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Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin

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2018-2

VuV 2-2018

Inhaltsverzeichnis


K. Härtl & P. Herschbach
Einführung

Originalia

Ingo Keller
Neuropsychologische und psychotherapeutische Therapieansätze bei neurologischen Erkrankungen

Paul Nilges & Anke Diezemann
Chronischer Schmerz – Konzepte, Diagnostik und Behandlung

Karl-Heinz Ladwig, Joram Ronel, Oskar Mittag, Christa Bongarth & Volker Köllner
Psychotherapie und supportive Ansätze bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung

Andreas Dinkel
Psychotherapeutische Ansätze zur Behandlung von Progredienzangst bei Patienten mit einer Krebserkrankung

Helena Helbrich, Jana Harich, Stephanie Hansmann & Kristin Härtl
Körperliche Bewegung und Wohlbefinden bei Krebs

Der besondere Fall

Thomas Köhler
Nachtrag zum Artikel: An welcher psychischen Störung litt König Ludwig II. von Bayern? Ein weiterer Beitrag zu einer langen Kontroverse

Mitteilungen der SGVT-SSTCC

Ankündigungen

Rezension
 



Neuropsychologische und psychotherapeutische Therapieansätze bei neurologischen Erkrankungen
Ingo Keller

Zusammenfassung: Die klinische Neuropsychologie befasst sich mit kognitiven Funktionsstörungen, hirnschädigungsbedingten Verhaltens- und Wesensänderungen sowie den psychischen Anpassungsprozessen an vorhandene Defizite. Je nachdem, welche Hirnareale geschädigt wurden, können Störungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der Exekutivfunktionen oder der Wahrnehmung auftreten. In der Frühphase nach einer Hirnschädigung stehen Stimulationstechniken zur Wiederherstellung von Funktionen im Vordergrund. Dabei kommen auch PC-gestützte Therapien wie Neurofeedback zum Einsatz. Da sich Defizite oft nicht vollständig zurückbilden, erlernen Patienten auch Kompensationsstrategien wie etwa die Verwendung eines Notizbuches, um eine Gedächtnisstörung im Alltag auszugleichen. Verhaltenstherapeutische Interventionen werden zur Modifikation pathologischer Verhaltensweisen, wie sie beispielsweise oft nach Schädigungen des Frontalhirns auftreten, eingesetzt. Des Weiteren ist in der Regel auch eine psychologische Unterstützung bei der Anpassung an körperliche und kognitive Störungen notwendig. Dabei ist es sinnvoll, auch die Familienangehörigen des Patienten in die Behandlung einzubeziehen.

Schlüsselwörter: Hirnschädigung, kognitive Störungen, Verhaltensmodifikation, Krankheitsverarbeitung


Neuropsychological and psychotherapeutic therapy approaches for neurological diseases

Abstract: Clinical neuropsychology is a specialty in professional psychology that applies principles of assessment and treatment of cognitive, perceptual and behavioral deficits in patients with brain injury. In addition, clinical neuropsychologists help patients to cope with physical and mental disorders. Depending on the damaged brain area, deficits of attention, memory, planning and problem solving or perception may occur. In the early stage after brain injury, the focus of treatment is on the stimulation of functions. Here the use of computerized treatments (e.g. neurofeedback) is very common. Brain functions usually do not recover completely, thus patients have to learn compensational techniques to handle every day requirements as memorizing names or dates. The use of behavioral therapy is necessary in patients that show behavioral disorders after Verhalfrontal brain damage. To improve the process of coping with physical and cognitive handicaps, many patients need psychological support. Here, it is important to include the family of the patient in the treatment.

Keywords: brain damage, cognitive impairments, behavioral treatment, coping process


Prof. Ingo Keller
Leitung Neuropsychologie
Medical Park Bad Feilnbach Reithofpark
Reithof 1
83075 Bad Feilnbach

E-Mail: i.keller@medicalpark.de

 



Chronischer Schmerz – Konzepte, Diagnostik und Behandlung
Paul Nilges & Anke Diezemann

Zusammenfassung: Der Beitrag gibt einen Überblick über historische Entwicklungen und aktuelle Grundlagen des bio-psycho-sozialen Modells chronischer Schmerzen. Diskutiert werden typische Missverständnisse, die bei der Therapie chronischer Schmerzen zu Problemen führen. Dazu gehören die fehlende Differenzierung zwischen akut und chronisch sowie zwischen Nozizeption und Schmerz. Diagnostische und therapeutische Verfahren werden erläutert und konkrete Empfehlungen gegeben. An erster Stelle in der Diagnostik steht das direkte Anamnesegespräch mit den Patienten. Fragebogenverfahren zur Erfassung von Schmerz, Merkmalen von Chronifizierung und psychosozialen Belastungen wie Angst, Depressivität und Behinderung sind wichtige Ergänzungen. Psychotherapeutische Interventionen bei chronischen Schmerzen umfassen Patientenaufklärung (Edukation), klassische Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie und schmerzspezifische Verfahren. Sie sind idealerweise in ein interdisziplinäres multimodales Vorgehen eingebettet, bei dem medizinische, psychologische und physiotherapeutische Interventionen aufeinander abgestimmt sind.

Schlüsselwörter: Chronischer Schmerz, Schmerzmodelle, Diagnostik, interdisziplinäre Schmerzbehandlung, Klassifikation


Chronic pain – concepts, diagnostics and treatment

Abstract: The article provides an overview of historical developments and current concepts of the bio-psycho-social model of chronic pain. Typical misunderstandings were discussed which lead to problems in the treatment of chronic pain. These include the lack of differentiation between acute and chronic as well as between nociception and pain. Diagnostic and therapeutic procedures are explained and specific recommendations given. First in the diagnosis is the direct anamnesis interview with the patients. Questionnaire procedures for recording pain, features of chronicity and psychosocial stress such as anxiety, depression and disability are important additions. Psychotherapeutic interventions in chronic pain include patient education, classical methods of cognitive behavioral therapy, and pain-relieving techniques. Ideally, they are embed ded in an interdisciplinary multimodal approach in which medical, psychological and physiotherapeutic interventions are coordinated.

Keywords: chronic pain, pain models, diagnostics, interdisciplinary pain treatment, pain management, classification


Paul Nilges
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Klinische Psychologie
Weiterbildungsstudiengang
Psychotherapie
E-Mail: nilges@uni-mainz.de


Anke Diezemann
Leitende Psychotherapeutin
DRK -Schmerz-Zentrum Mainz
Auf der Steig 16
D-55131 Mainz
E-Mail: anke.diezemann@drk-schmerz-zentrum.de

 



Psychotherapie und supportive Ansätze bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung
Karl-Heinz Ladwig, Joram Ronel, Oskar Mittag, Christa Bongarth & Volker Köllner

Zusammenfassung: Das Wissen um die „kardiotoxische“ Bedeutung psychosozialer Risiken – insbesondere einer depressiven Stimmungslage auf die Entstehung und Prognose der koronaren Herzerkrankung (KHK) hat weltweit eine außerordentlich extensive Therapie-Forschung zu dieser Thematik initiiert, die bis heute andauert. Nach anfänglichen Rückschlägen zeigt die neueste Generation von Therapiestudien, dass mit neuen strukturellen Konzepten (z.B. mit einem Team care Model), mit neuen Ideen (z.B. der Nutzung von Placebo Effekten) und einer Ausweitung der interdisziplinären Zusammenarbeit (z.B. mit der Sportmedizin) erfolgversprechend neue Wege gegangen werden können.

Schlüsselworte: koronare Herzerkrankung, psychosozialer Risikofaktor, Depression, randomisierte Therapiestudien, Sekundärprävention

Psychotherapy and supportive approaches in patients with coronary heart disease

Summary: The scientific evidence of a cardio-toxic impact of psycho social risks – in particular of a depressed mood and related conditions – on the etiology and prognosis of cardiovascular disease (CVD) has initiated worldwide an extraordinary extensive treatment research on this topic which is still ongoing. After initial drawbacks and somewhat disappointing findings, the most recent generation of research designs successfully incorporates new structural concepts (e.g. team care), new ideas (benefit of placebo effects) and extension of interdisciplinary cooperation (with sports medicine in the first line).

Keywords: coronary heart disease, psychosocial risk factor, depression, randomized clinical trials, secondary prevention


Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig
Institute of Epidemiology
Helm holtz-Zentrum München
German Research Center
for Environmental Health
Ingolstädter Landstrasse 1
D-85764 Neuherberg

E-Mail: ladwig@helmholtz-muenchen.de

 



Psychotherapeutische Ansätze zur Behandlung von Progredienzangst bei Patienten mit einer Krebserkrankung
Andreas Dinkel

Zusammenfassung: Progredienzangst (PA) bezeichnet die Angst vor dem Fortschreiten oder dem Wiederauftreten einer körperlichen Erkrankung und den damit verbundenen Folgen. Auch wenn PA als eine prinzipiell angemessene, zu erwartende Reaktion auf die reale Bedrohung durch eine Krebserkrankung anzusehen ist, kann sie ein Ausmaß erreichen, das klinisch bedeutsam und behandlungswürdig ist. Der Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten vorliegenden Therapieansätze. Es zeigt sich, dass neben kognitiv-verhaltenstherapeutischen Interventionen auch zahlreiche weitere Ansätze zum Einsatz kamen, so zum Beispiel Metakognitive Therapie, Supportiv-Erfahrungsorientierte Therapie, Dankbarkeitsorientierte Intervention oder Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Es liegen gruppen- und einzeltherapeutische Ansätze sowie telefonunterstützte und Online-Interventionen vor. Die Mehrzahl der Therapiestudien belegte eine Abnahme der PA in den Interventionsgruppen. Somit ist festzuhalten, dass PA einer psychotherapeutischen Reduktion zugänglich ist, wobei verschiedene psychotherapeutische Ansätze erfolgversprechend zu sein scheinen.

Schlüsselwörter: Progredienzangst, Psychotherapie, Psycho-Onkologie, Distress, Krebs


Psychotherapeutic treatment of fear of progression in patients with cancer

Abstract: Fear of progression (FoP) is defined as the patient‘s fear that the illness will progress with all its biopsychosocial consequences, or that it will recur. It is an appropriate, rational response to the real threat of cancer and its treatment. However, patients experiencing elevated levels of FoP often feel severely distressed and are in need of support. This contribution gives an overview on the most important psychotherapeutic approaches that are currently available. The review shows that in addition to cognitive-behavioral interventions, a wide variety of therapeutic approaches were applied. These include, among others, metacognitive therapy, supportive- experiential therapy, gratitude intervention, and mindfulness-based stress reduction. There are group therapies and individual therapies available. Furthermore, there are also telephone supported and online interventions. Most interventions reduced FoP. Thus, available research suggests that FoP can be effectively treated using a variety of psychotherapeutic approaches.

Keywords: fear of progression, fear of recurrence, psychotherapy, psycho-oncology, distress, cancer


PD Dr. rer. nat. Andreas Dinkel
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie
Klinikum rechts der Isar,
Technische Universität München
Langerstrasse 3
D-81675 München
E-Mail: a.dinkel@tum.de


 



Körperliche Bewegung und Wohlbefinden bei Krebs
Helena Helbrich, Jana Harich, Stephanie Hansmann & Kristin Härtl

Zusammenfassung: Fragestellung: Körperliche Aktivität geht bei onkologischen Patient_innen mit Verbesserung psychischen Befindens, körperlicher Beschwerden und Lebensqualität einher, Möglichkeiten und Grenzen sowie entscheidende Faktoren sind jedoch unklar. Methodik: 50 Personen aus onkologischen Behandlungseinrichtungen wurden explorativ über zwei Wochen schriftlich zu Bewegungsverhalten und Befinden befragt. Ergebnisse: Patient_innen berichteten vorrangig Gehen und Walken und daneben eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten. Diejenigen in tagesklinischer Behandlung erreichten eine halbe Stunde und damit ein Drittel mehr Aktivitätszeit als Rehapatient_innen. Bewegung war mit besserem Befinden und körperlichem Funktionsniveau und weniger Schmerzen und Diarrhoe assoziiert. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstützen trotz Limitationen der Studie die Forderung, onkologische Patient_innen zu körperlicher Aktivität zu ermutigen.

Schlüsselwörter: Krebs, körperliche Aktivität, Sport, Wohlbefinden, Lebensqualität


Physical activity and wellbeing in cancer

Abstract: Aim: For cancer patients, physical activity correlates with psychological wellbeing, fewer medical conditions and better quality of life, but chances, limitations and critical factors remain unclear. Method: In this explorative study 50 patients in oncological treatment were asked to protocol their physical activity and their wellbeing for two weeks. Results: Patients reported many different activities but mostly walking. Outpatients reported half an hour, which is about 1/3, more time of overall physical activity than patients in rehabilitation. Physical activity was associated with better wellbeing and physical functioning, less pain and fewer bowel issues. Conclusion: Despite some limitations the results give further evidence for motivating oncological patients to engage in physical activity.

Keywords: cancer, physical activity, sports, wellbeing, quality of life

Dipl.-Psych. Helena Helbrich
Hochschule Fresenius,
University of Applied Sciences,
Psychology School
Infanteriestrasse 11a
D-80797 München
E-Mail: helena.helbrich@hs-fresenius.de


 



Nachtrag zum Artikel: An welcher psychischen Störung litt König Ludwig II. von Bayern? Ein weiterer Beitrag zu einer langen Kontroverse
(Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin, 38 (2), 138-160)
Thomas Köhler

Zusammenfassung: Im Nachtrag soll nun noch genauer die Person Bernhard von Gudden dargestellt werden, der federführende Verfasser des „Ärztlichen Gutachten zum Geisteszustand seiner Majestät des Bayerischen Königs Ludwig II. von Bayern“. Anders als zuweilen zu lesen, war von Gudden ein hochrenommierter Psychiater, der bereits eine Anzahl von Rufen erhalten hatte, zuvor schon eine Professur besetzt hatte und zudem als Leiter von Nervenheilanstalten große klinische Erfahrungen aufweisen konnte. Eher beiläufig sollen noch die Einwände skizziert werden, welche der Jurist Peter Gauweiler gegen die Korrektheit des Thronenthebungsverfahrens vorbrachte.

Schlüsselwörter: König Ludwig II. von Bayern, psychopathologische Auffälligkeiten, Ärztliches Gutachten (Hauptverfasser: Bernhard von Gudden), Schizophrenie

Some additional thoughts concerning the Article: Which psychic disorder did Ludwig II., king of Bavaria, suffer from? Another contribution to a long ongoing controversy
[see V&V, 38 (2), 138-160]

Abstract: This article gives a more detailed description of Bernhard von Gudden, who was responsible for the „Ärztliches Gutachten zum Geisteszustand seiner Majestät des Bayerischen Königs Ludwig II. von Bayern“. Other than many critics write, von Gudden was a capacity on his field. Prior to the professorship in Munich he had been a professor for psychiatry in Zurich and later had refused the call to go to Leipzig. Being also director in several clinics for mentally ill patients, he had remarkable clinical experiences. A few words are also said in response to an Ararticle by Peter Gauweiler, who utters some concerns regarding the legal correctness of Ludwig’s dethronization.

Keywords: Ludwig, king of Bavaria; psychic abnormalities; expert opinion on the mental status of the king (author: Bernhard von Gudden); schizophrenia

Prof. Dr. Dr. Thomas Köhler
Universität Hamburg
Institut für PsychoLogie
Von-MeLLe-park 5
D-20146 Hamburg
E-MaiL: thomas.koehler@uni-hamburg.de


 



Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin
39. Jahrgang · 2018 · Heft 2
Pabst, 2018
ISSN 1865-9985
Preis: 11,- €

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