NEWSBÜCHERJOURNALEONLINE-SHOP



 

Sie befinden sich hier: JOURNALE » Psychologie & Gesellschaftskritik » Bisher erschienen » Inhalt lesen

« zurück

Psychologie & Gesellschaftskritik

» Psychologie & Gesellschaftskritik im Online-Shop...


2019-1 (169)

Charlotte Busch
Eros und Ananke
Perspektiven auf eine politische Bildung des Unbehagens mit Freud, Adorno und Arendt

Katharina Rhein & Tom David Uhlig
»Jude oder nicht Jude, Du musst damit klarkommen«
Zur antisemitismuskritischen Arbeit in pädagogischen Räumen

Alexander Fiedler
Ökonomische Verwertbarkeit von Bildung und Verhalten
Über die aktivierungsstaatliche Indienstnahme der Schulsozialarbeit.
Ein empirischer Blick auf eine süddeutsche Großstadt

Gert Hellerich & Daniel White
Sozial- und Marktgängigkeit versus Lebensgängigkeit
Eine Analyse der modernen Erziehung und alternative Sichtweisen

Anne Kühne
Kritische Soziale Arbeit und ›totaler‹ Ausschluss

Heinz Kassel
»Ich male nicht, ich schütte«
Notizen zum Leben und künstlerischen Arbeiten von Heinz Kassel. Verschlungene und doch gradlinige Pfade zur Malerei
 


Eros und Ananke
Perspektiven auf eine politische Bildung des Unbehagens mit Freud, Adorno und Arendt

Charlotte Busch

Der Aufsatz spürt dem kritisch-transformatorischen Potenzial des Unbehagens an gesellschaftlichen Missständen nach. Psychoanalytisch betrachtet muss Unbehagen als konstitutiv für Subjektivität verstanden werden. Zugleich ist es aber nicht zu trennen von den konkreten sozialen Bedingungen, an denen es sich entzündet, und birgt damit die Möglichkeit zur Kritik an ebendiesen Bedingungen sowie daraus resultierenden sozialen Ungleichheiten. Über die Verschränkung der psychoanalytischen Sozialpsychologie Freuds, der Kritischen Theorie Adornos und der Demokratietheorie Arendts werden Möglichkeitsräume ausgeleuchtet, das Unbehagen für politische Bildungsarbeit produktiv machen zu können.

Schlüsselbegriffe: Psychoanalyse, Kritische Theorie, Demokratie, politische Bildung, Sozialpsychologie, soziale Ungleichheiten, Unbehagen, Sozialisation


Charlotte Busch

 


»Jude oder nicht Jude, Du musst damit klarkommen« -
Zur antisemitismuskritischen Arbeit in pädagogischen Räumen.

Katharina Rhein & Tom David Uhlig

Politische Bildungsarbeit gegen Antisemitismus sieht sich vor eine Reihe Probleme gestellt: Antisemitismus kein bloßes Vorurteil gegen Jüdinnen und Juden, sondern eine gesellschaftlich vermittelte Ressentimentstruktur, die schließlich in einer Denkform mündet, welche sämtliche (Krisen-)Phänomene der Moderne antisemitisch vermeintlich erklärbar macht. Ein Bewusstsein für diese Komplexität von Antisemitismus zu schaffen, stößt schnell an die Grenzen des Vermittelbaren, braucht es doch zum Einen ein tieferes Verständnis der Verhältnisse, über welche Antisemitismus vorgibt, Auskunft erteilen zu können, und zum Anderen genügend Ich-Stärke, die Unsicherheit dieser Verhältnisse im Bewusstsein halten zu können. Im Folgenden möchten wir aus Perspektive unserer politischen Bildungsarbeit gegen Antisemitismus diese Problemkonstellation im Rückgriff auf Fallbeispiele genauer diskutieren.

Schlüsselbegriffe: Antisemitismus, politische Bildungsarbeit, Praxisreflexion, didaktischer Reduktionismus


Katharina Rhein


Tom David Uhlig

 


Ökonomische Verwertbarkeit von Bildung und Verhalten – Über die aktivierungsstaatliche Indienstnahme der Schulsozialarbeit.
Ein empirischer Blick auf eine süddeutsche Großstadt

Alexander Fiedler

Soziale Arbeit sowie das Bildungssystem werden seit den 1990er Jahren dem marktorientierten Umbau des Sozialstaats unterworfen. Die Strukturen und Praktiken der Schulsozialarbeit, als ein ›pädagogischer Knotenpunkt‹ dieses Umbaus, lassen sich wie folgt rekonstruieren: Mithilfe der theoretischen Konzepte des ›Non- und Informellen Lernens‹ wird Schulsozialarbeit mittels Zertifizierungspraktiken und Sozialkompetenztrainings von einer verwertungszentrierten Pädagogik des Lernens und Verhaltens in Dienst genommen. Alten fachdiskursspezifischen Konflikten wird ein vermeintliches Ende gesetzt, indem eine Ausrichtung der Schulsozialarbeit an Dominanz gewinnt, der zufolge der Hauptfokus auf ›sozial benachteiligte‹ Schüler_innen und eine Entlastung des Schulbetriebs liegen soll. Repressive Logiken der ›Verhaltensänderung‹ und der ›Konfrontierenden Pädagogik‹ finden breiten Anklang. Dies zeigt sich an bundesweit implementierten Trainingsraummodellen und (Anti-)Gewalttrainings.

Schlüsselwörter: Aktivierender Wohlfahrtsstaat, Schulsozialarbeit, Ökonomisierung, Professionsforschung, Soziale Arbeit, Jugendhilfe in der Schule


Alexander Fiedler

 


Sozial- und Marktgängigkeit versus Lebensgängigkeit. Eine Analyse der modernen Erziehung und alternative Sichtweisen
Gert Hellerich & Daniel White

Der Aufsatz setzt sich kritisch mit den gesellschaftlichen Strategien der gegenwärtigen Sozial- und Marktgängigkeit auseinander. Statt diesen gängigen einseitigen, auf Nützlichkeit ausgerichteten Erziehungs- und Bildungskonzeptionen, die lebensverdünnend sind, wird in dem Artikel argumentiert, sozialökologische und lebensfördernde Perspektiven für Erziehung und Bildung zu ermöglichen.

Schlüsselbegriffe: Lebensphilosophie, Sozialgängigkeit, Marktgängigkeit, Lebensgängigkeit


Gert Hellerich


Daniel White

 


Kritische Soziale Arbeit und ›totaler‹ Ausschluss
Anne Kühne

Das österreichische Asylsystem mit seinen jüngsten Gesetzesänderungen isoliert und ›verwaltet‹ geflüchtete Menschen in sogenannten Flüchtlingsheimen – oder Lagern, die Merkmale einer ›Totalen Institution‹ aufweisen. Über diskursive und gesetzliche Ausschlussmechanismen wird Geflüchteten die gesellschaftliche Teilhabe verwehrt. Der repressive Rahmen ist distinktiv für die Soziale Arbeit, die neben der Beratung und Begleitung asylsuchender Menschen auch mandatswidrige Aufgaben übernimmt. Das Prinzip der Sozialen Arbeit im Sinne der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit zu handeln stößt damit an seine Grenzen. Der Artikel geht der Frage nach, wie die Förderung von Selbstbestimmung in einem umfassend fremdbestimmenden Asylsystem möglich ist. Und eruiert folglich, wie Soziale Arbeit in Zeiten von rassistischer Politik und Sozialkürzungen ihren politischen Auftrag nicht aus den Augen verliert und der umfassenden Exklusion geflüchteter Menschen entgegenwirken kann.

Schlüsselbegriffe: Flucht, Asyl, Kritische Soziale Arbeit, Totale Institution, Fremdenrechtsänderungsgesetz


Anne Kühne
 



Psychologie & Gesellschaftskritik
43. Jahrgang · 2019 · Heft 1 (169)

Pabst, 2019
ISSN 0170-0537
Preis: 13,- €

» Psychologie & Gesellschaftskritik im Online-Shop...





alttext