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Psychologie & Gesellschaftskritik

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2026-1

Wie plausibel sind sonderpädagogische Förderentscheidungen bei Schüler:innen mit unauffälliger Lesekompetenz?
Michael Obry, Lena Nusser & Maja Stegenwallner-Schütz

 

Soziale Integration im Klassenverband stärken: Effekte einer kontaktbasierten Spielintervention in der vierten Jahrgangsstufe
Markus Spilles, Corinna Hank & Christian Huber

 

Belastung und Beanspruchung von Lehrkräften an Schulen mit sonderpädagogischem Schwerpunkt Geistige Entwicklung
Nadine Poltz, Anna Seifart, Katrin Böhme, Oliver Wendt & Antje Ehlert

 

Konzeption und Validierung des „Einstellungsfragebogens zu Inklusion für Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ (EFI-OKJA)
Noemi Heister & Stefanie Köb

 

Wirkfaktoren gelingender Beratung: Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung von Eltern von Kindern mit Behinderung
Christian Walter-Klose, Christin Kupitz & Sabrina Fuths

 


 

Empirische Sonderpädagogik, 2026.18:3-18
DOI    https://doi.org/10.2440/003-0057
ISSN     1869-4845 (Print) · ISSN 1869-4934 (ebook)

Wie plausibel sind sonderpädagogische Förderentscheidungen bei Schüler:innen mit unauffälliger Lesekompetenz?

Michael Obry1, Lena Nusser2 & Maja Stegenwallner-Schütz3

1 Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung Gunzenhausen
2 Leibniz-Institut für Bildungsverläufe Bamberg
3 Universität Koblenz


Zusammenfassung
Ziel der Studie ist es, potenzielle individuelle und strukturelle Einflussfaktoren auf die Zuweisung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs in den Bereichen Lernen oder Sprache (SPF-LS) bei Schüler:innen zu identifizieren, deren Lesekompetenz unauffällig ist, d. h. die sich nicht bedeutsam vom durchschnittlichen Niveau ihrer Jahrgangsstufe unterscheidet. Grundlage bilden Daten der INSIDE ("Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland") Studie (N = 1527), die Leistungsmaße in Lesekompetenz, Lesegeschwindigkeit, Mathematik und kognitiven Fähigkeiten sowie Kontextinformationen auf Klassen- und Schulebene umfassen. Zur Prüfung der Plausibilität der Zuweisungen eines SPF-LS erfolgt die Einteilung anhand eines Cut-off-Werts der Lesekompetenz in wahr-positive, falsch-positive, falsch-negative und wahr-negative Klassifikationen. Multivariate Mehrebenenanalysen zeigen, dass eine höhere Lesegeschwindigkeit (OR ≈ 0.63) und eine höhere Mathematikkompetenz (OR ≈ 0.62) die Odds einer falsch-positiven SPF-LS-Zuweisung bedeutsam reduzieren. Die Ergebnisse stützen die Annahme von Halo-Effekten in der diagnostischen Praxis und unterstreichen die Notwendigkeit standardisierter, objektiver Verfahren, um Fehleinschätzungen zu reduzieren und um vorhandene sonderpädagogische Ressourcen adäquat zu nutzen.

Schlüsselwörter: falsch-positive Klassifikationen, sonderpädagogischer Förderbedarf, Lesekompetenz

 

How Plausible Are Special Educational Needs Identification Decisions for Students with Typical Reading Achievement?

Abstract
The aim of this study is to identify potential individual and structural factors influencing the assignment of special educational needs in the areas of learning and language (SEN-LS) among students whose measured reading performance is consistent with grade-level expectations, i.e., does not differ from the average level of their grade. The analyses are based on data from the INSIDE (“Inclusion in lower secondary education in Germany”) study (N = 1527), which includes measures of reading competence, reading fluency, mathematics, and cognitive abilities, as well as contextual information at the class and school levels. To examine the plausibility of SPF-LS assignment, classifications were derived using a cut-off value for reading competence, resulting in true-positive, false-positive, false-negative, and true-negative cases. Multilevel regression analyses show that higher reading fluency (OR ≈ 0.63) and higher mathematical competence (OR ≈ 0.62) significantly reduce the odds of a false-positive SEN-LS assignment. The findings support the assumption of halo effects in diagnostic practice and highlight the need for standardized, objective procedures to avoid misjudgments and ensure the appropriate allocation of available special education resources.

Keywords: false positive classifications, special educational needs, reading literacy

 

Michael Obry
Stuttgarter Str. 1
D-91710 Gunzenhausen
michael.obry@isb.bayern.de


 

Empirische Sonderpädagogik, 2026.18:20-33
DOI    https://doi.org/10.2440/003-0058
ISSN     1869-4845 (Print) · ISSN 1869-4934 (ebook)

Soziale Integration im Klassenverband stärken: Effekte einer kontaktbasierten Spielintervention in der vierten Jahrgangsstufe

Markus Spilles, Corinna Hank & Christian Huber

Universität Wuppertal


Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse einer Pilotstudie zur spielerischen Förderung sozialer Integration vorgestellt. Vier vierte Klassen mit insgesamt n = 96 Schüler:innen wurden im Rahmen einer quasiexperimentellen Studie mit Prä- und Postmessung in eine Interventionsgruppe und eine Kontrollgruppe (jeweils n = 48) aufgeteilt. In den beiden Interventionsklassen wurde über zwei Wochen ein Spiel zum gegenseitigen Kennenlernen umgesetzt, das basierend auf den Kriterien der Intergroup Contact Theory konzipiert wurde. Überprüft wurde, ob die Schulkinder nach der Intervention der Meinung waren, ihre Mitschüler:innen besser zu kennen und ob sie diese besser sozial akzeptierten. Die Daten wurden via Peer Ratings erhoben und anhand von Mehrebenenanalysen unter Berücksichtigung der kreuzweisen dyadischen Nestung der Schulkinder ausgewertet. In den Ergebnissen zeigen sich im Hinblick auf beide Fragestellungen signifikante Interaktionen von Gruppenzugehörigkeit und Messzeitpunkt zugunsten der Interventionsbedingung. Es lässt sich vermuten, dass die soziale Akzeptanz in den Interventionsklassen durch das Spiel schwach gesteigert werden konnte.

Schlüsselwörter: Soziale Integration, soziale Akzeptanz, Intergroup Contact Theory, Primarschule, Interventionsstudie

Promoting Social Integration in the Classroom: Effects of a Contact-Based Play Intervention in Fourth Grade

Abstract
This article presents the results of a pilot study on a game-based intervention to foster social integration. Four fourth-grade classes with a total of n = 96 students were divided into an intervention group and a control group (each n = 48) as part of a quasi-experimental pretest-posttest design. In the two intervention classes, a game for getting to know each other, based on the criteria of Intergroup Contact Theory, was implemented over a period of two weeks. The study examined whether students reported knowing their classmates better after the intervention and whether they showed higher levels of social acceptance. Data were collected via peer ratings and analyzed using multilevel analyses, accounting for the cross-dyadic nesting structure of the students. With regard to both outcomes, the results revealed significant interactions between group membership and time in favor of the intervention condition. The findings suggest that social acceptance in the intervention classes showed a small increase as a result of the game. 

Keywords: Social integration, social acceptance, Intergroup Contact Theory, primary school, intervention study

 

Markus Spilles
Bergische Universität Wuppertal
School of Education
Institut für Bildungsforschung
Gaußstraße 20
D-42119 Wuppertal
spilles@uni-wuppertal.de 


 

mpirische Sonderpädagogik, 2026.18:34-48
DOI    https://doi.org/10.2440/003-0059
ISSN     1869-4845 (Print) · ISSN 1869-4934 (ebook)

Belastung und Beanspruchung von Lehrkräften an Schulen mit sonderpädagogischem Schwerpunkt Geistige Entwicklung

Nadine Poltz, Anna Seifart, Katrin Böhme, Oliver Wendt & Antje Ehlert

Universität Potsdam


Zusammenfassung
Über das Belastungs- und Beanspruchungserleben von Lehrkräften an Schulen mit sonderpädagogischem Schwerpunkt Geistige Entwicklung (SPS GE) ist nur wenig bekannt. Die Ergebnisse anderer Schularten lassen sich auf Grund der schulformspezifischen Bedingungen (z. B. kleine Lerngruppen, sehr heterogene Unterstützungsbedarfe der Schüler:innen) nur eingeschränkt übertragen. Ziel der Studie ist daher die Untersuchung, (1.) welche Belastungsfaktoren von Lehrkräften an diesen Schulen wahrgenommen werden und inwiefern diese mit einer unterschiedlich ausgeprägten Beanspruchung einhergehen. Daneben soll der Frage nachgegangen werden, (2.) in welchem Zusammenhang Lehrkraftkooperationen mit Beanspruchungserleben stehen und (3.) welche Rolle die Qualifikation der Lehrkräfte in diesem Zusammenhang spielt. Hierfür wurden 160 Lehrkräfte an Schulen mit SPS GE (79% weiblich; 39% Seiten- bzw. Quereinstieg) zu ihren beruflichen Belastungen in den Bereichen Schulleitung, Eltern und Schüler:innen sowie zur erlebten Beanspruchung und zum Ausmaß kooperativer Aktivitäten im Kollegium befragt. Es zeigte sich, dass elternbezogene Belastungen von jeder dritten und schüler:innenbezogene Belastungen von etwa jeder fünften Lehrkraft wahrgenommen wurden. Von schulleitungsbezogenen Belastungen berichtete nur jede zehnte Lehrkraft. Mittels einer Mehrebenenregressionsanalyse und unter Kontrolle des Alters, des Geschlechts und der Arbeit in Voll-/Teilzeit konnten lediglich schüler:innen- und schulleitungsbezogene Belastungsfaktoren sowie der Abschluss der Lehrkräfte, nicht jedoch elternbedingte Faktoren oder kollegiale Kooperationen Unterschiede im Beanspruchungserleben erklären. Dabei gingen höher ausgeprägte Belastungen im Bereich Schüler:innen und Schulleitung und ein regulärer Lehramtseinstieg (im Vergleich zum Seiten- bzw. Quereinstieg) mit einer höher erlebten Beanspruchung einher. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der besonderen Bedingungen an Schulen mit SPS GE diskutiert.

Schlüsselwörter: Belastung, Beanspruchung, sonderpädagogischer Schwerpunkt Geistige Entwicklung, Lehrkräfte, Quer- und Seiteneinstieg 


Stress and strain of teachers at schools with special educational needs

Abstract
Little is known about stress and strain experienced by teachers in schools with special educational needs for intellectual development (SPS GE). Findings from other school types can only be transferred to a limited extent due to the specific conditions of these schools (e.g., small learning group sizes, highly heterogeneous student needs). The present study therefore aimed to examine (1) which stress factors are perceived by teachers in these schools and how these are associated with perceived strain. In addition, the study investigated (2) the relationship between teacher collaboration and perceived strain, and (3) the role of teachers’ professional qualifications in this context. A total of 160 teachers working in SPS GE schools (79% female; 39% alternatively qualified) were surveyed regarding occupational stress factors related to school leadership, parents, and students, as well as their perceived strain and the extent of collaborative activities. Results showed that one in three teachers reported parent-related stress, and about one in five reported student-related stress. Stress related to school leadership was reported by only one in ten teachers. A multilevel regression analysis controlling for age, gender, and full- vs. part-time employment revealed that only student- and leadership-related stressors, as well as teachers’ entry pathway into the profession, explained differences in perceived strain. Specifically, higher student- and leadership-related stress and having completed a traditional teacher education program (compared to lateral entry) were associated with higher levels of perceived strain. The findings are discussed in light of the particular working conditions in SPS GE schools. 

 

Nadine Poltz
Universität Potsdam
Inklusionspädagogik
Karl-Liebknecht-Str. 24-25
D-14476 Potsdam
nadine.poltz@uni-potsdam.de 

 


 

Empirische Sonderpädagogik, 2026.18:49-62
DOI    https://doi.org/10.2440/003-0060
ISSN     1869-4845 (Print) · ISSN 1869-4934 (ebook)

Konzeption und Validierung des „Einstellungsfragebogens zu Inklusion für Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ (EFI-OKJA)

Noemi Heister & Stefanie Köb

Pädagogische Hochschule Heidelberg


Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag wird die Adaption und Validierung des „Einstellungsfragebogens zu Inklusion für Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ (EFI-OKJA) beschrieben. Der Fragebogen kombiniert sprachlich angepasste Items des EFI-L (Seifried, 2015) mit adaptierten Items aus der MATPIES (Lohmann et al., 2016) und ergänzt weitere Items, die spezifische Bedarfe der OKJA adressieren. Die Validierung erfolgte anhand einer Stichprobe von n = 358 Fachkräften der OKJA. Mittels explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalysen konnte eine dreifaktorielle Struktur identifiziert werden. Im Unterschied zum ursprünglichen EFI-L, der zwei schüler:innenbezogene („Fachliche Förderung“, „Soziale Integration“) und einen lehrkraftbezogenen Faktor („Persönliche Bereitschaft“) auswies, zeigte sich in der Adaption für die OKJA eine veränderte Konstellation. Besucher:innenbezogene Aspekte bündeln sich in einem gemeinsamen Faktor („Potenziale der OKJA“). Ergänzt wird er durch zwei fachkraftbezogene Faktoren („Kompetenz“ und „Handlungsbereitschaft“). Die Ergebnisse der Validierung belegen, dass ein reliables und valides Instrument zur Erfassung inklusionsbezogener Einstellungen von Fachkräften der OKJA vorliegt, das kognitive, affektive und behaviorale Komponenten sowie selbst- und fremdbezogene Perspektiven integriert.

Schlüsselwörter: Einstellungen; Inklusion; Behinderung; Offene Kinder- und Jugendarbeit; Soziale Arbeit


Design and validation of the “Attitude Questionnaire on Inclusion for Professionals in Open Child and Youth Work” (EFI-OKJA)

Abstract
This article describes the adaptation and validation of the “Attitude Questionnaire on Inclusion for Professionals in Open Child and Youth Work” (EFI-OKJA). The questionnaire combines linguistically adapted items from the EFI-L (Seifried, 2015) with adapted items from the MATPIES (Lohmann et al., 2016) and adds further items that address the specific needs of the field. The validation was carried out using a sample of n = 358 professionals working in the field of child and youth work. Exploratory and confirmatory factor analyses identified a three-factor structure. In contrast to the original EFI-L, which identified two student-related factors (“academic support,” “social integration”) and one teacher-related factor (“personal readiness”), the adaptation revealed a different constellation. Visitor-related aspects are bundled into a common factor (“potential of child and youth work”). This is supplemented by two professional-related factors (“competence” and “willingness to act”). The validation results confirm that a reliable and valid instrument is available for assessing the attitudes towards inclusion of professionals working in die field of child and youth work, integrating cognitive, affective, and behavioral components as well as self- and visitor-related perspectives. 

Keywords: Attitudes; Inclusion; Disability; Open child and youth work; social pedagogy

 

Noemi Heister
Keplerstr. 87
D-69120 Heidelberg
heister@ph-heidelberg.de  


 

Empirische Sonderpädagogik, 2026.18:63-76
DOI    https://doi.org/10.2440/003-0061
ISSN     1869-4845 (Print) · ISSN 1869-4934 (ebook)

Wirkfaktoren gelingender Beratung: Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung von Eltern von Kindern mit Behinderung

Christian Walter-Klose1, Christin Kupitz1 & Sabrina Fuths2

1 Universität zu Köln 
2 Ruhr Universität Bochum


Zusammenfassung
Familien von Kindern mit Behinderung stehen vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Beratung stellt eine zentrale Unterstützungsleistung dar, deren Wirkfaktoren im Kontext Behinderung jedoch noch unzureichend verstanden sind. Diese Studie untersucht die Inanspruchnahme von Beratung und prüft die Eignung der Selbstbestimmungstheorie (SDT) zur Abbildung der Beratungsqualität. Im Rahmen einer querschnittlichen Online-Befragung beschreiben 815 Eltern von Kindern mit Behinderung ihre Nutzung von Beratungsangeboten. Eine Teilstichprobe (n = 140) bewertete eine spezifische Beratungserfahrung global sowie anhand adaptierter Skalen zur Autonomieunterstützung (ASQ) und Bedürfnis-Erfüllung/-Frustration (BPNSFS). Quantitativ ergaben sich sehr hohe positive Korrelationen (r = ,85) zwischen globaler Bewertung, Autonomieunterstützung und Bedürfnis-Erfüllung; Bedürfnisfrustration korrelierte stark negativ (r = –,85). Zudem beschrieben 72 Personen ihre Beratungserfahrungen im Freitext. Qualitativ wurden neben positivem Peer-Austausch auch strukturelle (Bürokratie, Personalmangel, fehlende Inklusionsorientierung) und interpersonelle Barrieren (Machtgefälle, Empathiemangel, fehlende Expertise) gefunden, die die Beratungsqualität beeinträchtigen. Die SDT erscheint als geeignetes Modell zur Beschreibung von Beratungsqualität für Familien im Kontext Behinderung, muss zur vollständigen Erfassung der Lebensrealität jedoch um Indikatoren wie Machthierarchie, inklusive Passung, Alltagsnähe und Entlastungspotenzial ergänzt werden.

Schlüsselwörter: Selbstbestimmungstheorie (SDT), Beratungsqualität, Kinder mit Behinderung, Elternberatung, Inklusion


Factors for Successful Counseling: Results from a Nationwide Survey of Parents of Children with Disabilities

Abstract
Families of children with disabilities face diverse challenges. Counseling represents a crucial support service, but its active factors in the disability context remain insufficiently understood. This study examines the utilization of counseling and tests the suitability of self-determination theory (SDT) for capturing counseling quality. In a cross-sectional online survey, 815 parents of children with disabilities described their use of counseling services. A subsample (n = 140) evaluated a specific counseling experience globally and via adapted scales for autonomy support (ASQ) and need satisfaction/frustration (BPNSFS). Quantitatively, very high positive correlations (r = .85) were found between global evaluation, autonomy support, and need satisfaction; need frustration correlated strongly negatively (r = –.85). Additionally, 72 individuals described their counseling experiences in free-text responses. Qualitatively, alongside positive peer exchange, structural (bureaucracy, staff shortages, lack of inclusive orientation) and interpersonal barriers (power imbalances, lack of empathy, lack of expertise) were identified that impair counseling quality. SDT appears to be a suitable model for describing counseling quality for families in the disability context. However, to fully capture their lived reality, it must be supplemented with indicators such as power hierarchies, inclusive fit, everyday relevance, and concrete relief potential.

Keywords: Self-Determination Theory (SDT), counseling quality, children with disabilities, parent counseling, inclusion

 

Christian Walter-Klose
Universität zu Köln
Department Heilpädagogik und 
Rehabilitation (DHR)
Herbert-Lewin-Str. 2
D-50931 Köln
christian.walter-klose@uni-koeln.de


Empirische Sonderpädagogik
18. Jahrgang · 2026  · Heft 1

Pabst, 2026
ISSN 1869-4845
 

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