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Psychological Test and Assessment Modeling

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Mit Sprache Macht ausüben

Um den eigenen Einfluss zu stärken, manipulieren gesellschaftliche Gruppen die deutsche Sprache: Rechtsradikale reanimieren Vokabular aus dem Faschismus, Feministinnen und Feministen verordnen eine Gender-Sprache, und woke Obermoralisten aus dem links-grünen Milieu verbieten Vokabeln, die bei beträchtlichem Unverstand als diskriminierend gelesen werden könnten. Zwei aktuelle Sachbücher bieten einen Überblick und Analysen.

Helmwart Hierdeis notiert im Aufsatzband ´Die Sprache und ihre Wirkmacht´, " dass die Sprache eine ´gewaltige Macht über die Lebenswelten der Menschen ausübt´, sowohl was ihre privaten als auch ihre gesellschaftlichen Beziehungen angeht." Peter Schlobinski konkretisiert dazu Beispiele:  "Auf Social-Media-Plattformen wie X und TikTok findet ein Kampf um Deutungen statt, der in zunehmendem Maß durch Propaganda und Fake-Nachrichten auf der einen Seite, durch Hetzsprache und Hasskommentare auf der anderen gekennzeichnet ist. All diese Entwicklungen sind auf der Folie stetig radikalisierender  Entwicklungen und der Einflussnahme autokratischer Systeme zu sehen, die zu Polarisierungen und Disruptionen in demokratisch verfasssten Gesellschaften führen.

Wenn Sprache als Mittel der Macht in gesellschaftspolitischen Diskursen eingesetzt wird, spielen u.a. zwei Aspekte eine wichtige Rolle: (1) der Versuch der Sprachlenkung sowie (2) Tabuisierungs- und Enttabuisierungsstrategien."  Mit dem euphemistischen Begriff  "Sondervermögen" bietet die deutsche Regierung ein klassisches Beispiel für Sprachlenkung. Die Szene woker Political Correctness tabuisiert nicht nur Worte wie Neger, sondern selbst `schwarz arbeiten´ oder ´schwarz fahren´; neudeutsch heißen Menschen aus Afrika jetzt ´people of colour´ - keinesfalls schwarz, es könnte als ausgrenzend missdeutet werden. Anderseits sind für AfD-VertreterInnen, Pegida & Co Tabubrüche eine Art Sportdisziplin geworden, an der sich bürgerliche PolitikerInnen und Medien fleißig abarbeiten, um jeweils verlässlich den nächsten Tabubruch zu provozieren ...

Die überwiegend akademisch sozialisierte feministische Szene hat ihre Gender-Sprache entwickelt, um - vorgeblich unterprivilegierte - Frauen "sichtbar" zu machen. Michael Klein und Hendryk von Reichenberg beschreiben in ihrem Paperback "Das Ende der Gender-Sprache" Hintergründe und tiefenpsychologische Motive der unverkennbar autoritären Bewegung. (In einigen Hochschulen wurden Qualifikationsarbeiten abgewertet, weil sie nicht gegendert formulierten.) Die korrekte Gender-Sprache, wird sie in literarischen Texten angewandt, führt sich selbst ad absurdum; Reichenberg bietet eine Reihe unfreiwillig komischer Beispiele. Zudem kompliziert und verlängert Gender-Sprache jeden Text wesentlich. Daher fällt den Autoren die Prognose baldigen Gender-Siechtums leicht.

Beide Bücher sind wissenschaftlich fundiert, allgemeinverständlich geschrieben und lassen sich mit Spannung lesen.

Helmwart Hierdeis (Hrsg.) Die Sprache und ihre Wirkmacht.
Pabst, 200 S., Band 46 Schriftenreihe der Interdisziplinären Studiengesellschaft (ISG),
Paperback ISBN 978-3-95853-980-8, eBook ISBN 978-3-95853-981-5

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Michael Klein, Hendryk von Reichenberg: Das Ende der Gender-Sprache.
Genderismus, Sprachkrampf, Tiefenpsychologie.
Pabst, 324 S., Paperback  ISBN 978-3-95853-729-3, ISBN eBook 978-3-95853-730-9   

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