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Wirtschaftspsychologie

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2013-2/3

Editorial
Michael Dick, Lorenz Fischer & Theo Wehner

Das Repertory-Grid-gestützte narrative Interview als Methode zur Analyse der Bedeutung von spirituellen Ressourcen in der Pflege
Christel Kumbruck & Wibke Derboven
Zusammenfassung | Abstract

Inventar zur Erhebung resilienten Verhaltens im Arbeitskontext (REVERA)
Christa Kolodej, Maria Reiter, Konrad Wolfgang Kallus
Zusammenfassung | Abstract

Aktive Verbreitung des betrieblichen Gesundheitsmanagements in die Unternehmenswelt: das Beispiel Tabakprävention
Susanne Hoffmann, Verena A. Friedrich, Katharina Lehmann, Georg F. Bauer
Zusammenfassung | Abstract

Beratung und Schulung zur Senkung der Krankenstände?
Dorothea Becker, Harald Stummer
Zusammenfassung | Abstract

Die Lücke schließen - Konsumenten zwischen ökologischer Einstellung und nicht-ökologischem Verhalten
Christian Haubach, Andrea Moser, Mario Schmidt, Christa Wehner
Zusammenfassung | Abstract

Belastung oder Gelegenheit - Eine Metaphernanalyse zur Wahrnehmung der Finanzkrise durch wirtschaftliche Laien
Fabian Christandl, Thomas Oberlechner, Julia Pitters
Zusammenfassung | Abstract

When economists rely on fairness, too - How economic experts and laypeople think about immigration policies, CO2 emissions reduction, and military exports
Robert Jacob, Fabian Christandl & Detlef Fetchenhauer
Zusammenfassung | Abstract

Wie individuell müssen Management-Diagramme sein, um zweckmäßig zu sein? - Eine empirische Untersuchung
Peter Claus Kriebernegg, Harald Meyer
Zusammenfassung | Abstract

Emotion at work
Oliver Fischer, Lorenz Fischer & Kerstin Meyenschein
Zusammenfassung | Abstract

"Arbeitssucht - (k)ein alter Hut". Alte Fundstellen und neue Fakten zur Arbeitssucht
Stefan Poppelreuter
Zusammenfassung | Abstract

Alkohol und andere Drogen am Arbeitsplatz
Wolfgang Beiglböck, Senta Feselmayer
Zusammenfassung | Abstract

 


Das Repertory-Grid-gestützte narrative Interview als Methode zur Analyse der Bedeutung von spirituellen Ressourcen in der Pflege
Christel Kumbruck & Wibke Derboven

Der Artikel beschreibt die methodische Herangehensweise und die zentralen Ergebnisse einer Studie zum Wirkungsgefüge von existenziell belastenden Situationen von Pflegekräften in kirchlichen Einrichtungen und zu den Ressourcen, die ihnen bei der Bewältigung helfen, insbesondere spirituellen Ressourcen. Dabei wird das für diese Studie entwickelte Repertory-Grid-gestützte narrative Interview vorgestellt und der Nutzen dieser Methode anhand des Vorgehens und der Ergebnisse erläutert.

Schlüsselwörter: Ressourcen, spirituelle Ressourcen, Pflege, Repertory-Grid-Methode


The Repertory-Grid-based narrative interview as a method to analyse the meaning of spiritual resources of nursing

This article describes the methodological approach and key findings of a study on the interactive system of existentially stressful situations of nursing staff working in church-run institutions and on the resources particularly spiritual resources which help to cope. Therefore the Repertory-Grid-based narrative interview which was developed for this study will be presented and the use of this method will be explained based on proceeding and results.

Keywords: Resources, Spiritual resources, Nursing, Repertory Grid-method


Prof. Dr. ChrisTel Kumbruck
Hochschule Osnabrück
Caprivistr. 30a
D-49076 Osnabrück
kumbruck@wi.hs-osnabrueck.de

Dipl.-Ing. Wibke Derboven
Technische Universität Hamburg-Harburg
Schwarzenbergstr. 95 E
D-21073 Hamburg
derboven@tu-harburg.de

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Inventar zur Erhebung resilienten Verhaltens im Arbeitskontext (REVERA)
Christa Kolodej, Maria Reiter, Konrad Wolfgang Kallus

Das Inventar zur Erhebung resilienten Verhaltens im Arbeitskontext (REVERA) wurde mit dem Ziel entwickelt, individuelle Facetten resilienten Verhaltens am Arbeitsplatz zu erheben und diese messbar zu machen, da Resilienz immer mehr als Schlüsselqualifikation im Arbeitsleben gesehen wird (Horx & Wenzel, 2010). In der Psychologie versteht man unter Resilienz die seelische Spannkraft, Elastizität und "Strapazierfähigkeit" einer Person, die ihr hilft, kritische Situationen und Lebenskrisen ohne langfristige Beeinträchtigungen zu meistern (Rampe, 2005) sowie an ihnen zu wachsen und aus ihnen gestärkt hervorzugehen (Walsh, 1998). Die Entwicklung des Inventars erfolgte in vier Phasen. Zunächst wurden 12 Resilienzskalen auf Basis der aktuellen Literatur konzeptualisiert, zu denen im zweiten Schritt Items formuliert wurden, um einen Fragenkatalog zu erstellen. Danach wurden die mit einer Häufigkeitsskala konstruierten Items einer ExpertInnenanalyse unterzogen und aufgrund deren Bewertungen selektiert, anschließend randomisiert und in einem Fragebogen für die Vorgabe an eine Stichprobe von 132 Personen zusammengefasst. Bei der Stichprobe handelte es sich um erwachsene Personen, die in einem aufrechten Dienst- oder Arbeitsverhältnis standen bzw. selbstständig waren. Das Inventar zur Erfassung resilienten Verhaltens im Arbeitskontext wurde hinsichtlich seiner Testgütekriterien überprüft und anhand standardisierter Tests aus der Stressforschung (SVF-48 [Janke & Erdmann, 2010], EBF-work-55/7 [Kallus & Jimenez, 2009] und der deutschen Übersetzung des GHQ [Goldberg & Williams, 1988; Linden et al., 1996]) validiert. Diese Qualitätsüberprüfung zeigte, dass acht der zwölf konstruierten Skalen gut geeignet sind, um die drei zentralen Facetten von Resilienz im Arbeitskontext zu erheben.

Schlüsselwörter: Resilienz, Widerstandsfähigkeit, Testgütekriterien


Inventory of resilient behaviour at the place of work

The construction of the inventory to measure resilience on the job was motivated by the fact that resilient behaviour gets more and more important as a key qualification in the working life (Horx & Wenzel, 2010). Resilience is defined as the capacity to rebound from adversity strengthened and more resourceful (Sutcliff & Vogus, 2003). Furthermore it includes the ability to see possibilities and chances in difficult or problematic situations (Lengnick & Beck, 2003). The process of the construction of the inventory took place in four steps. First twelve facets of resilience were extracted from empirical literature to which frequency based items were formulated in the second step. These items were then evaluated by a group of experts and selected based on the expert ratings. After randomising the items, the inventory was tested with 132 occupied subjects. Together with this inventory three further standardized questionnaires (SVF-48 [Janke, Erdmann & Kallus, 1997], EBF-work-55/7 [Kallus & Jimenez, 2006] and the German version of the GHQ [Goldberg & Williams, 1988]) were handed out and served as validation tools. The new constructed test was proved in regard to its psychometric quality. This quality examination shows that eight of the twelve scales allow to assess the three core factors of resilience in the workplace.

Keywords: Resilience, Hardiness, Psychometric quality


Mag. Dr. Dr. Christa Kolodej, MA
Karl-Franzens-Universität Graz
Institut für Psychologie, Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologie
Universitätsplatz 2/DG
A - 8010 Graz
christa.kolodej@uni-graz.at

Maria Reiter

Univ.-Prof. ddr. K. Wolfgang Kallus
Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologie
Institut für Psychologie
Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 2
A-8010 Graz
wolfgang.kallus@uni-graz.at

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Aktive Verbreitung des betrieblichen Gesundheitsmanagements in die Unternehmenswelt: das Beispiel Tabakprävention
Susanne Hoffmann, Verena A. Friedrich, Katharina Lehmann, Georg F. Bauer

Der vorliegende Artikel beschreibt eine Verbreitungsstrategie für Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements am Beispiel der betrieblichen Tabakprävention. Es wird gezeigt, wie Maßnahmen in einem geplanten, datenbasierten Prozess aktiv an Unternehmen herangetragen und implementiert werden können. Mittels einer überbetrieblichen, schriftlichen Befragung (n = 3.749; Rücklauf = 33,9%) wurden relevante Zielgruppen identifiziert und ihre Bedarfe erhoben. Die Befragung erwies sich für die Zielgruppenidentifikation nur teilweise als geeignet. Sie bot jedoch gute Anhaltspunkte für die anschließende, vertiefte Beratung entlang der betriebsspezifischen Interessen und Bedarfe. Die Wirksamkeit der gewählten Verbreitungsstrategie wird anhand ausgewählter Evaluationsergebnisse aufgezeigt und kritisch diskutiert.

Schlüsselwörter: Betriebliches Gesundheitsmanagement, Dissemination, Gesundheitskommunikation, Beratung, Tabakprävention

Anmerkung: Gefördert durch den Tabakpräventionsfond Schweiz


Active dissemination of occupational health management across organizations: the example of tobacco prevention

This article describes a dissemination strategy of workplace health promotion using the example of tobacco prevention. We show how to disseminate and implement health promotion activities across companies. An inter-company written survey (n = 3,749; response rate = 33.9%) helped to identify target groups and their needs. The survey only partly provided evidence for targeting companies but provided relevant information guiding the following, tailored consulting of companies. Based on selected evaluation results, the effectiveness of the chosen dissemination strategies is discussed critically.

Keywords: Workplace Health Promotion, Dissemination, Health Communication, Consulting, Tobacco Prevention


Susanne Hoffmann

Verena A. Friedrich

Katharina Lehmann

Georg F. Bauer
Division Public & Organizational Health Institute of Social and Preventive Medicine
University of Zürich and Center for Organizational and Occupational Sciences
ETH Zürich
Hirschengraben 84
CH-8001 Zürich
gfbauer@ifspm.uzh.ch

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Beratung und Schulung zur Senkung der Krankenstände?
Auswirkungen einer ergonomischen Arbeitsplatzberatung im öffentlichen Dienst auf die Krankenstände und das subjektive Gesundheitsempfinden der Beschäftigten
Dorothea Becker, Harald Stummer

Hintergrund: Auch in der unmittelbaren Bundesverwaltung wird die Bedeutung von Prävention und Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) stärker diskutiert, wobei auch hier häufig singuläre Maßnahmen eingesetzt werden. Der vorliegende Beitrag untersucht die Auswirkungen einer solchen Maßnahme auf die Krankenstände und auf das subjektive Wohlbefinden der Beschäftigten einer Institution im öffentlichen Dienst bei 100%igen Bildschirmarbeitsplätzen. Methode: Verteilt auf 17 Standorte in Deutschland wurde über einen Zeitraum von 66 Monaten eine individuelle ergonomische Arbeitsplatzberatung durchgeführt und die Auswirkungen auf die Fehlzeiten und das subjektive Wohlbefinden der Beschäftigten untersucht. Ergebnisse: Die Auswirkungen der ergonomischen Arbeitsplatzberatung zeigten bei 9 von 17 Standorten statistisch nachweisbare Hinweise auf eine Wirkung der Interventionsmaßnahme, dabei lediglich bei 4 dieser 9 Standorte im erwünschten Sinne mit abnehmenden Krankenständen. Die Ergebnisse der individuellen Fragebögen ergaben keinen signifikanten Zusammenhang zwischen den Krankenständen und den subjektiven Befindlichkeiten während und kurzfristig nach der Intervention. Schlussfolgerung: Wenig überraschend ist davon auszugehen, dass - auch umfassende und durchdachte - Schulungs- und Beratungsmaßnahmen wenig Einfluss weder auf das Gesundheitsempfinden noch auf die Krankenstände haben. Dennoch bleibt ein leichtes Muster in den Veränderungen sichtbar, aber singuläre Maßnahmen zeigen wenig planbaren Erfolg.

Schlüsselwörter: Krankenstand, subjektives Wohlbefinden, Gesundheit, öffentlicher Dienst.


Counselling and training as a mean to lower sick leave rates?
The effects of ergonomic workplace counselling on sick leaves and health perception - a study in the public sector


Background: Workplace health promotion (WHP) is taking greater place in the internal discourse in federal administration. The object of the present study is to show the effect of a WHP scheme (personalised ergonomic workstation advice) on the rate of sick leave, the subjective wellbeing and the motivation of employees in a public sector institution where everyone works in front of a computer screen. Method: Personalised ergonomic workstation advice was given at 729 workstations across 17 locations in Germany over a period of 66 months. Following this, a survey developed specifically for this study was used to determine the subjectively perceived state of health. This was then compared with the rates of sick leave. Findings: There are statistically verifiable indications of the ergonomic workstation advice having an effect as an intervention measure in 9 of the 17 locations. However, the desired effect can only be observed in 4 of these 9 locations, in which sickness absence decreased. The findings of the individual surveys show no significant relationship between the level of sick leave and subjective states of mind during or shortly after the intervention. Conclusion: Not surprisingly, even rationalistic educational programs in health promotion show little effect. However, there are patterns of change that maybe can be explained by looking at corporate culture or motivation.

Keywords: Sick leave, Subjective wellbeing, Health, Public sector.


Dipl.-Vw. Dorothea Becker

A.o. Univ.-Prof. Dr. Harald Stummer
Extraordinarius an der UMIT und Leiter der
akademischen Division für Organisation
und Betriebliche Gesundheitsförderung UMIT -
Private Universität für Gesundheitswissenschaften
Medizinische Informatik und Technik Hall in Tirol und Wien
Faulmanngasse 4/5
A-1040 Wien
harald.stummer@umit.at
http://www.umit.at

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Die Lücke schließen - Konsumenten zwischen ökologischer Einstellung und nicht-ökologischem Verhalten
Christian Haubach, Andrea Moser, Mario Schmidt, Christa Wehner

Etwa 40% der CO2-Emissionen eines deutschen Bundesbürgers entfallen auf Ernährung und Konsum (Schächtele & Hertle, 2007, S. 11). Konsumenten können somit durch umweltbewusstes Einkaufs- und Nutzungsverhalten einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen leisten. Im folgenden Forschungskonzept wird die These vertreten, dass die ökologische Einstellung eines Konsumenten und seine Absicht, klimafreundlich zu handeln, nicht in ökologischem Verhalten münden. Informationsdefizite sowie Handlungsbarrieren sind mögliche Erklärungsansätze für diese Lücke. Zur Klärung der Forschungsfragen wird eine Konsumententypologie entwickelt, auf deren Basis empirische Untersuchungen mit Hilfe von Paneldaten der GfK durchgeführt werden sollen. Potentielle Ergebnisse liefern Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Handel, um die Klimawirksamkeit von Produkten verständlich zu kommunizieren. Auf dieser Basis könnte der Konsument befähigt werden, seine ökologische Einstellung in ein ebensolches Verhalten umzusetzen.

Schlüsselwörter: Konsumentenforschung, Klimaschutz, Fast Moving Consumer Goods, Corporate Social Responsibility, gebundene Rationalität, Behaviourismus


Closing the gap - consumers between pro-ecological attitudes and non-ecological behaviour

Food and consumption account for about 40% of the carbon emissions of a German citizen (Schächtele & Hertle, 2007, p. 11). Consumers therefore may reduce their carbon footprint significantly by considering environmental impacts when buying and using Fast Moving Consumer Goods (FMCG). The following research agenda proposes that pro-ecological attitudes and intentions of consumers are not transferred into ecological behaviour. Reasons for this attitude-behaviour gap may be paucity of information as well as other internal or external constraints. To address this issue, a consumer typology is developed which will be tested by the means of GfK panel data. Potential results will be useful both for firms and retailers to communicate the global warming potential of products in a comprehensible way. Thus, consumers may be empowered to close the gap between pro-ecological attitude and corresponding behaviour.

Keywords: Consumer research, Climate protection, Fast Moving Consumer Goods, Corporate Social Responsibility, Bounded rationality, Behaviourism


Dr. Christian Haubach
Institut für Industrial Ecology
Hochschule Pforzheim
christian.haubach@hs-pforzheim.de

M.Sc. Andrea Moser
Institut für Industrial Ecology, Hochschule Pforzheim,
und Centre for Sustainability Management,
Leuphana Universität Lüneburg
andrea.moser@hs-pforzheim.de

Hochschule Pforzheim
Institut für Industrial Ecology
Tiefenbronner Str. 65
D-75175 Pforzheim


Prof. Dr. Mario Schmidt
Institut für Industrial Ecology
Hochschule Pforzheim
mario.schmidt@hs-pforzheim.de

Prof. Dr. Christa Wehner
Hochschule Pforzheim
christa.wehner@hs-pforzheim.de

Leuphana Universität Lüneburg
Centre for Sustainability Management
Scharnhorststr. 1
D-21335 Lüneburg

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Belastung oder Gelegenheit - Eine Metaphernanalyse zur Wahrnehmung der Finanzkrise durch wirtschaftliche Laien
Fabian Christandl, Thomas Oberlechner, Julia Pitters

Die vorliegende Studie beschreibt metaphorische Konzeptualisierungen der Finanzkrise von wirtschaftlichen Laien und untersucht, wie diese Metaphern das subjektive Verständnis der Finanzkrise widerspiegeln. Die Ergebnisse basieren auf einer telefonischen Befragung zur Finanzkrise, die in einer annäherungsweise repräsentativen Stichprobe von 484 zufällig ausgewählten deutschen Bundesbürgern durchgeführt wurde. Die Transkriptionen dieser Befragung wurden mittels der Metaphernanalyse, einer Methode der kognitiven Linguistik, systematisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Laienverständnis der Finanzkrise auf verschiedene Metapherfelder bezieht, und zwar auf die Finanzkrise als Schicksal, als bedrohliche Zukunft, als fremdes Leid, als Verfehlung, als Unrecht, als Gelegenheit, als Belastung und als Illusion. Jede dieser acht Metaphern blendet bestimmte Aspekte der Krise aus und hebt andere Aspekte hervor, die dem subjektiven Erleben der Finanzkrise zugrundeliegen. Statistisch signifikante Verbindungen zwischen individueller Verwendung dieser Metaphern und unabhängig erhobenen Skalen zu subjektiver Betroffenheit und Optimismus in der Krise bestätigen die Annahme, dass metaphorisches Denken mit subjektivem Verständnis und Umgang mit der Finanzkrise einhergeht.

Schlüsselwörter: Laienüberzeugungen, Laienwahrnehmung, Finanzkrise, Metaphernanalyse


Burden or Opportunity - A Metaphor Analysis on the Perception of the Financial Crisis by Economic Laypeople

This study describes metaphorical conceptualizations of the financial crisis among economic laypeople and examines how these metaphors reflect the subjective perception of the financial crisis. Findings are based on telephone interviews about the financial crisis with a quasi representative sample of 484 randomly selected participants in Germany. Transcripts of these interviews were systematically analyzed by using metaphor analysis, a method based in cognitive linguistics. Results show that participants’ understanding of the financial crisis revolves around different metaphorical fields, namely the financial crisis as fate, as threatening future, as other people’s suffering, as a misconduct, as an injustice, as an opportunity, as a burden, and as an illusion. Each of these eight metaphors hides certain aspects of the financial crisis and highlights other aspects which form the basis of how the financial crisis is subjectively experienced. There are statistically significant correlations between individual metaphor usage and independently rated scales of subjective affectedness and optimism in the crisis. These correlations support the assumption that metaphorical thinking corresponds to subjective ways of perceiving and behaving in the financial crisis.

Keywords: Financial crisis, Metaphor analysis, Lay beliefs, Lay perception


Dr. Fabian Christandl
Psychology School
Hochschule Fresenius
D-50670 Köln
fabian.christandl@hs-fresenius.De

Dr. Thomas Oberlechner
Imatchative
San Francisco Ca 94105, USA

Dr. Julia Pitters
Psychology Department
Webster University
A-1220 Wien

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When economists rely on fairness, too - How economic experts and laypeople think about immigration policies, CO2 emissions reduction, and military exports
Robert Jacob, Fabian Christandl & Detlef Fetchenhauer

From various surveys, we know that economic laypeople and economic experts think differently about economic phenomena and economic policy.
The major reason for these differences is that economists base their economic policy judgments on economic efficiency, while laypeople use fairness as their primary judgment criterion. In a telephone survey with 100 economists and 100 laypeople, we analyzed whether these differences persist in policy scenarios that do not involve core economic issues but do involve strong ethical considerations. We asked the survey participants to judge the immigration of highly qualified foreigners, a unilateral reduction in CO2 emissions, and an export ban on military equipment. Our results show that economists’ judgments appear more similar to judgments of laypeople for policy proposals outside the core areas of economic expertise or proposals that involve strong ethical considerations, such as an export ban on military equipment. Apparently, the judgments of economists tend to be similar to the judgments of laypeople if a policy cannot, or should not, be evaluated based on the economist’s toolkit.

Keywords: Lay economics, Policy judgments, Economists, Immigration policy, Climate policy, Military exports


Wenn Fairness auch für Ökonomen zählt - Wie Ökonomen und Nicht-Ökonomen Einwanderungspolitik, Reduzierung von CO2-Emissionen und Rüstungsgüterexporte bewerten

Aus zahlreichen Untersuchungen ist bekannt, dass ökonomische Laien und ökonomische Experten wirtschaftliche Zusammenhänge und Wirtschaftspolitik unterschiedlich beurteilen.
Hauptsächlich liegt dies darin begründet, dass Ökonomen ihre wirtschaftspolitischen Urteile in erster Linie auf ökonomische Effizienzerwägungen stützen, während Nicht-Ökonomen Fairnessgesichtspunkte in den Mittelpunkt rücken. Basierend auf einer Telefonbefragung von 100 Ökonomen und 100 Nicht-Ökonomen haben wir untersucht, ob sich jene Unterschiede auch bei der Beurteilung von Politikmaßnahmen wiederfinden, die kein zentraler Gegenstand volkswirtschaftlicher Forschung sind und stärkere ethische Erwägungen erfordern. Die Befragungsteilnehmer sollten die Anwerbung hochqualifizierter Ausländer, eine einseitige Reduzierung von CO2-Emissionen und ein Exportverbot für Rüstungsgüter beurteilen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Politikurteile von Ökonomen denen von Nicht-Ökonomen umso mehr ähneln, je eher sie ethische Erwägungen erfordern und je weniger die jeweiligen Politikfelder Gegenstand volkswirtschaftlicher Forschung sind. Offenbar urteilen Ökonomen wie Nicht-Ökonomen, wenn ein Politikfeld nicht mit dem ökonomischen Handwerkszeug bewertet werden kann - oder nicht damit bewertet werden sollte.

Schlüsselwörter: ökonomisches Laiendenken, Politikurteile, Ökonomen, Ausländerpolitik, Klimapolitik, Rüstungsexporte


Dr. Robert Jacob
University of Cologne
Department of Economic and Social Psychology
Albertus-Magnus-Platz
D-50523 Cologne
robert.jacob@uni-koeln.de

Dr. Fabian Christandl
Psychology School
Fresenius University of Applied Sciences Cologne

Prof. Dr. Detlef Fetchenhauer
Department for Economic and Social Psychology
University of Cologne

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Wie individuell müssen Management-Diagramme sein, um zweckmäßig zu sein? - Eine empirische Untersuchung
Peter Claus Kriebernegg, Harald Meyer

Management-Diagramme gewinnen im geschäftlichen Informationsaustausch zunehmend an Bedeutung. Im Zuge dessen überfluten unterschiedlichste Darstellungsformen den Markt und die Frage nach der Zweckmäßigkeit dieser Angebotsvielfalt wird immer drängender: Entspricht sie einem tatsächlichen Bedarf oder handelt es sich um völlig unreflektierten Wettbewerb? Der vorliegende Beitrag überprüft diese Frage empirisch mit einer Auswahl von Darstellungsformen geläufiger Management-Diagramme anhand der beiden Hauptaspekte: einerseits die Zweckmäßigkeit von Darstellungsformen und andererseits ihre informationstheoretische Eignung und Akzeptanz. 509 Probanden (m: 265; w: 244) bildeten Präferenzordnungen der Diagrammtypen nach ihrer Eignung und im Anschluss daran Präferenzordnungen von jeweils fünf Darstellungsformen des präferierten Diagrammtyps nach ihrer Beliebtheit. Es ergab sich ein statistisch hoch signifikanter personenübergreifender Konsens sowohl bezüglich der Zweckmäßigkeit der Diagrammtypen als auch der Beliebtheit der Darstellungsformen. Allerdings entsprechen die individuellen Präferenzen diesem Konsens bei weitem nicht vollständig. Vielmehr zeigt sich ein zusätzlicher hoher Anteil an Individualität, dessen Ursachen noch weitgehend unerforscht sind. Bei der Einschätzung der Eignung hatte lediglich das Geschlecht der Befragten einen statistisch nachweisbaren Einfluss auf die individuellen Präferenzen, nicht aber das Alter. Auf die Einschätzung der Beliebtheit der Darstellungsformen hatten weder Geschlecht noch Alter einen Einfluss, sondern lediglich der Diagrammtyp. Die Studie legt den Schluss nahe, nicht den Markt mit unterschiedlichsten Darstellungsformen von Management-Diagrammen zu überschwemmen, sondern zuerst themen- und zielgruppenspezifische Regeln für die Darstellung zu entwickeln, wobei allerdings die Frage, "wie für welche Zielgruppen und für welche Themen", noch zu beantworten ist.

Schlüsselwörter: Allgemeingültigkeit, Altersspezifika, Diagrammtyp, Darstellungsform, Geschlechtsspezifika, Individualität, Management-Reporting, Präferenzordnung


How individual must business-charts be to reach appropriateness? - An empirical study

Business-charts are getting more and more important in the exchange of information in daily business. However, different display formats flood the market and the question about the appropriateness of this variety has been gaining in importance. Is there a need for such diversity or is it unreflected competition? This paper verifies these questions with the help of a selection of common business-charts based on the two main aspects: the appropriateness of these display formats on the one hand and their ability in means of the information theory and acceptance on the other one. 509 participants (male: 265; female: 244) first built a preference ranking of chart-types concerning their ability and second another preference ranking of five styles due to their popularity. The results show a statistically significant, verifiable and non-personality specific consensus within the appropriateness of the chart-types as well as within the popularity of the styles. Indeed the individual preferences do not completely match this consensus at all. In fact within these rankings a considerable share of identity has been determined, the cause of which has not yet been exactly identified. When assessing the ability only the sex and not the age of the participants had a statistically confirmable influence on the individual preferences. Neither the sex nor the age had an influence on the assessment of the popularity of the different styles, in contrast to the chart-type. This study suggests not to flood the market with different display formats of business-charts, but rather to address the definition of subject and audience specific display rules, whereby the question about the audience and the topics has to be answered first.

Keywords: Age specific, Chart-type, Display format, Identity, Management-reporting, Preference ranking, Sex specific, Universal validity


DI Peter Claus Kriebernegg
UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften
Medizinische Informatik und Technik
Eduard-Wallnöfer-Zentrum 1
A-6060 Hall in Tirol
peter.kriebernegg@infor.com

Prof. Dr. Harald Meyer
UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften
Medizinische Informatik und Technik
Eduard-Wallnöfer-Zentrum 1
A-6060 Hall in Tirol
harald.meyer@opus-consult.de

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Emotion at work
Oliver Fischer, Lorenz Fischer & Kerstin Meyenschein

Happiness and satisfaction are subjects that have received a great deal of attention by academics for a number of years. In particular, cognitive psychology has questioned the robustness of the relationship between the sometimes seemingly superficial nature of questions that ask for an assessment of happyness and satisfaction on the one hand, and the real nature of the underlying constructs on the other. There is clearly evidence to suggest that cognitive accessability at the time of responding to questions is a key factor. However, what is usually underestimated is that an assessment of a current emotional state is the result of a process of emotion regulation. This chapter gives an overview of the current debate in the area of emotion regulation. Using empirical data from diary analysis, it elaborates in detail the forms emotion regulation can take to improve emotionality after negative events, and it discusses how emotion can be regulated downwards after particularly positive events. Particular attention is devoted to the fact that emotion regulation is a process that requires significant mental resources.

Keywords: Job satisfaction, life satisfaction, happiness, emotion regulation


Emotionsregulierung im Arbeitsalltag

Glück und Zufriedenheit sind Themen, denen von der Wissenschaft seit Jahren sehr viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Insbesondere die kognitive Psychologie hat Zweifel an der Gültigkeit der schlichten Operationalisierungen von Glück und Zufriedenheit, da dabei die wahre Natur der zugrundeliegenden psychischen Prozesse ungeklärt bleiben. Die Evidenz spricht klar dafür, dass einer der Schlüsselfaktoren in der kognitiven Zugänglichkeit zum Zeitpunkt der Beantwortung von Fragen liegt. Es wird jedoch meistens unterschätzt, dass die Untersuchung eines aktuellen emotionalen Zustandes das Ergebnis eines Emotionsregulationsprozesses ist. Dieses Kapitel gibt zunächst einen Überblick über die aktuelle Diskussion zur Emotionsregulation. Es erarbeitet im Detail aufgrund von Tagebuchdaten von Versuchspersonen, welche Form die Emotionsregulation annehmen kann, um Emotionalität nach negativen Ereignissen zu verbessern; aber es zeigt auch, wie Emotion nach besonders positiven Ereignissen herunterreguliert werden kann. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Tatsache, dass die Emotionsregulation ein Prozess ist, der erhebliche psychische Ressourcen erfordert.

Schlüsselwörter: Arbeitszufriedenheit, Lebenszufriedenheit, Glück, Emotionsregulation


Dr. Oliver Fischer
Saïd Business School
University of Oxford
oliver.fischer@sbs.ox.ac.uk

Prof. Dr. Lorenz Fischer
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie
Universität zu Köln
lorenz.fischer@uni-koeln.de

Kerstin Meyenschein
Institut für Soziologie und Sozialpsyc

ologie
Universität zu Köln
meyenschein@hotmail.com

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"Arbeitssucht - (k)ein alter Hut". Alte Fundstellen und neue Fakten zur Arbeitssucht
Stefan Poppelreuter

Arbeitssucht ist ein exzessives Bedürfnis nach Arbeit: verbunden mit unübersehbaren Beeinträchtigungen der Gesundheit, des persönlichen Wohlbefindens, der interpersonalen Beziehungen und des sozialen Funktionierens. Arbeitssucht ist kein neues Phänomen, wird jedoch erst seit wenigen Jahren intensiv öffentlich diskutiert. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema sind bisher spärlich. Berufstätige jeder Kategorie und jeden Alters sind ebenso betroffen wie Hausfrauen, Arbeitslose, Rentner, Studierende usw.. Arbeitssucht beeinträchtigt nicht nur die Familie und das soziale Umfeld, sondern auch den Arbeitsbereich. Arbeitssüchtige verursachen in betroffenen Unternehmen relevante Risiken und Defizite.

Schlüsselwörter: Arbeitssucht, Workaholismus, Burn-Out, Arbeitszeit-Freizeit-Konflikt


"Work addiction - (no) old hat”. Old sources and new facts about workaholism

Work addiction, also called workaholism, is an excessive need for work associated with obvious negative effects on health, personal well-being, interpersonal relationships and social functioning. Workaholism is not a new phenomenon, but has only recently been subject of intensive public discussions. Scientific research into the subject has been sparse. Professionals of all categories and all ages are affected as well as housewives, unemployed persons, old-age pensioners, students, etc. Work addiction not only affects the family and the social environment, but also the work area. In affected companies, workaholics entail notable risks and deficits.

Keywords: Work Addiction, Workaholism, Job strain, Burn-Out, Work-Non-Work-Conflict


Dr. Stefan Poppelreuter
Diplom-Psychologe
Leiter des Bereichs HR Development Service
der TÜV Rheinland Personal GmbH, Bonn.
Promotion zum Thema Arbeitssucht,
einschlägige Forschung und Publikationen
zum Thema Arbeits- und Verhaltenssucht.
stefan.poppelreuter@de.tuv.com

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Alkohol und andere Drogen am Arbeitsplatz
Wolfgang Beiglböck, Senta Feselmayer

Missbrauch legaler und illegaler Drogen wird häufig von einer suchtbezogenen Unternehmens- bzw. Gruppenkultur begünstigt. Stressfaktoren, z.B. Schichtarbeit, können das Problem verschärfen. Die Entwicklung bis zu einer Alkoholkrankheit dauert zwischen sechs (bei Frauen) und zwölf Jahren (bei Männern). Der durchschnittliche Produktivitätsausfall eines Alkoholikerabhängigen liegt zwischen zwölf und 25 Prozent. Unternehmen - Betriebsärzte, Personalabteilungen, Personalräte - behandeln suchtkranke Beschäftigte meist dysfunktional. Die Autoren stellen ein betriebliches Früherkennungs- und Präventionsprogramm vor. Es ermöglicht, in einem umschriebenen Setting zielgerichtete person- und situationsspezifische Interventionen zu koordinieren und zu evaluieren. Neben psychotherapeutischem fließt organisationspsychologisches und betriebswirtschaftliches Knowhow in das Konzept ein. Der mögliche Erfolg für Betroffene ist erheblich und für das Unternehmen kalkulierbar: Bereits zwei Jahre nach Einführung des Programms kann der Nutzen im Vergleich zu den Aufwendungen drei zu eins betragen und später auf vier zu eins ansteigen.

Schlüsselwörter: Alkohol am Arbeitsplatz, Drogenkonsum, Drogenprävention, Sucht


Alcohol and other drugs at the workplace

Abuse of licit and illicit drugs is often favored by an addiction-related company or group culture. Stress factors, e.g. shift work may exacerbate the problem. Progression into alcohol addiction takes between six (in women) and twelve years (in men). The average loss in productivity of an alcohol addict varies between 12 and 25 percent. Company doctors, human resource departments, staff councils - they all mostly provide their addicted employees with dysfunctional care. The authors present an early detection and prevention program for companies. It allows to coordinate targeted person- and situation-specific interventions in a defined setting and to evaluate them. In addition to psychotherapeutic expertise, the concept also incorporates organizational psychology and management know-how. The potential success is significant and well calculable for the companies: Two years after implementation of the program, the cost-benefit ratio may amount to 1:3 and subsequently increase to 1:4.

Keywords: Alcohol at the workplace, drugs, drug prevention, addiction


Dr. Wolfgang Beiglböck
Univ.-Lektor, Klinischer Psychologe,
Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut
wolfgang.beiglboeck@api.or.at

Dr. Senta Feselmayer
Univ.-Lektorin, Klinische Psychologin,
Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin

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