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Musik-, Tanz- und Kunsttherapie

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2024-1

Inhaltsverzeichnis

 

Editorial
Georg Franzen
 

Orte der Begegnung – mit Kunst und mit sich selbst.
Das Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon und der Lichtkunstbahnhof Celle

Julia Otto
 

Begegnung ist Kunst ist Begegnung.
Joseph Beuys – Eine Werkbetrachtung

Naira Bloss & Ulla Utasch
 

„Raum 70“ von Ben Willikens
Drazana Knezevic
 

Workshop in Celle 2019. Eine Dokumentation
Dorota Osche
 

Die Rezeption von Kunsterfahrungen in der ambulanten Psychotherapie
Georg Franzen & Alena Franzen
 

Slow-Looking
Maria Büter
 

A rt galleries as potential wellbeing centres of the future
Maria Büter & Rebecca Chamberlain
 

Lässt sich das WohlbeŠnden durch eine integrative kunsttherapeutische Intervention steigern?
Sybille Koenig
 

Die Natur der Bilder. Anmerkungen zu einer Archäologie der Künstlerischen Therapie
Karl-Heinz Menzen
 

Politically sensitive art therapy – Strukturen von Macht und Machtmissbrauch in der Kunsttherapie
Angelina Iussa
 

Caspar David Friedrich. Introspektion durch Naturerfahrung
Georg Franzen
 

Bildstrecke Caspar David Friedrich
 

Projekt: Systemisches Lexikon künstlerischer Therapien. Ein Essay
Wolfgang Mastnak

 

Rezensionen
 

Georg Franzen & Karl-Heinz Menzen (Hrsg.)
Rezeptive Kunsttherapie. Das künstlerische Bild im Leidenszusammenhang des Patienten
 

Christel Schmieling-Burow & Olaf-Axel Burow
Art-Coaching: Das Potenzial der inneren Bilder nutzen
 

Rüdiger Standhardt
TAO – Training Achtsamkeit in Organisationen.
Die Kunst, sich selbst und eine Organisation achtsam zu führen
 

Stefan Hammel
Hypnosystemische Therapie. Das Handbuch für die Praxis
 

Veronika Schröter
Messie-Syndrom und pathologisches Horten. Das Praxisbuch.
Für Psychotherapie, ambulante und stationäre Einrichtungen

 

Veranstaltungshinweis


 

Editorial

Georg Franzen


 

Orte der Begegnung – mit Kunst und mit sich selbst
Das Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon und der Lichtkunstbahnhof Celle

Julia Otto


Zusammenfassung
Das Kunstmuseum Celle hat ein ungewöhnliches Konzept: Es ist „das erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt“. Neben zeitgenössischer Malerei ist ein Schwerpunkt internationale Lichtkunst, die am Tag im Haus und bei Nacht von außen zu Begegnungen mit Kunst einlädt. Die leuchtenden Installationen wirken anziehend und anregend – nicht nur am Standort in der Stadt, sondern auch am Bahnhof Celle, der 2012 zum Lichtkunstbahnhof wurde. Kunst im Museum und im ö«entlichen Raum gibt Anstöße, genau hinzuschauen, Fragen zu stellen und neue Perspektiven zu entdecken. Sie macht neugierig, bringt Menschen in lebendigen Austausch und stärkt unsere Beweglichkeit im Denken und Handeln.

Schlüsselwörter: Lichtkunst, Kunstmuseum, Ö«entlicher Raum, Wahrnehmung, Selbstre®ektion, Otto Piene, Ben Willikens, Dieter Krieg, Vollrad Kutscher, Albert Hien, Timm Ulrichs

 

Places of encounter – with art and with yourself

 

Abstract
The Celle Art Museum has an unusual concept: it is “the §rst 24-hour art museum in the world”. In addition to contemporary painting, a focus is international light art, which invites encounters with art inside the house during the day and outside at night. The luminous installations have an attractive and stimulating e«ect – not only at the location in the city, but also at the Celle train station, which became a light art station in 2012. Art in museums and in public spaces encourages people to look closely, ask questions and discover new perspectives. It arouses curiosity, brings people into lively exchanges and strengthens our ®exibility in thinking and acting.

Keywords: light art, art museum, public space, perception, self re®ection, Otto Piene, Ben Willikens, Dieter Krieg, Vollrad Kutscher, Albert Hien, Timm Ulrichs

 

Dr. Julia Otto
Kuratorin am Kunstmuseum Celle
mit Sammlung Robert Simon
Schlossplatz 7
D-29221 Celle
julia.otto@celle.de


 

Begegnung ist Kunst ist Begegnung.
Joseph Beuys – Eine Werkbetrachtung

Naira Bloss & Ulla Utasch


Zusammenfassung
Eine Einladung zu einer Kunst-Begegnung, in der die Workshop-TeilnehmerInnen ruhig und spielerisch in einen Dialog mit dem Kunstwerk treten. In der intensiven Begegnung mit dem Kunstwerk können innere Bilder, Assoziationen und neue Perspektiven erfahren werden. Es handelt sich um ein Gruppenangebot zur Gesundheitsförderung, das helfen kann, das persönliche Wohlbe§nden zu steigern und Kunst als Kra£quelle für den Alltag zu entdecken. Voraussetzung für die Teilnahme ist Neugier und Wohlwollen gegenüber sich selbst. Als Workshop-Anleiterinnen erforschen Studierende der Kunsttherapie die Schnittstelle zwischen Kunstvermittlung und Kunsttherapie im Museum.

Schlüsselwörter: Kunsttherapie im Museum, Rezeptive Kunsttherapie, Gesundheitsförderung, Wohlbe§nden, Erwachsenengruppe, traumasensible Haltung, gesundheitsfördernde Kulturarbeit

 

Encounter is art is encounter.
Joseph Beuys – A view on the work

Abstract
An invitation to an art encounter in which the workshop participants enter into a calm and playful dialogue with the artwork. Inner images, associations and new perspectives can be experienced in the intensive encounter with the artwork. This is a group program to promote health, which can help to increase personal well-being and discover art as a source of strength for everyday life. The prerequisite for participation is curiosity and goodwill towards oneself. As workshop instructors, art therapy students explore the interface between art education and art therapy in the museum.

Keywords: art therapy in the museums, receptive art therapy, health promotion, well-being, adult group, trauma informed practice, arts and health practice

 

Naira Bloss, M.A.
Kunsttherapie, Mode-Design
Sigismundstraße 6
D-10785 Berlin
bloss@81055.eu

Ulla Utasch, M.A.
Kunsttherapie, HP-Psych., Hebamme
Prausestraße 36
D-12203 Berlin
u.utasch@gmail.com


 

„Raum 70“ von Ben Willikens

Drazana Knezevic


Zusammenfassung
Ein Kunstwerk vermittelt eine psychische Energie. Der Betrachter kann sich auf das Kunstwerk einlassen und so einen energetischen Beziehungsraum betreten. Durch das Betreten dieser Sphäre hat der imaginierende Mensch die Möglichkeit, bewusste und unbewusste Ressourcen an die Oberfläche zu bringen. Aufgabe der rezeptiven Kunsttherapie ist es, erste Impulse für solche imaginativen und bewusstseinserweiternden Ebenen zu geben. Dies bedarf der professionellen therapeutischen Anleitung des Kunsttherapeuten, der den Klienten an diese Art der Therapie heranführt, ihn während des Prozesses
begleitet und ihn dann bei der abschließenden Verarbeitung unterstützt. Die Arbeit sollte erforschen, was während des Settings und der Vorstellung passiert und was die direkten Reaktionen der Teilnehmer sind. Was haben sich die Teilnehmer vorgestellt und wie haben sie sich danach gefühlt? Was bewirkt eine gezielt eingeführte imaginative Selbsterfahrung anhand eines Kunstwerks im Museum? Gibt es einen Unterschied zwischen den spontan angesprochenen Teilnehmern und den vorangemeldeten Teilnehmern und welche Rolle spielt es, in einem Setting vorbereitet oder unvorbereitet zu sein?

Schlüsselwörter: Ben Willikens, Kunsttherapie, Imagination, Museum, psychische Energie

 

“Raum 70” by Ben Willikens

Abstract
A work of art conveys a psychic energy. The viewer can get involved in the work of art and thus enter an energetic-relationship space. By entering this sphere, the imagining person has the opportunity to bring conscious and subconscious resources to the surface. The task of receptive art therapy is to provide initial impulses for such imaginative and consciousness-expanding levels. It needs to be done under the professional therapeutic guidance of the art therapist, who introduces the client to this type of therapy, accompanies him during the process and then supports him in its §nal processing. The work should research what happens during the setting and the imagination and what are the direct reactions of the participants? What did the participants imagine and how did they feel afterwards? What does a speci§cally introduced imaginative self-awareness using a work of art in a museum do? Is there a di«erence between the spontaneously addressed participants and the preregistered participants and what role does it play to be prepared or unprepared in a setting?


Keywords: Ben Willikens, art therapy, imagination, museum, psychic energy

 

Drazana Knezevic
Kunsttherapeutin M.A. und Künstlerin
Tätigkeitsfeld: Kinder und Jugendliche
mit besonderem Bedarf
Velji Vinogradi I
MNE-85310 Budva
drazana@web.de

 


 

Workshop in Celle 2019
Eine Dokumentation

Dorota Osche

 

Zusammenfassung
In dem folgenden Artikel geht es um einen Workshop zur rezeptiven Kunsttherapie im Lichtkunstmuseum in Celle, der während der 12. Niedersächsischen Aktionstage vom 8. bis 10. Oktober stattfand. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Seelische Gesundheit“ konnten die Besucher kostenlos an einem Workshop mit dem Titel „Innerer sicherer Or“ teilnehmen. Hierbei wurde das Werk Raum 303, Le Corbusier, Haus Ozenfant (Atelier), Paris 1922 von Ben Willikens verwendet. Die Besucher wurden dazu eingeladen, das Werk zu betrachten und ihre Vorstellungskraft und Kreativität einzusetzen. Das Ziel des Workshops war es, die Menschen für die rezeptive Kunsttherapie im Museum zu sensibilisieren und eine intensive Begegnung mit dem Kunstwerk zu ermöglichen.

Schlüsselwörter: 12. Niedersächsische Aktionswoche, Aktionswoche „Seelische Gesundheit“, Kunstmuseum Celle, Kunsttherapie SFU Berlin, rezeptive Kunsttherapie, Menschen mit psychischen Erkrankungen,„Kunst trifft Seele“, Ben Willikens


Workshop in Celle 2019 – a documentation

Abstract
The following article is about a workshop on receptive art therapy in the Light Art Museum in Celle, which took place during the 12th Lower Saxony Action Days from October 8th to 10th, 2019. As part of the nationwide “Mental Health” campaign week, visitors were able to take part in a workshop entitled “Inner Safe Place” free of charge. The work Room 303, Le Corbusier (Atelier), Paris 1922 by Ben Willikens was used.Visitors were invited to view the work and use their imagination and creativity. The aim of the workshop was to raise people‘s awareness of receptive art therapy in the museum and to enable an intensive encounter with the work of art.


Keywords: 12th Lower Saxony Action Week, action week “Mental Health”, Art Museum Celle, art therapy SFU Berlin, receptive art therapy, people with mental illnesses, “Art meets Soul”, Ben Willikens

 

Dorota Osche
Am Steinberg 136
D-13086 Berlin
doroberlin2012@gmail.com


 

Die Rezeption von Kunsterfahrungen in der ambulanten Psychotherapie

Georg Franzen & Alena Franzen

 

Zusammenfassung
Kunstbetrachtungen können unter Berücksichtigung psychodynamischer und ästhetischer Theorien in den therapeutischen Prozess integriert werden. Hier ergeben sich in der praktischen Ausrichtung Überschneidungen und kreative Anregungen, die wir auch für die Entwicklung innovativer Behandlungskonzepte und kulturelle Teilhabe nutzen können. Auch ein Kunsterlebnis im Museum kann in den psychotherapeutischen Prozess integriert werden, um die Verbalisierung von emotionalen Erlebnisinhalten und einen kreativen Prozess zu fördern.


Schlüsselwörter: Ästhetik, Kunstpsychologie, Selbstpsychologie, rezeptive Kunst-Therapie, Psychodynamik der Kunst, Positive Psychotherapie

 

The reception of art experiences in outpatient psychotherapy

Abstract
Considerations of art can be integrated into the therapeutic process, taking psychodynamic and aesthetic theories into account. This results in overlaps and creative suggestions in the practical orientation, which we can also use for the development of innovative treatment concepts and cultural participation. An art experience in a museum can also be integrated into the psychotherapeutic process in order to promote the verbalization of emotional experiences and a creative process.


Keywords: aesthetics, art psychology, self-psychology, receptive art therapy, psychodynamics of art, positive psychotherapy

 

Prof. Dr. Georg Franzen
Departmentleiter Psychotherapiewissenschaften/Kunsttherapie
Sigmund-Freud-PrivatUniversität Berlin
Columbiadamm 10, Turm 9
D-12101 Berlin
drgeorgfranzen@gmail.com
www.kunstpsychologie.de

Mag. Alena Franzen
Klinische Psychologin und Psychologische
Psychotherapeutin
Bahnhofsplatz 9
D-29221 Celle
alenafranzen1@gmail.com

 


 

Slow-Looking

Maria Büter

 

Zusammenfassung
Seit nahezu vier Jahrzehnten etabliert sich die Slow-Life-Bewegung als Appell zu einer bewussteren und entschleunigten Lebensweise. In diesem Kontext manifestiert sich die Slow-Art-Bewegung als Gegenpol zu raschem und ober®ächlichem Konsum sowie der ®üchtigen Erscha«ung von Kunst. Ein wachsender Kreis von Kunstliebhabern, Galerien und Museen bekennt sich zu den Grundsätzen der Slow-Art und integriert diese in ihre Praktiken. Ein wesentlicher Aspekt dieser Strömung ist das Slow-Looking, das dazu anregt, Kunstwerken mit vertie£em Zeitaufwand zu begegnen und dadurch eine umfassendere Auseinandersetzung zu ermöglichen. Dieser Ansatz bietet nicht nur ein Gegengewicht zur immer schnelllebigeren Welt und dem Stress des Alltags, sondern ist erwiesenermaßen auch förderlich für die mentale Gesundheit. Museumsbesuche und die intensive Betrachtung von Kunst tragen nachweislich zur Erhaltung kognitiver Funktionen bei und stehen zudem in Verbindung mit gesteigertem Wohlbe§nden, Lebenszufriedenheit und
Selbstwirksamkeit. Darüber hinaus kann das Erleben eines Flow-Zustands, der beim Slow-Looking erreicht werden kann, nachweislich Ängsten entgegenwirken und positive Emotionen hervorrufen. Nicht überraschend ist daher, dass der Slow-Art-Tag mittlerweile von zahlreichen Institutionen weltweit zelebriert wird und die Potenziale dieser Bewegung verstärkt Gehör in der primären und sekundären Gesundheitsprävention finden.

Schlüsselwörter: Kunsttherapie, Slow-Art, Slow-Looking, rezeptive Kunsttherapie, kreative Therapien, Künstlerische Therapien, psychische Gesundheit, Wohlbe§nden, Kunsttherapie im Museum, Gesundheitsvorsorge, Gesundheitsprävention, Lebensqualität, Flow

 

Slow-looking

 

Abstract
For almost four decades, the slow-life movement has established itself as an appeal for a more conscious and decelerated way of life. In this context, the slow-art movement manifests itself as the antithesis of the ®eeting creation and the rapid and super§cial consumption of art. A growing circle of art lovers, galleries and museums are embracing the principles of slow-art and integrating them into their practices. A key aspect of this trend is slow-looking, which encourages people to spend more time looking at works of art, thereby enabling a more deeply comprehensive approach. This approach not only o«ers a counterbalance to the increasingly fast-paced world and the stress of everyday life, but has also been proven to be beneficial for mental health. Visits to museums and the intense engagement with art have been shown to help maintain cognitive functions and are also associated with increased well-being, life satisfaction and self-eficacy. In addition, experiencing a state of ®ow, which can be achieved through slow-looking, has been shown to counteract anxiety and evoke positive emotions. It is therefore not surprising that Slow Art Day is now celebrated by numerous institutions worldwide and that the potential of this movement is increasingly being recognized in primary and secondary health prevention.

Keywords: art therapy, slow-art, slow-looking, receptive art therapy, creative art therapies, mental health, wellbeing, art therapy in museums, health care, health care prevention, quality of life, flow

 

Maria Büter
Sigmund-Freud-PrivatUniversität
Fachbereich Kunsttherapie
Columbiadamm 10
D-12101 Berlin
maria.bueter@sfu-berlin.de


 

Art galleries as potential wellbeing centres of the future
How flow and perceptive experiences can improve negative emotions through slow looking at art

Maria Büter & Rebecca Chamberlain

 

Abstract
This research focuses on the e«ects of mindfully looking at art in a gallery setting, which was specially designed for taking time in front of artworks and slow-looking. The aims are to test whether a relationship between meditation, in the form of deep engagement through guides (printed guide or audio guide), and aesthetic experience persists and whether aesthetic experience, including flow and mindfulness, can predict emotional states. To investigate this, participants were asked to fill in a questionnaire, including measurements of the named variables, after spending time in the “And Breathe” exhibition in Manchester Art Gallery and making use of potential guides. The retrieved data reveals no significant relationship between the use of guides and aesthetic experience, nor a signi§cant link of mindfulness predicting positive emotions. However, results show a significant prediction of positive emotion change by two domains of aesthetic experience, perception, and flow. The present study provides theoretical implications for an elevated understanding of engagement with art in a museum setting and its possible benefits for well-being. Further research should investigate the potential prosperities which aesthetic experience and ®ow experiences may provide for a clinical setting.


Keywords: slow-looking, wellbeing, flow, mindfulness, art gallery, aesthetic experience

 

Kunstgalerien als potenzielle Orte des Wohlbefindens der Zukunft.
Wie Flow und wahrnehmende Erfahrungen negative Emotionen durch achtsames Betrachten von Kunst positiv beein®ussen können

Zusammenfassung
Die vorliegende Studie befasst sich mit den Auswirkungen des achtsamen Betrachtens von Kunst in einer Galerie, die speziell für das Verweilen vor den Kunstwerken und für das langsame Betrachten („slow-looking“) von Kunst konzipiert wurde. Ziel ist es zu prüfen, ob eine Beziehung zwischen Meditation, welche durch zur Verfügung gestellte Guides (schri£licher Guide oder Audioguide) unterstützt wurde, und ästhetischer Erfahrung besteht. Ferner stellt sich die Frage, ob ästhetische Erfahrung, einschließlich Flow und Achtsamkeit, emotionale Zustände vorhersagen kann. Um dies zu untersuchen, wurden die TeilnehmerInnen gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Dieser enthielt Messungen der genannten Variablen, nachdem sie Zeit in der Ausstellung „And Breathe“ in der Manchester Art Gallery verbracht und von den verschiedenen Guides Gebrauch gemacht hatten. Die gewonnenen Daten zeigen weder einen signi§kanten Zusammenhang zwischen der Nutzung von Guides und der ästhetischen Erfahrung, noch einen signi§kanten Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und positiven Emotionen. Die Ergebnisse zeigen jedoch eine signi§kante Vorhersage positiver Emotionsveränderungen durch zwei Bereiche der ästhetischen Erfahrung: Wahrnehmung und Flow. Die vorliegende Studie liefert theoretische Implikationen für ein erweitertes Verständnis der Beschäftigung mit Kunst in einem musealen Umfeld und deren möglichen Nutzen für das Wohlbefinden von

 

Maria Büter
Sigmund-Freud-PrivatUniversität
Fachbereich Kunsttherapie
Columbiadamm 10
D-12101 Berlin
maria.bueter@sfu-berlin.de

Prof. Dr. Rebecca Chamberlain
Department of Psychology
Goldsmiths, University of London
New Cross
UK-London, SE14 6NW
r.chamberlain@gold.ac.uk


 

Lässt sich das Wohlbefinden durch eine integrative kunsttherapeutische Intervention steigern?
Eine explorative Studie zur Evaluation eines kunsttherapeutischen Konzepts hinsichtlich seiner Wirkweise im Rahmen einer gesundheitsfördernden Präventivmaßnahme*

Sybille Koenig

 

Zusammenfassung
Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Ein®uss der intrapsychischen Ressourcen Kreativität und Entspannung auf das subjektive Wohlbe§nden sowohl hinsichtlich einer jeden Intervention als auch im Verlauf des gesamten Projekts zu untersuchen. Die Stärkung dieser Ressourcen erscheint als ein Impuls, um unter dem Aspekt der Salutogenese eine Bewegung in Richtung Gesundheit als ein dynamischer Prozess vollziehen zu können. Das Konzept zielt auf eine Stärkung gesundheitsfördernder Faktoren: Der spielerische, experimentelle Umgang kreativer kunsttherapeutischer Bewältigungsstrategien sowie die entspannungsfördernden Inhalte betonen die Perspektive der Prävention. Die explorative Studie fand im Rahmen einer Masterarbeit an der Sigmund-Freud-PrivatUniversität Berlin statt. Die Wirkweise des Konzepts wurde in einem circa zehn Wochen dauernden Projekt mit sieben psychisch und physisch gesunden TeilnehmerInnen erforscht. Es begann mit einem individuell geführten Erstgespräch, führte durch acht Interventionen und endete wieder mit einem einzeln geführten Abschlussgespräch. Die Interventionen mit einer jeweiligen Dauer von 105 Minuten hatten einen gleichen Aufbau mit wiederkehrenden Entspannungsmodulen und unterschiedlichen Themenschwerpunkten zur kreativen Gestaltung. Zugrundeliegend war die klientenzentrierte Ausrichtung der Forschenden, die das Projekt leitete. Anhand von drei Einzelfallanalysen fand eine qualitative und quantitative Untersuchung statt. In den ausgewählten Fällen konnte ein deutlich positiver E«ekt nachgewiesen werden. Das Zusammenspiel des kreativen Prozesses, der Entspannungsmodule sowie des gebotenen kunsttherapeutischen Rahmens konnte das Wohlbe§nden der ProbandInnen o«ensichtlich steigern.

Schlüsselwörter: integrative Intervention, kunsttherapeutisches Konzept, gesundheitsfördernde Präventivmaßnahme, intrapsychische Ressourcen, Kreativität, Entspannung, subjektives Wohlbefinden, Salutogenese, Gesundheit, Gesundheitsförderung, Prävention, klientenzentrierte Ausrichtung

 

Can well-being be enhanced through an integrative art therapy intervention?

Abstract
The aim of this work is to investigate the in®uence of the intrapsychic resources creativity and relaxation on subjective well-being both with regard to each intervention and in the course of the entire project. The strengthening of these resources appears as an impulse to achieve a movement towards health as a dynamic process under the aspect of salutogenesis. The concept aims at strengthening health-promoting factors: the playful and experimental use of creative art-therapeutic coping strategies as well as the relaxation-promoting contents emphasize the perspective of prevention. The explorative study took place within the framework of a master’s thesis at the Sigmund-Freud-PrivatUniversität Berlin. The effectiveness of the concept was investigated in a project lasting circa ten weeks with seven psychologically and physically healthy participants. It began with an individually guided initial interview, led through eight interventions and ended again with an individually guided interview. The interventions, each lasting 105 minutes, had the same structure with recurring relaxation modules and di«erent thematic focuses for creative design. This was based on the client-centered orientation of the researcher who led the project. A qualitative and quantitative investigation took place on the basis of three individual case analyses. In the selected cases, a positive effect could be demonstrated. The interaction of the creative process, the relaxation modules as well as the offered art-therapeutic framework could evidently increase the well-being of the participants.


Keywords: integrative intervention, art therapy concept, health promoting preventive intervention, intrapsychic resources, creativity, relaxation, subjective well-being, salutogenesis, health, healthpromoting, prevention, client-centered orientation

 

Sybille Koenig
Kunsttherapeutin (M.A.), Physiotherapeutin,
Studium bildende Kunst
Universitätsambulanz
Sigmund-Freud-PrivatUniversität Berlin
Campus Tempelhof
Columbiadamm 9
D-12101 Berlin
sybille@koenig-bln.de


 

Die Natur der Bilder
Anmerkungen zu einer Archäologie der Künstlerischen Therapie

Karl-Heinz Menzen


Zusammenfassung
Das mythische, wirkkrä£ig viele vergleichbare Erfahrungen über zuweilen große Zeiträume eindrucksharf Verbindende und das logische, sprachlich jeweilige Erfahrung in der Regel kurzfristig eindrucksharf Bestimmende – sie sind in aller Regel unbewusst-bewusst in einer Art Melange aufeinander angewiesen. Immer wieder sind sie gefordert, aufeinander Bezug zu nehmen, ggfs. sich zeitlich rückzuversetzen. Die bild-therapeutische Erfahrung unserer Kunsttherapeut*innen zeugt davon, dass die Natur des Bildes verlangt, diese Arbeit immer wieder zeitversetzt, sich lang- und kurzzeitgemäß zu orientieren. In einer Art des „Kreisens um die leere Spur“ verlangt die Natur des Bildes danach, in ihrer Botscha£ o«engehalten zu bleiben.


Schlüsselwörter: unbewusst-bewusst, Kreisen um die leere Spur, Muster der Geschichte, Mythos-Sprache

 

The nature of images
Annotations on an archaeology of artistic therapy

Abstract
The mythical, which e«ectively and impressively connects many comparable experiences over sometimes long periods of time, and the logical, which linguistically determines each experience in an impressive way, usually in the short term – they are generally unconsciously and consciously dependent on each other in a kind of mélange. Again and again they are challenged to refer to each other, if necessary. To put oneself back in time. The image-therapeutic experience of our art therapists testifies to the fact that the nature of the image demands that this work be time-shi£ed again and again, that long-term and short-term orientation be appropriate. In a kind of “circling around the empty track”, the nature of the image demands to remain open in its message.

Keywords: unconscious-conscious, circling around the empty trail, patterns of history, mythlanguage

Prof. Dr. Karl-Heinz Menzen
Psychologischer Psychotherapeut
Hornweg 4
D-79271 St. Peter
karl-heinz.menzen@t-online.de


 

Politically sensitive art therapy – Strukturen von Macht und Machtmissbrauch in der Kunsttherapie

Angelina Iussa

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem von Winter (2021) geprägten Ansatz der politically sensitive psychotherapy auseinander, der Politik einerseits als die Lebensumstände der PatientInnen, die durch Gesetze und Entscheidungen von Regierungen geprägt sind, und andererseits als Machtstrukturen und die soziale Organisation dieser Strukturen. Diese Arbeit verfolgt den Ansatz weiter und widmet sich der Analyse der subjektiven Wahrnehmung von Macht, Machtstrukturen und möglichem Machtmissbrauch im Rahmen von Kunsttherapie und deren Auswirkungen. Mittels der Reflexiven Thematischen Analyse von Braun und Clarke (2006) wurde ein qualitatives Interview mit insgesamt 17 Personen durchgeführt. Alle Befragten benannten Machtstrukturen in der Kunsttherapie. Dabei schienen diese zum Teil nicht bewusst als solche erkannt zu werden oder waren sehr unkonkret. Unklar blieb, ob in diesen Fällen eine Di«erenzierung zwischen Macht und Machtmissbrauch stattfand. Es gab zudem keine einheitliche Wahrnehmung der Machtverteilung bei Kunsttherapierenden und PatientInnen. Mehrheitlich benannt wurde ein Machtgefälle, bei dem die Therapierenden über ein höheres Maß an Macht verfügen. Daraus ergab sich für viele Teilnehmenden eine besondere Verantwortung der Kunsttherapierenden, mit ihrer Macht adäquat umzugehen. Die befragten Personen äußerten Wünsche und Vorschläge im Umgang mit Macht und Machtmissbrauch. Neben den Quellen von Macht, über die Kunsttherapierende und PatientInnen aufgrund ihrer Rollen im therapeutischen Setting verfügen, wurden Machtmissbräuche benannt sowie Konsequenzen und mögliche Motive angesprochen. Als Machtmissbrauch wurden primär die willentliche Einschränkung der PatientInnen, Fremdbestimmungen, übergri±ge Deutungen der Werke und das Ausnutzen der therapeutischen Rolle genannt.
Als Konsequenz erwähnten die Teilnehmenden eine beschädigte therapeutische Beziehung, Therapieabbruch, verstärkte Problematik und ein erschwerter Neubeginn einer therapeutischen Beziehung. Zu den möglichen Motiven von Machtmissbrauch wurden Unbewusstheit, Bequemlichkeit, Egozentrismus und eigene Bedürfnisse aufgezählt. Diese werden jedoch einstimmig nicht als Rechtfertigung wahrgenommen, die eigene Macht zu missbrauchen, und es wurde der Wunsch nach einem offenen, reflektierten Umgang mit Macht deutlich, der die PatientInnen aktiv mit einbezieht. Trotz eigener Zugehörigkeiten der Teilnehmenden wurden marginalisierte Gruppen nur einmal am Rande erwähnt. Diese Arbeit zeigt, dass Macht und Machtmissbrauch weiter in das Bewusstsein der Gesellscha£, der Therapierenden und der PatientInnen gelangen müssen, um allen Personen einen politisch sensibiliserten und machtmissbrauchsfreien Raum für Kunsttherapie bieten zu können.

Schlüsselwörter: Machtmissbrauch, politischsensible Kunsttherapie, marginalisierte Gruppen, Intersektionalität

 

Politically sensitive art therapy – structures of power and power abuse in art therapy

Abstract
This study deals with the approach of politically sensitive psychotherapy coined by Winter (2021), who sees politics on the one hand as the circumstances of lives of the patients, which are shaped by laws and decisions of governments, and on the other hand as power structures and the social organization of these structures. This thesis pursues the latter idea and is dedicated to the analysis of the subjective perception of power, power structures and possible abuse of power in the context of art therapy and its e«ects. Using Braun and Clarke’s (2006) Re®exive Thematic Analysis, a qualitative interview was conducted with a total of 17 individuals. All interviewees named power structures in art therapy. In some cases, these did not seem to be consciously recognized as such or were very unspeci§c. It remained unclear whether there was a di«erentiation between power and abuse of power. Furthermore, there was no consistent perception of the distribution of power among art therapists and patients. The majority named a power imbalance in which the therapists had a higher degree of power. For many participants, this resulted in a special responsibility on the part of the art therapists to deal adequately with their power. The interviewees expressed wishes and suggestions for dealing with power and abuse of power. In addition to the sources of power that art therapists and patients have due to their roles in the therapeutic setting, abuses of power were named and consequences and possible motives were addressed. The main abuses of power cited were the willful restriction of the patient, foreign regulations, encroaching interpretations of the works, and the exploitation of the therapeutic role. As a consequence, the participants mentioned a damaged therapeutic relationship, therapy discontinuation, intensi§ed problems, and a more di±cult restart of a therapeutic relationship. Among the possible motives of abuse of power, unconsciousness, convenience, egocentrism, and own needs were listed. However, these are unanimously not perceived as justi§cation for abusing one‘s own power, and the desire for an open, re®ective approach to power that actively involves the patients became clear. Despite participants’ own a±liations, marginalized groups were mentioned only once in passing. This work shows that power and abuse of power need to be further raised in the consciousness of society, therapists and patients in order to o«er a politically sensitive and power-abuse-free space for art therapy to all persons.


Keywords: power abuse, politically sensitive art therapy, intersectionality

 

Angelina Iussa
Kunsttherapeutin M.A. in der Kinderund
Jugendpsychiatrie, Psychologin i.A.
Varnhagenstraße 42
D-10439 Berlin
a.iussa@gmx.de


 

Caspar David Friedrich
Introspektion durch Naturerfahrung
Georg Franzen


 

Rezensionen


 

VERANSTALTUNGSHINWEIS

 



Musik-, Tanz- & Kunsttherapie
34. Jahrgang · 2024 · Heft 1
Pabst, 2024 ISSN 0933-6885
 

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