-Domain-Konflikte, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Telearbeit, Wohlbefinden


The role of cyberslacking in the context of life-domain conflicts and telework

A flexible and digital workplace promotes not only telework (working from home or in a mobile office), but non-work related computer use during working hours (also known as cyberslacking) as well. Cyberslacking is usually regarded as a deviant behavior and something rather negative. However, evidence suggests that cyberslacking might be beneficial for reconciling work and private life. This study focuses on the role of cyberslacking in the context of life-domain conflicts, telework, and well-being. The cross-sectional results suggest that 1.) cyberslacking works as a moderator to buffer the negative relationship between life-domain conflicts and well-being and 2.) teleworkers differ significantly in their cyberslacking behavior from non-teleworkers. Cyberslacking cannot be seen as a generally negative behavior, but employers and scientists alike should look at potential positive aspects.

Keywords: cyberslacking, life-domain conflict, work-life conflict, telework, well-being


Mag. Fabiola Gattringer
fabiola.gattringer@jku.at

Prof. Dr. Bernad Batinic
bernad.batinic@jku.at

Johannes Kepler
Universität Linz
Institut für Pädagogik und Psychologie
Altenbergerstraße 69
A-4040 Linz

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Mobile IKT-Nutzung im Arbeits- und Privatleben - Stressfaktor oder förderlich für die Life Balance?
Kathrin Reinke, Gisela Bieling & Ruth Stock-Homburg

Mobile Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind ein zweischneidiges Schwert: Bestehende Studien zur Nutzung mobiler IKT zeigen, dass sie sowohl Vorteile als auch Nachteile für das Wohlbefinden und die Life Balance der Nutzer mit sich bringt. Die vorliegende Studie befasst sich daher mit der Frage, in welchen Situationen die Nutzung mobiler IKT die Befindlichkeit positiv oder negativ beeinflusst und wie sich dies mittelfristig auf das Wohlbefinden und die Life Balance der Nutzer auswirkt. Die Studie basiert auf einem explorativen, qualitativen Ansatz. Eine Interviewstudie mit 59 Wissensarbeitern identifiziert acht Merkmale von Kommunikationssituationen, die maßgebend für die Reaktion der Befragten auf die Situation sind, und zeigt auf, dass in diesem Kontext insbesondere die Art der Motivation (selbstbestimmte vs. fremdbestimmte IKT-Nutzung) eine wichtige Rolle spielt. Implikationen der Ergebnisse für Forschung und Praxis werden aufgezeigt und die Limitationen der Studie werden diskutiert.

Schlüsselwörter: IKT-Nutzung, Kommunikationssituationen, Stress, Life Balance, Qualitative Studie


Use of Mobile ICT in Working and Personal Life - Stressor or Life Balance Support?

Mobile information and communication technologies (ICT) are a double-edged sword: Recent studies about the use of mobile ICT show that they yield benefits as well as drawbacks for the users’ well-being and life balance. The present study therefore examines the question, in which situations the use of ICT has a positive or a negative impact on affective states and how this influences the users’ well-being and life balance in the medium term. The study is based on an explorative, qualitative approach. An interview study with 59 knowledge workers identifies eight characteristics of communication situations that are decisive for the participants’ reaction to the situation and shows that particularly the type of motivation (self-determined vs. other-directed ICT use) plays an important role. Implications of the results for research and practice are shown and the study’s limitations are discussed.

Keywords: ICT usage,communication events, Sstress, life balance, qualitative study


Kathrin Reinke, M.Sc.
Technische Universität Darmstadt
Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Fachgebiet Marketing und Personalmanagement
Hochschulstraße 1
D-64289 Darmstadt
kathrin.reinke@stock-homburg.de

Dr. Gisela Bieling
Technische Universität Darmstadt
Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Fachgebiet Marketing und Personalmanagement
Hochschulstraße 1
D-64289 Darmstadt
gisela.bieling@stock-homburg.de

Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg
Technische Universität Darmstadt
Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Fachgebiet Marketing und Personalmanagement
Hochschulstraße 1
D-64289 Darmstadt
rsh@stock-homburg.de

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Ständige Erreichbarkeit: Flexibilisierungsanforderung oder Flexibilisierungsmöglichkeit?
Melanie Hassler & Renate Rau

Das Ziel der vorliegenden Studie war zu klären, ob sich Beschäftigte mit freiwilliger Erreichbarkeit für Arbeitsanforderungen außerhalb der regulären Arbeitszeit (Flexibilisierungsmöglichkeit) und solche mit angewiesener Erreichbarkeit (Flexibilisierungsanforderung) im Erleben von Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen, in ihrer Gesamtarbeitszeit und/oder ihrer Beanspruchung unterscheiden. Insgesamt wurden 104 Beschäftigte eines IT- und eines Versorgungsunternehmens (77 mit versus 27 ohne Erreichbarkeit) sowie 48 Partner/innen von Erreichbaren untersucht. Daten zu Arbeitsmerkmalen und Einschränkungen verschiedener Lebensbereiche/Personen wurden mittels Fragebögen und strukturierten Interviews, die erlebte Belastung/Entlastung und Kontrolle über ein elektronisches Tagebuch (24 Stunden ohne Nachtschlaf) erfasst.
Im Ergebnis zeigt sich, dass 50 bis 75 Prozent der Erreichbaren bzw. deren Partner/innen berichten, dass die Erreichbarkeit zu Beeinträchtigungen ihrer Partner/innen führt. Freiwillig Erreichbare und angewiesen Erreichbare unterscheiden sich aber nicht untereinander im Erleben von Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen bzw. von Personen. Die Gesamtarbeitszeit von Erreichbaren (Summe der regulären Arbeitszeit, Überstunden und Bearbeitungsdauer von Erreichbarkeitskontakten relativiert an der regulären Arbeitszeit) liegt deutlich über der regulären Arbeitszeit und signifikant über der von Beschäftigten ohne Erreichbarkeit. Sie unterscheidet sich nicht zwischen angewiesen und freiwillig Erreichbaren. Die erlebte Belastung/Entlastung und Kontrolle in der Freizeit unterscheidet sich nicht zwischen Beschäftigten mit versus ohne Erreichbarkeit. Jedoch zeigen intraindividuelle Vergleiche innerhalb der Erreichbarkeitsgruppe, dass das Erleben von Belastung/Entlastung und von Kontrolle während der Zeit, die in Folge eines Erreichbarkeitskontakts gearbeitet wurde, signifikant schlechter ist als während der Freizeit und sich nicht vom Erleben in der Arbeitszeit unterscheidet.
Fazit: Erreichbarkeit verlängert die Arbeitszeit deutlich und das Erleben von Belastung und Kontrolle während der Erreichbarkeit gleicht dem der Arbeitszeit. Die Anzahl erreichbarer Personen und die Erreichbarkeitsdauer sollte eingeschränkt und die Erreichbarkeit möglichst in eine geregelte Verfügbarkeitsform überführt werden (Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst; unterliegen dem Arbeitszeitgesetz, ArbZG, 1994).

Schlüsselwörter: Erreichbarkeit für Arbeitsanforderungen, irreguläre Arbeitszeit, Überstunden


Constant availability: a requirement or an opportunity for working flexibly?

The aim of the present study was to clarify if employees’ constant availability for work demands outside regular working hours differs regarding restrictions in various areas of life, the total amount of working time and the experience of strain/relief and control depending on whether the availability is carried out voluntarily or is assigned by the employer (flexible work possibility vs. requirement for flexibility). A total of 104 employees (77 working on availability conditions, 27 without availability duties) of an IT-Service and a utility company as well as 48 partners of the employees with constant availability duties were examined. Data for work conditions and restrictions in different areas of life was gathered through a questionnaire and a structured interview. To assess the perceived strain/relief and control an electronic 24-hours diary (without sleeping time) was conducted. Results show that perceived limitations in various areas of life do not differ between voluntary and assigned constant availability conditions. Between 50 and 75 percent of the constant accessible employees respectively their partners report about restrictions concerning their partners and children. The total amount of working time of individuals with constant availability duties (sum of regular working hours, overtime and duration for answered contacts outside regular working hours relativized to the regular working hours) is significantly higher than the regular amount of working hours and significantly higher than the amount of working hours of employees without availability conditions. The total amount of working hours does not differ between assigned and voluntarily constant accessible individuals. The perceived strain/relief and control in leisure time do not differ between employees with versus employees without constant accessibility for work requirements. However within-subject comparisons in the group of the constant accessible employees show that the perceived strain/relief and control during the time of being contacted was significantly worse than during leisure time but did not differ from the experience during working time. Conclusion: permanent availability significantly expands working time and the experience of strain and control is similar to the experience during work time. The number of accessible employees and the duration of availability should be restricted and if possible constant availability should be transferred into a regulated form of availability, e.g. on-call work or standby duty (both underlie EU’s Working Time Directive, 2003).

Keywords: availability for work tasks after work, job demands, irregular working time, overtime


Dipl.-Psych. Melanie Hassler
Emil-Abderhalden-Straße 26-27
D-06108 Halle (Saale)
melanie.hassler@psych.uni-halle.de

Prof. Dr. Renate Rau
Emil-Abderhalden-Straße 26-27
D-06108 Halle (Saale)
renate.rau@psych.uni-halle.de

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Anforderungen an selbstorganisierte Arbeit und das Verhältnis von Arbeit und Privatleben. Zur Rolle von passiver und aktiver IuK-Technologie-Nutzung in der Freizeit
Thomas Höge, Esther Palm & Cornelia Strecker

Aufbauend auf industriesoziologischen Konzepten werden erhöhte Anforderungen an Selbstorganisation in der Arbeit als Folge flexibilitätsorientierter Rationalisierungsstrategien interpretiert, die mit subjektivierten Formen der Arbeitsintensivierung und Arbeitsextensivierung einhergehen. Es wird angenommen, dass sich erhöhte Anforderungen an Selbstorganisation in einer verstärkten arbeitsbezogenen Nutzung von IuK-Technologien (z.B. Smartphone, E-Mail) außerhalb der regulären Arbeitszeit als spezifischer Form subjektivierter Arbeitsextensivierung äußern. Ambivalente Folgen für das Verhältnis von Arbeit und Privatleben von Beschäftigten werden erwartet. Basierend auf Fragebogendaten von N = 253 Beschäftigten konnte mittels eines Strukturgleichungsmodells ein positiver Zusammenhang zwischen erhöhten Anforderungen an Selbstorganisation und einer arbeitsbezogenen Nutzung von IuK-Technologien außerhalb der regulären Arbeitszeit nachgewiesen werden. Während jedoch eine passive, fremdinitiierte Nutzung von IuK-Technologien mit dem Erleben eines Konfliktes zwischen Arbeit und Privatleben korreliert, resultierte für eine aktive, selbstinitiierte Nutzung ein positiver Zusammenhang mit einer erlebten Bereicherung des Privatlebens durch die Arbeit.

Schlüsselwörter: Selbstorganisation in der Arbeit, Flexibilitätsanforderungen, IuK-Technologie-Nutzung, Arbeit und Privatleben


Requirements for self-organization at work and the work-private interface. The role of passive and active ICT-use in leisure time

Against the background of concepts from industrial sociology, requirements for self-organization at work are interpreted as consequences of flexibility oriented rationalization strategies associated with subjectified forms of work intensification and work extensification. Accordingly, we propose that higher levels of requirements for self-organization at work are positively related to an extended work-related ICT-use (e.g., smartphone, e-mail) in leisure time representing a special form of subjectified work extensification, which in turn unfolds ambivalent effects on workers. Based on questionnaire data from N = 253 workers, results of structural equation modelling (SEM) corroborated a positive relationship between requirements for self-organization at work and work-related ICT-use in leisure time. More specifically, passive or others-initiated ICT-use was associated with higher levels of experienced work-private conflicts, whereas an active or self-initiated ICT-use was related to higher levels of experienced work-private enrichment.

Keywords: self-organization at work, perceived flexibility requirements; ICT-use, work-private conflict, work-private enrichment


Dr. Thomas Höge
Institut für Psychologie
Universität Innsbruck Innrain 52
A-6020 Innsbruc
thomas.hoege@uibk.ac.at

Mag.a Esther Palm (BSc)
Institut für Psychologie
Universität Innsbruck Innrain 52
A-6020 Innsbruck
esther.palm@uibk.ac.at

Cornelia Strecker (BA, MSc)
Institut für Psychologie
Universität Innsbruck Innrain 52
A-6020 Innsbruck
cornelia.strecker@uibk.ac.at

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Zusammenspiel von organisationalen Normen, individuellen Präferenzen und arbeitsbezogenem Entgrenzungsverhalten mit Konflikten zwischen Arbeits- und Privatleben
Esther Palm, Jürgen Glaser, Barbara Heiden, Britta Herbig, Stefanie Kolb, Dennis Nowak & Caroline Herr

Der breite Einzug digitaler Technologien in den Arbeitskontext ermöglicht es, berufliche Aufgaben auch im Privatleben zu erledigen - sogenanntes arbeitsbezogenes Entgrenzungsverhalten. Bei 299 Beschäftigten in zehn kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unterschiedlicher Branchen in Bayern wurde untersucht, inwieweit das Entgrenzungsverhalten von Kollegen/innen und Vorgesetzten (organisationale Norm) mit individuellem Entgrenzungsverhalten der Beschäftigten einhergeht. Die Ergebnisse zeigen, dass organisationale Normen mit individuellem Entgrenzungsverhalten der Beschäftigten zusammenhängen. Das Entgrenzungsverhalten wiederum geht mit einem Rollenkonflikt zwischen Arbeits- und Privatleben einher. Individuelle Präferenzen zur Trennung (Segmentierung) von Arbeits- und Privatleben verstärken den Zusammenhang zwischen Entgrenzungsverhalten und Rollenkonflikt. Implikationen für Forschung und Praxis werden aufgezeigt.

Schlüsselwörter: Entgrenzung der Arbeit, organisationale Segmentierungsnorm, Segmentierungspräferenz, Rollenkonflikt zwischen Arbeits- und Privatleben


Interplay of organizational norms, individual preferences and boundaryless work behavior with work-private domain conflict

The implementation of digital technologies in the working context enables the integration of work tasks into private life - so called boundaryless work behavior. Applying the data of 299 employees in ten small and medium sized enterprises (SME) of diverse industries in Bavaria, we analyzed the extent to which colleagues’ and supervisors’ boundaryless work behavior (organizational norm) is related to employee’s individual boundaryless work behavior. Results show that organizational norms are associated with individual boundaryless work behavior, which in turn is related to work-private domain conflict. Individual preferences to segment work and private life domains amplify the relation between boundaryless work behavior and work-private domain conflict. Implications for research and practice are depicted.

Keywords: boundaryless work behavior, segmentation norm, segmentation preference, work-private domain conflict

Mag. Esther Palm (BSc)
Institut für Psychologie
Universität Innsbruck
Innrain 52
A-6020 Innsbruck
esther.palm@uibk.ac.at

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Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit: Ursachen, Umgangsstrategien und Bewertung am Beispiel von IT-Beschäftigten
Wolfgang Menz, Nina Pauls & Barbara Pangert

Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit beschreibt die Verfügbarkeit von Beschäftigten für ihre Arbeit sowie von Arbeitsbelangen für Beschäftigte, die sich über die Arbeitsdomäne hinaus auf andere Lebensbereiche erstreckt. Die bisherige Studienlage zeigt, dass die arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit als riskant für das psychische Befinden von Beschäftigten eingestuft werden kann, es aber noch wenige Erkenntnisse über die zugrundeliegenden Ursachen und die betrieblichen Auslöser sowie die Umgangsstrategien und subjektiven Bewertungen gibt. Eine qualitative Studie mit Beschäftigten aus der Branche der IT-Dienstleistungen beschreibt anhand von 43 Interviews übergeordnete Entwicklungstrends und vier Konstellationen von Auslösern von arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit. Dies sind einerseits extern ausgelöste sachlich-funktionale Erreichbarkeitsnotwendigkeiten und soziale Erreichbarkeitskulturen, andererseits durch die Beschäftigten selbst ausgelöste Entlastungsstrategien sowie proaktive Erreichbarkeitsroutinen. Beschäftigte unterscheiden sich in den persönlichen Leitbildern zur Ent- bzw. Begrenzung der Erreichbarkeit und den Strategien im Umgang mit Erreichbarkeit. Die Erreichbarkeit wird von den Betroffenen besonders dann als psychisch beanspruchend beschrieben, wenn das persönliche Leitbild durch die eingesetzten Handlungs- und Umgangsstrategien nicht erreicht wird, weil interne oder externe Bedingungen dies verhindern. Eine differenzierte Betrachtung bei der Erfassung und Gestaltung arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit sollte die Auslöser (Beschäftigte selbst oder Dritte), die Notwendigkeit (sachliche Gründe oder informelle Kultur bzw. Routine) sowie die Beschaffenheit der Erreichbarkeit (tatsächlich realisierte Kontaktaufnahmen, folgende Arbeitsaufgaben) berücksichtigen.

Schlüsselwörter: arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit, IT-Dienstleistungen, Entgrenzung, psychische Beanspruchung


Extended work-related availability. Causes, coping strategies and evaluation - the example of IT-service workers

Many employees are available even in their free time for work related communication or deal with work related issues. This phenomenon is called "extended work-related availability”. The current state of research shows that extended work-related availability comprises risks concerning the psychological well-being of employees but that to date little is known about the causes and occupational triggers as well as coping strategies and the subjective assessment of employees.
A qualitative study based on 43 interviews with employees from the sector of information and communication technology services differentiates causes and four sets of triggers of availability. It is shown that availability demands stem from these scenarios: objective necessity of availability, social culture of availability, availability as a strategy to reduce workload and proactive routines of availability. These are met by subjective guiding principles concerning the delimitation and blurring of boundaries. The employees feel strained if they cannot implement their subjective guiding principles by their action and coping strategies because of internal or external conditions. Therefore, a differentiated view is needed to analyze and design extended work-related availability concerning triggers (employees or other), necessity (factual reasons, informal culture, routines), nature of availability (realized availability, subsequent work tasks).

Keywords: extended work-related availability, IT-services, blurring of boundaries, psychological strain


Dr. Wolfgang Menz
Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V.
ISF München
Jakob-Klar-Straße 9
D-80796 München
wolfgang.menz@isf-muenchen.de

Dr. Nina Pauls
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
Institut für Psychologie, Wirtschaftspsychologie
Engelbergerstraße 41
D-9085 Freiburg i. Br.
nina.pauls@psychologie.uni-freiburg.de

Dr. Barbara Pangert
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
Institut für Psychologie, Wirtschaftspsychologie
Engelbergerstraße 41
D-9085 Freiburg i. Br.
barbara.pangert@psychologie.uni-freiburg.de

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Freiwilligenarbeit und Erwerbsarbeit am Beispiel der Feuerwehr: Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede
Elisabeth Kals, Isabel T. Strubel, Lusine Vaganian, Stefan T. Güntert & Theo Wehner

Obgleich Haupt- und Ehrenamtliche in vielen Organisationen zusammenarbeiten, gibt es bislang kaum vergleichende Forschung zu ihren Motivgrundlagen. In diese Lücke stößt die vorliegende Online-Studie (N = 1.804) am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr (N1 = 1.549) und Berufsfeuerwehr (N2 = 255). Der um die feuerwehrspezifische Funktion der Erlebnissuche erweiterte funktionale Ansatz des Volunteer Functions Inventory (VFI) von Clary et al. lässt sich als neu konzipiertes Paid Functions Inventory (PFI) auf die Berufsfeuerwehr übertragen. Zwar gibt es wahrgenommene Unterschiede zwischen den Gruppen und ihrem Selbst- und Fremdbild, doch sind ihre Motivstrukturen und deren Korrelationsmuster sehr ähnlich. Entsprechend ist die Arbeitszufriedenheit in beiden Gruppen hoch ausgeprägt. 27 Prozent ihrer Varianz kann bei der Freiwilligen Feuerwehr und 50 Prozent bei der Berufsfeuerwehr mit Hilfe des untersuchten Variablensets vorhergesagt werden. Die Gemeinsamkeiten zwischen freiwilliger und Erwerbsarbeit sollten für andere Tätigkeitsfelder validiert und in die Praxis getragen werden.

Schlüsselwörter: Feuerwehr, Hauptamtliche, Ehrenamtliche, VFI, Erlebnissuche, Arbeitszufriedenheit


Volunteering and employed work exemplified by firefighters: More similarities than differences

Although, volunteers and paid employees are cooperating in many organizations, hardly any comparative research on their motive structures exists. To fill this gap, the present online-study (N = 1,804) is using the example of the volunteer (N1 = 1,549) and paid fire service (N2 = 255). The Volunteer Functions Inventory (VFI) of Clary et al., which was enlarged by the fireman specific function of sensation seeking, can be transferred to employed firefighters as a redesigned Paid Functions Inventory (PFI). Although there are perceived differences between the groups and their self-image and construction of "the other”, their motive structures and their correlation pattern are very similar. Accordingly, the job satisfaction is highly pronounced in both groups. 27 percent of its variance of the volunteers and 50 percent of the employed firefighters can be predicted by help of the examined variable set. The similarities between voluntary and employed work should be validated for other areas of activity and carried into practice.

Keywords: fire brigade, paid employees, volunteers, VFI, sensation seeking, job satisfaction


Prof. Dr. Elisabeth Kals
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Psychologie III: Sozial- und Organisationspsychologie
Ostenstraße 26-28
D-85072 Eichstätt
elisabeth.kals@ku.de
 
Isabel Strubel
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Psychologie III: Sozial- und Organisationspsychologie
Ostenstraße 26-28
D-85072 Eichstätt
isabel.strubel@gmail.com
 
Lusine Vaganian
Wilhelm-Ruppert-Straße 38
D-51147 Köln
lusinevaganian@hotmail.de

Dr. Stefan T. Güntert
Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Wirtschaft
Institut für Nonprofit- und Public Management
Peter-Merian-Strasse 86
CH-4002 Basel
stefan.guentert@fhnw.ch
 
Prof. em. Dr. Theo Wehner
ETH Zürich
Arbeits- & Organisationspsychologie
WEV K 517
Weinbergstrasse 56/58
CH-8092 Zürich
twehner@ethz.ch

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