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Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

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Künstler unter LSD-Einfluss: "Das Hirn hört auf zu arbeiten, und dann habe ich etwas gemalt"

Künstler nehmen häufig LSD und andere psychedelische Substanzen. Wider Erwarten steigt die Kreativität dabei kaum. Doch Wahrnehmung, Denken und Spiritualität verändern sich, das Unterbewusstsein setzt sich durch. Zu diesen Ergebnissen kommen Professor Dr. Zsolt Demetrovics und Kollegen (Budapest) in einer Studie mit 120 Künstlern, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe von Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie.

Fast ein Drittel der Künstler sieht sich außerstande, unter dem Einfluss von LSD oder anderen Psychedelika überhaupt zu arbeiten. Jedoch mehr als zwei Drittel meinen, "dass ein veränderter mentaler Zustand in der Inspirationsphase des kreativen Prozesses hilfreich sein könnte."

Ein Maler notiert: "Wenn man halluzinogene Substanzen nimmt, kann man verschiedene visuelle Dinge sehen oder in solche geistige Verfassungen gelangen, die man normalerweise niemals sehen bzw. erreichen kann. Durch das Nachdenken über mich selbst und das Sinnieren kann sich etwas ergeben, was das Schaffen indirekt beeinflusst ..."

Drei Viertel der Psychedelika-Konsumenten berichten, dass sie sich im veränderten Bewusstseinszustand nicht als kreativer empfinden. Aber als Folge ihrer veränderten Perspektive würden sie besser verstehen, wie Dinge in Wechselbeziehungen einander fließend dynamisieren.

Drei Viertel der untersuchten Künstler glauben, dass Psychedelika ihnen helfen, eine Sicht von Spiritualität zu entwickeln. Sie berichten eine besondere Art von Bewusstsein, das Gefühle von Ruhe und Vollständigkeit erzeugt. Zitat: "Es ist in etwa wie das Gefühl, das Leute berichten, die bereits klinisch tot waren. Es ist eine Art von Bewusstsein, das eine Art von Sehen ist, aber nicht im körperlichen Sinne. Das ist extrem beruhigend, weil irgendwie alles ganz genau an seinem Platz und alles in Ordnung ist."

Zwei Drittel der Studienteilnehmer berichten über eine Veränderung in ihren Denkprozessen. Sie meinen, dass Psychedelika die Wahrnehmung durch Veränderung des Denkens ändern könnten und dass dies auch noch anhält, nachdem die Wirkung der Substanz nachgelassen hat. Die Betroffenen glauben, dass die Substanzen das Bewusstsein fördern.

Zwei Drittel der Psychedelika-Konsumenten fühlen eine so starke Einheit mit ihrem Kunstwerk, sodass sie in manchen Momenten des Schaffens nicht separat vom Werk existieren. Zitat: "Ich zeichnete und formte, das ganze Ding atmete gemeinsam mit mir."

Etwa die Hälfte der untersuchten Künstler macht die Erfahrung, dass unter Psychedelika das Unbewusste die Steuerung übernimmt. Zitat: "Das Gehirn hört auf zu arbeiten, und dann habe ich etwas gemalt, ich schaue nach und sage ´Na also! Das ist gut im Rhythmus´ oder, überrascht: ´Was ist das für ein Effekt´? Es funktioniert, und dann kommt man zu der Erkenntnis, dass etwas Starkes passiert ist ..."

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