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Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin

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2019-2

Inhaltsverzeichnis

Schematherapie

Gesa-Elena Pust & Roland Weierstall-Pust
Die Lebenslinie als gestalterisches Element für die biographische Arbeit im Rahmen der Schematherapie

Gerhard Zarbock & Jenny Hampel
Moduskarte des Raubtieres und des Killers („predator mode“)


Beitrag zur Fortbildung

Thomas Köhler
Biologische Grundlagen psychischer Störungen:
Beitrag 17: Persönlichkeitsstörungen und Störungen der Impulskontrolle


Fallbericht

Andreas Hillert
Ein erfolgreich verhaltenstherapeutisch behandelter depressiver Patient oder: Fallberichte illustrieren Leitlinien, ansonsten sind sie überflüssig!?


Highlights der Psychotherapieforschung

Ausgewählte Beiträge des 51. DGPs-Kongresses
 


Die Lebenslinie als gestalterisches Element für die biographische Arbeit im Rahmen der Schematherapie
Gesa-Elena Pust & Roland Weierstall-Pust

Zusammenfassung:
Die biographische Arbeit stellt in der Schematherapie ein zentrales Element dar. Bei der Ausarbeitung des individuellen Störungsmodells oder in der Anwendung therapeutischer Techniken kann eine Orientierung über die lebensgeschichtliche Entwicklung des Klienten für den Therapieprozess notwendig sein. Die Lebenslinie (im Englischen life line oder time line) ist eine therapeutische Technik, welche in unterschiedlichen Therapieschulen eingesetzt wird. Sie zielt darauf ab, mit dem Klienten zusammen eine Übersicht über dessen Biographie zu erarbeiten.
Durch den Einsatz der Lebenslinie relativ zu Beginn des Therapieprozesses können biographische Inhalte erfasst werden, welche die Schemaentstehung und die Ausdifferenzierung der Modi des Klienten nachvollziehbar werden lassen. Klient und Therapeut können zusätzlich verfügbare Ressourcen zur Nutzung für den Modus des gesunden Erwachsenen besser kennenlernen. Die Lebenslinie ermöglicht darüber hinaus eine Vorstrukturierung und Eingrenzung bedeutsamer Lebensphasen, in welchen eine begrenzte Nachbeelterung sinnvoll werden könnte. Zusätzlich kann sie Informationen liefern, welche die komplementäre Beziehungsgestaltung erleichtern.
Im vorliegenden Artikel wird die Lebenslinie als behandlungstechnisches Element zum Einsatz in der Schematherapie beschrieben. Zunächst werden die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Lebenslinie verdeutlicht. Anschließend werden praktische Gestaltungselemente zur Durchführung der Lebenslinie vorgestellt. Es wird dabei auf Visualisierungsmöglichkeiten und erlebnisaktivierender Techniken aus der Systemischen Therapie zurückgegriffen.

Schlüsselwörter: Lebenslinie, Life Line, Schema-Modi, biographische Arbeit, Nachbeelterung, Systemische Therapie


The lifeline as a creative component for biographical work in the framework of schema therapy

Summary: Biographical work represents a central component of schema therapy. When elaborating the individual disorder model or applying therapeutic techniques, orientation on the evolution of the client‘s life history may be necessary for the therapy process. The life line (or time line) is a therapeutic technique that is used in various therapy schools. It aims to work out, together with the client, an overview of his or her biography.
By using the lifeline relative to the beginning of the therapy process, biographical contents can be captured, which make the development of the schema and the differentiation of the client‘s modes comprehensible. Furthermore, client and therapist can become more familiar with available resources to be used for the mode of the healthy adult. In addition, the lifeline makes it possible to pre-structure and de-limit significant phases of life in which limited reparenting could become useful. It can also provide information that facilitates complementary relationship formation.
This article describes the lifeline technique as a therapeutic component for use in schema therapy. First, various creative options of the  lifeline technique are described. Then, practical creative components for the implementation of the lifeline are presented. Visualization methods and experience-activating techniques from systemic therapy are used.

Keywords: life line, schema modes, biographical work, reparenting, systemic therapy


Gesa-Elena Pust
Institute of Neuroimmunology and Multiple Sclerosis (INIMS )
Center for Molecular Neurobiology Hamburg (ZMNH)
University Medical Center Hamburg-Eppendorf
Martinistrasse 52
D-20251 Hamburg

 


Ein erfolgreich verhaltenstherapeutisch behandelter depressiver Patient oder: Fallberichte illustrieren Leitlinien, ansonsten sind sie überflüssig!?
Andreas Hillert

Zusammenfassung:
Es wird der Fall eines an einer mittelgradigen Major Depression leidenden, 41-jährigen Mannes berichtet. Im Rahmen einer stationären kognitiv-verhaltensmedizinischen Behandlung konnte er nach sieben Wochen vollremittiert entlassen werden. Begleitend erhielt er eine antidepressive Medikation. Biographisch angelegte Muster (strenger, moralisierender Vater) wurden im Rahmen des Settings aktualisiert und vom Patienten quasi emanzipatorisch beantwortet. Ein ambivalent besetztes Entscheidungsproblem (Ehefrau oder Geliebte?) wurde von der Noch-Frau gelöst. Das Nebeneinaders diverser, gleichermaßen stringenter Deutungsmodelle/Therapiekonzepte, die sich (je nach didaktischer Aufbereitung) gleichermaßen am Fall bestätigen lassen, wirft die Frage nach der Passung von Perspektive und Beobachtung (induktiv versus deduktiv) in der Psychotherapie auf. Unter dem Paradigma „Postmoderne“ quasi obligatorisch, wird diese Frage in der Psychotherapie, angesichts de facto unendlich-komplexer Gegenstände, zur existenziellen Herausforderung. Fachintern durch das Setzen von Standards bzw. Leitlinien (vermeintlich) gelöst, ist eine systematische Reflexion der Relativität eigener und fachinterner Perspektiven (über Annäherungen nach fachinternen Standards etwa in der „Selbsterfahrung“ hinaus) wissenschaftlich wie persönlich spannend. Soweit man bereit ist, diese Spannungen auszuhalten.

Schlüsselwörter: Kasuistik, Depression, kognitive Verhaltenstherapie, Therapie-Leitlinien


A successfully behavioral treated depressive patient, or: case reports illustrate guidelines, otherwise they are superfluous!?

Abstract: The  case  of  a  41-year-old  man  suffering  from  a  moderate-grade  major  depression is reported. Successfully treated in a cognitive-behavioral inpatient setting, he was discharged after seven weeks. Accompanying he received an antidepressant medication. Biographical patterns (strict, moralizing father) were updated and answered quasi emancipatory by the patient.
An ambivalent decision problem (wife or lover?) was solved by the wife herself. The juxtaposition of diverse, equally stringent interpretation models/therapy concepts that can be confirmed equally in the case raises the question of the fit of perspective and observation (inductive versus deductive) in psychotherapy. Under the paradigm of “postmodernity” this question becomes an existential challenge in psychotherapy, in the face of de facto infinitely complex objects. By internally setting standards or guidelines (allegedly) solved, a systematic reflection on the relativity of own and internal perspectives (beyond approximations according to internal standards such as in „self-awareness“) is exciting both scientifically and personally. As far as one is prepared to withstand these tensions.

Keywords: case report, depression, cognitive behavioral therapy, therapy guidelines


Prof. Dr. Dr. Andreas Hillert
Schön Klinik Roseneck
Am Roseneck 6
D-83209 Prien am Chi emsee

 



Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin
40. Jahrgang · 2019 · Heft 2

Pabst, 2019
ISSN 1865-9985
Preis: 11,- €

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