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Wirtschaftspsychologie

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2006-1


Interne Personalauswahl und Personalentwicklung in deutschen Unternehmen
B. Hell, I. Boramir, H. Schaar, H. Schuler
Zusammenfassung | Abstract

Anforderungsprofile zukunftsorientiert und systematisch entwickeln - Ein Bericht aus der Unternehmenspraxis zur Kombination des Bottom-up und Top-Down-Vorgehens bei der Anforderungsanalyse
C. Heider-Friedel, A. Strobel, K. Westhoff
Zusammenfassung | Abstract

Konzepte der Nutzenerfassung in Managemententwicklung und Corporate Universities - Theorien, Anwendungen, Perspektiven
J. Deller, A. Süßmair
Zusammenfassung | Abstract

Management von Umwelthandeln in Unternehmen: Entwicklung eines Trainings für Umweltakteure
A. Homburg
Zusammenfassung | Abstract

Globalisierung, Clash of Civilizations und interkulturelle Wirtschaftspsychologie
U. Günther
Zusammenfassung | Abstract

Rating bei KMU’s: Eine empirische Untersuchung zur Gewichtung und Verfälschbarkeit von Basel II-Ratingfaktoren bei der Kreditvergabe
J. Wegge, Ch. Zedler, T. Lührig
Zusammenfassung | Abstract

Preisverständnis und subjektive Bewertung des Euro - Überblick über empirische Befunde
B. Kamleitner, E. Hofmann, E. Kirchler
Zusammenfassung | Abstract

Kaufkraftschwund nach der Währungsumstellung: Zur erwartungsgeleiteten Wahrnehmung des (T)Euro
E. Hofmann, B. Kamleitner, E. Kirchler, S. Schulz-Hardt
Zusammenfassung | Abstract

Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie - Vorschlag für ein Curriculum zur postgradualen Ausbildung beziehungsweise als MA-Studium nach der dreistufigen Studienarchitektur nach dem Bologna-Modell
W. Kallus, E. Kirchler, Ch. Korunka, W. G. Weber, P. Hoffmann, E. Hölzl, A. Iwanowa, P. Jimenez, K. Meier-Pesti
Zusammenfassung | Abstract

KOMMENTAR: Wirtschaftspsychologie in der Mongolei
U. Günther, L. Bildat, T. Tsetsegmaa
Zusammenfassung | Abstract

 


Interne Personalauswahl und Personalentwicklung in deutschen Unternehmen
Benedikt Hell, Ilkay Boramir, Hagen Schaar, Heinz Schuler

In N=125 der bedeutendsten deutschen Unternehmen wird die Verwendung und Beurteilung von Verfahren der internen Personalauswahl und Personalentwicklung untersucht. Die Art der eingesetzten Verfahren sowohl zur internen Personalauswahl als auch zur Personalentwicklung variiert in Abhängigkeit von den Zielgruppen: Besonders auffällig ist die Verwendung von Assessment Centern und Management Audits vornehmlich bei Führungskräften. Auch bei den Maßnahmen der Personalentwicklung zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Zielgruppen: Angestellte unterer Hierarchiestufen nehmen seltener an externen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teil, Führungskräfte der oberen Ebenen hingegen besuchen vergleichsweise seltener innerbetriebliche Fortbildungen. Zahlreiche Verfahren werden erst bei Mitarbeitern mit Führungsverantwortung eingesetzt. Als zuständige Stellen im Unternehmen werden am häufigsten die künftige Fachabteilung und die Personalabteilung genannt. Diese Stellen bevorzugen strukturierte Interviews. Psychologen und externe Spezialisten setzen häufiger Assessment Center ein. Wie ein Zeitreihenvergleich zeigt, finden Interviews und Assessment Center in zunehmendem Maße Verwendung.
Die ebenfalls ermittelte Einschätzung der Validität, Praktikabilität und Akzeptanz von Auswahlverfahren fällt bei den Anwendern der Verfahren erwartungsgemäß besser aus als bei den Nichtanwendern. Die regressionsanalytisch bestimmte Bedeutung der drei Para¬meter für den Einsatz eines Verfahrens variiert erheblich zwischen den betrachteten Auswahlverfahren.

Schlüsselwörter: Personalauswahl, Personalentwicklung, Verwendungshäufigkeit von Auswahlverfahren, Akzeptanz, Praktikabilität, Validität


Personnel Selection and Human Resource Development in German Companies

Use and evaluation of instruments for internal personnel selection and development in N=125 of the most important German companies is reported. Types of methods applied for both purposes are different according to positional groups: Especially noteworthy is the use of assessment centers and management audits for the group of supervisors and executives. Lower ranking employees rarely participate in external trainings while managers rather infrequently participate in internal methods of personnel development. Several methods are widely reserved to executives. Responsible company authorities - special and personnel departments - prefer structured interviews while psychologists more often make use of assessment centers. A longitudinal comparison shows increasing popularity for both instruments. Additionally, practitioners were asked to appraise validity, practicality and acceptance of selection and training methods. As expected, appraisals are more positive for users compared to non-users of a given method. The significance of these three parameters for method application - as calculated by multiple regression - is varying considerably for the different methods.

Key words: personnel selection, human resource development, training methods, use of selection methods, acceptability, feasibility, validity


Dr. Benedikt Hell
hell@uni-hohenheim.de

Dipl. oec. Ilkay Boramir

Dipl. oec. Hagen Schaar

Prof. Dr. Heinz Schuler
schuler@uni-hohenheim.de

Universität Hohenheim
Lehrstuhl für Psychologie (540F)
70593 Stuttgart

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Anforderungsprofile zukunftsorientiert und systematisch entwickeln - Ein Bericht aus der Unternehmenspraxis zur Kombination des Bottom-up- und Top-Down-Vorgehens bei der Anforderungsanalyse
Cornelia Heider-Friedel, Anja Strobel, Karl Westhoff

Anforderungsprofile bilden die Grundlage für qualitativ hochwertige Personalauswahl und -entwicklung und ermöglichen ebenso die Vernetzung aller Personalprozesse im Unternehmen.
Zur Entwicklung von Anforderungsprofilen existieren verschiedene methodische Vorgehensweisen, die gegenwartsorientiert, tätigkeitsspezifisch oder strategisch orientiert zukünftig relevante Anforderungen ermitteln. Im Rahmen einer Studie bei der Alcatel SEL AG wurden zwei Ansätze und deren Kombination untersucht: die Critical Incident Technique (CIT, Flanagan, 1954), die Anforderungen bottom-up aus konkreten erfolgskritischen Arbeitssituationen generiert, und eine Top-Down-Strategie, die erforderliche Kompetenzen aus Unternehmenszielen und Marktentwicklungen ableitet.
Die Gesamtstichprobe umfasste 28 Account Manager und Führungskräfte der Alcatel SEL, die mündlich und schriftlich zu Positionsanforderungen befragt wurden. 50% der ermittelten 19 Anforderungen resultierten ausschließlich aus der CIT. Durch die Top-down-Strategie wurden wesentliche Inhalte für neun weitere Anforderungen generiert, eine weitere resultierte ausschließlich aus der strategischen Analyse. Die Vorteile beider Methoden wurden durch diesen Ansatz sinnvoll kombiniert. Dabei gewährleistete die CIT einen hohen Verhaltensbezug der Anforderungen, während durch die strategische Analyse zukünftige Verhaltensanforderungen Berücksichtigung fanden.

Schlüsselwörter: Anforderungsanalyse, Eignungsdiagnostik, Critical Incident Technique


Future-oriented and Systematic Development of Requirement Profiles - A practice-report on the Combination of Bottom-up and Top-down Task Analysis

Requirement profiles form the basis for high-quality personnel assessment and development and allow the cross-linking of all personnel processes in an enterprise. There are different methodical procedures for the development of requirement profiles which are activity-specific or strategically oriented and which determine relevant requirements for the future. In the context of a study with Alcatel SEL AG, two approaches and their combination were examined. On the one hand the Critical Incident Technique (CIT, Flanagan, 1954) was used, which generates requirements bottom-up from concrete success-critical work situations. On the other hand, a top-down strategy, which derives essential skills from company targets and market tendencies, was used. The total sample contained 28 account managers and executives of the Alcatel SEL, who were asked verbally and in written form to position requirements. 50% of the 19 requirements determined resulted exclusively from the CIT-approach. Substantial contents for nine further requirements were generated by the top-down strategy; a further resulted exclusively from the strategic analysis. So, the advantages of both methods were meaningfully combined by this procedure, with the CIT ensuring requirements which were very close to the concrete behavior while the strategic analysis provided requirements which targeted important future behavior.

Key words: task analysis, personnel assessment, Critical Incident Technique


Dipl.-Psych. Cornelia Heider-Friedel
Alcatel SEL AG
Alcatel University / Personal- und Organisationsentwicklung
Lorenzstr. 10
70435 Stuttgart
cornelia.heider-friedel@alcatel.de

Dr. Anja Strobel
Fachrichtung Psychologie
Technische Universität Dresden
terra@psychomail.tu-dresden.de

Prof. Dr. Karl Westhoff
Fachrichtung Psychologie
Technische Universität Dresden
01062 Dresden
westhoff@psychologie.tu-dresden.de

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Konzepte der Nutzenerfassung in Managemententwicklung und Corporate Universities - Theorien, Anwendungen, Perspektiven
Jürgen Deller, Augustin Süßmair

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Bewertung von Intangible Assets gibt der Beitrag gibt einen Überblick über ausgewählte Modelle zur Nutzenerfassung in Managemententwicklung und Corporate
Universities. Stärken und Schwächen des Vier-Ebenen-Modells von Kirkpatrick, des Return-on-Investment-Modells von Phillips, der Utility Analysis sowie der Balanced Scorecard werden in Bezug auf ihre Anwendung in diesem Kontext diskutiert. Eine kritische Auseinandersetzung bezieht insbesondere die Hinwendung zu einem ganzheitlichen Ansatz des Human Capital Managements ein. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf einer theoretischen Fundierung und praxisorientierten Weiterentwicklung von Modellen der Nutzenerfassung.

Schlüsselwörter: Balanced Scorecard, Corporate University, Intangible Assets, Managemententwicklung, Nutzenerfassung, Return on Investment


Concepts of Utility Analysis in Management Development and Cooperative Universities - Theories, Applications, Perspectives

This paper gives an overview on selected models of utility analysis in management development and corporate universities in times of discussion on the estimation of intangible assets. Strengths and weaknesses of Kirkpatrick’s four-level-model, Phillips’s return-on-investment-model, utility analysis, and balanced scorecard are discussed regarding their use in this context. A critical analysis of current utility measurement approaches and the outlook on future perspectives for theoretical foundation and practice-oriented development of utility analysis models concludes this paper.

Key words: balanced scorecard, corporate university, intangible assets, management development, return on investment, utility analysis


Prof. Dr. Jürgen Deller
Professur für Managementauswahl und
-entwicklung
Universität Lüneburg
Fachbereich Wirtschaftspsychologie
Wilschenbrucher Weg 84a
21335 Lüneburg
deller@uni-lueneburg.de

Prof. Dr. Augustin Süßmair
Professur für Unternehmensführung
und Controlling sowie Personal und
Organisation
Fachbereich Wirtschaftspsychologie
Universität Lüneburg
Wilschenbrucher Weg 84a
21335 Lüneburg
suessmair@uni-lueneburg.de

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Management von Umwelthandeln in Unternehmen: Entwicklung eines Trainings für Umweltakteure
Andreas Homburg

Grundlagen, formative Evaluation und eine erste summative Evaluation des "Trainings zum Management von Umwelthandeln in Unternehmen" (TMU) werden vorgestellt. Das Training richtet sich an Umweltakteure wie Umweltbeauftragte, Umweltmanagerinnen und -manager. Ziel des Trainings ist, diesen Personenkreis in die Lage zu versetzen, Umweltschutzhandeln bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen zu fördern bzw. dauerhaft zu stabilisieren, indem die berufliche Selbstwirksamkeit der Umweltakteure gesteigert wird. Vermittelt werden Grundlagenwissen, Analyse- und Veränderungskompetenzen. Es werden mehrere Studien zur Entwicklung sowie zur formativen Evaluation und eine Studie zur ersten summativen Evaluation des Trainings mit zukünftigen Umweltmanagern vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen erste Hinweise auf die Wirksamkeit des Trainings. Eine Weiterentwicklung und Verbreitung des Instrumentes zur Personalentwicklung erscheint lohnenswert.

Schlüsselwörter: Umweltschonendes Verhalten, Training, Selbstwirksamkeit, Evaluation


Management of Environmental Actions in Enterprises: Formative and First Summative Evaluation of a Training for Environmental Actors

Principles, formative evaluation and a first summative evaluation of the "training for the management of environmental actions in enterprises" are presented. The training is directed at environmental actors such as environmental representatives and environmental managers. The aim of this training is to put this group of environmental actors into a position to sustainably foster and stabilize environmental actions of employees in enterprises by increasing their vocational self-efficacy. Elements of the training include basic knowledge, competencies for analysis and change. We present several studies on the formative evaluation and one experimental study on a first summative evaluation of the training with prospective environmental managers. Results show the effectiveness of the training. It appears to be worthwhile to continue with the further development and distribution of the instrument for human resources development.

Key words: ecological behavior, training, self-efficacy, evaluation


PD Dr. Andreas Homburg
Fachbereich Psychologie
AG Sozialpsychologie
Philipps-Universität Marburg
35032 Marburg
homburg@staff.uni-marburg.de

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Globalisierung, Clash of Civilizations und interkulturelle Wirtschaftspsychologie
Ullrich Günther

Seit dem Ende des kalten Krieges hat sich die Globalisierung, d.h. die weltweite wirtschaftliche Vernetzung und der Abbau zwischenstaatlicher Handels- und Mobilitätsschranken beschleunigt. Seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 nehmen zugleich interkulturelle und interethnische Spannungen zu, werden inner- und zwischenstaatliche Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.
In dieser Gegenläufigkeit von wachsenden globalen wirtschaftlichen Verflechtungen und kulturellen Konflikten werden interkulturelle Mediationsprozesse gerade im Wirtschaftssektor wichtig. Dazu kann eine interkulturelle Wirtschaftspsychologie einen wesentlichen Beitrag leisten (in Feldern wie internationales Personalmanagement, multikulturelle Teams, Verhandlung, Führung, Konfliktbearbeitung, Organisationsentwicklung im internationalen Kontext).
Allerdings ist die im euro-amerikanischen Kulturkreis entwickelte Psychologie in wesentlichen Teilen nicht auf andere Kulturkreise übertragbar. Die Ursachen liegen in unterschiedlichen ideengeschichtlichen (religiösen, philosophischen, politischen, sozialen) Traditionen. Sie führen z.B. zu unterschiedlichen Arten von Selbstkonzepten, sozialer Wahrnehmung, Kontrollüberzeugungen, kog¬nitiven Wirklichkeitsanalysen, moralischen Urteilen und damit zu unterschiedlichem, von Angehörigen eines jeweils anderen Kulturkreises u. U. als befremdlich wahrgenommenen Verhaltensweisen in und zwischen Unternehmen.
Als mittlerer Weg zwischen Universalismus und Kulturrelativismus kann eine systematische Taxonomie von Kulturkreisen dienen, die Kontextvariablen für die Gültigkeit von psychologischen Aussagen und für die Angemessenheit praktischen Handelns im jeweiligen Kulturkreis beschreibt. Vorliegende qualitative und quantitative Systematiken von Kulturkreisen werden in Hinblick auf ihre Übereinstimmung untersucht und Kombinationen von nomologischem und kulturspezifischem Vorgehen diskutiert.

Schlüsselwörter: Globalisierung, interkulturelle Psychologie, Kulturrelativismus, Wirtschaftspsychologie, Internationales Personalmanagement


Globalization, Cross-cultural Business Psychology and Civilizations

Since the end of the Cold War, globalization has accelerated, i.e. economic interconnectedness and mobility have increased and barriers to international trade have decreased. However since the terror attacks of September 11, 2001 national and international security measures have intensified and intercultural and interethnic tensions have grown.
In these conflicting trends of increasing global economic networking on one hand and cultural conflicts on

he other, cross-cultural mediation is becoming more important, especially in business. Cross-cultural business psychology may contribute significantly to this field (issues such as international human resource management, multicultural teams, negotiations, leadership, conflict management, organisational development in an international context).
But psychology - as it has been developed in the European-American civilization - is not transferable to other civilizations in many essential ways. The reasons are found in the historically different traditions of (religious, philosophical, political etc.) ideas. These different traditions lead to different concepts of the self, social perception, beliefs in locus of control, cognitive analyses of reality, moral judgements, and therewith to different (as well as that which is perceived as strange) behaviour in and between companies.
As a middle approach between universalism and cultural relativism, systematic taxonomies of civilizations may be used to describe context variables for the validity of psychological statements and the appropriateness of practical actions in the specific civilization. Existing qualitative and quantitative taxonomies of civilizations are here examined with regard to their consistency, and combinations of nomological and culture specific approaches are discussed.

Key words: Globalization, cross-cultural psychology, cultural relativism, business psychology, international human resource management


Prof. Dr. Ullrich Günther
Fachbereich Wirtschaftspsychologie
Universität Lüneburg
Wilschenbrucher Weg 84
21335 Lüneburg
u.guenther@uni-lueneburg.de

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Rating bei KMU’s: Eine empirische Untersuchung zur Gewichtung und Verfälschbarkeit von Basel II-Ratingfaktoren bei der Kreditvergabe
Jürgen Wegge, Christien Zedler, Tobias Lührig

In einer empirischen Studie mit 41 Firmen werden Ratingurteile bei der Kreditvergabe auf Basis der Europäischen Eigenkapitalrichtlinien (Basel II) untersucht. Es wird u.a. geprüft, welche "harten" und "weichen" Ratingfaktoren auf das Krediturteil Einfluss nehmen. In einer quasiexperimentellen Untersuchungsbedingung wird zudem getestet, welche Auswirkung eine besonders positive Selbstdarstellung des Unternehmens auf das Krediturteil hat. Wesentliche Ergebnisse sind, dass erwartungsgemäß die Eigenkapitalquote für das Krediturteil besonders stark ins Gewicht fällt. Die Instruktion zur positiven Selbstdarstellung verändert die Datenlage insbesondere bei "weichen" Faktoren und verbessert wider Erwarten sogar die Kreditrisikobeurteilung signifikant. Angesichts dieser Befunde sollten KMU’s danach streben, ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen. Die Banken sind hingegen gut beraten, dem Problem der Verfälschbarkeit bestimmter Informationen im Prozess der Kreditbeantragung mehr Beachtung zu schenken.

Schlüsselwörter: BASEL II, Rating, Kreditwürdigkeit, Eigenkapitalquote, Verfälschbarkeit


Ratings of Small Companies: An Empirical Investigation Regarding the Weighing and Faking of Basel-II Rating Factors in Judging Credit Standing

In an empirical study conducted with 41 companies, the risk assessments assigned to loans on the basis of the European capital regulations (Basel II) were examined. Among other factors, the study aimed to investigate which "hard” and "soft” rating criteria had an impact on the credit rating. Under quasi-experimental testing conditions, we also examined what effect a company’s overly positive self-portrayal would have on the credit rating. As expected, the key results confirmed that equity ratio carried particular weight in the credit rating. The briefing to provide a particularly positive self-image altered the data basis and the "soft” factors in particular and significantly improved the credit risk rating, contrary to expectations. In view of these findings, SMEs should strive to increase their equity ratio. However, banks are advised to give more consideration to the problem linked with faking certain information when applying for a loan.

Key words: BASEL II, credit judgments, own capital ratio, faking


Prof. Dr. Jürgen Wegge
Department Psychology
Psychology of Excellence in Business and
Education
Ludwig-Maximilians-Universität München
Martiusstr. 4
80802 München
wegge@psy.uni-muenchen.de

Dipl.-Psych. Christien Zedler
ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin
Heubnerweg 6
14059 Berlin
christien.zedler@escp-eap.de

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Tobias Lührig, MBA
Mierendorffplatz 1
10589 Berlin
tobias@luehrig.com

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Preisverständnis und subjektive Bewertung des Euro - Überblick über empirische Befunde
Bernadette Kamleitner, Eva Hofmann, Erich Kirchler

Mit der Einführung des Euro war und ist die Bevölkerung der Europäischen Währungsunion aufgefordert, sich von bekannten nationalen Währungen zu trennen, mit neuen Banknoten und Münzen umzugehen und ein subjektives Verständnis für die Euro-Preise zu entwickeln. Wirtschafts- und sozialpsychologische Studien beschäftigen sich seit etwa einem Jahrzehnt mit der Währungsumstellung. In diesem Beitrag wird ein Überblick über den Stand der Forschung in Bezug auf (a) das Erlernen von Euro-Werten, (b) den Umgang mit den Euro-Münzen und -Scheinen und (c) die Wahrnehmung und Bewertung von Euro-Preisen und -Löhnen gegeben. Der Beitrag endet mit praktischen Implikationen.

Schlüsselwörter: Euro, Preiswahrnehmung, Geldillusion, Gewöhnung an den Euro, Erwartungseffekte


Price Comprehension and Subjective Evaluation of the Euro - Review of Empirical Studies

The introduction of the Euro makes and made it necessary for all citizens of the European Monetary Union to change from well known former currencies to a new one, to deal with new coins and bills, and to develop an understanding of new Euro-prices. During the last decade studies in economics and social psychology dealt with the change of currency. This paper gives an overview over the state of the art of research dealing with (a) learning of Euro values, (b) the handling of Euro coins and bills, and (c) the perception and evaluation of Euro prices and wages. The paper closes with practical implications.

Key words: Euro, price perception, money illusion, adaptation to the Euro, expectancy effects


Bernadette Kamleitner
bernadette.kamleitner@univie.ac.at

Eva Hofmann
eva.hofmann@univie.ac.at

Erich Kirchler
erich.kirchler@univie.ac.at

Fakultät für Psychologie
Institut für Wirtschaftspsychologie,
Bildungspsychologie und Evaluation
Universität Wien
Universitätsstr. 7
A-1010 Wien
Österreich

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Kaufkraftschwund nach der Währungsumstellung: Zur erwartungsgeleiteten Wahrnehmung des (T)Euro
Eva Hofmann, Bernadette Kamleitner, Erich Kirchler, Stefan Schulz-Hardt

In zahlreichen Ländern der europäischen Währungsunion vermutet die Bevölkerung, die Währungsumstellung sei genutzt worden, um Preise zu erhöhen; dies bei gleich bleibenden Löhnen. Diese Wahrnehmung wird durch offizielle Statistiken nicht bestätigt, kann aber zum Empfinden eines Verlustes an Kaufkraft führen. In Deutschland fanden Traut-Mattausch, Schulz-Hardt, Greitemeyer und Frey (2004) Evidenz für die Wahrnehmung von nicht-existenten Preissteigerungen trotz objektiver Vergleichsmöglichkeiten. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Existenz dieser Wahrnehmungsverzerrung auch in Österreich sowie deren Überdauern noch zwei Jahre nach der Einführung des Euro als Bargeld nachzuweisen. Weiter soll untersucht werden, ob auch auf der Seite der Einkommen Wahrnehmungsverzerrungen bestehen und ob diese Wahrnehmung kausal von Erwartungen beeinflusst wird. Insgesamt 308 Studierenden wurden Speisekarten eines fiktiven italienischen Restaurants beziehungsweise Stundensatzlisten für Studentenjobs in Schillingen und Euro vorgelegt. Die Euro-Beträge waren im Vergleich zu den Schilling-Beträgen entweder reduziert, gleich hoch oder erhöht. Die Studienteilnehmer schätzten Preis- und Einkommensunterschiede zwischen den in Schilling und Euro angeführten Beträgen und wählten Speisen beziehungsweise Nebenbeschäftigungen. Die Ergebnisse der deutschen Studie wurden bestätigt: Insbesondere wurden dort, wo die Preise tatsächlich stabil geblieben waren, illusionäre Preissteigerungen wahrgenommen. Diese "Teuro-Illusion" konnte auf die Erwartungen der Teilnehmer zurückgeführt werden und wirkte sich auch auf Verhaltensintentionen aus. Zusätzlich wurde gefunden, dass das Einkommen weitgehend als unverändert empfunden wird.

Schlüsselwörter: Euro, Geldpsychologie, Preiswahrnehmung, "Teuro-Illusion", "selektive Fehlerkorrektur"


Loss of Purchasing Power after Currency Changeover: Expectancy Driven Perception of the Euro

In numerous countries of the European Monetary Union the population presumed that the currency changeover was used to raise prices without income increases. Even if official statistics do not confirm this perception, it can lead to a loss in purchasing power. In Germany, Traut-Mattausch, Schulz-Hardt, Greitemeyer und Frey (2004) found that the perception of a non existent price rise prevails despite the possibility to compare prices objectively. The aim of the present study is to prove the existence of the perception bias also in Austria and to confirm its outlasting for two years after the introduction of the Euro as money in cash. Additionally, it is analysed if a reverse bias also exists with wages and if these perceptions are caused by expectations. Menus of Italian restaurants or lists of hourly wage rates of different types of student-jobs in Austrian Schilling and in Euro were brought before overall 308 students. Compared to the Schilling amounts, the Euro amounts were either reduced, left equal or increased. Participants estimated price and wage differences between given amounts in Schilling and Euro and chose food or a part-time job. The results of the German study were confirmed. Two years after the currency changeover prices in Euro were generally perceived as increased, surprisingly also at a reduction of 15%. This illusion was due to participants expectations and influenced behavioural intentions. It was additionally found that wages were mostly perceived to be unaltered.

Key words: Euro, psychology of money, price perception, illusion of increased Euro-prices, selective-error-correction


Eva Hofmann
eva.hofmann@univie.ac.at

Bernadette Kamleitner
bernadette.kamleitner@unvie.ac.at

Erich Kirchler
erich.kirchler@unvie.ac.at

Fakultät für Psychologie
Universität Wien
Universitätsstr. 7
A-1010 Wien
Österreich


Stefan Schulz-Hardt
Abteilung für Wirtschafts- und Sozialpsychologie
Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie
Georg-August-Universität Göttingen
Gosslerstr. 14
37073 Göttingen
schulz-hardt@psych.uni-goettingen.de

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Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie - Vorschlag für ein Curriculum zur postgradualen Ausbildung beziehungsweise als MA-Studium nach der dreistufigen Studienarchitektur nach dem Bologna-Modell
Wolfgang Kallus, Erich Kirchler, Christian Korunka, Wolfgang G. Weber, Peter Hoffmann, Erik Hölzl, Anna Iwanowa, Paul Jimenez, Katja Meier-Pesti

Der Beitrag fasst den Konsens der österreichischen Hochschulstandorte mit dem Fach Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie für ein anforderungsorientiertes Ausbildungscurriculum zusammen, welches einerseits den Richtlinien der European Network of Work - and Organizational Psychology (ENOP) entspricht und andererseits Grundlage für eine gesetzlich fundierte Akkreditierung des Berufsbildes der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie darstellt. Die Elemente sollen weitest möglich in der derzeitigen universitären Diplomausbildung und künftigen Masterausbildung umgesetzt und verankert werden. Das Curriculum umfasst 120 ECTS-Punkte und gliedert sich in Grundlagen sowie  Theorie und praktische Fertigkeiten zur Diagnostik und Intervention für die  drei Teilbereiche Arbeits-, Organisations-  und Wirtschaftspsychologie. Eine Schwerpunktsetzung ist vorgesehen. Zu jedem der 44 Elemente des Curriculums werden Ziele und Inhalte skizziert.

Schlüsselwörter: Aus-/Weiterbildung, Qualitätssicherung, Bologna-Modell


Work-, Organizational- and Economic Psychology - Proposal for a Postgraduate Curriculum or a Master Degree According to the three Level Bologna-Model

The consense of the Austrian University representatives of Work-, Organizational- and Economic Psychology  for a requirement oriented Curriculum is summarized. The curriculum has been developed according to the guidelines given by the European Network of Work - and Organizational Psychology (ENOP) and should serve as a basis for the legally based accreditation as a professional Work-, Organizational - and Economic Psychologist. The elements should be integrated as far as possible in the current diploma curricula and the future master curricula for psychology at the universities. The curriculum comprises 120 ECTS-Points and it is subdivided in basics, and theory, diagnostic skills and intervention skill for each of the three subjects Work -, Organizational- and Economic Psychology. Each of the 44 elements of the curriculum is characterized by goals and content.

Key words: curricula, quality of education, Bologna Model


Wolfgang Kallus
Institut für Psychologie
Universität Graz
Universitätsplatz 2
A-8010 Graz
Österreich
wolfgang.kallus@uni-graz.at

Peter Hoffmann
Paul Jimenez
Institut für Psychologie
Universität Graz
Universitätsplatz 2
A-8010 Graz
Österreich

Erich Kirchler
Christian Korunka
Erik Hölzl
Katja Meier-Pesti
Fakultät für Psychologie
Universität Wien
Universitätsstr. 7
A-1010 Wien
Österreich

Wolfgang G. Weber
Anna Iwanowa
Institut für Psychologie
Universität Innsbruck
Innrain 52
A-6020 Innsbruck
Österreich

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Kommentar: Wirtschaftspsychologie in der Mongolei. Aufbau eines Studienprogramms und Netzwerks in Ulaanbaatar
Ullrich Günther, Lothar Bildat, Tsogbadrakh Tsetsegmaa

Die Universität Lüneburg (UL) (ehem. Fachhochschule Nordostniedersachsen Lüneburg) und ihr mongolischer Partner, die University of Commerce and Business Ulaanbaatar (UCB), kooperieren bei der Implementierung innovativer Studiengänge und modernen Hochs

hulmanagements. In dem Projektbereich Wirtschaftspsychologie wird eine universitäre Ausbildungskapazität an der UCB aufgebaut, daneben Personalentwicklungsmaßnahmen für Personalmanager in Kooperation mit der "Mongolian Society for Human Resource Management" eingeführt.
Im Einzelnen: Die mongolisch-deutsche Arbeitsgruppe analysierte den Bedarf an wirtschaftspsychologischer Kompetenz in mongolischen Unternehmen und entwickelte ein Curriculum vor dem Hintergrund des Bedarfs als auch der Personalressourcen. Die Autoren hielten Vorträge und führten Trainingsseminare über Personalauswahl-, -entwicklung und E-Learning durch. Neben den Inhalten sollten alternative didaktische Konzepte zum Frontalunterricht vorgestellt werden. Ähnliche Seminare wurden für Berufspraktiker aus Unternehmen durchgeführt.
Für die Zukunft sind Qualifizierungsmaßnahmen für mongolische Nachwuchswissenschaftler an der Universität Lüneburg geplant. Die Öffentlichkeitsarbeit gegenüber der Wirtschaft als auch der Wissenschaft wird durch Veröffentlichungen der neu gegründeten Zeitschrift "Mongolian Journal for Human Resource Management" unterstützt.
Die Kooperation bezieht sich in den anderen Teilprojekten auf Wirtschaftsrecht und Sozialmanagement, beim Thema Hochschulmanagement und Qualitätsverbesserung ist das mongolische Wissenschaftsministerium einbezogen. Finanziert werden die Aktivitäten über zwei DAAD-Projekte und ein TEMPUS-Projekt.

Schlüsselwörter: Wirtschaftspsychologie in Entwicklungsländern, Wirtschaftspsychologie als Studienprogramm


Business Psychology in Mongolia: Development of a Study Programme and a Network in Ulaanbaatar

The University of Lueneburg (UL) (former University of Applied Sciences NON) and its Mongolian partner, the University of Commerce and Business Ulaanbaatar (UCB), are cooperating in the implementation of innovative study programmes and modern management in higher education. A part of the project is to establish an educational capacity in business psychology, additionally, an HRD programme for personnel managers is being implemented in cooperation with the "Mongolian Society for Human Resource Management".
In detail: The Mongolian-German team analysed the demand for organisational psychological competencies in Mongolian companies and developed a curriculum in response to the demand and the existing personnel resources. The authors gave talks and conducted training seminars on Human Resource Selection and Development, as well as E-learning. Besides the contents, alternative didactical methods concepts to lecturing were presented. Similar seminars were performed with practitioners from companies.
Future activities will include programmes to qualify young Mongolian scientists at the University of Lueneburg. Public Relations Management for business persons, as well for academia, will be supported by publications of the newly founded "Mongolian Journal for Human Resource Management".
The other parts of the UCB-UL cooperation are related to business law and social management; the Mongolian Ministry of Education and Science is also included in the field of management and quality improvement in higher education. The programmes are financed by two projects of the German Academic Exchange Service (DAAD) and a project of the Trans-European Mobility Programme for University Studies (TEMPUS).

Key words: business psychology in developing countries, business psychology as a study programme


Prof. Dr. Ullrich Günther
u.guenther@uni-lueneburg.de

Dipl.-Psych. Lothar Bildat
bildat@uni-lueneburg.de

Universität Lüneburg
Fachbereich Wirtschaftspsychologie
Wilschenbrucher Weg 84
21355 Lüneburg


Prof. Dr. Tsogbadrakh Tsetsegmaa
University of Commerce and
Business Ulaanbaatar
Sukhbaatar district, 8th microdistrict
Ulaanbaatar-48
Mongolia
tstsets@yahoo.com

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