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Psychologie & Gesellschaftskritik

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2012-1 (141)

Editorial

Aida Bosch
Das Glück in der Moderne und die Tragödie der Kultur. Ein soziologischer Essay
Zusammenfassung | Abstract

Norbert Rath
Montaignes Konzept des Glücks
Zusammenfassung | Abstract

Philipp Mayring
Zur Kritik der Positiven Psychologie
Zusammenfassung | Abstract

Jörg Zirfas
Warum Glück nicht glücklich macht. Thesen zu einer Anthropologie des Glücks
Zusammenfassung | Abstract

Gert Hellerich & Daniel White
Postmoderne Alltagswelt. Jeder Tag ist ein neuer Tag des Gestaltens
Zusammenfassung | Abstract

 


Das Glück in der Moderne und die Tragödie der Kultur. Ein soziologischer Essay
Aida Bosch

Das Glück in der Moderne ist ein spannungsreicher und widersprüchlicher Gegenstand, denn der Modernisierungsprozess hatte emotionale Begleiterscheinungen. Das Geld zwängt die Beziehungen und persönlichen Emotionen in zweckrationale Formen, gleichzeitig treibt es die überhitzte gesellschaftliche Suche nach dem Glück an. Der Konsum von Waren wird emotional aufgeladen und zum Motor der Glückssuche. In der Postmoderne verschärft sich diese kulturelle Spaltung noch einmal. Doch existiert wirklich nur das ›falsche‹ Glück des Konsums? Wie könnte das ›authentische Glück‹ aussehen? Mit Hilfe der Unterscheidung zwischen den Wissenskonstruktionen des Alltags sowie außeralltäglichen Sinnprovinzen wird Glück am Ende des Aufsatzes als eine partielle und selbstgewählte ›Transzendenz des Selbst‹  beschrieben.

Schlüsselwörter: Glück, Unglück, Affektregulierung, alltägliche und außeralltägliche Sinnprovinzen


Happiness in Modern Society and the Tragedy of Culture. A Sociological Perspective

Happiness in modern society is a matter of tensions and contradictions, because the process of modernization was accompanied by emotional impacts. In modernity, money is forcing social relations and personal emotions into patterns of purposeful rationality, while at the same time, the consumption of commodities is charged up emotionally, becoming a driver for the pursuit of happiness. In postmodernity, this cultural divide widens once more. But is the ›false‹ happiness of consumerism the only existing happiness? How could ›authentic‹ happiness look like? Finally, based on distinctions between everyday knowledge constructions and non-everyday spheres of meaning, happiness will be described as a partial and self-choosen transcendence of self.

Key words: Happiness, rationality and emotions, everyday life and non-everyday life spheres


Aida Bosch
Aida.Bosch@soziol.phil.uni-erlangen.de

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Montaignes Konzept des Glücks
Norbert Rath

Im Mittelpunkt von Montaignes Essais stehen nicht Fragen der Politik, der Gerechtigkeit, der Metaphysik, sondern Fragen nach dem guten, gelingenden Leben und Antworten darauf. Im Zentrum steht also die Frage nach dem Glück und die korrespondierende Frage danach, warum die Menschen nicht mehr Lebenszeit und Achtsamkeit darauf verwenden, nach Maßgabe der ihnen gegebenen Möglichkeiten glücklich zu werden. Von Montaignes Konzept eines Glücks her, das uns natürlich zubestimmt ist, wenn es uns gelingt, ausbalanciert, das heißt naturgemäß und zugleich in Einklang mit den Anforderungen der Kultur zu leben, gewinnen seine Ein- und Auslassungen, seine Anekdoten, Reminiszenzen, Erzählungen und Aphorismen ihre spezifische Farbe. Viele seiner Einsichten in historische Formen, kulturelle Variationen und leibliche, seelische und soziale Bedingungen eines richtigen Lebens erscheinen durchaus modern. Sein Konzept betont die Diesseitigkeit, die sinnliche und naturale Verankerung und den Vergänglichkeitsbezug der Glückserfahrung.

Schlüsselwörter: Glück, Natur-Kultur, Lebenskunst


Montaigne’s Concept of Happiness

Subject of the Essais by Montaigne is neither politics, nor justice, nor metaphysics - the Essais deal with questions and answers on good and successful life. Subjects therefore are two questions, first the question on what happiness is and second why people do not spent more time of their life and draw more attention to become happy under the available possibilities. If the human being succeeds to equilibrate its life between nature and the requirements of culture, Montaigne thought happiness is naturally intended for human life. Up from this idea his anecdotes, reminiscences, stories and aphorisms receive their specific undertone. Lot of his insights into the historic forms, cultural variations as well as the bodily, mental and social conditions of a good life seem to be very modern. Its idea emphasizes the secular being in the world, the sensual and natural roots and the perishability of the experience of happiness.

Key words: happiness, nature-culture, to balance oneself


Norbert Rath
nrath@gmx.net

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Zur Kritik der Positiven Psychologie
Philipp Mayring

Der Beitrag gibt zunächst einen Überblick über sozialwissenschaftliche Forschungen zu Glück und Wohlbefinden. Die Arbeiten reichen zurück bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts und zeigen eine breite Palette von konzeptionellen und empirischen Studien in verschiedenen sozialwissenschaftlichen Teildisziplinen. Nach heutigem Stand ist eine Differenzierung von Wohlbefindenskonzepten (Glück, Freude, Zufriedenheit, Belastungsfreiheit) nötig sowie eine Einordnung in ein komplexes Modell gesellschaftlicher und biographischer Voraussetzungen, Lebensbedingungen und verschiedener Moderatorvariablen. Die Anfang der 90er Jahre postulierte Positive Psychologie setzt hier an mit Vereinfachungen und dem überzogenen Anspruch, eine neue Ära der Sozialwissenschaften eingeläutet zu haben. Eine ideologiekritische Analyse zentraler Texte der Positiven Psychologie konnte einige bedenkliche Elemente aufweisen. Vor allem der Ausschließlichkeitsanspruch erscheint problematisch.

Schlüsselwörter: Glück, Wohlbefinden, Positive Psychologie, Ideologiekritik


Critical Points in Positive Psychology

The paper gives an overview of research in social sciences on happiness and well-being. The cited studies go back to the middle of the 20th century. A broad range of conceptual and empirical contributions in different  disciplines is provided. Following those studies we have to differentiate the construct of well-being in concepts like happiness, satisfaction, joy, freedom from stresses. Well-being concepts can only be understood within a complex model of biographical and societal pre-conditions, life circumstances and several moderator variables. The postulation of Positive Psychology at the beginning of the 90ies takes its starting point from this research, but argues with simplifications and the excessive pretension to establish a new era in social sciences. A critique of ideology in central positive psychology texts shows some critical points. Above all the exclusiveness of the postulations seems to be problematic.

Key words: Happiness, Well-Being, Positive Psychology, Critique of Ideology


Prof. Dr. Philipp Mayring
philipp.mayring@aau.at

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Warum Glück nicht glücklich macht - Thesen zu einer Anthropologie des Glücks
Jörg Zirfas

Der Beitrag diskutiert aus einer historisch-anthropologischen Perspektive einige fundamentale Bestimmungen des menschlichen Glücks: dass das Glücks als ein bzw. das Ziel menschlichen Lebens gelten muss, dass Menschen Bilder eines gelingenden Lebens brauchen, dass Glück nur in unterschiedlichen Vorstellungen existiert, dass wir es beim menschlichen Glück mit einem befristeten Phänomen zu tun haben und dass schließlich Glück immer Glück im Unglück ist. Am Ende des Beitrages sollen aus diesen Theorien einige praktische Schlussfolgerungen gezogen werden. Dabei soll vor allem deutlich werden, dass das Unglück konstitutiv ist für das Glück. Insofern sollte man nicht nur einen pursuit of happiness, sondern auch einen pursuit of unhappiness fordern.

Schlüsselwörter: Anthropologie, Bild, Praxis, Unglück, Zeit


Why happiness does not necessarily make you happy - Theses on anthropology of happiness

In historical-anthropological perspective my article discusses some basic characteristics of human happiness: that happiness must count as one or the main goal of human life, that people need pictures of a successful life, that happiness exists only in a variety of ideas, that human happiness is just a temporary phenomenon and that happiness is always a blessing in disguise. At the end of this contribution I deduce some practical conclusions out of these theories. It should be particularly clear that misfortune is constitutive of happiness. In this respect, one should not only demand for pursuit of happiness, but also for pursuit of unhappiness.

Key words: anthropology, image, practice, misfortune, time


Jörg Zirfas
joerg.zirfas@paed.phil.uni-erlangen.de

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Postmoderne Alltagswelt: jeder Tag ist ein neuer Tag des Gestaltens
Gert Hellerich & Daniel White

In diesem Artikel wird die Alltagswelt aus einer postmodernen Perspektive heraus erforscht. Hierbei werden Nietzsche und Foucault als Vertreter der Postmoderne am meisten Berücksichtigung finden. Es werden die postmodernen Unterschiede zum modernen Alltagsleben erarbeitet und es soll illustriert werden, wie und wodurch sich die postmoderne Alltäglichkeit konstituiert.

Schlüsselwörter: Alltag, Macht, Selbstgestaltung, Postmoderne, Ästhetik der Existenz


Postmodern Day-to-Day World: Every Day is a New Day of Design

In the present article we will investigate the day-to-day world from a postmodern perspective. In this connection we will consider Nietzsche and Foucault to be the most significant representatives of the postmodern. We intend to argue that postmodern inquiry applies to the modern day-to-day world and to illustrate how postmodern everydayness is constituted.

Key words: day-to-day world, power, self-design, postmodern, aesthetics of existence


Gerd Hellerich
g.hellerich@worldnet.att.net

Daniel White
dwhite@fau.edu

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