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Wirtschaftspsychologie

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2010-4

Editorial: Aus Fehlern lernen
Johannes Bauer, Klaus Mehl, Theo Wehner

Lernen aus Fehlern im Arbeitskontext: Lernprozesse, Lernergebnisse und förderliche Bedingungen
Johannes Bauer, Martin Gartmeier, Christian Harteis
Zusammenfassung | Abstract

"Professionelle Fehlerkompetenz" - Operationalisierung einer vernachlässigten Kompetenzfacette von (angehenden) Lehrkräften
Jürgen Seifried, Eveline Wuttke
Zusammenfassung | Abstract

Organisationales Klima für ein Lernen aus Fehlern: Die Rolle von charismatisch-zielorientierter und aktivierender Führung
Annette Kluge, Jan Schilling, Daniel Putz
Zusammenfassung | Abstract

Eigenverantwortliches Lernen und Lernen aus Fehlern als Faktoren der Teamleistung - die Weiterentwicklung eines Messverfahrens zur Teamdiagnose
Dirk Frömmer, Jürgen Wegge, Jens Wiedemann
Zusammenfassung | Abstract

Fehlermanagement in virtuellen Teams: förderliche und hinderliche Faktoren sowie Auswirkungen auf Leistung
Anna Tschaut, Oliver Rack, Christoph Clases
Zusammenfassung | Abstract

Vom Misserfolg jenseits des Fehlers: Das entdeckende Potenzial des Triadengesprächs
Michael Dick, Mike Jacob
Zusammenfassung | Abstract

Von einem, der auszog aus Fehlern zu lernen - Anmerkungen zu analytisch-methodischen Fragen psychologischer Fehlerforschung
Klaus Mehl
Zusammenfassung | Abstract

Zwischenfallberichtssysteme als Instrument organisationalen Lernens aus Fehlern in Krankenhäusern
Gesine Hofinger
Zusammenfassung | Abstract

Incident Reporting Systeme in der Medizin: Wie kann ein (organisationales) Lerninstrument daraus werden? Konzeptionelle Überlegungen
Yvonne Pfeiffer, Theo Wehner
Zusammenfassung | Abstract

 


Lernen aus Fehlern im Arbeitskontext: Lernprozesse, Lernergebnisse und förderliche Bedingungen
Johannes Bauer, Martin Gartmeier, Christian Harteis

Dieser Beitrag behandelt vier Forschungsfragen in Bezug auf individuelles Lernen aus Fehlern in Arbeitskontexten. Diese Fragen beziehen sich auf (a) die Rolle von Fehlern als Lernanlass, (b) relevante Lernaktivitäten, in die sich Beschäftigte nach Fehlern engagieren können, (c) mögliche Ergebnisse des Lernens aus Fehlern sowie (d) Bedingungen, unter welchen Lernen aus Fehlern wahrscheinlich ist. Wir geben einen Überblick über mehrere Studien, die wir in verschiedenen Arbeitskontexten zu diesen Fragen durchgeführt haben. Daraus werden Schlussfolgerungen für die organisationale Praxis und die weitere Forschung zum Lernen aus Fehlern gezogen.

Schlüsselwörter: Lernen aus Fehlern, lernförderliche Arbeitsgestaltung, informelles Lernen, Erfahrung, professionsbezogenes Lernen


Learning from Errors in a Work Context: Processes, Outcomes, and Supportive Condition

This contribution provides evidence from several studies on learning from errors at work. The studies investigated (a) the role of errors as starting points for learning, (b) employees’ engagement in learning activities after errors, (c) potential outcomes of learning from errors in terms of refined knowledge, and (d) supportive conditions for learning from errors at work. The article summarizes main findings on these issues and draws conclusions for the enhancement of organizational strategies that aim at fostering learning from errors as well as for future research.

Key words: learning from errors, learning supportive work environments, workplace learning, experience, professional learning


Dr. Johannes Bauer
jbauer@tum.de

Dr. Martin Gartmeier
martin.gartmeier@tum.de

TUM School of Education
Technische Universität München
Schellingstr. 33
80799 München

Prof. Dr. Christian Harteis
Erziehungswissenschaftliches Institut
Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
charteis@mail.uni-paderborn.de

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"Professionelle Fehlerkompetenz" - Operationalisierung einer vernachlässigten Kompetenzfacette von (angehenden) Lehrkräften
Jürgen Seifried, Eveline Wuttke

Man geht grundsätzlich davon aus, dass das Lernen aus Fehlern sowohl am Arbeitsplatz als auch beim Lernen in schulischen Settings bei der Entwicklung von (beruflichen) Kompetenzen eine zentrale Rolle spielt. Überlegungen, ob und wie man aus welchen Fehlern lernen kann und ob es eine Rolle spielt, wie Ausbildungs- und Lehrpersonen mit Fehlern von Lernenden umgehen, finden daher auch zunehmend Berücksichtigung in der Lehr-Lern-Forschung. Im vorliegenden Beitrag stellen wir ein Forschungsprojekt vor, das die Kompetenz von Lehrkräften beim lernwirksamen Umgang mit Schülerfehlern in den Blick nimmt. Die Analysen sind im kaufmännischen Schulwesen im Bereich Buchführung/Rechnungswesen angesiedelt.

Schlüsselwörter: Lernen aus Fehlern, Schülerfehler, Buchführung, Lehrerkompetenz


"Professional Error Competence" - How to Operationalise a Neglected Competence of (Future) Teachers

It is commonly held that it is possible to develop professional competence by learning from errors in the workplace and at school. Consequently much research in the field of teaching and learning has been done into error types, how learning from errors is possible and how teacher and trainer behaviour influences the chance to learn from errors. This article focuses on research into teachers’ responses to student errors. The analysis is based in commercial schools with specific focus on the field of bookkeeping/accounting.

Key words: error learning, students’ errors, bookkeeping, teacher competence


Prof. Dr. Jürgen Seifried
Professur für Wirtschaftspädagogik
Universität Konstanz
Fach 123
78457 Konstanz
juergen.seifried@uni-konstanz.de

Prof. Dr. Eveline Wuttke
Professur für Wirtschaftspädagogik,
insbes. empirische Lehr-Lern-Forschung
Goethe-Universität Frankfurt
Grüneburgplatz 1
60629 Frankfurt am Main
wuttke@em.uni-frankfurt.de

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Organisationales Klima für ein Lernen aus Fehlern: Die Rolle von charismatisch-zielorientierter und aktivierender Führung
Annette Kluge, Jan Schilling, Daniel Putz

Es werden zwei Studien in Schweizer Unternehmen (N = 276 und N = 96) vorgestellt, in denen der Beitrag von Führungsverhalten auf das Organisationale Klima zum Lernen aus Fehlern untersucht wird. Dabei wird das Vorgesetztenverhalten im Rahmen eines fehlerbezogenen Lernklimas in Bezug zu aktuellen Konzepten der Führungs- und Innovationsforschung gesetzt: Charismatisch-zielorienierte und aktivierende Führung. In der ersten Studie zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Charismatisch-zielorientierter Führung und drei der vier Faktoren des Lernens aus Fehlern: Vorgesetztenverhalten, Arbeits- und Aufgabenstrukturen, und organisationale Werte sowie der Anzahl der Fehler, die erkannt, analysiert und mit anderen Teams besprochen werden. In der zweiten Studie ergab sich ein geringer bis mittlerer Zusammenhang zwischen der aktivierenden Führung als Element eines Innovationsklimas und dem Organisationalen Klima zum Lernen aus Fehlern. Dieses Ergebnis zeigt, dass es sich um distinkte Klimakonstrukte handelt, die jedoch insbesondere im Bereich aktivierenden Führungsverhaltens inhaltliche Überschneidungen aufweisen.

Schlüsselwörter: Organisationsklima, Lernen aus Fehlern, Charismatisch-zielorientierte Führung,  Aktivierende Führung


Organizational Learning from Errors: The Impact of Charismatic Goal-orientation and Activating Leadership

Two studies in Swiss companies (N = 276 and N = 96) are presented in which the relationship between the organizational climate to learn from errors and two prominent leadership styles was investigated: charismatic goal-orientation and activating leadership. The first study showed a strong positive relationship between charismatic goal-orientation and three of four factors which promote organizational learning from errors and a strong correlation between charismatic goal-orientation and the amount of errors detected, analyzed and error lessons learned. The second study showed a small to medium relationship between organizational climate for innovation and error-related learning climate. This result demonstrates that both constructs are to some extent distinct although they share common climate features especially in terms of activating leadership behaviors.

Key words: organizational climate, learning from errors, charismatic goal orientation, activating leadership


Prof. Dr. Annette Kluge
Wirtschafts- und Organisationspsychologie
Abteilung für Informatik und
Angewandte Kognitionswissenschaft
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
47057 Duisburg
annette.kluge@uni-due.de

Prof. Dr. Jan Schilling
Department for Social Sciences:
Work and Organizational Psychology
University of Applied Administrative
Sciences Hannover
Niedersächsisches Studieninstitut für
Kommunale Verwaltung Hannover e.V.
Wielandstr. 8
30169 Hannover
jan.schilling@nds-sti.de

Dipl.-Psych. Daniel Putz
Lehrstuhl für Betriebs- und Organisationspsychologie
Institut für Psychologie
RWTH Aachen
Jägerstr. 17-19
52066 Aachen
daniel.putz@rwth-aachen.de

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Eigenverantwortliches Lernen und Lernen aus Fehlern als Faktoren der Teamleistung - die Weiterentwicklung eines Messverfahrens zur Teamdiagnose
Dirk Frömmer, Jürgen Wegge, Jens Wiedemann

Zur Kompetenzentwicklung wird von den Arbeitnehmern zunehmend eigenverantwortliches Lernen erwartet. Das Lernen aus Fehlern ist hierbei ein grundlegender Bestandteil. Um Lernprozesse zu initiieren und Mitarbeiter und Teams bei der Verbesserung ihres Lernverhaltens zu unterstützen, sind jedoch geeignete Instrumente notwendig. Das Teamdiagnoseverfahren TeamPuls® (Wiedemann, Richter & v. Watzdorf, 2004) wurde daher auf Grundlage der Theorie zur Gruppenreflexivität von West (1996) um Aspekte eigenverantwortlichen Lernens und Lernens aus Fehlern weiterentwickelt. Die Ergebnisse einer ersten Untersuchung mit 12 Montageteams aus dem Automobilbereich zeigen, dass die 19 neuen Items die beiden Faktoren Soziale Lernorientierung (SL) und Arbeitsbezogene Lernaktivitäten (AL) repräsentieren. Beide Skalen sind reliabel (Cronbachs a > 0.8) und zeigen förderliche Einflüsse auf ein Kriterium der Teameffektivität. Konfirmatorische Faktorenanalysen ergaben zudem, dass die beiden neuen Skalen als eigenständige Dimensionen in TeamPuls® integriert werden sollten.

Schlüsselwörter: eigenverantwortliches Lernen, Teamreflexivität, Lernen aus Fehlern


Self-Regulated Learning and Learning from Errors as factors of Team Performance - Further Development of a Team Quality Questionnaire

Employees are increasingly expected to engage in self-regulated learning activities to improve their job-related skills. Thereby learning from errors is a fundamental type of self-regulated learning. To support employees and teams in initiating and optimizing their learning activities viable instruments are needed. Therefore based on the theory of Team Reflexivity developed by West (1996) aspects of self-regulated learning and learning from errors were added to the team questionnaire TeamPuls® (Wiedemann, Richter & v. Watzdorf, 2004). The results of a first study with 12 construction teams in the automobile industry show that the 19 newly developed items represent the two factors Social Learning Orientation (SL) and Task-related Learning Activities (TL). Both scales have good reliabilities (Cronbachs a > 0.8) and are negatively associated with the number of errors per team as a measure of team effectiveness. Also confirmatory factor analyses imply that the new developed scales should be integrated into TeamPuls® as independent dimensions.

Key words: self-regulated learning, learning from errors, team reflexivity


Dipl.-Psych. Dirk Frömmer
froemmer@psychologie.tu-dresden.de

Prof. Dr. Jürgen Wegge
wegge@psychologie.tu-dresden.de

Institut für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie
Technische Universität Dresden
Zellescher Weg 17
01062 Dresden

Dr. Jens Wiedemann
Management Innovation Dresden
Tieckstr. 17
01099 Dresden
info@mid-online.de

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Fehlermanagement in virtuellen Teams: förderliche und hinderliche Faktoren sowie Auswirkungen auf Leistung
Anna Tschaut, Oliver Rack, Christoph Clases

Die Weitergabe von Informationen über Fehler wird als kritische Bedingung für Team-  bzw. Organisationslernen angesehen und stellt einen wichtigen Erfolgsfaktor in virtuellen Teams dar. Oftmals erfolgt der Austausch über Fehler jedoch nur unzureichend oder eingeschränkt. In einer Feldstudie (N = 84) wurde ein Online-Fragebogen bei zwei weltweit tätigen Großunternehmen eingesetzt, um sowohl förderliche als auch hinderliche Bedingungen für den Austausch von Informationen über Fehler in virtuellen Arbeitsgruppen zu identifizieren. Es zeigte sich, dass eine Überflutung mit Informationen einen negativen Einfluss auf die Fehlerkommunikation hat und dass eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung einen negativen Effekt auf das Verdecken von Fehlern besitzt. Darüber hinaus konnte für das Reflektieren von Fehlern tendenziell ein positiver Effekt auf individuelle Leistung nachgewiesen werden.

Schlüsselwörter: computervermittelte Kommunikation, Fehler, Informationsaustausch, virtuelle Teams, Lernen


Error Management in Virtual Teams: Barriers and Enablers for Information Sharing and Effects on Performance

The sharing of information on errors is defined as a critical prerequisite for team and organisational learning and constitutes a major success factor for virtual teams. However, error communication often happens only insufficiently or very limited. In a field study (n = 84), an online questionnaire was deployed in two global companies to identify enabling and obstructive factors for the exchange of information on errors in virtual work groups. The results reveal that information overload has a negative influence on error communication. High self-efficacy expectation has a negative effect on covering up errors. Additionally, it was shown that reflection on errors tends to have a positive effect on individual performance.

Key words: computer-mediated communication, error, information exchange, virtual teams, learning


Dipl.-Psych. Anna Tschaut (FHNW)
Dr. Oliver Rack (FHNW)
Prof. Dr. Christoph Clases (FHNW & AOC Zürich)

Korrespondenzanschrift:
Dipl.-Psych. Anna Tschaut
Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung
Hochschule für Angewandte Psychologie
Fachhochschule Nordwestschweiz
Riggenbachstr. 16
CH-4600 Olten
Schweiz
anna.tschaut@fhnw.ch

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Vom Misserfolg jenseits des Fehlers: Das entdeckende Potenzial des Triadengesprächs
Michael Dick, Mike Jacob

Ausgehend von der Unterscheidung zwischen Fehler und Misserfolg wird deren Bedeutung für Lernprozesse in der Medizin und Zahnmedizin diskutiert. Da sie das Potenzial zur Ermöglichung solcher Lernprozesse hat, wurde die Methode des Triadengesprächs in diesem Feld eingeführt. Es wird beispielhaft dargestellt, wie mit der Methode ein verändertes Verständnis des zahnärztlichen Misserfolgs ermöglicht wird. Schließlich wird das Verfahren aus der Sicht aller beteiligten Zahnärzte/innen, die es zur Reflexion eigener Misserfolge angewendet haben, evaluiert. Dabei zeigt sich, dass die neu gewonnenen Einsichten von den Zahnärzten/innen in die Praxis umgesetzt werden können.

Schlüsselwörter: Misserfolg, Triadengespräch, Evaluation, Double Bind, professionelle Entwicklung


On Failure beyond Errors: The Potential of Discovering New Insights within the Triad Conversation

Based on the distinction between error and failure, we discuss their importance for processes of learning in medicine and dentistry. The method of triad conversations has been introduced in this field, because it has the potential to enable learning processes. We will illustrate, how the triad conversation allows for a new understanding of failu

e in dental practice. Finally, the triad conversation is evaluated from the perspective of the dentists, who applied it to reflect their own failures. The results show that the dentists can transfer the new insights they have won through this method into practice.

Key words: failure, triad conversation, evaluation, double bind, professional development


Prof. Dr. Michael Dick
Hochschule für Angewandte Psychologie
FH Nordwestschweiz
Riggenbachstr. 16
CH-4600 Olten/Schweiz
michael.dick@fhnw.ch

Dr. Mike Jacob, M. A.
Maximinstr. 45
66763 Dillingen/Saar

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Von einem, der auszog aus Fehlern zu lernen - Anmerkungen zu analytisch-methodischen Fragen psychologischer Fehlerforschung
Klaus Mehl

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, was aus Fehlern gelernt werden kann. Anhand von Daten der Bearbeitung des d2 Aufmerksamkeits-Belastungs-Tests von Brickenkamp (2002) wird gezeigt, was auf welchem Wege über a) die Zuverlässigkeit der handelnden Personen, b) den Schwierigkeitsgrad der verschiedenen zu bearbeitenden Zeichen, c) den Einfluss der Stellung eines Zeichens im Gesamt sowie d) den Einfluss der Reihenfolge der bearbeiteten Zeichen auf die Fehlerhäufigkeit erkennbar werden kann.
Damit wird zum einen dafür plädiert, den Wunsch oder die Aufforderung ‚Lernen aus Fehlern’ durch die Angabe, was gelernt werden soll, zu präzisieren. Zum anderen liefern die Ergebnisse Hinweise auf analytisch-methodische Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, um die hier unterschiedenen Lernziele zu erreichen.

Schlüsselwörter: lernen aus Fehlern, Fehlerforschung


Learning by Mistake: Notations on Analytic-methodical Questions in Error Research

This contribution discusses the question, what can be learned from mistakes. Using data gained from the d2 test of attention by Brickenkamp & Zillmer (1998), the influence of a variety of factors on the frequency of mistakes is examined. These factors are: a) the reliability of the acting persons b) the level of difficulty of the various characters to be processed c) the influence of the position of the character in relation to the whole and d) the influence of the sequence of the processed characters.
Therefore, this article argues that the wish of request to ‘learn by your mistakes’ be posed more precisely by stating the task involved. Furthermore, the results reported here provide indications as to analytic-methodological conditions that must prevail when the various educational objectives discussed here are to be reached.

Key words: learning form errors, error research


Dr. Klaus Mehl
Fakultät I
Institut für Pädagogik
AG Pädagogische Psychologie
Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg
klaus.mehl@uni-oldenburg.de

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Zwischenfallberichtssysteme als Instrument organisationalen Lernens aus Fehlern in Krankenhäusern
Gesine Hofinger

Die Diskussion um Lernen aus Fehlern im Krankenhaus wird international anhand von Zwischenfallberichtssystemen (Incident Reporting Systems, IRS) geführt. Trotz weitgehender Einigkeit über die Gestaltungsgrundsätze für IRS in der Literatur gibt es offensichtlich nur selten nachhaltig erfolgreiche Umsetzungen in der Praxis. Der IRS-Prozess besteht aus den Phasen Motivation und Einbindung, Datensammlung, Analyse, Erarbeitung und Umsetzung von Lösungen sowie Feedback in die Organisation. Erfolgreiche Implementierung von IRS verlangt Konzepte und Kompetenzen auf allen Ebenen dieses Prozesses. Sonst erschöpfen IRS sich in der Sammlung methodisch fragwürdigen Zählens und Kategorisierens von Ereignissen. Bei allen PhasenSchritten werden in der Literatur und in der Praxis Probleme berichtet, die hier im Überblick dargestellt werden. Zudem müssen auch erfolgreiche IRS gepflegt werden, die dazu benötigten Ressourcen sind u.a. Zeit und Kompetenzentwicklung bei den Verantwortlichen. IRS, die als Teil des klinischen Risikomanagements verstanden, mit Ressourcen ausgestattet und gepflegt werden, können ein wichtiger Beitrag zum organisationalen Lernen aus Fehlern und damit zur Erhöhung der Patientensicherheit sein.

Schlüsselwörter: Incident Reporting, organisationales Lernen, Patientensicherheit, Lernen aus Fehlern


Incident Reporting Systems as a Tool for Organizational Learning from Errors in Hospitals

The international discussion on "learning from errors” in hospitals focuses on Incident Reporting Systems (IRS). Although the principles for establishing IRS are widely agreed on, there are few examples of IRS being successfully and  sustainably put into practice. The process of incident reporting consists of several phases (the IRS cycle): motivation, gathering of data, analysis, deriving measures and putting them into practice, feedback into the organization. Successful implementation of IRS need concepts and competences in all phases if the IRS is meant to be a tool for organizational learning rather than for counting incidents. Problems in all phases of the IRS cycle are reported by literature and practitioners. But also successful IRS need constant resources, e.g. time for the analysis of incidents or the responsible staff’s development of competences. If IRS are seen as part of clinical risk management and are allocated adequate resources, they can be a valuable tool for learning from incidents and thus for the enhancement of patient safety.

Key words: incident reporting, organisational learning, patient safety, learning from errors


Dr. Gesine Hofinger
Team HF -
Hofinger Forschung Beratung Training
Hohenheimer Str. 104
71686 Remseck
gesine.hofinger@team-hf.de

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Incident Reporting Systeme in der Medizin: Wie kann ein (organisationales) Lerninstrument daraus werden? Konzeptionelle Überlegungen
Yvonne Pfeiffer, Theo Wehner

Incident Reporting Systeme (IRS) werden zunehmend in Krankenhäusern eingesetzt, um das Lernen aus kritischen Ereignissen zu unterstützen. Obwohl es zahlreiche Studien zur Gestaltung von Incident Reporting Systemen in der Medizin gibt, wurden bisher kaum organisationspsychologische Konzepte dafür genutzt. In diesem Beitrag werden IRS als organisationale Lernmechanismen sensu Popper und Lipshitz (1998) konzeptualisiert und auf ihr Lernpotenzial hin untersucht. Dafür wird der Incident Reporting Prozess in seinen einzelnen Schritten beschrieben und es wird herausgearbeitet, welche organisationalen Lernprozesse das derzeitige Design von Incident Reporting Systemen unterstützt und wo noch Entwicklungspotenzial besteht.  Die Autoren argumentieren abschließend, dass die aktuelle Gestaltung von Incident Reporting Systemen eher kontrollierendes, dem Status quo verpflichtetes, organisationales Verbesserungshandeln unterstützt und wenig reflexive Elemente organisationalen Lernens integriert werden.

Schlüsselwörter: Incident Reporting Systeme, Lernen aus kritischen Ereignissen, organisationales Lernen


Incident Reporting Systems in Healthcare: How can they become (organizational) Learning Mechanisms? Conceptual Contributions

Incident reporting systems are increasingly implemented in hospitals in order to foster organizational learning from incidents. Even though numerous studies have investigated the design of incident reporting systems, concepts from organizational psychology were hardly integrated. In this paper, we conceptualize incident reporting systems as organizational learning mechanisms sensu Popper and Lipshitz (1998) and explore their potential for organizational learning. Therefore, the constituting steps of the incident reporting process are presented and the related learning processes supported by the current design of incident reporting systems are identified. This analysis points to room for improvement for the future design of incident reporting systems. The authors argue in the conclusion that presently incident reporting systems foster control and status quo oriented learning rather than allowing for reflective organizational learning.

Key words: incident reporting systems, learning from incidents, organizational learning


Dr. Yvonne Pfeiffer
ypfeiffer@ethz.ch

Prof. Dr. Theo Wehner
twehner@ethz.ch

Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften (ZOA)
Forschungsgruppe "Psychologie der Arbeit in Organisation und Gesellschaft" (PdA)
ETH Zürich
Kreuzplatz 5, KPL H 13
CH-8032 Zürich
Schweiz

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