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Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

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2014-2

Klaus Hoffmann, Dirk Hesse, Tilman Kluttig
Editorial

Cornelia Scheu
Kunsttherapie in der Sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg
Zusammenfassung | Abstract

Katja Willebrand & Chris Tomaszewski
… er war auch nur ein Mensch …
Zusammenfassung | Abstract

Nicolas Nowack & Bianka Tonn
Creativity Based Contacts (CBC) - Ein neuer psychosozialer Therapie- und Antistigma-Ansatz
Zusammenfassung | Abstract

Martina Kronenberger & Thomas Scheskat
Aggression integrieren - Selbstverantwortung üben
Zusammenfassung | Abstract

Anita Beckmann
Tiergestützte Therapie und Pädagogik mit Eseln (TTE) im Maßregelvollzugszentrum Niedersachen (MRVZN) Moringen
Zusammenfassung | Abstract

Andrea Radandt
Pesso-Therapie in der Behandlung eines forensischen Patienten mit Persönlichkeitsstörung
Zusammenfassung | Abstract

Sefa Durugan
Der Einsatz von Aggressionstraining in der Behandlung eines forensischen Patienten mit Persönlichkeitsstörung
Zusammenfassung | Abstract

Lydia Dalhuisen & Frans Koenraadt
Brandstiftungen und deren Täter in den Niederlanden
Zusammenfassung | Abstract

 


Kunsttherapie in der Sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg
Cornelia Scheu

Zusammenfassung

Kunsttherapie in der Sozialtherapie bietet Straftätern einen kreativen Erfahrungsraum, in dem sie lernen können sich selbst mehr wahrzunehmen. Die künstlerische Arbeit bringt die Klienten wieder in Kontakt mit ihrer Selbstwirksamkeit und lässt sie konkret erleben, dass sie Einfluss auf ihr eigenes Empfinden und ihr Verhalten nehmen können. Fähigkeiten werden angeeignet, die den Kontakt zu sich selbst und zur Umwelt verbessern und somit eine Grundlage für neue persönliche Lebensentwürfe schaffen können. In der spezifischen Beziehung zum Werk machen die Klienten Erfahrungen, die ihnen ihre facettenreiche Persönlichkeit vor Augen führen und damit weitere Schritte der Selbstreflexion und der Veränderung ermöglichen.

Schlüsselwörter: Kunsttherapie, Sozialtherapie, Persönlichkeitsstörung, Selbstwirksamkeit, Forensische Psychotherapie


Art Therapy at the Facility for Social Therapy Baden-Wuerttemberg (Southern Germany)

Abstract
Art therapy as a part of social therapy provides offenders with an environment and possibilities to make their own creative experiences allowing them to get to better perceive and experience themselves. Artistic work is a means to bring clients in touch with their self-efficacy and allows them to experience in practice that they can influence their own feelings and their behaviour. They can acquire skills which improve contact to themselves and to the environment and thus create a basis for new personal life scripts. In the specific relationship to their artistic work the clients will have experiences that will visualize their own multi-faceted personality and thus enable further steps of self-reflection and changes.

Keywords: art therapy, social therapy, personality disorder, self-efficacy, forensic psychotherapy


Cornelia Scheu, Diplom-Kunsttherapeutin (FH)
Sozialtherapeutische Anstalt des Landes Baden-Württemberg
Schubartstraße 20
D-71679 Asperg

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… er war auch nur ein Mensch …
Patienten des Maßregelvollzugs spielen zeitgenössisches Theater: Martin Heckmanns’ "Kommt ein Mann zur Welt" in der Maßregelvollzugsklinik Herne
Katja Willebrand & Chris Tomaszewski

Zusammenfassung

In dem hier vorgestellten Projekt haben Patienten als Darsteller an einer Theaterproduktion in der Klinik teilgenommen. Im Unterschied zu Therapieformen, die Mittel des Theaters nutzen, verfolgt die Theatergruppe keine direkte therapeutische Zielsetzung. Die Aufführung am Ende des Projektes vor Mitarbeitern, Patienten, Angehörigen und auch Teilen der Öffentlichkeit ist das Ziel der gemeinsamen Arbeit. Die Umsetzung des 2007 uraufgeführten "Kommt ein Mann zur Welt" von Martin Heckmanns in der Maßregelvollzugsklinik Herne wurde von der Regisseurin Katja Willebrand und von Chris Tomaszewski geleitet, der als Leiter des Offenen Ateliers Ausstattung und Organisation des Projektes übernahm.
Im Folgenden wird der von Katja Willebrand beschriebene Projektablauf mit Interviews verbunden, die Chris Tomaszewski mit den teilnehmenden Patienten ein Jahr nach Ablauf des Projektes geführt hat.

Schlüsselwörter: Patiententheater, kreativer Freiraum, Selbstwahrnehmung, Bewegungs- und Haltungsmuster, forensische Psychotherapie


… he was just a man …
Patients of the Forensic Hospital as actors in a contemporary theatre play: Martin Heckmanns’ play "Kommt ein Mann zur Welt" (A man is born) at the Forensic Hospital Herne (Germany)


Abstract
In the project which will be presented in this contribution, patients have played in a theatre play at the forensic hospital. In contrast to therapy modalities that use elements and means of the theatre, this theatre group does not pursue any direct therapeutic intentions. Aim of the joint efforts is to present the theatre play to staff, patients, relatives and others at the end of the project. Realization of Martin Heckmanns’ theatre play "Kommt ein Mann zur Welt” (A man is born) which premiered in 2007 was directed by Katja Willebrand (stage director) and Chris Tomaszewski (director of the open atelier) who was in charge of equipment and organisation of the project.
The project process is described by Katja Willebrand and will be illustrated with interviews of participating patients conducted by Chris Tomaszewski one year after the end of the project period.

Keywords: patient theatre, creative open space, self-perception, patters of movement and posture, forensic psychotherapy


Chris Tomaszewksi
An den Dominikanern 3
D-59494 Soest
tomaszewski.chris@gmx.de

Katja Willebrand
Langhansstraße 103
D-13086 Berlin,
katjawillebrand@gmx.de

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Creativity Based Contacts (CBC) - Ein neuer psychosozialer Therapie- und Antistigma-Ansatz
Nicolas Nowack & Bianka Tonn

Zusammenfassung

"Creativity Based Contacts" (CBC, dt. Kreativitätsbasierte Kontakte) ist ein methodischer Rahmen, der offen ist für unterschiedlichste, aber kreative Gruppen-Aktivitäten mit psychisch erkrankten und nicht erkrankten Teilnehmern. Das Konzept wurde durch Nicolas Nowack entwickelt und von ihm so bezeichnet. Idee dieses Ansatzes ist es, über kreative Tätigkeiten, die viele Menschen als Hobbies pflegen, Kontakte zwischen psychisch erkrankten und nicht-erkrankten Menschen herzustellen. Gemeinsam arbeiten diese in einer (von einem Therapeuten geleiteten) Gruppe, wo eine bestimmte kreative Tätigkeit und die spätere öffentliche Präsentation des Projektes im Vordergrund stehen. So wirkt CBC zum einen therapeutisch und zum anderen anti-stigmatisierend. Therapeutische Ziele sind z.B. Abbau von Kontaktängsten, Stärkung sozialer Kompetenzen und bessere Lebensqualität. Als Antistigma-Ansatz sollen die CBC-Projekte dabei unterstützen, Kontakte herzustellen und Vorurteile abzubauen. Neben einer theoretischen Einführung in den CBC-Ansatz liefert der Artikel eine Übersicht über die bisher stattgefundenen CBC-Projekte und deren Ergebnisse. Eine weitere Verbreitung der CBC-Idee in der Behandlung von (insbesondere chronisch) psychisch erkrankten Menschen ist wünschenswert.

Schlüsselwörter: Psychosoziale Therapie, Gruppentherapie, Rehabilitation chronisch psychisch Kranker, Beteiligung der Bevölkerung, Anti-Stigmatisierung


Creativity Based Contacts (CBC) - A new psychological therapeutic and anti-stigmatizing approach

Abstract
"Creativity Based Contacts” (CBC) is a methodical frame, open for very different, but creative group activities with mentally ill and non-ill participants. Nicolas Nowack developed this concept and named it CBC. The idea of this approach is to initiate contacts between mentally ill and non-ill people by creative activities, which are hobbies of many people. Together they work in a group, lead by a therapist, where a certain creative activity and later the public presentation of the project are in the foreground. CBC works on the one hand therapeutically and on the other hand anti- stigmatising. Therapeutic aims are e.g. less fear of social contacts, improvement of social skills and a better quality of life. As an anti-stigma-approach CBC should help to enable contacts and to decrease prejudices. This article gives a theoretic introduction and an overview of past CBC-projects and their results. Further spreading of the CBC-idea in the therapy of (especially chronic) psychiatric patients is desirable.

Keywords: psychosocial therapy, group therapy, rehabilitation of chronic mentally ill patients, participation of the population, anti-stigma activities


Dr. med. Nicolas Nowack
Zentrum für Soziale Psychiatrie Salzwedel
D-29410 Salzwedel
info@zsp-salzwedel.de

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Aggression integrieren - Selbstverantwortung üben. Körperpsychotherapiegruppe in der Forensik
Martina Kronenberger & Thomas Scheskat

Zusammenfassung

In der Gruppe werden mit Körper- und Bewegungsübungen Themen erschlossen, z.B.: Körperselbstwahrnehmung, innere Achtsamkeit, Wahrnehmung innerer Stimmungen und aggressiver Impulse. In dialogischen Konfrontationen werden Erfahrungen von konstruktiver Konfliktreibung ermöglicht, in Aufstellungen findet Bearbeitung von Konfliktszenen aus dem Alltag statt. Es gibt Übungen zu Begegnungen und Konfrontation mit konflikthaften Stoffen und es werden Ausdrucksmöglichkeiten für verschiedene Stimmungslagen erprobt. Als Grundprinzip wird die Notwendigkeit und die Freiheit zur Selbstregulation vermittelt und in den Übungen in verschiedener Weise angeregt. Zielgruppe für diese Art von Körperarbeit sind vorwiegend persönlichkeitsgestörte Patienten. Die Ziele der Gruppenarbeit liegen in einer vertieften Wahrnehmung in Bezug auf innere und äußere Spannungen, Bedürfnisse und Frustrationen, dem Einüben eines adäquateren Ausdrucks, Rückmeldungen zu Interaktionsstilen und Handlungsmöglichkeiten für Konfliktlösungen, sowie in der Verbesserung der Fähigkeit zur Selbststeuerung. Übergeordnete Ziele sind die Entwicklung von mehr Akzeptanz, Empathie und Mitgefühl. Durch Rückmeldungen der Gruppe entsteht ein Zugehörigkeitserleben, das mehr Bereitschaft zu gegenseitigem Vertrauen auf Verlässlichkeit und Diskretion öffnet. Dabei müssen Widersprüche der Gruppenatmosphäre zum Alltag der einengenden Lebensstrukturen im Maßregelvollzugssystem überbrückt bzw. ausgehalten werden.
Die Übungsmethodik wird auch für forensisch tätige therapeutische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingesetzt.

Schlüsselwörter: Körpertherapie, Aggression, Forensische Psychiatrie


Integrating aggression - Practicing self-responsibility A body psychotherapy group in the forensic setting

Abstract
In this body psychotherapy group, topics like body self-perception, inner attentiveness, awareness of inner moods and aggressive impulses are made accessible via special physical exercise body movements. In dialogic confrontations, experiences of constructive conflict are enabled and conflict scenes of everyday life are dealt with in special settings. There are exercises to practice encounters and confrontation with conflicting materials and ways of expressing different moods are tested. As a basis principle, the necessity and the freedom of self-regulation are communicated and encouraged during the exercises. The predominant target group for this kind of body therapy are patients with personality disorders. The group therapy aims at allowing a deeper perception of internal and external tensions, needs and frustrations, the training of a more adequate expression, feedback on interaction styles and opportunities for action to solve conflict situations, as well as an improvement of the ability of selfcontrol. Subordinate aims are to develop more acceptance, empathy and compassion. Feedback from the group leads to a feeling of belonging which conveys more willingness to trust each other with respect to reliability and confidentiality. During these processes, contradictions of the group atmosphere with reference to the everyday life in the constricting structures of the forensic setting have to be managed and endured.
This training methodology is also used for therapeutic staff working in forensic settings.

Keywords: body therapy, aggression, forensic psychiatry


Dipl.-Psych. Martina Kronenberger
Päd. M.A Thomas Scheskat
Maßregelvollzugszentrum Moringen
Fachkrankenhaus für forensische Psychiatrie und Psychotherapie
Mannenstraße 29
37186 Moringen
martina.kronenberger@mrvzn-moringen.niedersachsen.de

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Tiergestützte Therapie und Pädagogik mit Eseln (TTE) im Maßregelvollzugszentrum Niedersachen (MRVZN) Moringen
Anita Beckmann

Zusammenfassung

Erfahrungen in der tiergestützten Pädagogik mit Großtieren im Kontext einer forensisch-psychiatrischen Klinik, des MRVZN Moringen. Ein Resümee von der Idee bis zur Verwirklichung des Projektes mit Einsichten der mitwirkenden Mitarbeiter_innen und Patient_innen. Die Autorin berichtet über ihr Konzept der seit einem Jahr im Projekt etablierten Tiergestützten Therapie mit Eseln (TTE). Anhand von therapeutischen Erfahrungen und Fallbeispielen veranschaulicht sie dabei den Einsatz der Tiere in ihrer unterstützenden und helfenden Form, die erst unter fachlicher Anleitung wirksam werden kann.

Schlüsselwörter: Tiergestützte Therapie, Großtiere, Esel, TTE, Forensische Psychiatrie


Animal-assisted therapy and education with donkeys (AAT with donkeys) in the Center of Forensic Psychiatry Lower Saxony (Moringen, Germany)

Abstract
We present experiences with animal-assisted education in the context of a forensic psychiatric hospital - the Center of Forensic Psychiatry Lower Saxony (MRVZN) in Moringen (Germany) - and provide a summary beginning with the first ideas of the project up until its implementation including ensuing insights of the contributing staff and patients. The author explains her concept of the animal-assisted therapy with donkeys which is an established part of the project since one year. A range of therapeutic experiences and examples illustrate the therapeutic use of these animals in their supporting and helping way which can only become effective with professional guidance.

Keywords: animal-assisted therapy, large animals, donkey, forensic psychiatry


Anita Beckmann
Maßregelvollzugszentrum Moringen
Mannenstraße 29
D-37186 Moringen
anita.beckmann@mrvzn-moringen.niedersachsen.de

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Pesso-Therapie in der Behandlung eines forensischen Patienten mit Persönlichkeitsstörung
Andrea Radandt

Zusammenfassung

Nach einer kurzen Einordnung körperpsychotherapeutischer Verfahren und ihres Einsatzes im forensischen Setting sowie einer zusammenfassenden Darstellung der Pesso-Therapie mit Erläuterungen einiger zentraler Begriffe wird am Therapieprozess eines persönlichkeitsgestörten Rechtsbrechers dargestellt, wie nachhaltig der konsequente Einsatz von Körperpsychotherapie, wie notwendig er aber auch angesichts ausgeprägter Vermeidungs- und Ausblendungsstrategien sein kann. In einem zweiten Teil wird auf den Aspekt der Limitierung in der Behandlung von Gewaltstraftätern und die damit verbundene Thematik der Omnipotenz eingegangen und eine spezifische Übungsform beschrieben, welche die in der Behandlung forensischer Patienten häufig vorkommenden lebensgeschichtlichen doppelseitigen Erfahrungen von Gewalt (Opfer in Kindheit und Jugend, Täter in Adoleszenz und Erwachsenenalter) als Ausgangspunkt nimmt.

Schlüsselwörter: Pesso-Therapie, Körperpsychotherapie, Forensische Psychotherapie, Persönlichkeitsstörung, Psychotherapie


Pesso Boyden System Psychom

tor Therapy in the treatment of a forensic patient with personality disorder

Abstract
After a short classification of body psychotherapeutic methods and their use in forensic settings, we will illustrate the treatment process of a personality disordered lawbreaker in order to show how sustainable the consistent use of body psychotherapy may be and how necessary this treatment method can be with respect to more pronounced strategies of avoidance and hiding. In the second part of this paper, we will focus on the aspect of limitation in the treatment of violent offenders as well as on the related issue of omnipotence. We will also describe a specific form of exercise which, as a starting point, refers to the two-sided experiences of violence (being victims in childhood and adolescence; becoming offenders in adolescence and adulthood) which are frequently seen in the treatment of forensic patients.

Keywords: Pesso Boyden System Psychomotor Therapy, body psychotherapy, forensic psychiatry, personality disorder


Andrea Radandt
Sportpsychologin MSc (Pennsylvania State University)
Körperpsychotherapeutin (Integrative Leib- und Bewegungstherapie, Pesso-Therapie)
Systemische Supervisorin (DGSv)
LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie
Wilfried-Rasch-Klinik
Leni-Rommel-Straße 207
D-44287 Dortmund
andrea.radandt@wkp-lwl.org

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Der Einsatz von Aggressionstraining in der Behandlung eines forensischen Patienten mit Persönlichkeitsstörung
Sefa Durugan

Zusammenfassung

Nach Vorstellung der Arbeitsmethode und des Einsatz vom Aggressionstraining im forensischen Setting, wird anhand eines Fallbeispiels eines persönlichkeitsgestörten Patienten1 die Arbeit mit Wut und Aggression im forensischen Kontext dargestellt.

Schlüsselwörter: Aggressionstraining, Forensische Psychiatrie, Persönlichkeitsstörungen


Aggression management training in the treatment of a forensic patient with personality disorder

Abstract
After explaining work with our clients and use of this aggression management training in the forensic setting, a typical case of a personality-disordered patient will be presented to illustrate work with anger and aggression in the forensic context.

Keywords: Anti-aggression training, forensic psychiatry, personality disorders


Sefa Durugan
Dipl.-Sportlehrer und Sporttherapeut (DVGS)
Systemischer Berater (i.A.)
sefa.durugan@wkp-lwl.org

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Brandstiftungen und deren Täter in den Niederlanden
Lydia Dalhuisen & Frans Koenraadt

Zusammenfassung

Obwohl Brandstiftung häufig vorkommt und ernsthafte Folgen nach sich zieht, wurde bisher wenig auf diesem Gebiet geforscht. Dieser Artikel gibt einen Überblick über empirische Arbeiten aus den Niederlanden in Bezug auf Brandstiftung, um einen Einblick in die Befunde über die Stellung der Brandstiftung und der Brandstifter in den Niederlanden zu geben. Viele Fälle von Brandstiftung bleiben ungeklärt und Brandstiftung wird in empirischen Untersuchungen unterbewertet. Der Mangel an empirischen Untersuchungen wird nicht durch die hohe Anzahl ungeklärter Fälle verursacht, sondern erschwert gerade die Aufklärung dieser Delikte und die Ermittlung der Täter. Deshalb beabsichtigt diese Studie, durch Clusterbildung der verfügbaren Daten die Kenntnis über Brandstiftung und Brandstifter zu vergrößern, was zu besser angepassten therapeutischen Interventionen führen soll. Es stellte sich heraus, dass Brandstiftung ein Delikt ist, bei welchem oft von dem Verdacht oder dem Vorliegen einer psychischen Störung bei den Tätern ausgegangen wird. Trotzdem erwies sich die Risikoprognose von Brandstiftern nach einer Behandlung als relativ günstig und es ergab sich dementsprechend, dass Brandstifter weniger oft rückfällig werden.

Schlüsselwörter:  Begutachtung,  Behandlung,  Brandstifter,  empirische  Untersuchungen, forensische Psychiatrie


Arson and its perpetrators in the Netherlands

Abstract
Despite the fact that arson is common and has serious negative consequences, a lack of empirical studies is present. This article gives an overview of the Dutch empirical data on arson and arsonists in order to provide insight in the position of arsonists in the Netherlands. A large amount of arson cases remain unsolved and arson is undervalued in empirical research. The high number of unresolved cases must not be seen as the reason for this lack of empirical research. Instead, because knowledge is lacking, detection and prosecution of arsonists is impeded. Therefore, this study tries to increase knowledge on arson and arsonists by clustering available data, enabling treatment to be better tailored to this population. Results show that arson is an offence of which the perpetrators often (are suspected to) have mental problems and often are placed in forensic psychiatric hospitals. However, despite the disordered offender population, the prognosis of arsonists after treatment appears relatively favourable with lower recidivism rates.

Keywords: arsonists, assessment, empirical research, forensic psychiatry, treatment


Lydia Dalhuisen MSc LL.M
Willem Pompe Institute for Criminal Law and Criminology
Department of Law
Economics and Governance
Utrecht University, Utrecht
Forensic Psychiatric Hospital, Assen
The Netherlands
l.dalhuisen@uu.nl

Frans Koenraadt Ph.D.
Willem Pompe Institute for Criminal Law and Criminology
Department of Law
Economics and Governance
Utrecht University, Utrecht
Pieter Baan Center for Forensic Psychiatry, Utrecht
Forensic Psychiatric Hospital, Assen
The Netherlands

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